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Alt 29.07.10, 20:01   #11 (Permalink) Top
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Neuer Amazon Kindle

Kindle DX (großes Display) ist für Leute mit deinem Anforderungsprofil besser geeignet - aber ich würde dir nicht unbedingt dazu raten. Ist schwer das zu erklären. Auf einem größeren Gerät will ich mehr als nur Lesen - Auf dem Kindle, oder einem eReader will ich nur lesen. Was von vielen Leuten als Nachteil abgetan wird, ist es in der Praxis nicht.

Nachdem ich jetzt schon einige Zeit mit dem eReader verbracht habe kann ich sagen, ich finde es richtig toll, dass man auf dem Gerät nur lesen kann (und Wörter im Wörterbuch nachschlagen, und mal über einen Autor etwas auf Wikipedia nachlesen, oder eine Textpassage zu markieren und sie rauszutwittern - all das ist aber Teil des "Erlebnis Lesen" im weiteren Sinn). Wenn ich zu meinem eReader greife, dann ist das - als wenn ich ein Buch zur Hand nehme. Bewusst auf Interaktivität verzichten, abschalten, ...

Ich weiß diese Intimität in einer gewissen Form zu schätzen, und doch will es mir nicht in den Kopf, warum ein Gerät mit größerem Formfaktor nicht eine größere Featurevielfalt bietet. Zumal die Portabilität ein Stück weit wegfällt. Und es Alternativen gibt (iPad, Android Tablets - kommen, dieses Jahr).

Der DX macht vielleicht für Studenten Sinn, die sich durch bestimmte Skripten durcharbeiten müssen, die gedruckt auch nicht billig sind, und wo sich der anschaffungspreis schnell rentiert, oder für Leute die viele Dokumente im professionellen Bereich portabel und schnell zur Hand haben müssen.

Ein iPad, oder ein Android Tablet machen aber in so vielen anderen Nutzungsszenarios mehr Sinn, und ein Dokument zeigen sie Nebenbei auch mal an.

Ich gehöre zu denen die dam E-Ink Desplay viel abgewinnen können, da sie zuvor bereits auf LCD Bücher gelesen haben und wissen, dass "am Pc arbeiten"/"surfen" und "ein Buch lesen" nicht das selbe sind. Müde Augen sich bei aktiver Hintergrundbeleuchtung vorprogrammiert. Und auch wenn man es nicht beim ersten Buch merkt, mit der Zeit verschwindet die Begeisterung und die negativen Aspekte, wie die gereizten Augen, bleiben.

Kindle ist toll. Wenn auch das fehlen einer deutschen Online Bibliothek bestimmte Nutzungsszenarien ausschließt - dafür eröffnet es andere. Querlesen, anlesen, nach Autoren lesen, neue Bücher und Autoren finden - all dass ändert sich in einem ziemlichen Ausmaß, wenn man beginnt eBooks zu lesen. Ich lese Dinge die ich früher nie gelesen hätte, usw.

Dass eBooks tw. teurer sind als die gedruckte Variante, ist den deutschen Verlagen zu verdanken, die nicht von ihrem aktuellen Geschäftsmodell abrücken wollen - und die mit der sich ändernden Verbreitungsstruktur in den kommenden Jahren obsolet zu werden drohen. Produktions und Verbreitungskosten gehen bei eBooks gegen null, dh sie sind effektiv billiger (gehörig!), auch wenn die Preisdifferenz nicht beim Kunden ankommt.

Amazon greift an und greift durch, heute der Markt in Großbritannien, demnächst aicher auch der deutschsprachige Markt. Das Modell ist bereits heute profitabel. Die Hardware ist bereits heute von der Preisstruktur weniger ein Problem als es die Rechtelage und die alten Vermarktungsstrukturen sind. Hier ist gehörig was im Umbruch.

Deswegen, und aufgrund von vielen weiteren Kleinigkeiten sind eReader mehr als nur ein "Gadget", udn eigentlich mehr ein Kulturschock, oder ein Paradigmentwechsel - und deshalb machen auch "eReader only" Devices Sinn. Sie sind erschreckend Low-Tech, in vielem tatsächlich wie "Buch lesen", und doch so viel mehr, und so viel besser.

*schwafel**ende*

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