Vom Leben auf der Straße erzählt IL BIDONE (Die Schwindler, 1955). Drei alternde Gauner, die sich mit kleinen Betrügereien über Wasser halten, erschleichen sich mit allerlei Tricks – etwa in der Verkleidung als Priester – das Vertrauen kleiner Leute, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Als einer von ihnen durch die zufällige Begegnung mit seiner erwachsenen Tochter und einem gelähmten Mädchen Reue empfindet und gestohlenes Geld zurückgibt, wird er von seinen Kumpanen verprügelt und an einem Abhang liegengelassen. Beim Sterben wird er sich der Hoffnungslosigkeit und des Unglücks seines Lebens bewusst. „Wir haben uns bemüht, diese Geschichte von jener italienischen Konvention zu befreien, die die Schwindler aller Zeiten als lustige Helden komischer Abenteuer und Schlaumeier darzustellen liebt; andererseits wollten wir diese Begebenheit auch nicht wie einen Gangsterfilm erscheinen lassen.“ (Federico Fellini)
kino arsenal: Retrospektive Federico Fellini Review
Federico Fellinis poetisches Portrait eines alternden Gauners, dem plötzlich erwachende Gewissensbisse zum Verhängnis werden, folgte auf seinen ersten großen Erfolg mit "La Strada" und ist heute zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten. Die liebevolle Mischung aus Komödie und Drama begeistert durch den für Felklini typischen Einfallsreichtum, hervorragende Schauspieler, allen voran Oscar-Preisträger Broderick Crawford ("Der Mann, der herrschen wollte"), die Kameraarbeit von Otello Martelli und die großartige Musik von Nino Rota.
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