Inhalt:
Der New Yorker Polizist Dewey Wilson hat einen mysteriösen Fall zu lösen - ein bekannter Immobilienspekulant und seine Frau werden bestialisch ermordet aufgefunden. Die Leichen weisen Bissspuren von Raubtieren auf und die Gehirne der Opfer fehlen. Zunächst vermutet man einen Racheakt an dem skrupellosen Immobilienhai, der für ein groß angelegtes Sanierungsprojekt das Slummviertel Bronx systematisch verkommen und zerstören lässt. In den verlassenen Häusern und mit Trümmern übersäten Strassenschluchten hausen nur noch Obdachlose, unter denen der oder die Täter vermutet werden. Als aber einer der Obdachlosen ebenfalls ausgeweidet aufgefunden wird, müssen die Ermittlungen in eine andere Richtung gehen. Wilson verbringt mit einem Techniker-Kollegen eine Nacht in den Abrisshäusern, ausgerüstet mit Richtmikrofon und Nachtsichtgeräten. Die Auswertung der Tonaufnahmen mit Hilfe des Biologen Ferguson bringt Wilson auf eine Spur - es müssen sich Wölfe in der South-Bronx herumtreiben. Wilson lernt von Ferguson einiges über Wölfe, u.a. dass die Raubtiere neben dem für Menschen sichtbaren Farbspektrum auch ultraviolettes und infrarotes Licht wahrnehmen können und sie damit nachts zu perfekten Killern macht. Doch die Wölfe in New York sind nicht etwa verwilderte Hunde, sondern die Inkarnation indianischer Geister, die in ihren ehemaligen Jagdgründen unterwegs sind und diese verteidigen...
Kommentar:
Das Regiedebüt des früheren Cutters Michael Wadleigh steht eigentlich nicht in der Tradition herkömmlicher Tierhorror-Filme. Obwohl einige recht blutige Momente zu verzeichnen sind, überwiegen der sozialkritische Hintergrund und die mystischen, in der Indianerkultur angesiedelten Elemente der Geschichte und verleihen WOLFEN einen recht ernsten Charakter. Die Besetzung ist allen voran mit Albert Finney als nahezu optimal zu bezeichnen und ein Hauptmerkmal für die Authentizität des Films. In der Rolle des jungen Indianers sehen wir Edward James Olmos, der sich später anschickte mit MIAMI VICE als Lieutenant Martin Castillo weltweit bekannt zu werden. Ein weiterer maßgeblicher Faktor für die authentischen Bilder sind die tollen Locations in den ausgebrannten Häuserblöcken der Bronx, die WOLFEN zu einer Art Zeitdokument der frühen 80er Jahre machen. Überhaupt ist es die Optik, die in WOLFEN zu beeindrucken weiss - die farbverfälschten Bilder, die die subjetive Sicht der Wölfe zeigen soll und die große Ähnlichkeit mit Negativ- oder Wärmekamerabildern haben sorgen für reichlich befremdliche Gefühle. Auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz. WOLFEN als Konglomerat aus Horror- Fantasy- und Krimiversatzstücken sprengt auch heute noch Sehgewohnheiten und ist rundherum zu empfehlen.