Bunuels dritter Film, den er in Spanien als (inszenierten) Dokumentarstreifen Las Hurdes ? Land ohne Brot, drehte. Da er darin die ärmsten Menschen und eine hoffnungslose Gegend zeigte, wurde der Film in Spanien verboten.
?Tierra sin pan? (?Terra sans pain?, bzw. ?Land ohne Brot?, 1932) von Luis Bu?uel ist ein Film, der nicht so leicht in eine bestimmte Gattung einzuordnen ist. Er trägt zwar den Beititel ?Dokumentation?, doch ist diese Bezeichnung nur die ?halbe Wahrheit? und dient der ?Tarnung?. Viel eher handelt es sich um einen surrealistischen Film und verfolgt somit Bu?uels charakteristisches Erbe, das schon aus seinen beiden vorangegangenen Filmen ?Un perro andaluz? (?Der andalusische Hund?, 1929) und ?L´age d´or? (?Das goldene Zeitalter?, 1930) bekannt ist.
Der dritte Film des spanischen Avantgardisten aus dem Jahre 1932 ist von einem moralischen Impetus durchzogen und beinhaltet eindeutige Botschaften an die Gesellschaft und starke Kritik an der Regierung. Bu?uel versieht den Film mit einer starken Wertung und lenkt den Zuschauer durch eine gekonnt unauffällige Inszenierung und Montage in eine bestimmte Denkrichtung. Trotzdem vermittelt er seine eigene Meinung nicht offensichtlich und lässt Fragen und Raum zur selbständigen Interpretation offen. Über die Quellenlage ist zu sagen, dass ?Tierra sin pan? in der Literatur selten als ?Dokumentarfilm?, sondern als surrealistischer Film beschrieben wird.