Der Psychiater Brösel (Josef Bierbichler) - ein Seelendoktor, der selbst dringend einen Therapeuten bräuchte - bricht einen Streit mit seiner resoluten Ehefrau Fregatte (Barbara Gass) vom Zaun. Grund des Zwistes: Jemand hat ihren teuren Picasso aus dem Rahmen geschnitten und entwendet. Und dieser Jemand ist Picasso selbst. Der Maler ist von den Toten auferstanden und befindet sich nebenan im ehelichen Schlafzimmer. Er wolle, so Fregatte, hier in München seine "gelbe Phase" nachholen. Doch als Picasso später in einem Café die zauberhafte Radiomoderatorin Takla Bash (Doris Jung) kennen lernt, kennt der Genius nur noch einen Gedanken: Er will einen Film drehen, in dem Takla Bash als blaue Kuh durch die Lüfte fliegt. Aber woher das nötige Geld nehmen? Soll der Maler vielleicht "seinen" Picasso verkaufen? - Dann müsste er sich ja selbst verkaufen, und das kommt nicht in Frage. Als Picasso sich in Takla Bash verliebt, taucht scheinbar das nächste Problem auf: Sie ist seine Tochter. Aber das stört den Male r nicht - denn man befindet sich in einem Film, und so bittet Picasso seine Muse, einfach das Drehbuch entsprechend abzuändern. Schwieriger sind die Probleme mit dem Malen. Das Porträt seiner Exfreundin Laura (Laura Olivi) will nicht so recht gelingen, Picasso malt stattdessen lieber einen Leberkäse. Schließlich kommt die Erleuchtung: Vor laufender Fernsehkamera erweckt Picasso den barocken Bischof Bonifatius den Wichtigen (Rudi Eydmann) zum Leben und überlässt die Bildrechte an diesem Wunder dem Bayerischen Rundfunk. Mit dem Erlös soll der Film realisiert werden, aber leider stürzt die Hauptdarstellerin Takla Bash vorher tödlich von einer Leiter. Picasso wird auch sie zum Leben erwecken müssen...
"Picasso in München" ist Herbert Achternbuschs Hommage an den großen spanischen Maler, dem der produktive Autorenfilmer sich in seinem 27. Spielfilm auf gewohnt hintergründig-skurrile Weise anverwandelt. Ästhetisch reizvoll sind die von Achternbusch selbst gemalten Bilder, mit denen Picassos Werk zitiert und persifliert wird. Einmal mehr schlagen seine valentinesken Pointen und Kalauer unerwartete Funken: "Gehen Sie doch ein bisschen aus sich heraus. Heraußen ist immer etwas los", sagt Achternbusch/Picasso zu seiner Muse Takla Bash. Mit diesem assoziativen Mosaik aus verträumten Tieraufnahmen, grotesken Dada-Monologen und poetischen Blumen-Meditationen hat Achternbusch seinem im deutschen Kino einzigartigen Gesamtkunstwerk eine weitere Arabeske hinzugefügt.