Die letzte Flut
Mystery
(AUS 1977, R: Peter Weir, D: Richard Chamberlain, Olivia Hamnett, Frederick Parslow u.a.)
Mystische Gegenwartsanalyse
"Der Club der toten Dichter", "Die Truman-Show", "Master and Commander - Bis ans Ende der Welt" - der Australier Peter Weir gehört zu den großen Regisseuren, die sowohl kommerziell, als auch künstlerisch erfolgreich sind. Bevor es nach Hollywood ging, hat Peter Weir in seiner Heimat gedreht und sich mit der Horrorkomödie "Die Autos, die Paris auffraßen" (1974) und vor allem dem mysteriösen "Picknick am Valentinstag" (1975) schnell einen Namen gemacht. Bereits mit seinem dritten Film etabliere sich Weir endgültig als innovativer und anspruchsvoller Filmemacher. "Die Letzte Flut" aus dem Jahr 1977, der Film erscheint jetzt auf DVD, beeindruckt nicht allein durch die kritische Auseinandersetzung mit der australischen Gegenwart, sondern mit auch einer beispiellosen Bildsprache.
David Burton (Richard Chamberlain, "Dornenvögel") verteidigt als Anwalt eine Gruppe australischer Ureinwohner, die einen Stammesgefährten getötet haben sollen. Während seiner Arbeit mit den Verdächtigen wird Burton von Visionen heimgesucht, in denen sich eine große Flutkatastrophe ankündigt. Die Aborigines sind an diesen Visionen nicht ganz unschuldig. Burton findet Hinweise darauf, dass ein großer Regen, der Sydney kurz zuvor heimgesucht hatte, nur auf eine viel größere Katastrophe hindeutet: Eine zweite Sintflut.
Peter Weir setzt sich in seinem spannenden Film sehr glaubhaft mit der Mythologie der Aborigines auseinander und nutzt die mystischen Elemente der Geschichte, um den Stand der Ureinwohner in der heutigen Gesellschaft zu reflektieren. Sein Kunststück ist, die Fragen zu stellen, ohne klischeebeladene Antworten vorzugeben und dabei einen aufregenden Mystery-Thriller zu inszenieren. Nicht zuletzt dank einer aufregenden Bildersprache hat der australische Regisseur bereits mit seinem dritten Kinofilm eine Eintrittskarte für die großen US-Studios gebucht.
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