Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als Woody Allens ?Interiors - Innenleben" in die Kinos kam, war er doch der erste rein dramatische Film des Komödien-Meisters und gleichzeitig seine Hommage an das große Vorbild Ingmar Bergman. Vieles in ?Interiors" erinnert tatsächlich an Bergman - die spärliche Ausstattung, die zurückhaltende Kameraarbeit, die Schauspielführung. Hier legt Allen größten Wert auf die Farbdramaturgie, auch der Ton wird genial eingesetzt (es gibt keinen Filmscore, was den intensiven Eindruck des Films verstärkt - lediglich in einer Szene ertönt Musik vom Plattenspieler), einfach alles an ?Interiors" ist - wie die Besessenheit seiner Hauptdarstellerin Geraldine Page - großartig aufeinander abgestimmt und entfaltet eine so große dramatische Wucht, wie man sie selten im amerikanischen Kino gesehen hat. Woody Allens Dialoge sind schlicht brillant. Obwohl der Film behutsam und langsam erzählt ist, wirkt er unglaublich spannend, dazu ist er absolut zeitlos, wirkt heute noch genauso frisch und beklemmend, wie er es seinerzeit getan haben muss.