Heiner Müller: Verkommenes Ufer. Medeamaterial.
Verkommenes Ufer. Medeamaterial.
Landschaft mit Argonauten.
von Heiner Müller
Regie: Paul Schalich
Produktion: BR 1984/42'
Drei Monologe, einem Zeitraum zwischen dem Beginn der fünfziger Jahre ("Verkommenes Ufer") und dem Beginn der achtziger Jahre ("Landschaft mit Argonauten") entstammend, hat Heiner Müller dem Regisseur Paul Schalich für diese Produktion zur Verfügung gestellt. Alle Monologe thematisieren die Geschichte von Unheil, die Welt als Schlachthaus, die Seele als Abfallbecken für Zivilisationsmüll. Heiner Müller pur - aus heutiger Sicht als Aufschrei eines stark kaschierten, aber doch unüberhörbaren, fast ekstatischen, politischen Romantizismus wahrzunehmen.
Heiner Müller pur aber auch insofern, als alle drei Monologe die immer gleiche literarische Methode belegen: die abstrahierende Dekonstruktion des geschichtlichen Materials, zu der erst in Heiner Müllers letzten Jahren, in den Neunzigern also, die Dekonstruktion des eigenen literarischen Materials hinzukam.
In der einzigen Hörspielinszenierung des Theaterregisseurs Paul Schalich zeigt Hildegard Schmahl mit der ihr eigenen schauspielerischen Virtuosität die literarische Virtuosität des großen Theaterautors Heiner Müller auf.
Heiner Müller, geboren 1929 in Eppendorf/Sachsen, gestorben im Dezember 1995, einer der wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsdramatiker, schrieb seit den 40er Jahren als freier Autor, Dramaturg, Regisseur und Direktor des Berliner Ensembles mehr als zwei Dutzend Stücke und Bearbeitungen. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er 1985 den Büchner-Preis. Der WDR sendete von ihm zuletzt "Die Hamletmaschine" (1997).
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