[ BILD ANZEIGEN ] [?] Eine Art Held John LeCarré
Sprecher: Claude-Oliver Rudolph
18 CD
Format: MP3pro
Quali: 96 kBit, 44100 Hz, Stereo
Kein Passwort
Autor
John le Carré kam am 19. Oktober 1931 als David John Moore Cornwell in Dorset, England, zur Welt. Seine Mutter verließ die Familie, als er fünf Jahre alt war. Er studierte Germanistik und Neue Sprachen an der Universität Bern und am Lincoln College Oxford, unterrichtete eine Weile am Eton College, arbeitete für das Außenministerium und war für den britischen Geheimdienst als Secret Service Agent tätig, bevor er Schriftsteller wurde.
Thema seiner Romane war bis in die achtziger Jahre der Ost-West-Gegensatz und der Kalte Krieg. Sie zeichnen sich durch differenzierte psychologische Zeichnung der handelnden Figuren aus und sind akribisch recherchiert. Le Carré brach mit der herkömmlichen Schwarz-Weiß-Sichtweise. Bei ihm ist alles grau, Halb-Engel kämpfen gegen Halb-Teufel. Der Westen greift im Kampf gegen den Kommunismus zu den Methoden des Ostens und verrät so die Ideale, für die er kämpft. Le Carré stellt in seinen Romanen wiederholt die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt und ob der Westen zu den Mitteln des Ostens greifen darf, um sich zu verteidigen und trotzdem eine Gesellschaft bleibt, die es wert ist, verteidigt zu werden. Auch nach Ende des Kalten Krieges ist le Carré seiner Thematik treu geblieben: Männer, die sich für das Individuum und gegen die Institution entscheiden, sowie Kritik an der Politik des Westens.
Inhalt
Eine Art Held spielt in einer Zeit, als es noch ein großes, starkes, selbstbewusstes Russland gab, das sich noch „Sowjetunion“ nannte und sich ideologisch -- ebenso wie der Westen -- im Besitz der alleinigen Wahrheit fühlte. Es ist kalter Krieg, und jeder macht mit. Überall lauern Agenten, Doppelagenten, Dreifachagenten gar, selbst im Geheimdienst, etwa in London. Da wird mitten im Zentrum ein sowjetischer „Maulwurf“ enttarnt, und zwar von Smiley, der daraufhin zum Chef des „Circus“ befördert wird. Verbissen macht sich Smiley auf die Suche nach dem Auftraggeber des Maulwurfs, denn bald wird klar, dass dieser die gänzliche Zerschlagung des „Circus“ plant. Smiley schickt seine Leute aus, vor allem in den Fernen Osten -- und bringt sie damit in große Gefahr. Denn es gibt da noch jemand anderen, der die Strippen in Händen hält. Und irgendwie scheint eine große Verschwörung gegen Smiley selbst in Gang zu sein...
Berühmt wurde John Le Carré 1963 mit Der Spion, der aus der Kälte kam -- und avancierte damit zur Leitfigur des Agententhrillers. Die Zeit ist seitdem (zumindest scheinbar) weitergegangen und hat dem Spionageroman den realen Boden entzogen. Und trotzdem wirkt Eine Art Held beim Wiederlesen frischer denn je. Denn so raffiniert, psychologisch und archetypisch, wie Le Carré zu schreiben versteht, kann man seine spannende, im besten Sinn „altmodische“ Geschichte auch heute noch verschlingen.