Zitat:
Zitat von Josch91 Die Sonys unterstützen bei ePub Dateien keinen Blocksatz (Formatierung in den meisten Paperbooks) sondern zeigen den Text linksbündig an. Dabei entsteht auf der Rechten Seite so ein "Flattertext".
Der Blocksatz funktioniert jedoch bei dem hauseigenen Format von Sony (.lrf Dateien) problemlos. |
Über das Thema bin ich hier schön öfter gestolpert.
Vielleicht sollte ich deshalb mal einen Blick in mein Nähkästchen anbieten...
Blocksatz versus Flattersatz:
Der Blocksatz wird vorzugsweise für kurze Textpassagen angewandt.
Er ist ein stilistisches Mittel, den Text "gerichtet" aussehen zu lassen.
Links und Rechts eine Fluchtlinie. Praktisch. (nicht immer) quadratisch.... aber auch gut?
Blocksatz geht zu Lasten der Zwischenräume.
Buchstaben haben bei diesem Satz notgedrungen mal mehr, mal weniger auseinander zu stehen.
(Ein Schlag ins Gesicht jedes Typographen, der sich den Kopf zermartert hat, jedes Fitzelchen dieser Abstände in allen möglichen Buchstabenkombinationen auszubalancieren.)
Blocksatz ruft bei langen Texten (Journale, Kunstbücher etc, also A5 und größer) Desorientierung hervor (zu welcher Zeile man springen will)
und der gleichmäßige Lesefluß wird nachweisbar gehemmt.
Wen's interessiert: Es gibt genug Typo-Gestaltungs-Seiten im Web, mit nachvollziehbaren Beispielen.
Der Layouter lernt, Blocksatz nur für kurze Passagen mit geringerem Informationsgehalt zu wählen, wie kurze Zusammenfassungen, erklärende Kommentare, Hinweise, etc.
Warum überhaupt Blocksatz?
Sieht manchmal "hübscher" aus.
Beim E-Reader ist zwar deutlich weniger Text auf einer Seite als auf "normalen" Buchseiten, (ich vernachlässige jetzt mal Fliegenbeinschriftgrößen, die nur bis zu einen absehbaren Alter komfortabel lesbar sind), mich nervt Blocksatz für lange Texte wegen des "unvorhersehbaren", und stolpernden Schriftflusses.
Ein und dasselbe Wort nimmt mal so - mal so - viel Raum ein.
Für längere Fließtexte empfiehlt sich aus genau dem Grund der
Flattersatz, da er
A) dem Auge eine bessere Orientierung bietet, um sich in den Zeilen zurechtzufinden.
(Die flatternden Enden sind mit Landmarken in einem Geländespiel vergleichbar.)
B) Der Lesefluß nicht durch sich ständig ändernde Abstände innerhalb eines (u.U. wiederkehrenden) Wortes ausgebremst wird.
Beim E-Reader ist Blocksatz oder Flattersatz eine Geschmacksfrage, da die angebotenen "Seiten" klein genug sind, um nicht gleich die Orientierung in den Zeilen zu verlieren.
(OK, man könnte auch den Finger zu Hilfe nehmen.)
Zur Ehrenrettung von Sony:
(Mir kommt zwar kein Sony-Gerät mehr ins Haus, "It's A Sony hieß bei mir allzu oft, it's zu schnell kaputt und Garantiezeit seit ein paar Tagen um.)
Vermutlich ist das japanische Unternehmen seiner jahrtausendealten Schriftgestaltungstradition gefolgt und hielt den Blocksatz deshalb für vernachlässigbar.
Sie werden für Europäische "Schriftsatzbarbaren" sicher nachbessern.
Zitat:
Zitat von Moraven Ich pack meinen Kindle sowieso nie voll, da das dann (da man ja auch keine Unterordner anlegen kann) viel zu unübersichtlich wird. |
Du sprichst mir aus dem Herzen.
Wir reden über die sogenannten
Sammlungen, in die man seine Bücher einsortieren kann.
Zu dem Thema habe ich bereits einen Kranz mit dem Kindle-Support ausgefochten.
Erfolglos.
Wenn sich mehr darüber beklagen würden, käme vllt. Bewegung in deren Softwareschmiede.
Diese "Sammlungen" und andere Features kann man auch erst dann benutzen/einrichten wenn man den Kindle einmal bei Amazon via WiFi hat "kontaktieren" lassen.
Ne echte Spaßbremse, keine Sammlungen einrichten zu können, wenn man das das Ding fern jeglichen Hotspots erhält und loslegen will.
Der Kritikpunkt wurde vom Kindle-Support uneinsichtig vom Tisch gewischt.
Begründung:
Man SOLLE gar keine "Unterordner" anlegen, damits auf dem Kindle genau so aussieht wie auf deren Dekstop-UI!
Das vereinfache es dem Benutzer, sich zurecht zu finden.
(Hallo?!?)
Die Einwände, daß der angeblich so hilfsbedürftige User "nested folders" bereits von verschiedenen MP3 Playern gewohnt sei (Playlist-Management beim IPod z.B.)
und wer flache Ordnerhierarchien haben wolle, soll er doch machen....
zogen nicht.
Sie verkaufen es als "Feature", daß ich man sich durch X Sammlungs-Seiten hangeln muß oder halt nur so wenige anlegen darf, daß man nicht zuviel blättern muß.
Es soll Verbraucher geben, die IHREN Denk- und Sortierstrukturen folgen möchten.
Daß es anders geht, sieht man auf vergleichbaren Geräten.
Wegen dieser flachen Hierarchie kommt es nicht nur schnell zu unübersichtlich langen "Sammlungen",
nein, sie wechseln aus einem, mir nicht nachvollziehbaren Grund, auch noch ständig in der Reihenfolge,
sodaß ich stets suchen muß, auf welcher Seite sich die angepeilte Sammlung nun wieder versteckt haben könnte.
"Schlaue" Benennungen, die eine gewünschte Reihenfolge erzwingen sollten, haben bei mir nichts gebracht.
Die Buch-Verwaltungs-SW von Amazon ist, vorsichtig ausgedrückt, delta,
weshalb ich für Calibre überaus dankbar bin, wo man X Bücher gleichzeitig mit Schlagworten kennzeichnen kann.
Das unkomfortable Amazon-UI zwingt den Benutzer, jedes Dokument einzeln zu beatmen.
Das kann bei vielen Büchern, die in die selbe Kategorie sollen, etwas dauern.
Trotz dieser, hoffentlich irgendwann auskurierten Kinderkrankheiten, möchte ich um nichts in der Welt mehr auf den Kindle verzichten.