»Mit sechzig fängt das Leben erst an«, sagt sich Juliane. Sie will sich nicht in Zuckerwatte packen lassen und im Altersheim ihren Lebensabend verbringen. Eine Menge kommt auf Juliane Winkler zu: Ein kleines Mädchen braucht Juliane, um ihre Mutter wiederzukriegen – einer alten Dame, die sich, am Leben in Einsamkeit verzweifelt, schon fast selbst aufgegeben hatte, will sie über den Berg helfen – einen jungen Mann holt sie vom Boden der Schnapsflasche wieder ins Leben herauf – von einer Reporterin eines feministischen Journals läßt sie sich nicht vereinnahmen – einem Bürgermeister sagt sie gehörig die Meinung, weder von ihm noch von der Polizei läßt sie sich auch nur im mindesten einschüchtern – und selbst einer neuen Liebe geht sie nicht aus dem Weg. Juliane lebt nicht von ihren Erinnerungen, sondern mit ihren Erinnerungen. Das Leben von damals, ihre glückliche Ehe und deren tragisches Ende, spiegelt sich in den Geschehnissen von heute.
Juliane nimmt die Herausforderungen des Alters an – nicht eben begeistert, aber sie stellt sich ganz und gar dem Leben, unterstützt von ihrem einzigen wahren Freund, dem Herrn Coppelia. Und sie drückt sich nicht um Entscheidungen, beschummelt sich selber nicht mit der angeblichen Trägheit des Alters. Ein Roman voller Mutterwitz – ein Buch, das Mut macht.