John Merrick, ein junger Engländer der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wird aufgrund der absurden Deformation seines Kopfes (mit fast einem Meter Umfang) und seines mit Geschwüren bedeckten Körpers von seinem "Besitzer", dem Schaubudenbetreiber Bytes, auf Jahrmärkten als der "Elefantenmensch" vorgezeigt, bis er von dem Londoner Arzt Dr. Treves für seine wissenschaftliche Forschung entdeckt und, nach mehreren Hindernissen, auf Dauer im Hospital untergebracht wird. Es stellt sich heraus, dass Merrick nicht, wie man wegen seiner zunächst apathischen Stummheit vermutet, schwachsinnig, sondern ein sensibler Mensch mit wachem Reflektionsvermögen ist, ein einsamer, misshandelter Mann, der jahrelang wie ein Tier gehalten wurde und nie eine Chance hatte mit anderen Menschen in gleichberechtigten Kontakt zu treten. Merrick kann sprechen, sogar lesen und schreiben, und Dr. Treves versucht, ihm ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen.
Kritik:
"Der Elefantenmensch" ist eine Parabel menschlicher Einsamkeit, der Sehnsucht nach Geborgenheit inmitten einer brutalen, materialistischen Welt. Wenn John Merrick sagt, dass er nur geliebt werden will, so wie er ist, dann spricht er nicht nur für die „Freaks“ dieser Welt, sondern eigentlich für jeden von uns. Oder können wir keinen einsamen Elefantenmenschen in uns finden?
David Lynch verfilmte hier eine historisch belegte Geschichte. Ihm gelang ein atmosphärisch dichtes und überaus packend erzähltes Werk mit grandiosen Schwarz-Weiß-Bildern, die ihre ganze Kraft allerdings nur auf der Leinwand entfalten. Trotz einiger Horrorelemente ist der Film eindeutig von humanistischer Prägung. Überragend: John Hurt in der Rolle des Verunstalteten, der ebenso für den Oscar nominiert wurde wie Lynch und Kameramann Jonathan Sanger. Weitere Nominierungen gab's für das Drehbuch, die Kostüme und die Musik.
Download:
PW (schon bedankt?):
4all
Geändert von babyloni (21.07.10 um 19:01 Uhr).
Grund: Links gefixt!