Der US Air Force-General Jack D. Ripper versucht, auf eigene Faust einen Atomkrieg mit der Sowjetunion auszulösen, indem er den ihm unterstellten B-52-Bombern den Angriffsbefehl erteilt. Dies tut er, um eine sowjetische Verschwörung aufzuhalten, die, wie Ripper überzeugt ist, die „wertvollen Körpersäfte“ der Menschen in den USA zu zersetzen versucht.
Durch das umsichtige Handeln von US-Präsident Muffley, der die Sowjetführung kontaktiert, wird sein Plan allerdings weitgehend vereitelt. Die Sowjets gestehen dabei jedoch ein, dass sie eine „Weltvernichtungsmaschine“ konstruiert hätten, die einen atomaren Angriff automatisch und unaufhaltsam beantworte, indem sie alles Leben auf der Erde mittels atomaren Fallouts vernichte. Trotz der Zusammenarbeit der Regierungen, und obwohl der britische Austausch-Offizier Group Captain Lionel Mandrake den Rückrufcode für die Bomber herausfindet, gelingt es nicht, die Gefahr zu beseitigen:
Der Bomber „The Leper Colony“ wird weder abgeschossen noch erreicht ihn aufgrund seines beschädigten Funkgeräts der Rückkehrbefehl. Seine Besatzung führt daher letztlich den befohlenen Angriff aus - der Pilot Major Kong reitet dabei in einer der berühmtesten Szene der Filmgeschichte auf der Bombe Richtung Boden.
Das hierdurch absehbare Ende der bisherigen Zivilisation sorgt im US-Hauptquartier jedoch nur kurz für Bestürzung. Schnell kristallisiert sich unter der Leitung von Dr. Seltsam ein Plan heraus, wie das Überleben eines kleinen Teils der amerikanischen Nation in Bergwerksstollen doch noch gesichert werden kann. Um auch nach dem auf 100 Jahre angelegten Projekt die militärische Überlegenheit sicherzustellen, wird über ein Zuchtprogramm für Menschen (darunter 10 Frauen auf einen Mann) nachgedacht. Angesichts der Aussicht, daran teilzunehmen, finden etliche Charaktere Gefallen an der Situation.
Kritik:
»Bei seiner Erstaufführung hat Kubricks Film begreiflicherweise in der Öffentlichkeit zu erheblichen Kontroversen geführt. Zur gleichen Zeit entwickelte sich der Film unter der jugendlichen Intelligenz zu einem Schlüsselfilm, der die eigenen Ängste und Aggressionen zum Ausdruck brachte. Kubricks Film gelangte nicht nur in den politischen Teil der Zeitungen, sondern auch in Verlautbarungen von Politikern, die ansonsten mit dem Kino wenig im Sinn hatten. Das beliebteste Argument war, daß auch ein Künstler vom Rang Kubricks nicht auf diese Weise mit dem Entsetzen Scherz treiben dürfe.« (Cinematek)
»Kubricks Film ist verletzend, und ich kann mir nicht denken, daß er viele Freunde findet, wohl aber, daß die Gemütlichkeit, mit der man so mit der Bombe dahinzuleben begonnen hat, empfindlich gestört werden dürfte. Das, und außerdem die schöne Überlegenheit eines intelligenten Autors, der nicht um dieses Thema herumschleicht, machen Dr. Seltsam zu einem Ereignis.« (Filmkritik).
»Anzuzeigen ist ein Meisterwerk: ein Film, der das zentrale Thema unserer Zeit, die atomare Bedrohung der Menschheit, als Stoff für eine mörderische Satire verwendet. Technisch brillant, mit optischen Gags und bösartig glitzernden Bild-und Wortklischees gewürzt, zeichnet sich der Film durch eine Sparsamkeit der Mittel aus, die jeder Szene, jedem Dialog Brennglasschärfe verleihen. Der Wahnsinn hat Methode. Kubricks Gestalten sind keine Karikaturen, sondern durchwegs identifizierbare Herren.« (SZ).