Im totalitären Staat Ozeanien lebt der kleine Angestellte Winston Smith ein erbärmliches Leben unter den alles überwachenden Augen des "Großen Bruders". Sein Leben nimmt eine verhängnisvolle Wendung als er eine verbotene Liebesaffäre beginnt: Smith wird des Gedankenverbrechens angeklagt. Im berüchtigten "Ministerium für Liebe" sorgt der zynische Funktionär O'Brien für die "Rehabilitation" des Rebellen, indem er die totale Kontrolle über Smiths Gedanken gewinnt - und seine Seele vernichtet...
Kritik:
[LEFT]"Werkgetreue Neuverfilmung des Romans von George Orwell, die hart und direkt mit den Schockeffekten der Vorlage die Vision eines totalitären Überwachungsstaates entfaltet, zugleich aber auch Ästhetik und Lebensgefühl der englischen Nachkriegsgesellschaft im Entstehungsjahr des Romans (1948) heraufbeschwört. - Sehenswert."
"Der Film sieht aus, fühlt sich an und riecht und schmeckt fast wie Orwells kahle und zornige Vision.
Ein zeitloses Meisterwerk und nicht nur in Deutschland (Vorratsdatenspeicherung, Videoüberwachung, RFID, Lauschangriff, Online-Durchsuchung,...) sondern besonders im Kamera-Staat England aktueller und mahnender denn je!"
"Sowohl audio-visuell, wie auch emotional erzeugt der Film die gleiche düstere Beklemmtheit wie das Buch. Die dunklen und farblosen Bilder des Filmes erzielen ihre Wirkung ebenso wie die dezent eingesetzte musikalische Untermalung. Die dargestellte trostlose Gleichgültigkeit erzeugt Kopfschütteln und Angst. Doch wie auch im Roman geht es nicht darum in einer apokalyptischen Endzeitvision die Zukunft der Menschheit darzustellen, sondern die Menschen zu Besinnung aufzurufen und vor den Gefahren eines Überwachungsstaates zu warnen.
Nur wenige Szenen rufen ansatzweise positive Gefühle hervor und symbolisieren Winstons eigene Gedanken und das Erlangen einer gewissen Individualität und eines freien Willens. Doch diese Stellen sind kurz und kehren sich am Ende ins Gegenteil um, als Winston scheinbar die Erfüllung in dem ihm aufgedrängten Willen findet.
Die eigentliche Wirkung erreicht der Film jedoch erst durch die fabelhaften Leistungen der drei Hauptdarsteller. Eine hoffnungsvolle Szene glaubhaft zu spielen und trotz allem noch tiefe Depressionen zu verbreiten ist sicherlich nicht einfach, gelingt aber John Hurt und Suzanna Hamilton in diesem Fall sehr gut. Ihren Höhepunkt erreichen die schauspielerischen Leistungen in dem Psychoduell am Ende des Films. Man kann förmlich die Schmerzen und die Demütigung spüren, wenn Winston seiner Hoffnungen und seiner Menschenwürde beraubt wird und Stück für Stück demoralisiert wird. Richard Burton setzt mit der Rolle als Parteifunktionär O´Brien seiner schauspielerischen Karriere noch kurz vor seinem Tod die Krone auf. In einem Moment wie der Vater der seinen verlorenen Sohn wieder nach Hause führen möchte, führt er im nächsten Augenblick Folterungen ohne jegliche Gemütsregungen durch und wirkt dadurch umso bedrohlicher. Weil das Böse im Menschen hier nicht so offensichtlich zu Vorschein tritt und sogar davon überzeugt ist, das Gute zu sein, übersteigt die Intensität dieses Abschnitts sogar die legendäre Folterszene aus "Der Marathon Mann" mit Laurence Olivier und Dustin Hoffman, an welche man unweigerlich erinnert wird."[/LEFT
Warum mir aber in neuester Welt Anarchie gar so gut gefällt? Ein jeder lebt nach seinem Sinn, das ist nun also auch mein Gewinn!
Ich lass' einem jeden sein Bestreben, um auch nach meinem Sinn zu leben. - Johann Wolfgang v. Goethe
Geändert von babyloni (21.07.10 um 19:12 Uhr).
Grund: Ich kotz gleich! Erst gehen Spoiler nicht, jetzt Formatierung komplett weg!