Das psychotische Pärchen Mickey und Mallory Knox zieht durch die Wüste von New Mexico und tötet aus purer Mordlust innerhalb von drei Wochen 52 Menschen. Bei den Massakern hinterlassen Sie jeweils eine lebende Person, die ihre Geschichte erzählen soll. Während die sensationslüsternen Medien die "M&M Murders" zu regelrechten Stars befördern, hängt sich der nicht weniger wahnsinnige Cop Scagnetti an ihre Fersen, der sie schließlich fassen kann. Im Hochsicherheitstrakt erklärt sich Mickey zu einem Interview mit dem Skandal-Journalisten Gale bereit, das vor laufender Kamera zu einer Katastrophe wird.
Kritik:
"Oliver Stone inszenierte den wahrscheinlich umstrittensten Film der 90er Jahre und bezahlte dafür fast mit seiner Karriere. "NBK" erntete auch nach über 150 Schnitten und Änderungen vernichtend negative Kritik und nicht selten den Vorwurf der völlig übertriebenen Gewaltverherrlichung. Lässt man sich allerdings nicht von der oberflächlichen Brutalität abschrecken, bleibt ein grandioser Film mit unglaublich guten Schauspielern und einem Feuerwerk an nahezu jeder denkbaren Filmtechnik.
Filmtechnisch ist NBK allerdings unvergleichlich. Durchzogen von surrealen Elementen wie Comiczeichnungen oder im Hintergrund ablaufenden Videos, wechselt der Film nicht nur zwischen Schwarz-Weiß, Farbe und diversen Mischformen sondern auch zwischen 18 verschiedenen Filmformaten hin und her. Ungefähr vier Mal mehr Schnitte als ein Film durchschnittlich braucht, sowie unzählige Musikstücke und Soundclips lassen dem Zuschauer kaum eine Verschnaufpause, übersteigen teilweise gar die Wahrnehmungsfähigkeit. Oliver Stone ist berüchtigt für unkonventionelle Drehmethoden, wie in etwa das Filmen in echten Gefängnissen mit echten Insassen. Während Woody Harrelson ständige "Skinhead"-Beschimpfungen über sich ergehen lassen musste, durften sich Juliette Lewis und Robert Downey Jr. anhören, wer von ihnen das sexuell ansprechendere Opfer wäre. Als Juliette Lewis Tom Sizemore in einer Szene versehentlich die Nase brach, musste dieser weiterspielen, um nicht den Fluss der Dreharbeiten zu bremsen. Vielleicht trug aber auch gerade diese Intensität zu den überragenden Leistungen bei. Jeder der Beteiligten füllt seine Rolle perfekt aus, was besonders bei Tommy Lee Jones auffällt; so genial hat man den Altstar selten gesehen.
Auch wenn die Message anzuzweifeln ist, Natural Born Killers ist ein mehr als sehenswerter Film!"
"Der Film ist grandios, nicht zuletzt durch das sehr eigenwillige Auftreten, die Form, in der uns Natural Born Killers präsentiert wird. Oliver Stone leistet große Regiearbeit, liefert eine begeisternde Fülle an revolutionären Ideen und setzt das mal wieder einzigartige Script von Quentin Tarantino qualitativ wertvoll um. Lassen sie sich nur nicht von der augenscheinlichen Brutalität des Films täuschen oder beeinflussen, denn es steckt mehr hinter all den Toten und der Art und Weise, wie diese Menschen zu ihrem Tod kommen. Natural Born Killers wartet mit richtig guten Schauspielern auf -unter anderem auch Juliette Lewis (From Dusk Till Dawn), die erneut eine bahnbrechende Leistung abliefert- und zieht sie in einen Bann, dem wohl niemand entrinnen kann...bis es dann vorbei ist und ihre primäre Reaktion wohl Unverständnis oder Begeisterung sein wird. Der Film ist ein Grenzgänger, ganz bestimmt, ein Film, der gefällt oder anwidert. Mir hat er gefallen."
Warum mir aber in neuester Welt Anarchie gar so gut gefällt? Ein jeder lebt nach seinem Sinn, das ist nun also auch mein Gewinn!
Ich lass' einem jeden sein Bestreben, um auch nach meinem Sinn zu leben. - Johann Wolfgang v. Goethe