1965 gründen die Studenten Jim Morrison und Ray Manzarek am Strand von Venice Beach die Rockgruppe "The Doors". Gitarrist Robby Krieger und Drummer John Densmore stoßen dazu. Morrison singt und steuert einen Großteil der Texte bei, Manzarek spielt Orgel und komponiert mit. Nach Auftritten in kleinen Clubs wie dem London Fog in Los Angeles wechseln sie ins angesagte Whiskey-A-Go-Go und kommen kurze Zeit später bei Elektra Records unter Vertrag. Produzent Paul Rothchild entdeckt "The Doors". Der Zeit angemessen experimentieren die Bandmitglieder mit allerlei Drogen herum – allen voran Morrison, der dadurch auch seine Schüchternheit ablegt, was später in explosive, skandalträchtige Bühnenauftritte mündet. Das erste Album "The Doors" wird 1967 ein Riesenhit, die Single "Light My Fire" zum Welterfolg. Morrison gleitet immer mehr ab in die Welt der Drogen, nimmt alles, was er kriegen kann. Die Beziehung zu seiner Freundin Pamela Courson ist leidgeprüft. Die Journalistin Patricia Kennealy ist ebenfalls in den Rockstar verliebt und versucht, ihn für sich zu gewinnen. Dazu bringen die Konzertskandale Morrison gerichtliche Anklagen ein...
20 Jahre lang geisterte das Projekt Doors-Film durch Hollywood, ehe Regie-Bulldozer Oliver Stone die brillante Hommage "The Doors" im Jahr 1991 als schonungslosen, rasenden Rock-’n’-Roll-Express auf die Leinwand brachte. Den Mittelpunkt des Dramas bildet dabei eindeutig der legendäre Frontman Jim Morrison, mit dessen Tod der Film endet.
Stone stellt die düsteren Seiten Morrisons zwar in den Vordergrund und reizt die dramatische Komponente voll aus, grast aber auch die wichtigsten Stationen der Doors gründlich ab. Es gelingt ihm trotzdem, ein exaktes Porträt des Menschen Jim Morrison zu zeichnen. Ob dabei jedes Detail der Wahrheit entspricht, wie es Manzarek bestreitet, ist nicht weiter wichtig, es geht darum, einen Eindruck von dem Charakter zu vermitteln. Dramaturgisch präsentiert sich Stones Film makellos, trotz der 140 Minuten Spielzeit ist das Tempo auf hohem Niveau. Das Geschehen orientiert sich an der Bandgeschichte, allerdings immer mit dem Fokus auf Morrison.
"The Doors" ist ein berauschender, mitreißender Trip, eine aufrichtige, aber liebevolle Hommage an einen Mythos. Die Legende Jim Morrison wird angemessen gewürdigt, ohne sie zu glorifizieren oder zu verurteilen. Jeder muss sich über das Verhalten des genialen, aber selbstzerstörerischen Rockstars und Dichters selbst sein Urteil bilden. Oliver Stone gibt keine Wertung vor, aber seine Sympathie und Verehrung für Morrison ist dennoch unübersehbar. Der Abschied aus dem Film ist traurig.