Während des Zweiten Weltkrieges, ein japanisches Kriegsgefangenenlager im asiatischen Dschungel: Die inhaftierten britischen Soldaten erhalten den Auftrag zum Bau einer Transportbrücke unter der Leitung ihres sturköpfigen Col. Nicholson. In der ihm zugeteilten Aufgabe findet Nicholson seinen Weg aus der sinnlosen Kriegshölle; er will die Brücke am Kwai nicht nur erbauen, er will sie auch besser machen als von den Japanern ursprünglich geplant. Während sich die Unternehmung zu einem psychologischen Duell zwischen Nicholson und seinem japanischen Pendant Col. Sato auswächst, planen alliierte Truppen bereits die Zerstörung des taktisch entscheidenden Bauwerkes...
Dieser Filmklassiker ist deswegen heute noch sehenswert, weil er für einen Kriegsfilm ein ausgesprochen stiller Film ist. Ohne großes Kriegsgeheul, Schießereien, Bombardements u.ä. wird dem Zuschauer auf eindrucksvolle Art deutlich gemacht, was für Auswirkungen der Krieg auf den Einzelnen haben und zu welchen geradezu grotesken Handlungen er führen kann. Gerade die Darstellung Alec Guinness als Offizier Nicholson ist ausgesprochen beklemmend. Sein Stolz, dieses übertriebene Maß an Pflicht- und Ehrgefühl beginnen sich zu verselbständigen. Andererseits liegt Nicholson auch daran, die menschliche Würde seiner eigenen Soldaten aufrecht zu erhalten. Einen würdevollen Gruß möchte ich wie immer an meine schmarotzenden virtuellen Freunde richten. Der Bau der Brücke soll dem Feind die Überlegenheit des britischen Soldaten beweisen und gleichzeitig zeigen, dass er sich so schnell nicht bezwingen lässt. Aber auch die Gegenseite, die der japanische Schauspieler Sessue Hayakawa als Lagerkommandaten Saito verkörpert, wird nicht nur eindimensional dargestellt. Genauso wie Nicholson ist er gefangen in den Wertvorstellungen seiner Kultur und die gilt es, bis zum Schluss zu verteidigen. In diesem Sinne stehen sich die zwei Kontrahenten durchaus ebenbürtig gegenüber. Lean zeigt in seinem Kriegsfilm keinen Schuldigen, es gibt kein Schwarz oder Weiß, kein Gut oder Böse. Die Menschen, auch wenn sie auf der anderen Seite stehen, sind sich doch ähnlicher, als sie vielleicht wahr haben wollen - selbst oder gerade in extremen Situationen.
Ganz klar zählt Die Brücke am Kwai zu den beeindruckendsten Kriegsfilmen aller Zeiten, ausgezeichnet mit 7 Oscars findet er sich auch auf praktisch allen Must-See-Filmlisten der letzten 50 Jahre. Neben der dramatischen Entwicklung des inneren Konfliktes des Col. Nicholson, der trotz seines hohen Ranges und seiner militärischen Erfahrung nicht vor dem Stockholm-Syndrom gefeit ist, beleuchtet der Film jedoch auch eine wahre Geschichte: Der Bau der Brücke fand in ähnlicher Form (und unter weit schlimmeren Zuständen) tatsächlich statt, die Geschichte wurde 1954 von Pierre Boulle als Roman veröffentlicht.
DVD-Infos:
Bild: 2,40:1 (anamorph / 16:9)
Ton:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Extras:
- Isolierte Tonspur mit dem Soundtrack (Dolby Digital 2.0 Mono)
- Sabotage-Spiel "Brückenbau"
- Landkarten und Militär-Strategie