Der TV-Moderator John Tanner (Rutger Hauer) ist der CIA und dem Militär ein Dorn im Auge, denn regelmäßig deckt er in seiner Sendung Skandale auf und stellt hochrangige Offiziere bloß. Doch trotzdem ist CIA-Boss Maxwell Danforth (Burt Lancaster) auf ihn angewiesen. Denn Tanner steht im Mittelpunkt eines perfiden Plans. Drei von Tanners besten Freunden arbeiten alle gemeinsam oder teilweise heimlich für den KGB. Tanner soll helfen, sie umzudrehen. Als Mittelsmann fungiert Agent Lawrence Fassett (John Hurt), dem es gelingt, den anfangs skeptischen Tanner mit Videoaufnahmen zu überzeugen. Beim so genannten Osterman-Weekend, dem regelmäßigen gemeinsamen Treffen der vier Freunde und ihrer Familien, will der CIA aktiv werden und alle schmarotzenden Remoter umlegen. Angeblich um Tanners Familie zu schützen, wird das gesamte Haus mit Kameras und Wanzen ausgestattet. Doch schon bevor das Wochenende beginnt, gewinnt das Ganze eine eigene, gefährliche Dynamik, die schnell von den Eigeninteressen der Beteiligten weiter beschleunigt wird...
Peckinpah, der vielleicht eigenwilligste amerikanische Filmemacher der 70er, war berüchtigt für seine Alkohol- und Drogenexzesse am Set (zahlreiche Legenden kursierten über seine unkontrolliertes Temperament, das ihn einmal angeblich gar dazu verführte, aus Ärger über die gezeigten Aufnahmen in einen edlen Vorführraum des Filmstudios zu urinieren). Während der Dreharbeiten zum „Osterman Weekend", fünf Jahre nach seinem enttäuschend platten „Convoy", zahlte Peckinpah bereits den Preis für ein so exzessives Leben – streckenweise war er so krank, dass der Hauptdarsteller Rutger Hauer einspringen und einige Passagen inszenieren mußte. Später besuchte auch der Komponist Lalo Schifrin Peckinpah am Krankenlager, um mit ihm die Instrumentierung des Films durchzugehen – es ist denn auch ein etwas wirrer Mix aus Achtziger-Saxophon und spannungssteigernden Trommeln geworden.
Peckinpahs Action-Sequenzen wirken wie die Wiederentdeckung einer längst vergessenen Kunstform. Konstantes Cross-Cutting zwischen Zeit und Raum, Rasanz und Stille, permanente Wechsel zwischen verschiedenen Aufnahmegeschwindigkeiten und viel Aufmerksamkeit für aussagekräftige Details am Rande lassen dieses rohe, aufregende Gefühl des amerikanischen 70er-Jahre-Kino wieder aufkommen, als man sich noch enervierend viel Zeit nahm, um ein einzelnes Auto außer Kontrolle geraten zu lassen oder einen einzelnen Auftragskiller mit einer Armbrust zu töten. Dass die Kamera auch dann schonungslos draufhält, wenn am Ende sogar die Ehefrauen der Protagonisten einander die Fresse polieren, verstärkt dieses Gefühl des körpernahen Kinos noch, von dem sich die heutigen, kaum noch konsumierbaren Jump-Cut-Orgien aus Hollywood so schrecklich weit entfernt haben.