Die Gefahr, einen amerikanischen Rosamunde-Pilcher-Verschnitt zu konzipieren, lauert bei dem emotional angelegten Stoff immer im Hintergrund. Doch mit einer derart exquisiten Besetzung tappt Koltai nicht in diese Falle. Die Schicksale und Probleme haben im Ansatz durchaus die Relevanz für großes Gefühlskino. Der Regisseur lässt die beiden Zeitebenen, zwischen denen er hin- und herspringt, sinnvoll zusammenlaufen, um seine Geschichte zu erzählen. Wobei jedoch die Hauptstory in den Fünfzigern deutlich mehr hergibt, als die Gegenwartsszenen, die die Tragik aus rückblickender Sicht noch verstärken sollen. Woran es ?Spuren eines Lebens? jedoch mangelt, ist emotionale Tiefe und ein klarer filmischer Fokus. Die Beziehungswirren werden allesamt an der funkelnden Oberfläche abgehandelt und die dramaturgischen Stränge wieder fallen gelassen, bevor es so richtig ans Eingemachte geht. Obwohl hier Menschen an ihren Schicksalen zerbrechen, wird das emotionale Potenzial nicht ausgereizt. Keine der Figuren will irgendjemandem wirklich weh tun und dennoch wird gelitten. Am besten funktioniert ?Spuren eines Lebens? noch als Porträt einer blasierten Gesellschaft, die seit jeher ihren eigenen Gesetzen und Regeln folgt. Der Schein steht über dem Sein.