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Eigentlich sind Nancy, Bonnie und Rochelle ganz normale Teens, wie sie im (amerikanischen) Buche stehen. Ganz normal in sofern, als das jede von ihnen so ihre eigenen Probleme hat und allen gemein ist, das sie sich für etwas ganz Besonderes halten. Schließlich ist der amerikanische Schulalltag nicht leicht, geht es doch stets um Prestige, Anerkennung, die „hippsten“ Jungs und die abgefahrensten Beschäftigungen.
Nicht eben normal ist aber eben dieses: die „Beschäftigung“. Die drei gehen nämlich den Tätigkeiten und Gepflogenheiten ihres – noch unvollständigen – Hexenzirkels nach. Als „Schlampen“ verrufen habe sie sich schnell von allen anderen abgeschottet und warten als holde Drei-Einigkeit auf das, was da noch kommen möge. Und es kommt...
In Gestalt der hübschen Sarah betritt eine „Neue“ die Schule; schnell findet man zueinander und noch viel schneller wird eines ganz deutlich: an Sarah ist irgend etwas anders als bei den dreien. Nach anfänglichen Kontaktschwierigkeiten finden die vier dann doch noch zusammen und „Fünf-Finger-Shoppen“ darüber hinaus auch noch das verbindende Element auf den Hexentisch: sie gründen in einem abseits gelegenen Wald einen Hexenzirkel und stellen sich so in den Dienst ihres Gottes „Manon“, der sie sogleich auch mit den lang ersehnten Hexengaben belohnt.
Während Sarah kraft ihrer natürlichen Hexenfähigkeiten bereits Erfahrungen im (zumeist aber unfreiwilligen) Umgang mit den übernatürlichen Handlungsmöglichkeiten sammeln konnte, bricht für die anderen drei eine ausgesprochen aktive Zeit an. Mit den neuen Talenten begegnet jede auf ihre Art und Weise ihren Problemen des Lebens.
Rochelle beispielsweise wird in der Schule ständig von der „eingebildeten Schulschönheit“ gehänselt; von ihr muss sie gemeinste und rassistische Anzüglichkeiten und Mobbing erleiden. Kurzerhand setzt sie sich mit einem Hexenspruch zur Wehr, mittels dem sie eigentlich nur in die Lage versetzt werden wollte, den ihr entgegengebrachten Hass abblocken zu können.
Bonnie leidet unter einer schlimmen Hautkrankheit; ihr gesamter Rücken ist im Grunde eine einzige Fläche wuchernden Gewebes. Ihr größter Traum wäre es, endlich sorglos mit Jungs ausgehen zu können – und auch dieser Traum wird wahr. Nicht etwa als Folge einer zeitgleich durchgeführten Genbehandlung, sondern vielmehr aufgrund „ihres“ Zauberspruches heilt die Krankheit, die sie seit der Kindheit begleitet, urplötzlich aus und aus Bonnie wird eine wunderschöne, nun völlig freie und unbeschwerte junge Frau.
Sarah, die „Neue“, hat da ganz andere Probleme: schnell hat sie natürlich Kontakt zum „Jungen der Jungs“ geknüpft – der sich zu ihrem Leidwesen und allgemeinen Gespött aber eher zum Aas als zum hippen Freund entwickelt hat. Kurzerhand bringt er widerliche und boshafte Unwahrheiten über sie in Umlauf, was ihre Einführung in die Schulgemeinschaft selbstverständlich nicht eben erleichtert. Um Ruhe vor den ständigen Anfeindungen zu haben, belegt sie ihn mit einem Zauberspruch – und prompt verliebt sich der Verhexte so sehr, das Sarah sich kaum noch vor Zuwendungsbeweisen retten kann.
Von allen dürfte Nancy aber die Unglücklichste sein: als ausgesprochen exzentrisches Wesen trägt sie einen Ruf, gegen den sie im Grunde nichts auszusetzen hat. Tief im Innern aber verflucht sie ihre Herkunft – die trinkende Mutter, deren alkoholkranker und aggressiver Freund sowie allgemein die mehr als ärmlichen und abgelebten Lebensverhältnisse belasten Nancy so sehr, das auch sie einen Zauberspruch spricht...
Nach einer gewissen Trainingsphase und erfolgter Anwendung der ausgesprochenen Zaubersprüche schweben die vier Jung-Hexen erst mal wie auf einem Hexenbesen durchs jugendliche Leben. Oberflächliche Probleme lösen sich in Wohlgefallen auf, die Integrität der Gruppe nimmt rasch zu und die allgemein freundschaftliche Zuwendung steuert rasant auf einen fatalen Höhepunkt zu: in Wirklichkeit – das sollen sie allesamt später feststellen – ist es nämlich nicht wirklich „Freundschaft“, die sie verbindet, sondern eher gegenseitige Abhängigkeit. Nur aus dem Zirkel heraus können sie agieren und nur gemeinsam auch schwerste Zauberformeln bewältigen.
Schnell wird ihnen dann klar, das die liebgewonnene Zauberkraft auch ganz gewaltige Schattenseiten hat. Rochelle beispielsweise stellt plötzlich mit Entsetzen fest, das „ihr“ Zauberspruch sich zu einem gewaltigen Monstrum entwickelt.
Die dümmlich hänselnde und mit dem Spruch belegte Schulschönheit verliert urplötzlich alle Haare und wird aufgrund der immensen Gewalt der Ereignisse in eine bedrohliche Labilität gedrängt. Sarahs „Liebesopfer“ stellt ihr plötzlich so eifrig nach, das wiederum Nancy eifersüchtig wird – und in einem riesenhaften Tumult auf boshafte Art und Weise den unfreiwilligen Verehrer wie in einem Unfall tötet. Lediglich Bonnie bleibt insgesamt orientierungslos – als nach wie vor schüchterner Schwan unterliegt sie aber schnell den finsteren Machenschaften Nancys, die nicht mehr und nicht weniger im Sinn hat, als zur bösen und fiesen „Oberhexe“ zu mutieren.
Als die bisherige Freundschaft zwischen den vieren zerbricht, klären sich die Fronten schneller, als allen lieb ist: von Nancy aufs Schlimmste eingeschüchtert halten Rochelle und Bonnie zu dieser, während Sarah plötzlich ganz allen Nancys Boshaftigkeit ausgesetzt ist. Zwischen beiden Parteien entwickelt sich sodann ein magischer Kampf auf Leben und Tod, der seinen Höhepunkt in einem nahezu apokalyptischen Showdown findet...
„Der Hexenclub“ kann unschwer der Kategorie „Seicht, aber leicht!“ zugeordnet werden. Sonderlichen Tiefgang bietet das eher auf Teenager zugeschnittene, mystische Filmwerk nicht gerade – aber das tun „Godzilla“, „Armageddon“ und Konsorten ja auch nicht.
Geprägt durch peppig-fetzige Filmmusik, eine reichliche Portion Fantasy und garniert mit guten Effekten bei noch viel besserer Stimmung und Filmatmosphäre macht „Der Hexenclub“ absolut Spaß! Schnell ist man „mittendrin“ in der Handlung und auch ein wiederholtes Ansehen scheidet nicht aus. Es ist insbesondere die sehr dichte Atmosphäre, die den Film zu einem kleinen Erlebnis werden lässt – wer aufgrund des Begriffes „Teenager“ einen albern-dümmlichen, auf amerikanische Weise stets überzogenen Handlungsverlauf erwartet, wird angenehm enttäuscht: „Der Hexenclub“ bietet ein deutliches Maß an „harter Realität“, garniert mit einem so kräftigen Schuss Grusel-Fantasy, das es einfach Spaß macht