Der Clou (1973) von George Roy Hill [Avi (DivX)] Krimi-Komödie - DVD-Rip - Deutsch/Englisch - 1.17 GB - 123 Minuten
Info & Review
Am 20.12.2002 starb George Roy Hill im Alter von 81 Jahren an den Auswirkungen der Parkinson-Krankheit. Zu seinem Werk gehören neben ?Der Clou? Filme wie ?Tollkühne Flieger? (1975) und ?Butch Cassidy and the Sundance Kid? (1969). ?The Sting? (?Der Clou?), dieser Klassiker zwischen Krimi und Komödie, gehört schon allein deshalb zu meinen Favoriten, weil es einer der ersten Kinofilme war, von denen ich (im zarten Alter von 18) begeistert war und den ich bestimmt viermal gesehen habe ? im Abstand von etlichen Jahren. Allerdings muss ich eingestehen, dass ?Der Clou? beim zweiten, dritten ... Sehen natürlich an Spannung etwas verliert, weil der Film vor allem von Überraschungen und Wendungen lebt. ?The Sting? bewirkte in den 70er Jahren, dass Ragtime-Musik für eine gewisse Zeit jedenfalls ?modern? wurde: Marvin Hamlishs Bearbeitung der Musik (Ragtime) von Scott Joplin initiierte diese kurzfristige Modeerscheinung.
Chicago 1936. Die Wirtschaftskrise produziert auch ein Ansteigen von Kriminalität, Korruption und Spekulation. Doyle Lonnegan (Robert Shaw) gehört zu den Nutznießern der Krise. Er bewegt sich zwischen legalen Geschäften, illegalem Glücksspiel und Bestechung. Etliche Polizisten und Politiker hat er geschmiert. Als einer seiner Untergebenen, Mattola (James Sloyan), 11.000 Dollar ? in dieser Zeit ein kleines Vermögen ? von einem Wettbüro in die Zentrale Lonnegans bringen will, wird er von dem Trickbetrüger Johnny Hooker (Robert Redford) und seinem Partner Luther Coleman (Robert Earl Jones) ordentlich übers Ohr gehauen. Beide verschwinden mit den 11.000 Dollar, bevor Mattola dies bemerkt. Allerdings wussten Hooker und Luther nicht, wen sie da letztendlich betrogen haben: Lonnegan.
Lonnegan lässt sich so etwas nicht gefallen und weist seinen Leibwächter Floyd (Charles Dierkop) an, die beiden Betrüger ausfindig zu machen. Der lässt Luther ermorden. Hooker ist auf der Flucht. Seinen Anteil an dem Geld hat er fast vollständig verspielt. Zudem ist ihm der korrupte Polizist Lieutenant Snyder (Charles Durning) auf den Fersen, den er vorübergehend mit Falschgeld los wird. Hooker folgt einem Rat, den ihm Luther kurz vor seinem Tod gegeben hatte, und macht sich auf zu Henry Gondorff (Paul Newman), einem Falschspieler, der mit Billie (Eileen Brennan) zusammenlebt, die ein Kinderkarussell betreibt. Hooker will sich an Lonnegan rächen und überredet Gondorff, ihm dabei zu helfen. Der allerdings weiß, wie schwierig das sein wird. Denn Lonnegan ist ein mächtiger, einflussreicher Spitzenganove.
Und dann entsteht ein Plan, der gewährleisten soll, dass Lonnegan sowohl um etliche Dollar erleichtert wird, als auch nichts davon bemerken soll, dass er betrogen worden ist. Der Köder wird gelegt: In einem Zug will Gondorff zunächst Lonnegan im Glücksspiel übers Ohr hauen ...
Mehr zu verraten, wäre zu viel.
?Der Clou? ist heute ein wenig in Vergessenheit geraten, zu Unrecht. Denn der Film verschafft auch eine Art Rückblick auf die ?goldenen? 30er Jahre Hollywoods, auf die Komödien und Dramen, Musikfilme und Krimis einer aufstrebenden Filmwirtschaft im Zeichen der Wirtschaftskrise. Nicht umsonst wurde ?Der Clou? mit sieben verdienten Oscars für Ausstattung, Drehbuch, Kostüme, Musikbearbeitung, Regie, Schnitt und als bester Film 1973 ausgezeichnet.
Der Film ist sowohl in den Haupt- wie in den Nebenrollen exzellent besetzt. Zur Crew Gondorffs und Hookers gehören z.B. Ray Walston als J. J. Singleton und John Heffernan als Kid Twist, und neben ihnen spielen Dimitra Arliss als zwielichtige Loretta und Dana Elcar als Polk hervorragende Parts. Henry Bumstead (Bauten und Dekoration), James W. Payne (Bühnenbild) und Edith Head (Kostüme) zauberten im wahrsten Sinn des Wortes die Atmosphäre der 30er Jahre in seinem Set, das sich sehen lässt. Das Chicago der 30er Jahre wirkt so hautnah, wie ich es selten in einem anderen Film gesehen habe.
Hinzu kommt ein Skript, das in sich logisch und ausgefuchst zugleich ist. Die Geschichte lebt von den vielen Wendungen und Überraschungen, die den Betrug an Lonnegan zu einer extrem spannenden, kurzweiligen und unterhaltsamen, nichtsdestotrotz humorvollen Geschichte werden lassen. Der Showdown ist wirklich der Höhepunkt dieses Films, nachdem man sich nur noch erstaunt zurücklehnen und Beifall klatschen kann. Der Betrogene am Schluss ist nicht nur Lonnegan, sondern auch der Zuschauer (der allerdings nicht um etliche Dollar erleichtert wird).
Nicht verschweigen darf man, dass Marvin Hamlishs Bearbeitung der alten Ragtime-Musik Scott Joplins der Atmosphäre, die der Film zaubert, den letzten Schliff gibt. Die Titelmelodie [?The Entertainer?- (A. Thomas)] gehörte jahrelang zu den meist gehörten Hits der 70er Jahre.
Der Clou bei ?The Sting? ist sicherlich auch der Sieg kleiner Gauner über einen skrupellosen, machtbesessenen Nutznießer der Wirtschaftskrise. Hill und Ward zeichnen dadurch das Bild einer Gesellschaft, in der es noch Zeichen von Hoffnung gibt. Das geschieht erstaunlicherweise nicht über das heute so moderne Gebet des amerikanischen Individualismus (das alte Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Klischee). Die vereinten intelligenten Kräfte freundschaftlich verbundener Klein-Ganoven siegen über einen gewissenlosen Individualismus, dessen Protagonist (Lonnegan) über Leichen geht. Hooker will Mord nicht mit Mord vergelten. Er sagt Gondorff: ?I don?t know enough about killing to kill.? In Wahrheit ist er eben kein Mörder, sondern nur ein Trickbetrüger. Newman und Redford ? zwei hoch dotierte Schauspieler Mitte der 70er Jahre ? geben diese Charaktere überzeugend wieder. Zwei Männer, die keine Chance sehen, durch einen bürgerlichen Beruf in der Wirtschaftskrise ihre Existenz zu sichern, aber auch keine alten Ladys ausrauben, sondern denen wegnehmen, die den großen Reibach machen. Hill stilisiert sie nicht zu Helden, er zeigt lediglich ein Stück Realität.
Immer Ärger mit Harry (1955) von Alfred Hitchcock [Avi (DivX)] Schwarze Komödie - DVD-Rip - Deutsch/Englisch - 910 MB - 95 Minuten
Info & Review
Vermont im frühen Herbst. Es ist noch warm, und den Bewohnern eines kleinen Dorfes könnte es eigentlich nicht besser gehen. Während der pensionierte Captain Wiles (Edmund Gwenn) auf der Jagd nach Kaninchen ist ? sein Kühlschrank war morgens leer, und sein Magen daher auch ?, versucht Mrs. Wiggs (Mildred Dunnock), die einen kleinen Laden besitzt, die Gemälde Sam Marlowes (John Forsythe) zu verkaufen. Allerdings kommt kaum jemand an ihrem Stand vorbei. Marlowe kann dies jedoch nicht aus der Fassung bringen ? wie überhaupt Gottes Segen über dem Dorf zu liegen scheint. Friede ? Friede ? Friede. Rot, gelb und braun leuchtet der kleine Ort im herbstlichen Licht. Die Unschuld scheint hier ihre Heimat gefunden zu haben ? bis, ja bis der kleine Arnie (Jerry Mathers) im nahe gelegenen Wald einen Mann findet.
Der liegt regungslos auf dem Boden. Aber er sonnt sich nicht etwa; er ist mausetot. Arnie rennt zu seiner Mama, der reizenden Jennifer (Shirley MacLaine in ihrem Leinwanddebut), um ihr von dem Toten zu berichten. Captain Wiles, der kurz zuvor auf seine in Aussicht genommene Mahlzeit, ein Kaninchen, geschossen hatte, stößt auch auf den leblosen Mann. Eiderdaus! denkt er. Nicht das Kaninchen hat er getroffen, sondern einen Wildfremden, dem er einen Brief aus der Jackentasche zieht, auf dem der Name Harry zu lesen ist. Harry, im grauen Anzug, mit rotbraunen Schuhen und Socken mit rotem Vorderteil, kann darüber nun nichts mehr sagen, und der Captain überlegt, was er nun tun soll.
Zunächst einmal lautet die Parole: Gewissen erleichtern. Was muss dieser Wildfremde durch den Wald laufen, wenn sich Wiles gerade auf der ? von Sheriff Wiggs (Royal Dano) übrigens streng verbotenen ? Jagd befindet! Nachdem er alle Schuld von sich gewiesen hat und nur Bedauern bleibt, ist noch eines zu tun: Harry muss begraben werden. Muss ja nun nicht jeder wissen, dass es zu diesem Missgeschick gekommen ist.
Das Begraben allerdings erweist sich nicht als so unkompliziert, wie unser Captain es sich vorstellt. Denn der Wald scheint plötzlich mehr bevölkert als das kleine Dorf. Zuerst erscheint Mrs. Ivy Gravely (Mildred Dunnock), des Captains Nachbarin, und meint, Wiles habe offenbar ein Problem. Schnell und ruhig einigt man sich darauf, dass Wiles die Leiche verbuddeln soll und Mrs. Gravely Stillschweigen bewahrt. Dann erscheinen nach und nach ein Landstreicher (Barry Macollum), der Harry dankt und ihm die Schuhe entwendet, Jennifer und ihr Sohn, die aber schnell wieder verschwinden, und schließlich der zerstreute Dr. Greenbow (Dwight Marfield), der ? ein Buch lesend ? über Harry stolpert, ohne den Toten überhaupt wahrzunehmen.
Was soll Captain Wiles nur tun? Last but not least kommt auch der Maler Marlowe vorbei, platziert sich nicht weit von der Leiche entfernt und fängt an zu zeichnen. Erst als er bemerkt, dass er Füße, die hinter einem Busch hervorschauen, gezeichnet hat, fällt ihm Harry auf. Wiles kommt hinter dem Baum hervor, hinter dem er sich angesichts des starken Publikumsandrangs versteckt hatte, und beide beschließen, Schaufeln zu besorgen.
Die Dinge sind jedoch komplizierter, als die beiden meinen. Denn nicht nur Miles glaubt, für den Tod Harrys verantwortlich zu sein. Plötzlich scheint es in dem Nest eine Schar von Tätern zu geben ...
Ein außergewöhnlicher Film des Suspense-Experten Hitchcock, der das amerikanische Publikum testen wollte, testen, ob es mit schwarzen (englischem) Humor etwas anfangen kann. Besonders beliebt war der Film in den USA allerdings nicht. ?The Trouble with Harry? ist eine schwarze, von exzellenten Dialogen und einer verwickelten Geschichte getragene Komödie, in der nicht nur Irrtum und falsche Schlussfolgerungen die Figuren ziemlich durcheinander bringen, auch wenn sie äußerlich extrem ruhig bleiben. Auch das Publikum führt Hitchcock am Nasenring durch Vermont.
Edmund Gwenn, der den pensionierten Captain spielt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine Wendung der Geschichte um Harry, die Leiche, nach der anderen muss der arme alte Mann verkraften ? und mit ihm später alle anderen, bis auf den Sheriff, der von allem keine Ahnung hat. Immerhin wird Wiles belohnt: mit einer durch Sam Marlowe veranlassten ?Verjüngungskur? kommen sich er und Mrs. Gravely näher. Auch der junge Jerry Mathers, der den Sohn von Jennifer spielt, ist eine kleine Kostbarkeit als Schauspieler. Arnie ist ? trotz seines noch zarten Alters (vielleicht fünf Jahre alt) alles andere als auf den Kopf gefallen. Er macht Geschäfte mit einem Kaninchen und einem Frosch.
Harry zwingt alle zur Lüge und dann zur Wahrheit. Zunächst versucht jeder, die unangenehme Leiche möglichst aus dem Weg zu räumen; doch letztendlich gelingt es Harry ? tot wie er nun einmal ist ?, Wahrheiten ans Licht zu bringen, die mit ihm selbst nicht viel zu tun haben. Dazu allerdings muss er mehrmals unter die Erde und wieder ans Tageslicht.
?The Trouble with Harry? war der erste Film Hitchcocks, in dem er mit Bernard Herrmann zusammenarbeitete. Herrmann komponierte eine Musik, die die Skurrilität der Personen und den schwarzen Humor der Geschichte deutlich untermalt. Die von Robert Burks exzellent und fast schon romantisch gefilmte Herbstlandschaft steht so manches Mal im Kontrast zu der Geschichte um einen Toten, die das Leben der Figuren reichlich in Schwung bringt.
Hitchcock selbst lässt sich übrigens auch blicken. Wann und wo? Man sehe selbst.
The Misfits (1961) von John Huston [Avi (DivX)] Drama - DVD-Rip - Deutsch/Englisch - 1.17 GB - 119 Minuten
Info & Review
Die frisch geschiedene Roslyn (Marilyn Monroe) lernt den netten Guido (Eli Wallach) kennen, der sie wiederum dem Cowboy Gay (Clark Gable) und seinem Partner Perce (Montgomery Clift) vorstellt. Roslyn verliebt sich in Gay, doch bei einer angesetzten Wildpferdjagd, die mit ungeheurer Brutalität durchgeführt wird, da die Pferde eh zu Hundefutter gemacht werden sollen, wird die Beziehung auf die Probe gestellt.
Die Sanftmütigen werden die Welt beherrschen. Spätestens beim Eintreffen dieser Prophezeiung wird es für Cowboys schlecht aussehen. Höchste Zeit also für den Paradigmenwechsel. Diesen zeichnet "Misfits" als Liebesgeschichte zwischen dem Cowboy Gay und der einstigen Strip-Tänzerin Roslyn. Und welcher Lebensabschnitt wäre besser als metaphorischer Neuanfang geeignet als eine Post-Scheidungs-Depression, als wolle Regisseur Huston direkten Bezug auf die wirtschaftliche Depression Amerikas nehmen? Interessanterweise fällt die Dekonstruktion des Cowboy-Mythos und die Hinwendung zu einem sozialdemokratisch-humanistischen Gesellschaftsbild in eine historische Periode, in der der Kalte Krieg mit der Kuba-Krise seine kritischste Phase erlebte. Aber keine Angst, von Politik ist in diesem Film nichts zu spüren, viel eher geht es um die Romantisierung der Politik, so wie es die Esoterik mit der Wissenschaft unternahm. Nach einer Enttäuschung mit den Männern vermeintlich gestärkt und von ihrer Mutter gewarnt, geht Roslyn eine Beziehung mit einem Cowboy ein und erkennt zu spät, daß Freiheit und Abenteuer, die Essenz amerikanischer Romantik schlechthin, nicht mit ihrem mitfühlenden Pazifismus vereinbar sind. Denn das ungebundene Leben der Boh?me, das Huston als irreales Abbild des Bauerntums interpretiert, ist nur zu einem Preis aufrechtzuerhalten: den Verlust von Moral, die ja letztlich auch nur eine Form von Gebundenheit bedeutet und somit auf den Umstand verweist, daß Freiheit und Gesellschaft inkommensurabel sind und vor allem: sein sollten.
Doch mit dieser Betrachtung gibt sich Huston noch nicht zufrieden, stattdessen schickt er seine Heldin in den angedeuteten Hauch einer Dreiecksgeschichte: In einer Schlüsselszene erklärt der Bildungsbürger - die repräsentative Opposition - seinen Neid auf Roslyns angeborenen Humanismus, der bei ihm selbst nur oktroyierte Konvention ist. Die Sensibilität des Gelehrtentums wird als auf die Gesellschaft projiziertes Selbstmitleid entlarvt, und was am Ende propagiert wird und damit weit entfernt ist von allem Dogmatismus, den Hollywood nur zu gerne voreingenommen aufnimmt, ist die Autonomie des Willens, denn nur durch diesen macht die Wandlung wirklich Sinn. Was das nun bedeutet? Genau das ist der elementare Unterschied zwischen der Goldenen Regel und dem kategorischen Imperativ. Und von niemandem laß ich mir die Philosophie Immanuel Kants lieber erklären als von Marilyn Monroe.
Sein oder Nichtsein (1942) von Ernst Lubitsch [Avi (DivX)] Komödie - DVD-Rip - Deutsch/Englisch - 899 MB - 93 Minuten
Info & Review
Filme wie ?Das Leben ist schön? (1997) von Roberto Benigni oder ?Wir müssen zusammenhalten? (2000) des tschechischen Regisseurs Jan Hrebejk haben klassische Vorbilder. Neben Chaplins ?Der große Diktator? (1940) ist dies sicherlich ?Sein oder Nichtsein? von Ernst Lubitsch (u.a. ?Ninotchka?, 1939), in dem sich der aus Deutschland stammende Regisseur komödiantisch, aber nichtsdestotrotz in ernsthafter Weise mit dem Nationalsozialismus auseinander setzte ? zu einer Zeit, als Polen bereits überfallen und die ersten Konzentrationslager errichtet waren, die dann später zu Vernichtungslagern ausgebaut wurden.
Als eine kleine Schauspielertruppe 1939 in Warschau kurz vor der Aggression der Wehrmacht ein Theaterstück probt, das sich mit Hitler und dem Nationalsozialismus auseinander setzt und in dem der Schauspieler Bronski (Tom Dugan) als Hitler auftrifft, ahnen die Mimen und ihr Produzent Dobosh (Stanley Ridges) noch nicht, dass sie drei Jahre später auf ihre Proben und die Rollen zurückgreifen müssen. Das Theaterstück wird von der polnischen Regierung verboten, weil sie meint, die Aufführung würde Hitler unnötig provozieren. Also zieht sich die Truppe auf Shakespeares Hamlet zurück. Hamlet ? das ist Joseph Tura (Jack Benny), und der ist völlig von seinen schauspielerischen Leistungen überzeugt. Doch niemand scheint den großen Tura zu kennen. Nur seine Frau Maria (Carole Lombard), der Joseph immer wieder vorwirft, sie würde versuchen, ihm die Show zu stehlen, versucht ihn zu beruhigen und in seiner Eitelkeit zu unterstützen ? um des lieben Friedens willen.
Als sich der junge Leutnant Stanislav Sobinski (Robert Stack) während der Aufführungen von Hamlet in Maria verliebt, kann er sie überreden, mit ihm in seinem Bomber auf einem Probeflug mitzufliegen. Sobinski ist vollkommen davon überzeugt, dass Maria ihn liebt und will Tura das auch mitteilen. Maria kann ihn gerade noch davon abhalten und verspricht ihm, er könne während der Hamlet-Aufführung ihres Mannes zu ihr in die Garderobe kommen. Immer wenn Tura als Hamlet seinen großen Monolog hat, steht Sobinski auf und verlässt die Aufführung. Tura ahnt noch nicht, warum, vermutet, dies sei eine Geringschätzung seines Hamlets.
Dann überschreiten die deutschen Truppen die polnische Grenze. Sobinski wird in die polnische Staffel der britischen Jagdflieger in London integriert. Der dort weilende Prof. Siletsky (Stanley Ridges), angeblich Hitler-Gegner, bekommt von General Armstrong (Halliwell Hobbes) den Auftrag, über Schweden nach Polen zu fliegen zur Unterstützung der polnischen Untergrundbewegung. Doch als Sobinski den Professor bittet, Maria Tura seine Grüße auszurichten, bemerkt Siletsky, dass er Frau Tura nicht kenne, was Sobinski merkwürdig vorkommt, weil doch jeder in Warschau Maria Tura kenne. Er meldet dies General Armstrong und der erfährt, dass Siletsky Namen und Adressen der Angehörigen der polnischen Flugstaffel über die Soldaten selbst erfahren hat ? unter dem Vorwand, diese Verwandten zu grüßen bzw. ihr Schicksal zu erkunden. Der Verdacht, dass Siletsky ein Agent des NS-Staates ist, erhärtet sich.
Sobinski wird beauftragt, Siletsky mit Hilfe von Mitgliedern der polnischen Untergrundbewegung zu finden, bevor er seinen Bericht über die Widerstandskämpfer der Gestapo übergeben kann. Doch das gestaltet sich als äußerst schwierig und riskant.
Die Schauspieltruppe versucht nun mit all ihrem Können und ihren Verkleidungskünsten an den Bericht zu gelangen, bevor Gestapo-Chef Erhardt (Sig Ruman) ihn in die Finger bekommt. Tura spielt Erhardt, Bronski bekommt die Gelegenheit Hitler zu mimen, dann spielt Tura Siletsky und Grünberg (Felix Bressart), der bislang nur Nebenrollen spielen durfte, bekommt endlich die Chance seines Schauspieler-Lebens ...
Lubitsch konstruiert eine in jeder Hinsicht ernsthafte Handlung, in der für alle Beteiligten ? außer natürlich für die Nazis ? ein permanentes Risiko für Leib und Leben besteht. Dabei erweist er sich als tiefsinniger Kenner der NS-Mentalität, soweit sie bis dahin bekannt war bzw. ihre schrecklichen, tragischen Folgen unbekannt. 1942 war auch das Jahr, in dem die NS-Führung unter Hitler und Himmler , Heydrich und Eichmann die sog. ?Endlösung der Judenfrage?, d.h. die systematische, industriell organisierte Massenvernichtung beschloss ? am 20.1.1942 auf der geheim gehaltenen Wannsee-Konferenz. Bis dahin waren durch Heydrichs Mordkommandos bereits ca. 370.000 Juden in Polen und russischen Gebieten ermordet worden. Ob Lubitsch später im Wissen um diesen Völkermord ?Sein oder Nichtsein? gedreht hätte, ist zumindest fraglich. Doch der Film ist auch in Kenntnis des Holocaust eine ernst zu nehmende, dramatische wie komödiantische Auseinandersetzung mit dem NS-Regime und der NS-Ideologie, vor allem aber ein gelungenes Beispiel für eine Art von (auch jüdischem) Humor in Konfrontation mit den Schrecknissen der Zeit.
Dabei werden die NS-Schergen einerseits als durchaus (lebens)gefährliche, zu jeder Brutalität bereite Verbrecher nicht etwa unterschätzt, andererseits aber die Lächerlichkeit und die Erbärmlichkeit der NS-Ideologie, der grenzenlose Gehorsam nach dem Motto ?Du bist nichts, dein Volk ist alles?, die spezielle Mischung aus Devotismus, Feigheit und Bereitschaft zur Aufgabe jeglicher ethischer Maßstäbe zum Darüber-Lachen ?freigegeben?.
Die Schauspieltruppe dagegen ist ? trotz aller Rivalitäten, Reibereien, Konflikte, Eifersüchteleien und Schwächen ? ein wahrer Hort von Solidarität und Menschlichkeit: Wenn es darauf ankommt ? und es kommt schließlich ständig darauf an ?, kann niemand sie entzweien. Sobald jemand in Gefahr gerät, stehen sie zusammen und geben jeder für sich das, was er oder sie hat. Lubitsch nutzt die kleinen menschlichen Schwächen ? ob Eitelkeit, Eifersucht oder Unfähigkeit ?, um daraus in riskanten Situationen Humor zu erzeugen. Die kleine Feigheit in alltäglichen Situationen setzt sich bei ihnen andererseits nicht fort, wenn es ums Leben geht: Dann ist jeder bereit, an die jeweilige Front zu marschieren ? selbst der eitle Joseph Tura, der sich einiges einfallen lassen muss, um die Nazis hinters Licht und die Freunde und Kollegen aus der Gefahr zu führen. Wenn seine Eitelkeit oder Eifersucht einmal durchbricht und alles in Gefahr zu bringen droht, ist Einfallsreichtum gefragt. Hier liegen die Schnittpunkte für Lubitschs Humor.
Lubitsch gewinnt dies ? Humor wie Solidarität ? nicht aus einer trivialen Proklamation hehrer Prinzipien über Solidarität usw. Er erschließt es aus der Lebenswelt der Figuren selbst und aus der Handlung, die eine Wendung nach der anderen nimmt und seine Figuren dazu zwingt, alle Register ihres schauspielerischen Könnens zu ziehen, Ideen rasch zu entwickeln und umzusetzen ? wie bei einem Theaterstück, das vor der Premiere nur für Minuten geprobt werden könnte, für das der Text von den Figuren situationsbedingt selbst erschlossen werden müsste.
Die Handlung steigert sich bis zum Schluss, wird zunehmend turbulenter, rasanter, fast schon spritzig, je größer die Gefahr wird, dass alles auffliegt. Die Konfrontation des falschen Prof. Siletsky, in dessen Rolle Joseph Tura schlüpfen muss, mit dem richtigen Professor, der bereits tot im Hinterzimmer von Erhardt liegt (was Tura nicht wusste), ist eine absolute Meisterleistung von Lubitsch.
Die Schauspieler ? allen voran Carole Lombard und Jack Benny, aber eben auch Sig Ruman als Erhardt oder Felix Bressart als Grünberg ? steigern sich von Minute zu Minute, als ginge es wirklich um ihr Leben.
?To Be or Not to Be? ist eine Meisterleistung an Sarkasmus und Ernsthaftigkeit zugleich. Es ist erstaunlich, dass nicht nur Lubitsch sondern alle Beteiligten an diesem Film im Kriegsjahr 1942 und angesichts der bis dahin bekannten Gräueltaten des Nationalsozialismus ihren Glauben an eine Zeit nach Hitler und an die Menschlichkeit, ihre Kraft und ihren Humor nicht verloren hatten. ?Sein oder Nichtsein? war eben auch ein kraftvolles Zeichen der Hoffnung und ein Appell an die Bedeutung des Humors in extrem schwierigen Zeiten und für eine menschliche Zukunft.
Ein finsterer Schurke trägt unrechtmäßig die Königskrone Englands.
Der legitime Thronerbe (ein Säugling mit dem königlichen Muttermal
auf dem Hinterteil) wird aber von aufrechten Untertanen versteckt und beschützt.
Dem treuen Vasallen Hubert Hawkins gelingt es, sich als Hofnarr verkleidet
im Schloss einzuschleichen, wo er bei seinem ritterlichen Kampf
für das Recht ein herrliches Chaos stiftet...
- Furios und temporeich nimmt "Der Hofnarr" Hollywoods Ritterfilme auf seine spitze Lanze.
Allein schon die berühmte Szene mit dem "Becher mit dem Fächer" und dem
"Pokal mit dem "Portal" hat diesen Klassiker zu einer echten Leinwand-Legende gemacht.
# DBV-S rip von Premiere
# Bisher in Deutschland noch nicht auf DVD erschienen !!!!
# Darsteller: Danny Kaye. Glynis Johns, Basil Rathbone, Angela Lansburyy
# Sprache: Deutsch
# FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
# Studio: CIC Video/Paramount Home Ent.
# Golden Globe - Nominiert als Bester Film (Komödie/Musical)
Das Problem scheint doch woanders zu liegen, denn auch Dr. DivX lässt meinen Rechner abstürzen. Ich schätze ich muss mal mein System neu aufsetzen. Könnte sich allerdings noch einige Wochen hinziehen.
Hallo, suche den Film "Der schwarze Prinz" mit Errol Flynn. Ist son alter Ritterschinken aus den 50ern, gibt es leider aber noch nicht auf DVD. Hat den einer oder weißer jemand, wie man daran kommen kann. Bisher konnte mir noch niemand helfen
Viele Grüße
Ein Tribut für diesen großartigen Thread - zwei Piratenklassiker mit Errol Flynn
Inhalt
Im Jahre 1685 muss sich der junge Arzt Peter Blood vor einem britischen Gericht verantworten. Er war dabei überrascht worden, als er einen verwundeten Rebellen verband. Grund genug, ihn zum Tode zu verurteilen. Der König entschließt sich jedoch, Blood und einige andere Sträflinge in die westindische Kolonie Port Royal zu deportieren und dort als Sklaven zu verkaufen. Auf dem Sklavenmarkt in Port Royal darf sich der einflussreiche Oberst Bishop als erster die kräftigsten Männer aussuchen. Seiner schönen Nichte Arabella imponiert Bloods Stolz; um ihn nicht an einen Plantagenbesitzer fallen zu lassen, der für seine Grausamkeit bekannt ist, kauft sie Blood für zehn Pfund Sterling, obwohl sie sich damit dem hämischen Gerede aussetzt. Da der junge Arzt etwas von seinem Fach versteht, kann er dem gichtkranken Gouverneur helfen, was ihm gewisse Freiheiten einbringt. Er nutzt diese, um zusammen mit einigen Kameraden die Flucht zu planen. Als dann die Spanier Port Royal überfallen, kapern Blood und seine Gefährten ein spanisches Kriegsschiff und laufen damit aus. Jeremy Pitt und einige andere Männer verstehen etwas von der Seefahrt, sie wählen Blood zum Kapitän und beginnen, sich als Freibeuter für das Unrecht zu entschädigen, das man ihnen angetan hat. ofdb.de
Info Link Pass
DVD-Rip mpg4 nero digital in Deutsch Englisch mit Untertiteln 1,04GB 114min
Hinweise:
Nicht alle Szenen sind auf deutsch synchronisiert.
Der Film lässt sich mit einem Videokonverter auch in ein avi-Format umwandeln (divx, xvid). Die gepackten Files lassen sich reparieren.
Inhalt
Die Kanonen donnern, die Degen klirren, Erich Wolfgang Korngolds unvergleichliche Musik rauscht und brandet durch Der Herr der sieben Meere. Errol Flynn zeigt eine seiner besten Leistungen als Capt. Geoffrey Thorpe, der eine Galeone mit 40 Kanonen befehligt, in Gefangenschaft gerät und einen kühnen Ausbruch wagt, um England vor der spanischen Armada zu warnen. Dies war der zehnte von zwölf Filmen, die Michael Curtiz mit Flynn in der Hauptrolle inszenierte - meisterhaft kombiniert der Regisseur die königlichen Ränkespiele mit tollkühnen Heldentaten. Das für damalige Begriffe gewaltige Produktionsbudget von 1,7 Millionen Dollar machte unter anderem den Bau von zwei originalgroßen Schiffen möglich. Als der Film in die Kinos kam, wirkte die Story bedrückend aktuell: Königin Elizabeth ruft ihr Land dazu auf, die Tyrannei "jetzt und in alle Ewigkeit" zu bekämpfen, und die Zuschauer wussten genau, daß diese "Ewigkeit" sie einholte: Hitler hatte den Zweiten Weltkrieg begonnen - die Luftschlacht um England war entbrannt. zelluloid.de
Info Link Pass
DVD-Rip mpg4 nero digital in Deutsch Englisch mit Untertiteln 1,07GB 123min
Hinweise:
Nicht alle Szenen sind auf deutsch synchronisiert.
Der Film lässt sich mit einem Videokonverter auch in ein avi-Format umwandeln (divx, xvid). Die gepackten Files lassen sich reparieren.
Jeeee-sus! DER HOFNARR!
Ich bin total überwältigt. Zuletzt hab ich das Teil als Kind gesehen, aber den "Becher mit dem Fächer" und den "Kelch mit dem Elch" habe ich nie vergessen können. Vielmals danke!
Übrigens - im Original ist dieser Dialog noch eine Spur irrsinniger:
Hawkins: I?ve got it! The pellet with the poison?s in the vessel with the pestle; the chalice from the palace has the brew that is true! Right?
Griselda: ?but there?s been a change: they broke the chalice from the palace?
Hawkins: They broke the chalice from the palace?
Griselda: ?and replaced it. With a flagon.
Hawkins: A flagon?
Griselda: With the figure of a dragon.
Hawkins: Flagon with a dragon.
Griselda: Right.
Hawkins: ?but did you put the pellet with the poison in the vessel with the pestle?
Griselda: No! The pellet with the poison?s in the flagon with the dragon! The vessel with the pestle has the brew that is true!
Hawkins: The pellet with the poison?s in the flagon with the dragon, the vessel with the pestle has the brew that is true.
Griselda: Just remember that!
Blondinen Bevorzugt (1953) von Howard Hawks [Avi (DivX)] Liebes-Komödie/Musikfilm - DVD-Rip - Deutsch/Englisch - 830 MB - 87 Minuten
Info & Review
Sie sind jung, sexy ? und unverheiratet. Um diesen Zustand zu ändern, begeben sich die beiden Showgirls Lorelei und Dorothy auf einem Luxusliner auf Männerfang. Doch die Jagd nach den passenden Ehemännern ist nicht so einfach, denn die Palette der Probleme auf dem Weg in den Ehehafen ist vielfältig...
"Blondinen bevorzugt" aus dem Jahre 1953 stellte den endgültigen Durchbruch in Marilyn Monroes Filmkarriere dar. Neben der dunkelhaarigen Jane Russell spielte sie zwar "nur" die zweite Hauptrolle, war aber von Beginn an der heimliche Star des Films. Von nun an sollte MM ein Millionenpublikum zu Füßen liegen, und das bestand nicht nur aus Männern!
Zwar verfestigte sich mit "Blondinen bevorzugt" die Rolle von MM als blondes Dummchen, für die sie von nun an immer wieder besetzt werden sollte. Doch daß sie noch mehr kann, das zeigen nicht nur die Gesangseinlagen in dem Film. "Diamonds Are A Girl's Best Friend" ist nicht nur der bekannteste Song des Films, er ist auch einer der populärsten von MM überhaupt.
Die Geschichte, die der Film erzählt, ist belanglos und nicht weiter erwähnenswert. Der Plot dient nur der Situationskomik, für Wortspiele und verbindet die einzelnen Songs miteinander. Die sensationell gut aussehenden Schauspielerinnen Marilyn Monroe und Jane Russell, tolle Musik und wirklich witzige Komik machen diese locker-leichte Inszenierung von Howard Hawks noch heute zu einem unterhaltsamen Vergnügen, über das man lachen und schmunzeln und sich einfach nur erfreuen kann.
Nachdem ich selbst monatelang vergeblich auf der Suche nach meinem Lieblingsklassiker von Alfred Hitcock war, stelle ich ihn nun auch für euch rein:
BEI ANRUF MORD
Leider habe ich versehentlich den avi-File gelöscht und überschrieben, so daß ich euch "nur" noch den Film als 2GB großes VIDEO_TS uploaden konnte.
Ich hatte ihn aber ordentlich konvertiert, so daß ich zur Quali sagen würde:
Bild 9,5/10
Ton 9,5/10
Ich weiß, ist alles Ansichtssache, aber so habt ihr wenigstens ´ne grobe Orientierung. Ist auf jeden Fall kein Müll und auch alles schön synchron und im 16:10 Format
@drmatrix2006:
Dann wird dich dieser Film bestimmt erfreuen :
Ich war eine männliche Kriegsbraut (1949) von Howard Hawks [Avi (DivX)] Komödie - DVD-Rip - Deutsch/Englisch - 1000 MB - 101 Minuten
Info & Review
Beruhend auf dem autobiographischen Roman ?I was a male war bride? des aus Frankreich in die USA emigrierten Henri Rochard drehte Howard Hawks 1949 einen Film, der zwei der beliebtesten Motive der Filmgeschichte in sich vereinigt und zudem viele Spitzen gegen die amerikanische Bürokratie loslässt.
So ist der Film zum einen eine klassische Screwball-Komödie. Im Nachkriegsdeutschland muss der französische Captain Henri Rochard (Cary Grant) in Bad Nauheim seine letzte Mission erfüllen bevor er nach Hause kann: Er soll einen Herrn Schindler ausfindig machen und ihm zu einem neuen Leben in Paris verhelfen. Zur Unterstützung seines Auftrages in der amerikanischen Besatzungszone, bekommt er in Heidelberg die amerikanische Soldatin Catherine Gates (Ann Sheridan) zugeteilt, was Rochard nicht gerade glücklich macht. Er und Gates haben schon einmal zusammengearbeitet und Rochard denkt mit Schrecken an die Streitereien zurück. Auch Lt. Gates sagt, dass sie Rochard nicht leiden kann, doch ihre Freundin erkennt schon das Lächeln in ihrem Gesicht, wenn sie von Rochard spricht.
So beginnt im Stile eines Road Movies - was zuweilen an Frank Capras Klassiker ?Es geschah in einer Nacht? erinnert - eine turbulente Odyssee von Heidelberg nach Bad Nauheim und zurück, und am Ende dieser Reise wird aus den beiden Streithähnen ein sich liebendes Paar, das vor den Traualtar tritt. Wo jetzt normalerweise ?The End? eingeblendet wird und die Credits anfangen, hat dieser Film von Hawks nur die erste Hälfte absolviert. Dem jungen Eheglück stehen nämlich noch die amerikanischen Behörden im Weg, die mit ihren Paragraphen und Vorschriften dem Mann Henri Rochard die Einreise unmöglich machen. So sind wir beim zweiten klassischen Motiv der Filmgeschichte: Rochard muss in Frauenkleider schlüpfen, um amerikanischen Boden betreten zu können, was natürlich die ein oder andere Verwechslung nach sich zieht.
Es ist wunderbar, wie Howard Hawks über die amerikanische Bürokratie herzieht. Schon am Anfang, wenn Grant als Rochard das amerikanische Hauptquartier betritt, gibt es eine der wunderbarsten Szenen des Films. Der Abkürzungswahn der Amerikaner ist an jeder Tür zu finden und so geht Rochard von Tür zu Tür, um herauszufinden, was sich dahinter verbirgt. Dort stehen lange Buchstabenkombinationen wie WAIRCO und SOSDPPDD und Rochard ermittelt mühsam, was jeder Buchstabe besagt. In diesem ganzen Wirrwarr, teilt er dann allerdings auch der Tür mit der Kombination LADIES eine ganz andere Bedeutung zu, als sie wirklich hat: Nämlich ?Damentoilette?.
Der Bürokratiewahn geht weiter. Das fängt im Kleinen an, so darf nur Gates das gemeinsame Motorrad fahren. Am besten treibt es Hawks aber auf die Spitze als die beiden heiraten wollen. Ehen zwischen amerikanischen Soldaten und Alliierten müssen vom Kommandeur genehmigt werden, aber vorher bedarf es der Ausfüllung eines Fragebogens, vier Seiten jeweils in vierfacher Ausführung, voll mit schwachsinnigen Fragen über politische Einstellung, Religion und sogar Geschlecht des Vaters. Das Dokument ist dann noch lange Zeit auf dem Dienstweg, bevor endlich der ?Approved?-Stempel darunter gesetzt wird. Damit haben es die beiden Jungverliebten natürlich noch nicht überstanden, denn aufgrund des herrschenden Gesetzeswirrwarrs müssen sie gleich dreimal vor den Traualtar treten, damit die Ehe rechtsgültig ist. Schließlich muss Rochard dann noch als ?Kriegsbraut? in die Staaten einreisen, da alle anderen Möglichkeiten verwehrt bleiben.
Hier hat der Film seine stärksten Szenen, ist wunderbar komisch, zugleich mit den Mitteln der überspitzten Satire kritisch. Dagegen fällt doch vor allem der Screwball-Teil ein kleines bisschen ab, was daran liegt, dass Cary Grant durch die Rolle doch etwas untergebuttert wird. Es ist die Frau, die die Hosen anhat, die Richtung vorgibt und ihren Begleiter immer wieder aus der Patsche holen muss. Grants Rolle beschränkt sich leider etwas zu oft darauf, in peinliche Situationen zu geraten, leicht bedröppelt dreinzuschauen und sich in neue peinliche Situationen zu manövrieren, wobei der den ganzen Film durchgehende Running Gag, um seine Probleme Schlafplätze und Schlaf zu finden, höchst amüsant ist.
Die ?Verwandlung? von Grant in eine Frau selbst ist eigentlich nur eine kleine Episode am Ende. Sie fällt zumindest deutlich kleiner aus als es Titel und Inhaltsangabe auf dem Cover vermuten lassen. Sie ist somit auch sicherlich nicht der Schwerpunkt der Geschichte. Das beschert dem Film aber nur leichte Abzüge in der B-Note, denn es überwiegen doch deutlich die wunderbaren Spitzen gegen die Bürokratie und die absurden Szenen, die sich daraus ergeben und für zahlreiche Lacher sorgen, wenn z.B. Cary Grant ein eigentlich für Frauen gedachtes Formular ausfüllen muss.