The Vanishing - Spurlos verschwunden (1988)
deutsch DVD-Rip XviD
Produktion: Frankreich
Niederlande (1988), Thriller
Besetzung: Bernard-Pierre Donnadieu, Gene Bervoets, Johanna ter Steege, Gwen Eckhaus, Bernadette Le Saché, Tania Latarjet, Lucille Glenn, Roger Souza, Caroline Appéré, Pierre Forget, Didier Rousset, Raphaeline, Robert Lucibello, David Bayle, Doumee, Eric Jacquet, Aziz Djahnit, Linda Wise, Ian Magilton, Mieke de Groot, Jean Grandeau, Faustine Wuensche, Ghislaine Gazaix, M. Martinez, François Guizerix
Regie: George Sluizer
Drehbuch: George Sluizer
FSK: ab 16 Jahren
Handlung & Kritik:
THE VANISHING ist ein souverän tiefstapelnder Thriller, der den Zuschauer unaufdringlich, aber unwiderstehlich gefangen nimmt.
Man wird eingeladen auf eine mysteriöse Reise, bei der Wahnsinn und kühle Logik dicht beieinander liegen.
Saskia und Rex, ein junges Paar aus Amsterdam, befinden sich auf Urlaubsreise durch Frankreich. An einer Takstelle ist Saskia plötzlich verschwunden.
Für immer. Niemand hat etwas gesehen. Rex kann es nicht fassen und ist auch noch drei Jahre später mit der Suche nach seiner wie vom Erdboden
verschluckten Freundin beschäftigt. Rundfunk, Fernsehen, Zeitungen, Suchaktionen. Nichts. Bis sich eines Tages sein verdächtiger harmloser
Chemielehrer meldet. Der Mann weiß alles, doch er gibt seine Informationen nur bruchstückartig weiter...
Videoinfo:
Allgemein #0
Format : AVI
Format/Info : Audio Video Interleave
Format/Family : RIFF
Dateigröße : 1.17 GiB
Spielzeit : 1h 41min
Bitrate : 1646 Kbps
Verwendetes Programm : VirtualDubMod 1.5.4.1 (build 2178/release)
verwendete Encoder-B : VirtualDubMod build 2178/release
Es geht bei Eric Rohmer immer wieder um die Liebe, um ihre Zwiespältigkeiten, um ihre Absurditäten - kurz: das ganze Spektrum der zwischenmenschlichen Unmöglichkeiten. Rohmer, einer der Regisseure der Nouvelle Vague, die bei den "Cahi?rs du Cinema" ihr Handwerk lernten, ist ein Meister der Alltagsbeobachtung. Also schickt er zwei Frauen an die französische Atlantikküste, um zu entdecken, was die Liebe bedeutet. [...] Die Figuren, die in Rohmers Filmen durch emotionale Irrwege ihrer Existenz stolpern, sind keineswegs Helden. Seine Personen sind Menschen des Alltags, Menschen, die Probleme haben und Zweifel, Menschen, die unsicher sind und sich Hals über Kopf in amouröse Abenteuer stürzen. Das ist nicht nur die große Stärke Rohmers, sondern, ohne Zweifel, auch wie im wirklichen Leben. Also erzählt er mit einem Augenzwinkern und sanfter Ironie von seinen sympathischen Anti-Heldinnen, die sich erst langsam darüber klar werden, was die Liebe für sie eigentlich bedeutet und dass es keine absolut richtige Version geben kann.
Regisseur: Todd Verow
Darsteller: Charles Ard ............................ Victor
Theodore Bouloukos ............................ Richard
Brad Hallowell ............................ Joe
Mindy Hofman ............................ Kris
Sprache: Englisch
Untertitel: Deutsch
DVD-Erscheinungstermin: 18. April 2007
Spieldauer: 104 Minuten Videoinfo:
800MB
mpg
Spieldauer: 104 Minuten
Filminfo:
Vacationland nennt sich der US-amerikanische Bundesstaat Maine. Ein Ort zum Urlaubmachen - aber dort aufwachsen, in den 80ern, in der Kleinstadt? Joe jedenfalls will weg und Kunst studieren, statt die wechselnden Prügel-Männer seiner Mutter zu ertragen, seinen Schwarm Andrew anzuhimmeln, der natürlich mit der Anführerin der Cheerleader zusammen ist - und auf der einzigen Klappe ausgerechnet seinem Französischlehrer zu begegnen. Er wird erst herausfinden, dass Andrew auch schwul und darüber hinaus in ihn verknallt ist, und dass es auch in Bangor Künstler wie Victor gibt, der ihn nicht nur als Aktmodell engagieren wird, sondern ihm auch erst zu einer Wohnung und dann zu einem Stipendium an der Kunsthochschule verhelfen kann. Doch bevor er seine öde Heimatstadt verlässt, muss er noch einmal zurück in seine Vergangenheit, um das Netz aus Doppelmoral, Missbrauch und kleinstädtischer Verlogenheit aufzudecken, das ihn schon zu lange geprägt hat.
Regisseur: Louis Malle
Darsteller: Therese Giehse, Cathryn Harrison, Alexandra Stewart, Joe Dallesandro
Sprache : Französisch/Rättisch
Deutschland/Frankreich, 1975 Videoinfo:
Dateigröße : 561 Mb.
[Film]
Gültig : Ja [AVI]
Dauer : 01:40:41
Film vollständig : Ja
Wenn die alten Mythen nicht mehr wirken, dann laßt uns einfach neue dichten. Diese Idee hat Tradition in der Geschichte des Erzählens. Noch vor den Frühromantikern hat auch schon Goethe in seinem dunklen "Märchen" Pionierarbeit in Sachen kryptischer geschichtsphilosophischer Sinnstiftung gesleistet. Bekannt ist natürlich der Wagnersche Größenwahn der Oper als mythischem Weihefestspiel. Und auch im Jahrhundert der Psychoanalyse ziehen mythologische Denkfiguren - nunmehr in der objektivierenden Form von Träumen und tiefenpsychologischen Symbolismen. Damit haben auch Erzählungen wie Carrolls heitere "Alice im Wunderland" eine mythologische Tiefendimension.
In den 70er Jahren wurde die strukturalistische Analyse des mythischen, des "Wilden Denkens" Mode. Louis Malle hat das Buch von Lévi-Strauss gelesen. Dann hat er eines Nachts etwas geträumt und nächsten Morgen beschlossen, den Traum zu verfilmen. Das Ergebnis, der Film "Black Moon" von 1975, war immerhin so erfolgreich, daß er in die Vita des Regisseurs in Meyers Großem Taschenlexikon Jahrgang '81 aufgenommen wurde. Jetzt kommt er in restaurierter Fassung in den Verleih.
- Malle wollte mythisch werden. Aber eine Illustrierung des Begriffes "Mythos" allein ist leider noch keine tragfähige Filmidee, die uns - die wir an Malles Psyche unbeteiligt sind - anderthalb Stunden vor die Leinwand fesseln würde. "Black Moon" erzählt in Traumlogik die Fährnisse eines Mädchens, das aus seiner schlimmen Zukunftswelt auf märchenhafte Weise in das Sterbehaus einer rätselhaften alten Dame gelangt. Die wird von der wohl berühmtesten deutschen Theaterschauspielerin gespielt, von Therese Giehse, der Malle diesen Film gewidmet hat - ihren letzten übrigens. Er ist, weiterer verquerer Bezug auf die biographische Wirklichkeit, im Wohnhaus des Regisseurs und drum herum gedreht, in der struppigen Landschaft des Causse.
Was zunächst als aufmerksam gefilmte Studie über Krieg und Natur beginnt, mutiert denn auch zur reichlich willkürlichen, weil reichlich privaten Aneinanderreihung von emblematischen Miniaturen im mythologischen Stil von "Alice im Wunderland". Dies geschieht, sobald das Mädchen im Malle'schen Wunderhaus angelangt ist. Die junge Lily (Cathrin Harrison) steht offensichtlich in Alicens Nachfolge: sie ist faszinierend naiv und immer staunend, dabei mädchenhaft trotzig. Ein junges Ding auf Entdeckungsreise in die eigene Pubertät und das, was danach kommt - diese Deutungsfolie und ihr psychoanalytischer Rattenschwanz sind mit Alice aufgerufen. Und gemäß dem brillanten Vorbild scheint beinahe jede Einstellung symbolisch aufgeladen. Die Kraft der Bilder verblaßt aber leider häufig, weil das Original durch sie hindurchscheint.
Malle hat sich im Vorrat seiner Lieblingsmythen bedient und alles gut geschüttelt. Aus diesem willkürlichen Arrangement einen tieferen Sinn zu klauben, mag selbst fleißigen Seminaristen müßig erscheinen. Die ja alle "Alice im Wunderland kennen". Und Wagner sowieso, der von Malle noch ausführlich bemüht werden wird. Doch Wunderland ist abgebrannt. Malles Traum beginnt in einer Welt, in der Männer und Frauen gegeneinander Krieg führen. Vor den überreal dargestellten Schußwechseln flüchtet sich Lily in einem Honda Civic der ersten Generation ihren Weg durch die französische Provinz. Von einer Division Männer als Frau enttarnt, rast sie querfeldein durchs Unterholz. Zunächst inspiziert sie dort die Insekten-Ureinwohner, zur surrealen Einstimmung. Dann gelangt sie auf märchenhaften Pfaden ins filmisch verwunschene Landhaus des Louis Malle.
Und hier wartet schon der Zoo seiner mythischen Phantasie. Dazu gehört als erstes das Einhorn, dem sie nachgelaufen ist. Es ist nicht schön und weiß, sondern ein fettes dicklippiges Pony - Malle hat durchaus Humor. Den Pfad kreuzen nackige Kinder, die kichernd eine Sau vor sich her treiben. Sie werden immer wieder mal durchs Bild hüpfen. Gegenspielerin des Einhorns ist die alte Dame, die das Haus bettlägerig bewohnt. Die beiden liegen im Clinch: entweder ist das eine real oder die andere - je nachdem, ob sie gerade Lilys Aufmerksamkeit haben, die sie deshalb zu gewinnen versuchen.
Die Dame, sie erinnert übrigens an Carrolls Herzogin, widmet sich ansonsten einem Funkgerät oder unterhält sich mit einer Beutelratte, deren exotische Sprache sie fließend spricht. In ihrem Krankenzimmer klingeln mit einem Mal unzählige Wecker, und immer wenn Lily-Alice einen abschaltet, klingelt der nächste. Klingeling - Es ist an der Zeit! "Black Moon" habe auch das Sterben zum Thema, zu dem die alte Frau nicht bereit sei, so Malle. Auf dieser nicht gerade komplexen Komplexitätsebene geht die Verrätselung weiter. Als Lily - Achtung, Mutterschaftssymbol ! - nach der Milch greifen will, protestiert ein Ferkel im Kinderstuhl: "Meine Milch". Wiederum ein Gastauftritt aus Wunderland: das Schwein-Baby.
Das unheimlich-heimlich heimatliche Heim beheimatet aber noch weitere Bewohner. Und zwar ein junges Geschwisterpaar, das vermutlich die "Tristan und Isolde"-Anspielungen vorbereiten soll, die Malles Film dann endgültig ins Krude abrutschen lassen. Die kleinen Kinder - genau, die mit der Sau - versammeln sich nämlich bemalt und verkleidet im Rittersaal und singen sich gegenseitig die ekstatischsten Stellen aus dem zweiten Akt der Oper vor. "Unbewußt - höchste Lust". Damit ist die Pubertät dann wohl abgeschlossen.
Zumal Lily dann schließlich das Stillen lernt. Zunächst wurde sie nämlich von der schrägen alten Dame noch als flachbrüstig verlacht. Später, nach etwas Schmusen mit dem Bruder, hat sie dann seine Schwester neidisch beobachtet, wie diese die plötzlich vor Hunger kindlich sabbernde Alte säugt. Schlußendlich knöpft Lily selbst die Bluse auf, um Therese Giehse die Brust zu bieten. Mit der triumphalen Ankündigung einer weiteren, diesmal aber sodomitischen Säugeaktion endet der Film bald darauf. Nicht daraus schlau geworden? Ich auch nicht. Und ich habe auch gar keine Lust, im Handbuch der psychoanalytischen Grundbegriffe nachzuschlagen. Gelungene Mythologeme zeichnet die zwingende Geläufigkeit aus, mit der sich die halbrationale Handlung in uns bohrt. So ist es in Goethes "Märchen", so ist es bei Alice im Wunderland. So ist es nicht bei Louis Malle.
Im Laufe der Jahre hat das französische Kino immer wieder Filme hervorgebracht, die ihre belanglosen Geschichten auf frappierende Weise durch brilliante Visualisierung in den Himmel hoben. Begonnen hat es Anfang der 60er Jahre mit der ´Nouvelle Vague´, die altbekannte Sehkonventionen umkrempelte und die Kamera zu einem aktiven Werkzeug, sogar zum Hauptdarsteller der Erzählung machte. Nachdem die Epoche gegen Ende der 60er fast komplett abgeklungen war, dominierten wieder Regisseure, die sich dem hollywoodähnlichen Erzählstil der ´unsichtbaren Regie´ widmeten und jahrelang die Kinos erfolgreich mit anspruchslosen Komödien oder Kopien der amerikanischen Agenten- und Actionfilmmuster fütterten. Erst zu Beginn der 80er Jahre, als die Popkultur überall in einer kleinen Trendwende zu mehr Extrovertiertheit steckte, schälte sich eine neue Generation von Filmemachern heraus, welche sich auf die alte Tugend besann, eine Geschichte mit expressiven Bildern zu erzählen. Jean-Jacques Beineix´ ´Diva´ von 1981 bildete nur eines der vielen Kettenglieder, an denen sich andere Filme mit vergleichbarer Inszenierung anhängten. So sind Luc Besson´s ´Subway´, Leo Carax´ ´Boy Meets Girl´ oder auch Beineix´ zweiter Film, das Beatrice Dalle - Vehikel ´Betty Blue´, die konsequente Weiterführung des bestechenden ´Hochglanz´-Stils von ´Diva´. Während diese Nachfolger jedoch fast nur auf opulente Optik setzten und die Storys immer belangloser wurden, gelang es Beineix in seinem Debut, die Kamera selbst als aktiven Erzähler zu integrieren.
Es ist Geschichte vom jungen Postfahrer Jules (Frédéric Andréi), der in einer umgebauten Fabrikhalle ein recht frugales Leben führt und sich durch die Liebe zur klassischen Oper erheblich von seinen Altergenossen unterscheidet. Besonders die ergreifende Stimme der amerikanischen Black-Diva Cynthia Hawkins (Exotisch: Wilhelmenia Fernandez) treibt ihm Rührungstränen in die Augen. Doch es gibt einen grossen Haken, der ihm sein Leben als Fan unglaublich erschwert. Mit den Worten: ´Der Kommerz hat sich der Kunst unterzuordnen und Bootlegs sind Vergewaltigung!´ verbietet die Schönheit jegliche Aufnahmen ihrer Gesangskunst. Diesen Umstand beseitigt Jules gleich zu Beginn, als er die Diva in einem alten Theater bei einer ihrer Darbietungen heimlich auf Band aufnimmt. Bereits hier wird die wahre Intention des Films klar. Die detailreichen Motive und ausgeklügelten Kamerafahrten erzählen zusammen mit dem feinen Score die eigentliche Geschichte und zeigen, ohne allzu hektische Schnitte, die ganze Faszination der Fotografie. Hier ´reden´ die Bilder. Etwas dramatischer wird es, als er am nächsten Tag eine seiner Touren am Bahnhof fährt. Zwei Killer verfolgen und töten eine Frau, kurz bevor sie stirbt versteckt sie jedoch unbemerkt eine Musikkassette in Jules´ Mopedtaschen. Von da an hat er keine ruhige Minute mehr. Seine Wohnung wird verwüstet, die Polizei beobachtet ihn und zudem wird er noch von den zwei Mördern verfolgt. Der ahnungslose Jules versteht die Welt nicht mehr, das ganze Theater nur wegen eines Opern-Bootlegs?
Doch er hat auch Verbündete. Da wäre die charismatische Diebin Alba (Süß: Thuy An Luu), die auch dem Zauber der Diva verfällt und Jules tatkräftig mit altklugen Sprüchen unterstützt. Oder ihr Mitbewohner, der mondäne Gorodish (Cool: Richard Bohringer), welcher mit einer Art Zen-Philosophie lebt. Seine meditativen Aktionen umfassen jedoch auch mal die korrekte Zubereitung von Baguettes (´Die ganze Welt beneidet uns Franzosen darum, um diese Kunst!´) und das Beobachten von künstlichen Wellen. Dann lernt Jules noch den Menschen hinter der ´Diva´ kennen, die ihm etwas schenkt, was sich viele Fans in aller Welt innigst von ihren Idolen wünschen: Zuneigung. Zusammen gehen sie in den Kampf gegen korrupte Polizisten und zwei apathische Killer, die überwiegend ihr Klischee erfüllen und sich eiskalt durch den Film morden. Einen der beiden spielt übrigens Dominique Pinon, welcher aus nahezu allen Filmen von Jean-Pierre Jeunet (´Delicatessen´) für sein schräges Auftreten bekannt ist. Und dieser sorgt für ein seltsames Déj? v?, als er mit versteinerter Mine und Sonnenbrille in einer Spielhalle nach Jules sucht. Man wagt es kaum auszusprechen, aber ob da James Cameron wohl ein wenig für ´Terminator´ abgeschaut hat?
Der Film vereint zwei klassische Motive des französischen Kinos. Zum einen wäre da der typische Korruptionsthriller, der im Frankreich dieser Zeit eine gewisse Popularität genoss. Dieser Handlungsstrang alleine hätte schon für einen eigenständigen Film gereicht, die Geschichte um die geheimnisvollen Kassette sorgt für viele Überraschungen und nebenbei eine kleine Verfolgungsjagd durch das pariser Metronetz. Die Krimi- und Spannungselemente halten sich jedoch in gewissen Grenzen, denn einer Gratwanderung gleich verknüpft sich der Plot mit einer sanften Romanze zwischen Jules und der Diva. Dieser Teil der Geschichte nimmt fast märchenhafte Züge an und berührt den Thriller nur durch die Existenz des Bootlegs. Und das ist auch gut so. Denn so lobenswert und edel der Idealismus der Sängerin, ihre Kunst nicht zu konservieren, auch sein mag, inmitten den abgehobenen, aber im Grunde durchweg profanen Figuren wird sie dadurch etwas zur Kunstfigur mystifiziert. Dieser Umstand relativiert sich erst in den letzten Minuten, als der Film eine glaubwürdige Erklärung hierfür liefert. Davor gibt es ein Handlungsspektrum von poetisch angehauchten Spaziergängen durch pariser Strassen bis hin zur dramatischen Flucht vor den Bösen. Aber keine Angst, schon durch die Charakterisierung der Protagonisten bemerkt man eine gewisse ´schützende Hand´ über den Hauptfiguren, ´Diva´ will im Grunde nur aussergewöhnlich erzählen, Spannung und Gewalt stehen weit hinter der Hauptintention des Films: Atmosphäre. Die kommt auch prächtig rüber, in erster Linie ist dies den durchweg souveränen Charakteren und der stilvollen Kameraführung von Philippe Rousselot zu verdanken.
Dieser fing für Regisseur Jean-Jacques Beineix zeitlos schöne Szenen von Paris ein und rückte interessante Motive und Protagonisten zumeist mit bestechender Kameraführung ins rechte Licht. Rousselot versuchte mit seiner Kamera den Zeitgeist vom dreckig bis idyllischen Paris und seinen Bewohnern zu verewigen, und dieses gelingt ihm jenseits aller keimfreien Hollywoodästhetik, welche gerade von den Franzosen zu gerne kopiert wurde. Die Kamera fährt meistens behutsam um ihre Objekte und badet in den Szenen, die auch mal weit unter kinotauglicher Attraktivität liegen, aber durch Rousselot zu fotogenen Blickfängern werden. Oft erzählt der Film seine Geschichte fast ohne Dialoge, nur aufbauend auf seinen Bildern und dem schönen Score von Vladimir Cosma. Durch diese ungewöhnliche Verbindung von Dialog- und Bildebene strahlt ´Diva´ eine seltsame Ruhe und Erhabenheit aus. Die Motive bleiben im Bewusstsein hängen und man fühlt, dass man die Geschichte immer ´im Griff´ hat, wie beim Betrachten eines Bilderbuchs. Für Freunde traditioneller Fotografie ein echter Genuss. So verwundert es auch nicht, dass ´Diva´ 1982 ganz gross abräumte und, neben einem speziellen Kamerapreis, die Cesar´s für Sound, Score und Kamera mit nach Hause nahm. Rousselot´s Künste waren wenige Zeit später auch in Hollywood gefragt. Zu den schönsten Arbeiten seiner immer noch andauernden Karriere zählen unter anderem ´Sommersby´, ´Interview mit einem Vampir´ und aktuell Tim Burton´s ´Planet der Affen´.
Ein Opernfan muss man bestimmt nicht sein, nur etwas Sinn für märchenhaft angehauchte Geschichten haben und bestechend schöne Visualisierung mögen. Der Plot erzählt sich hauptsächlich mit seinen Bildern und gibt viel Zeit, die Absichten und Fähigkeiten der Charaktere zu ergründen. ´Diva´ hat mir erstaunlicherweise immer noch Spass gemacht. Obwohl ich den Film seit seinem Bestehen schon mindestens 10 Mal gesehen habe, bin ich immer noch fasziniert von der unspektakulären Geschichte mit Hochglanz-Optik und schönem Score. Man muss aber unbedingt in der richtigen Stimmung sein für dieses Werk. Man muss die Hektik des Alltags und der lauten, effektgeladenen Actionfilme hinter sich lassen können und vorallem bereit sein, schöne, ruhige Bilder des (un)alltäglichen pariser Lebens wirken zu lassen. Dann, und nur dann ist die ´Diva´ nicht mehr launisch, sondern beglückt Auge, Ohr und Gemüt.
Fazit
´Diva´ erzählt von einer Sängerin, die sich weigert, ihre Kunst zu konservieren. Und von einem Fan, der das nicht so leicht hinnimmt. Das Ergebnis ist ein illegales Bootleg, welches durch eine Verwechslung mit einem anderen Tape für eine wahrhaft mörderische Geschichte sorgt. Jean-Jacques Beineix verfilmte ´Diva´ 1981 als kleines ´Neon´ - Märchen und setzte damit einen preisgekrönten Kultfilm in die Welt. Zu verdanken ist dies den souveränen Charakteren und der bestechenden Hochglanzoptik, die für tolle Atmosphäre sorgt - auch noch 20 Jahre danach.
In einer japanischen Industriestadt lebt ein kleiner Angestellter, der jede Nacht von grausamen Alpträumen heimgesucht wird. In seinen Träumen verwandeln sich fremde Menschen zu schrecklichen Kreaturen aus Metall. Eines Morgens entdeckt er beim Blick in den Spiegel eine seltsame Stelle in seinem Gesicht. Von da an verwandelt er sich innerhalb nur weniger Stunden zu einem Ungetüm aus Drähten und Maschinenteilen. Als er schließlich auf einen anderen, ebensolchen "Iron Man" stößt, beginnt ein unerbittlicher Kampf auf Leben und Tod... ofdb
Die Geschichte des japanischen Experimentalfilmes "Tetsuo - The Iron Man" konform wiederzugeben, wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Shinya Tsukamotos Techno-Alptraum ist ein beklemmender, zuckender Schwarzweiß-Drogentrip mit vielen Metaphern - mit einem schwer fassbaren Inhalt, den man kaum ohne eigene Interpretation beschreiben könnte. [...] mitternachtskino
Info Link Pass
Shinya Tsukamoto - Tetsuo (Japan, 1988)
DVD-Rip Nero MP4 Deutsch Japanisch + deutsche UT 9 Kapitel 691MB 67min
Okay. Ganz ruhig. Was habe ich da eben gerade gesehen? Täuschen mich meine Augen? Nein. Es ist wahr. "Kure Kure Takora", englisch übersetzt in "Gimme Gimme Octopus" ist Realität. Um das ganze Ausmaß der Unfassbarkeit dieses japanischen Serienproduktes zu kommunizieren, hier einmal die Beschreibung eines typischen "Kure Kure Takora"-Dreiminüters: [...]
Das war's. Keine wirklich auflösende Pointe, nicht mal eine halbwegs nachvollziehbare Geschichte. Nur völlig durchgeknallte, kunterbunte Tierviecher, die absolut irre, fast schon psychedelisch-kranke Sachen machen. Vollkommen unfassbar ist hierbei die Tatsache, dass diese Serie für Kinder konzipiert und produziert wurde. Takora ist ein gewaltbereiter, Drogen einnehmender Dieb, der sich ständig versucht, durch andere zu bereichern. Mit allen Tieren der Serie scheint er auf die eine oder andere Weise verfeindet zu sein, nur mit dem komischen Kürbis scheint er wirklich auszukommen. Und selbst der wird in regelmäßigen Abständen von ihm mit Schlägen gezüchtigt.
Every episode is basically about Kure Kure Takora wanting something that belongs to
the other characters and then tries to steal it.
While the episodes only run 2 and a half minutes each, you'll be treated to acts of:
* anti-social behaviour (always guaranteed)
* random violence (guaranteed)
* cannibalism
* Love triangles that cross not only species but also plant/animal classifications
* torture
* set decorations inspired by Fauvism
* suicide attempts
"Sit down, tune in and experience a glorious, one-hour brain killer of a film.
This, ladies and gentleman, is CINEMA!" www.midnighteye.com
Kurzinhalt
Dragon Eye Morrison hat als Kind einen ungeheuerlichen elektrischen Schlag abbekommen: seither rennt er mit einer wahnwitzigen Wut durch die Gegend, kommuniziert telepathisch mit Reptilien und kann allein in den Klängen seiner E-Gitarre Frieden finden. Eines Tages steht eine neue Herausforderung auf dem Plan: "Thunderbolt Buddha", der als Kind vom Blitz getroffen wurde.
Infos:
Sprache: japanisch mit englischen Untertiteln, ist aber egal, da im ganzen Film, der eh nur 54 Minuten dauert, nur um die 100 Sätze gesprochen werden
David Lynch - Industrial Symphony No.1 - The Dream of the Broken Hearted [ BILD ANZEIGEN ][?]
Format: XVID
Größe: 462 MB
Land: USA
Jahr: 1990
Beschreibung: After her boyfriend ends their relationship, the dreamself of a heartbroken woman floats through the air over an industrial wasteland singing ballads of love.
Nach seinem erfolgreichen Spielfilmdebüt "Fahrstuhl zum Schafott" griff Louis Malle wieder auf Jeanne Moreau zurück und inszenierte sie in einem poetischen Film, der auf das (sexuelle) Erwachen ihrer Figur zugeschnitten ist. Unterstützt wird dies durch die stilvollen Schwarz-Weiß-Bilder von Henri Decaë und die Musik von Johannes Brahms. "Die Liebenden" löste seinerzeit einen Skandal aus, allerdings weniger wegen erotischer Freizügigkeit, sondern weil hier eine verheiratete Frau ungestraft Mann und Kind für ihren Liebhaber verlässt.
István Szabó - Mephisto (Ungarn Deutschland, 1981)ofdb
Der ehrgeizige und talentierte Theaterschauspieler Hendrik Höfgen ordnet seiner Karriere alles unter - seine politische Gesinnung, seine menschlichen Beziehungen und seine Kunst. Im Berlin der goldenen Zwanziger eilt er von Erfolg zu Erfolg. Zu seinem größten Triumph wird seine neuartige Darstellung des Mephisto in Goethes "Faust". Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigriert seine Frau nach Paris, Höfgen kehrt nach Berlin zurück. Die mittelmäßige Schauspielerin Lotte Lindenthal, Frau des mächtigen Luftwaffengenerals und preußischen Ministerpräsidenten, verwirklicht ihre eigenen künstlerischen Pläne als Partnerin von Höfgen. Als Gegenleistung sorgt sie dafür, dass er seinen Mephisto wieder spielen darf - wenn auch nicht mehr in der modernen, sondern einer deutsch-romantischen Konzeption. Einer beispiellosen Karriere im Dritten Reich steht jetzt nichts mehr im Wege. Vom General zum Intendanten des Staatstheaters ernannt, macht er dieses zu einem Asyl für politisch und rassisch verfolgte Schauspieler. Doch irgendwann lässt der General auch einen Höfgen spüren, wer die Macht im Staate hat ...
Kommentar
In István Szabós mehrfach preisgekröntem Meisterwerk (darunter ein Oscar 1981) geht es um die Wechselwirkungen zwischen Kunst und Politik in einem totalitären Staat. Mephisto ist das Psychogramm eines Karrierebesessenen - vorzüglich: Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle - und basiert auf dem gleichnamigen, 25 Jahre verbotenen Roman von Klaus Mann über Gustaf Gründgens. Mit enormem Aufwand inszeniert der ungarische Regisseur Szabó eine faszinierende Theaterwelt und rekonstruiert dabei die pompöse Theatralik des NS-Kulturbetriebes. (3sat online Filmarchiv)
Info Link Pass
DVD-Rip Xvid Deutsch + Eng Sub 695MB 144min 667kb/s
Der gutaussehende Omar will ans große Geld. Kurzentschlossen befördert er sich zum Manager eines total heruntergekommenen Waschsalons. Zusammen mit seinem Freund Johnny, der mit Ausländer-raus-Parolen sympathisiert, verwandelt er die Bruchbude in einen wahren Palast, mit Spielautomaten, Stereoanlage und Video. Und das nötige Kleingeld für die neongestylte Ausstattung besorgt sich der Pakistani kurzerhand bei seinem Cousin: er legt ihn bei einem Drogendeal auf's Kreuz. Alles läuft wunderbar. Bis plötzlich eine Gang ausländerfeindlicher Skinheads auftaucht...
Die Jungfrauenquelle (1960) von Ingmar Bergman [Avi] Drama - DVD-Rip - Deutsch/Schwedisch - 788 MB - 85 Minuten
Info & Review
Die hübsche Bauernstochter Karin (Birgitta Pettersson) ist zusammen mit der schwangeren Ingeri (Gunnel Lindblom) auf dem Weg zur Stadt. Auf dem Weg dorthin will Ingeri nicht den Wald durchqueren, weil sie sich fürchtet. Karin reitet allein weiter und trifft später auf drei Brüder (Axel Düberg, Tor Isedal, Ove Porath). Aus Mitleid bietet sie ihnen ihren Proviant zum teilen an, aber die Situation eskaliert. Karin wird vergewaltigt, niedergeschlagen und ausgeraubt. In der Nacht bitten die drei Männer um eine Übernachtungsmöglichkeit an einem Hofe, ohne zu ahnen das es der von Karins Eltern Töre (Max von Sydow) und Märeta (Birgitta Valberg) ist, die sich inszwischen Sorgen um ihre Tochter machen...
Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman war schon vor Jungfrukällan, so der Originaltitel des Films, kein Unbekannter unter Filmfreunden. Filme wie z.B. Det Sjunde inseglet (Das siebente Siegel) brachten ihm einiges an Anerkennung von Filmkritikern ein. Aber zusammen mit der Verleihung des Oscars 1961 für den besten ausländischen Film machte ihn Die Jungfrauenquelle auch einem breiteren Publikum endgültig bekannt. Die Geschichte um Moral und Gewalt traf das damalige Publikum heftiger als es heute der Fall ist und die Vergewaltigungsszene war für damalige Zeiten sehr gewagt. Immerhin entstand der Film mindestens 10-15 Jahre vor Machwerken wie z.B. Thriller - A Cruel Picture oder Ich spuck auf dein Grab (Ich spuck auf Dein Grab), die das sogenannte "Rape and Revenge" Subgenre im Exploitationfilm bilden sollten.
Der Film ist ungefähr dreigeteilt. Im ersten Drittel werden die Charaktere auf seiten der Familie vorgestellt. Ihnen geht es relativ gut, müssen aber auch entsprechend hart arbeiten. Töre ist ein strenger, aber liebevoller Vater, während Märeta ihre Tochter über alles liebt und ihr kaum einen Wunsch abschlagen kann. Karin wird wie eine Engelstochter dargestellt. Sie ist hübsch, sich dessen durchaus bewußt und versteht es ihre Eltern um den Finger zu wickeln. Als krasser Gegensatz dazu wirkt Ingeri. Man erfährt nur soviel, dass sie nicht zur Familie gehört und auch nur als Arbeitskraft am Hofe geduldet wird, zudem ist sie schwanger ohne verheiratet zu sein. Die restlichen Personen auf dem Hof sind allesamt Arbeiter. Allen gemeinsam ist ihr christlicher Glaube, der bei Märeta besonders ausgeprägt ist. Sie geht sogar soweit, die Leiden Christi mit Kerzenwachs auf ihren Armen Tribut zu zollen. Nur Ingeri wendet sich in ihren Gebeten an Odin, ist also mehr den alten Religionen zugewandt. Karin mag Ingeri wohl durchaus, eine tiefe Freundschaft gibt es aber zwischen den beiden nicht.
Der Mittelteil besteht dann aus dem Ritt der beiden Mädchen. Als ihnen unterwegs ein Bauer behilflich ist, erkennt man das Karin besonders beliebt ist, während Ingeri kaum beachtet wird und das Ganze finster von einigen Metern Entfernung heraus betrachtet. Ein alter Mann, der in einer Mühle wohnt und Karin sofort über den Fluß hilft, will sich dann auch lieber sein Vergnügen mit Ingeri machen, die aus Angst vor dem Wald dort geblieben ist. Ingeri stellt also sowas wie die untere gesellschaftliche Klasse dar, während Karin, wenn man mal ihre Herkunft aus einer Bauernfamilie ignoriert, sich fast wie eine Prinzessin benimmt und auch so behandelt wird. Ingeri ist deswegen eifersüchtig auf sie und wünscht insgeheim, dass Karin doch was passieren möge.
Die trifft dann schließlich auf die drei Brüder. Der Jüngste ist noch ein halbes Kind und sagt kein Ton, einer der älteren ist stumm und kann nur seltsame Geräusche von sich geben und nur einer, vermutlich der älteste von allen, kann normal reden. Als Zuschauer erkennt man sofort, dass die drei Gestalten bzw. die beiden Älteren es nicht ehrlich meinen. Nur Karin ist so naiv und glaubt ihnen ihre Leidensgeschichte und bietet ihnen daher ihr Essen an. Die Lage wird für Karin immer bedrohlicher und diese Bedrohung schlägt sich auch in der Atmosphäre des Filmes nieder. Die Spannung nimmt zu, die Männer rücken immer näher an Karin. Als sie schließlich die Lage erkennt ist es auch schon zu spät. Nach dem biblischen Teilen des Brotes, ein Akt der Barmherzigkeit, wird sie von den beiden älteren Brüder mißbraucht. Die Kamera schwenkt dabei aber nicht ab, sondern läßt den Zuschauer das Verbrechen direkt miterleben. Die Kamera verurteilt dabei nicht oder hat etwa Mitleid mit Karin, sondern gibt einfach das Geschehen wieder, ganz so als sei man ein zufälliger Beobachter.
Der letzte Teil des Films stellt dann noch eine weitere Steigerung in der Spannung, aber auch in der düsteren Atmosphäre dar, als die drei Brüder in das Haus der Eltern kommen. Denn als die Eltern erkennen, wem sie da Unterschlupf gewähren, hat die letzte Stunde für die drei geschlagen. Aus der Verzweiflung, wo denn ihre Tochter bleibt, wird Hass und das Verlangen nach Rache. Was hier weniger schockiert sind die Taten an sich, sondern vielmehr mit welcher Ruhe Töre sich darauf vorbereitet. Er bricht in keinen wilden Tötungsrausch aus, sondern agiert leise und bedacht und wartet sogar darauf, dass die drei aus ihrem Schlaf aufwachen.
Ingmar Bergman schuf damit einen Film, nach dem sich jeder Zuschauer fragen wird, wie er denn reagieren würde. Und hier hält Bergman dem Publikum den Spiegel vor, denn natürlich empfindet man Mitleid mit Karin und den Eltern, aber verdammt man die nachfolgende Tat von Töre? Erscheint es nicht sogar nachvollziehbar, dass er sich so benimmt, dass er die Schandtat an seiner Tochter rächt? Hilfreich in dieser Situation ist sicherlich, dass zu dem Zeitpunkt außer ihm, Märeta und Ingeri niemand von dem Tod Karins weiß und ihn somit niemand von der Rache abhalten kann. Auch kommt die abgelegene Lage des Hofes abseits anderer Orte und Häuser Töres Handlung entgegen. Und Märeta schaut dem Ganzen stumm zu, denn obwohl sie streng nach den Regeln der katholischen Kirche lebt, hält sie ihren Mann nicht davon ab sein Werk zu vollenden. Der Mann, der zu Beginn des Films wie ein rationaler und klar denkender Mensch wirkt, vollführt drei brutale Akte der Gewalt und macht sich damit, auch wenn er den Tod seiner Tochter rächt, genauso schuldig wie auch die Mörder.
Festgehalten wurde dies in teils beeindruckenden schwarz-weiß Bildern, wobei Bergman gerne Totalen verwendete oder bestimmte Gegenstände oder Personen in den Vordergrund schob. Die weite Landschaft Schwedens wurde für einige wirklich schöne Aufnahmen genutzt. Zudem findet auch die von Bergman gewohnte Symbolik ihren Einzug in den Film, wenn auch nicht ganz so bedeutungsschwanger und im Übermaße wie in seinem Det Sjunde inseglet (Das siebente Siegel). Die Religion spielt aber auch hier eine Rolle, allerdings nicht ganz so vordergründig. Zunächst sieht man nur Töre und Märeta vor einem Jesus-Kreuz beten, aber das gemeinsame Essen an dem langen Tisch erinnert sehr stark an das bekannte Abendmahl-Gemälde von Leonardo da Vinci.
Die Jungfrauenquelle, der Name bekommt in der letzten Szene des Films seine Bedeutung, ist ein Werk dem man sich als Zuschauer kaum entziehen kann. Obwohl die Geschichte in ihrer Grundstruktur enorm einfach gehalten ist, verlieh ihr Bergman durch seine Inszenierung und vor allem durch die Tiefe der Charaktere eine gewisse Komplexität und Deutungsmöglichkeit. Inhaltlich ist, im Gegensatz zu den Farben des Films, eben nicht alles in Schwarz und Weiß einteilbar, sondern es gibt sehr viele Graustufen. Wobei der Film aber allgemein verständlich bleibt und nicht erst ein Filmstudium abgeschlossen werden muss, um alles zu verstehen. Trotz seines Alters funktioniert der Film auch heute noch perfekt und hat von seiner Bedeutung nichts verloren.
Wer diesen Film übrigens nicht kennt, aber trotzdem die Handlung enorm bekannt vorkommt, der sollte jetzt aufhorchen. Denn Die Jungfrauenquelle ist die lose Vorlage zu Wes Cravens derben Debütwerk The Last House on the Left, das er 1972 drehte. Dort kommen zwei junge Frauen in die Hände einer durchgeknallten Verbrecherbande, die nach dem Mord an den Mädchen in dem Elternhaus übernachten und schließlich brutal von den Eltern umgebracht werden, als die erkennen was mit ihrer Tochter geschehen ist. Teilweise kann man zwischen Die Jungfrauenquelle und The Last House on the Left direkte Verbindungen von Charakter zu Charakter herstellen, ansonsten lassen sich die beiden Filme natürlich nur schwer vergleichen. Während Die Jungfrauenquelle ein Stück Filmkunst ist, handelt es sich bei The Last House on the Left um ein reines, wenn auch sehr kontroverses Stück Exploitationfilm. In diesem Zusammenhang mutet es schon beinahe amüsant an, dass damals, als Bergmans Film in den Kinos lief, die Polizei in München um die Herausgabe der Kinorolle bat um die Vergewaltigungsszene herausschneiden zu können - was dem Film dann zum Durchbruch an den Kinokasse verhalf.
Die Vorlage für den Film liefert eine alte schwedische Legende aus dem 14. Jahrhundert, die von Ulla Isaksson in ein Drehbuch verwandelt wurde. Für die Kamera zeichnete sich Sven Nykvist verantwortlich, der neben ein einigen anderen Bergman Filmen auch den Schritt nach Hollywood schaffte und dort z.B. an dem langweiligen, aber kommerziell erfolgreichen Sleepless in Seattle (Schlaflos in Seattle) beteiligt war. Ingmar Bergman ist selbst heutzutage noch aktiv, auch wenn seine letzten großen Erfolg schon einige Jahre zurückliegen. Sein letzter großer Film war 1982 Fanny och Alexander (Fanny und Alexander). Max von Sydow ist den meisten sicherlich bekannt. Nicht nur als ein Stammschauspieler Bergmans war er tätig, sondern tauchte auch in Filmen wie The Exorcist (Der Exorzist), Conan the Barbarian (Conan der Barbar) oder dem SF-Thriller Minority Report auf.
Eine amerikanische Familie verfolgt den verrückten Traum, drei private Grandhotels zwischen Neuengland und Wien zu bewirtschaften und nacheinander zu bewohnen. Verfilmung des turbulenten Romans von John Irving, bei der Ansätze grotesk-ironischer Zeitkritik mit der Überfülle von unsinnigen vulgären Szenen kollidieren. In solcher Mischung aus Kuriosem, Banalem und Skurrilem nähert sich der Film zwar durchaus dem literarischen Kosmos Irvings, aber das Arsenal der Personen, allesamt Wirrköpfe, Außenseiter, versponnene Exzentriker und Lebenskünstler, bleibt seltsam steril. So vermittelt sich enttäuschend wenig von der Wärme und lebensbejahenden Haltung des Romans. (Neuer Titel: "Eine ausgeflippte Familie")
Regisseur: Chris Kraus
Darsteller: Jürgen Vogel als Jesko, Margit Carstensen als Käthe, Andrea Sawatzki als Käthe, jung, Nadja Uhl als Zitrone, Dietrich Hollinderbäumer als Gebhard, Peter Davor als Ansgar, Roxanne Borski als Charlotte, Christian Körner als Gerhard
D 2002 Videoinfo:
Dateigröße : 700 Mb.
[Film]
Gültig : Ja [AVI]
Dauer : 01:35:40
Film vollständig : Ja
Der schwerkranke Jesko geht unwillig zu einem Familientreffen. Sein älterer Bruder will ihn überreden, von seiner Mutter eine für ihn lebenswichtige Knochenmark-Spende anzunehmen. Sie hatte die Brüder als Kinder angegriffen und fast umgebracht. "Mit emotionaler Wucht, aber auch leiser Komik" beeindrucke diese "auch visuell schöne Familientragödie", schreibt Blickpunkt:Film. Ein "aufregendes Kammerspiel", das zum Interessantesten gehört, was der deutsche Nachwuchsfilm derzeit zu bieten habe.
Sehr passend fand Horst Peter Koll vom filmdienst den Filmtitel: "Es ist in der Tat ein Tanz auf Scherben, den Chris Kraus in seinem Erstlingswerk aufführen lässt, das sich als wildes, exzessives Seelendrama gebärdet und (...) die Qualen und tiefe Trauer von Menschen spiegelt, die sich entweder ganz im Wahnsinn verlieren oder hart an der Kippe dazu 'tanzen'." Beeindruckend fand er "die schonungslose Tour de Force von Margit Carstensen". Sie sei aber "damit freilich der einzig wahre, tatsächlich bestürzende und emotional bindende Nexus in einem ansonsten eher konstruierten Reigen diverser thematischer wie erzählerischer Versatzstücke, die viel zu viel aufeinander häufen und sich gegenseitig die Luft zu Atmen rauben." Ein wahres "Gestrüpp" von unterschiedlichen Handlungsfäden, das selbst einen erfahrenen Regisseur überfordert hätte und gleichzeitig "zu wenig innere Spannung" seien die Hauptprobleme des Films.
Stefan David Kaufer ( taz) fällt auch nicht viel positives ein: "Die Erzählung wird lediglich bebildert, Kino findet selbst in verschneiten Bergen nicht mit eigener Intensität statt, sondern, der Werbung kleiner Pfarrbüchereien folgend, bloß als Fernsehen im Kopf. Die besten Momente sind wie im psychisch aufreibenden Kammerspiel ? la Strindberg, wenn Bruder gegen Bruder, Mutter gegen Sohn und Vater gegen alle wütet. Schließlich machen die Schauspieler seriöse Arbeit und dank Judith Kaufmanns Kamera sitzt man in der ersten Reihe. Aber auch hierbei stößt etwas sauer auf: die zahlreichen inhaltlichen Sackgassen, die den Zuschauer unangenehm aus dem fiktionalen Bann reißen."
Margret Köhler ( Welt) war dem Regisseur zumindest dankbar, dass er den Zuschauer am Ende nicht "in ein Loch fallen" lasse, sondern mit "schwarzhumorigen Pointen" aufheitere und "mit einem Miminimum an Zuversicht in die Zukunft" entlasse.
Kerstin Decker hat im Tagesspiegel eine Doppelkritik zu Blue Moon und Scherbentanz geschrieben, denn beide Filme hätten ihr deutlich gemacht, dass der deutsche Film "einfach oft kein Talent zum Beiläufigen" hat. Blue Moon wirke manieriert und kranke daran, "dass er eigentlich gar keine dramatischen Stellen hat", und Scherbentanz "trägt schwer an seinem unbedingten Willen zur Bedeutung". Beiden aber fehle "vor allem die Kälte gegen sich selbst."
Rainer Gansera von der Süddeutschen Zeitung dagegen fand Scherbentanz einen "der markantesten deutschen Filme der letzten Zeit" und "ähnlich unter die Haut gehend" wie der Dogma-Film Das Fest. "Auch wenn sich die Erzählstränge bisweilen verheddern und manche melodramatische Stilisierung halbherzig bleibt ? niemals zweifelt man an der existenziellen Wahrheit der Figuren. Fassbinder-Star Margit Carstensen verleiht der irren Alten heiligmäßigen Furor. Als Engel der Hoffnung glänzt Nadja Uhl. Peter Davor als Ansgar, zwischen Vater-Gehorsam und Bruder-Solidarität, behauptet sich mühelos neben Jürgen Vogel, dessen kurz angebundene Art Jeskos Verzweiflung perfekt akzentuiert."
Blade Runner 1982 US Theatrical NTSC-DIRTY (NOT DIRECTORS CUT)
Release Info:
The original theatrical version of Blade Runner has never been released on DVD, so very little if any quality was lost shrinking the anamorphic NTSC transfer down to 700mb.
While not DVD-rip quality, it is superior to any DIVX rendition seen so far. This is the orignal version where Harrison Ford is giving voice over commentary near the beginning.And also with the different Ending
Tony Conrads "The Flicker" beinhaltet kein einziges herkömmliches Bild, so wie es im traditionellen Erzählkino vorkommen mag. "The Flicker" besteht, mal abgesehen von den anfänglichen Titelkarten, nur aus einzelnen schwarzen und weißen Filmbildern, die abwechselnd und in stetig variierenden Rhythmus gezeigt werden. Diese erzeugten Lichtblitze steigern sich im Laufe des Films immer wieder zwischen einer Rate von 4 Blitzen pro Sekunde, bis hin zu 24 pro Sekunde. Dadurch erreicht Conrad einen flimmernden Stroboskopeffekt, der uns wortwörtlich halluzinieren lässt. Am Höhepunkt des Films hat jeder konzentrierte Zuschauer seine individuelle "Flicker"-Erfahrung: Durch die extremen Rhythmen wird direkt das zentrale Nervensystem des Menschen angesprochen, das im Hirn Formen, Farben und Verschiebungen kreiert, die von Vorstellung zu Vorstellung und von Zuschauer zu Zuschauer inkongruent auftreten.
Zu Beginn steht eine Warnung. Epilepsiekranke mögen den Vorführungsraum bitte verlassen und jede Vorstellung von "The Flicker" sollte nur mit einem Arzt in der Nähe beginnen. Im Vorfeld des Films wurde aber bereits bestätigt, dass sich diese erste Titelkarte nur an eine Person unter 15000 richtet. Für die restlichen, gesunden Zuschauer bleibt die Warnung kuriose Panikmache. Die restliche Zeit des Films besteht aus den oben erwähnten Schwarz-Weiß-Bildern, die untermalt werden von einem elektrischen Ton, der durch Conrad ohne ein traditionelles Musikinstrument erschaffen wurde. Dadurch, dass er nur an Maschinen Schaltungen vornahm, entsteht ein rhythmischer Ton, der den hektischen Sound des Filmprojektors nachstellt.
Filmtheoretisch ist "The Flicker" ein Meisterwerk ohne Gleichen. Er verschiebt die Aufnahme der "Filmbilder" aus dem sensorischen Bereich, in den neuralen. Die sensationellen Formen, Kreise, Spiralen, Rechtecke, die verschiedenen Farben und die scheinbare Veränderung in der Größe des Bildschirms, die durch die direkte Stimulanz unserer Physiologie hervorgerufen werden, sind die ersten Filmbilder, die wir erst im Gehirn erschaffen, anstatt sie nur vorgefertigt über unsere Augen erfassen. "The Flicker" ist vielleicht der beste des strukturellen Films, eine Erhebung über jegliche Narration oder komplizierte Produktion des Bildes, nur bestehend aus variierenden Frequenzen zwischen Schwarz und Weiß. Ohne ein Bild, einen Plot, eine Aussage, einen Willen zu vermitteln, fasziniert "The Flicker" durch seine einzigartige Verschmelzung und Beanspruchung unserer ureigenen Lebensvorgänge. mitternachtskino
"CORELLIS MANDOLINE" zeichnet eine Liebesgeschichte nach, die sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zwischen dem zwangsverpflichteten Offizier der italienischen Besatzungsmacht, Hauptmann Antonio Corelli (Oscar-Preisträger Nicolas Cage), und der willensstarken und ehrgeizigen Kephallonierin Pelagia (Penélope Cruz) entwickelt. Als Corelli und seine Männer auf der idyllischen Insel eintreffen, sehen sie ihren Aufenthalt als eine Art Urlaub in Griechenland - der Krieg ist dabei nur eine Radionachrichtensendung aus der Ferne. Zunächst sind Pelagia und die anderen Dorfbewohner gegen die ungebetenen Gäste aufgebracht, doch schließlich verzaubert sie der gewinnende Charme und die Lebenslust der Italiener, wodurch die Differenzen überwunden und Gemeinsamkeiten gefunden werden. Schließlich sieht Pelagia in Corelli den Mann, der er wirklich ist: ein Mann voller Liebe zum Leben, zu seiner Musik, zu ihr.
Doch der unerbittliche Krieg erreicht unweigerlich auch die idyllischen Ufer von Kephallonia und zerstört für immer den Frieden und die Ruhe - sowohl unter den Einwohnern als auch in der komfortabel untergebrachten italienischen Besatzertruppe. Die zarten Bande, die zwischen Antonio und Pelagia geknüpft wurden, sind bedroht. Als Hauptmann Corelli die gewalttätige Realität des Krieges miterlebt, ist er gezwungen, Kephallonia zu verlassen - und damit auch die Frau, die er lieben gelernt hat. Pelagia weiß, dass auch sie angesichts des Krieges machtlos ist, und dass sie ihren Geliebten verabschieden muss - ohne zu wissen, ob sie sich jemals wiedersehen werden.
Abbé Henri Cremer sitzt unter unmenschlichen Bedingungen im Pfarrerblock des Konzentrationslagers Dachau ein. Als er plötzlich entlassen und zurück nach Luxemburg zu seiner Familie geschickt wird, glaubt er dem sicheren Tod entkommen zu sein. Doch das Glück währt nicht lange: Untersturmführer Gebhardt eröffnet ihm, das er den Bischof von Luxemburg in neun Tagen dazu bringen soll, mit den Nationalsozialisten zu kollaborieren. Gelingt ihm dies nicht, muss er in das KZ zurückkehren. Ein Fluchtversuch würde für seine Familie sowie die anderen in Dachau inhaftierten Geistlichen den Tod bedeuten. Zwischen den beiden Männern entspannt sich ein erbittertes Duell. Cremers Glauben wird auf eine harte Probe gestellt: Kann sein Gewissen der Versuchung Stand halten?
Die fiktiven Ereignisse des Films basieren auf dem Tagebuch Pfarrerblock 25487 des luxemburgischen Pfarrers Jean Bernard, der von Mai 1941 bis August 1942 in Dachau interniert war. Dabei bietet die Glaubensthematik Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (Die Blechtrommel) nur die Basis für den Gewissenskonflikt zwischen Gut und Böse, dem sich Cremer ausgesetzt sieht. Ulrich Matthes, der in seinem vorherigen Film Der Untergang Propagandaminister Joseph Goebbels verkörperte, verleiht dem vom KZ gezeichneten Priester eindrucksvoll Gestalt und strahlt dabei eine ungeheure innere Stärke aus. August Diehl (23 ? Nichts ist so wie es scheint liefert trotz seiner vergleichsweise jungen Jahre eine ebenbürtige Leistung ab, ohne dabei in Klischeebilder eines gefühlskalten Gestapo-Offiziers zu verfallen: Sein Gebhardt ist ein Verlorener, der glauben möchte, bei den Nationalsozialisten eine neue Heimat gefunden zu haben. Beeindruckend ist die Farb- und Lichtgestaltung des Films, der den grausamen Alltag im Konzentrationslager in erschreckende Bilder zu fassen weiß.
S?o Paulo, Sociedade Anônima AKA S?o Paulo S/A (Luís Sérgio Person, 1965) Portugiesisch mit englischen & spanischen UT, Bonus Commercials/Propagandas von Luiz Sérgio Person
Filminfo
25 year-old Carlos (Walmor Chagas, in his film début) is an employee of the Volskwagen car factory in S?o Paulo, during the Brazilian auto industry boom (1957-1961). He leaves VW to work as manager for Arturo (Otelo Zeloni), a modest Italian immigrant who strikes it rich selling auto parts for big car manufacturers. In non-chronological order, we follow Carlos' gradual personal and professional breakdown as he desperately and unsuccessfully searches for ethics, truth and his own roots in his oppressing middle-class existence. All he sees around him is futility and mendacity, becoming increasingly unstable and desperate as he confronts reality: the frustrating experience of industrial work and capitalist/bourgeois values, represented by the simpleton, corrupt, social climbing Arturo; the exasperating conventionality of marriage, parenthood and family life, represented by his dreary relationship with his petty-minded fiancée/wife Luciana (Eva Wilma) and their baby son; the vacuous hedonism of his lover Ana (Darlene Glória), who takes advantage of the company of rich, powerful men; and the shallow intellectualism of his suicidal ex-lover Hilda (Spanish actress Ana Esmeralda, voice-dubbed in Portuguese). All of them (including Carlos) are ready to be devoured by the glittering, magnetic, blood-sucking city of S?o Paulo.
In 1965, Cinema Novo (the Brazillian New Wave) was at an effervescent crossroad, and "S?o Paulo S/A" is one of its most emblematic films. After initially dealing with political, land and social issues regarding the "destitute people" (Nelson Pereira dos Santos' "Vidas Secas", Glauber Rocha's "Deus e o Diabo na Terra do Sol", the episode film "Cinco Vezes Favela", Paulo César Saraceni's "Arraial do Cabo", etc), the second phase of Cinema Novo approached the "angry", disillusioned, politically-aware, young middle-class Brazilian man in ethical and existential crisis: "S?o Paulo S/A" belongs to this phase, along with Saraceni's "O Desafio" (1965), Rocha's "Terra em Transe" (1967) and Gustavo Dahl's "O Bravo Guerreiro" (1968), among others. They're also related to international films investigating the role of non-conformist younger generation in the 1960s society: Bertolucci's "Prima della Revoluzione" (1964), Bellocchio's "I Pugni i Tasca" (1965) etc.
The Brazilian Cinema Novo production was essentially rooted in Rio de Janeiro. WIth "S?o Paulo S/A", first-time director/writer Luís Sérgio Person, at 29, single-handedly represented the young generation of S?o Paulo's filmmakers joining the movement: he was the first to address and criticize the phenomenon of S?o Paulo's economic boom, consolidated as the biggest and richest South American metropolis in a period of roughly 10 years (1955-1965), thanks to the nationalization of auto industries and their cascade effects on other highly lucrative businesses (highways, civil engineering, transport, multi-fold services). Money was rolling in non-stop, and many humble neighborhoods of S?o Paulo were replaced by huge skyscrapers and modern industries (Carlos is repeatedly humming the song "Favela", that talks of the old shantytowns being replaced by big buildings). Carlos is skeptical of a so-called "progress" that benefits only a few and doesn't bring any real change in social conventions, human relationships and labor rights (S?o Paulo's auto industry and its dire labor conditions would be eventually lead to the creation of the biggest working-class political movement in Brazil, organizing massive strikes in the late 1970s that ultimately led to the foundation of Brazilian Labor Party in the early 1980s, led by Lula da Silva, who in 2002 was elected the first ever working-class President of Brazil).
There are minor letdowns in the film: anachronisms galore, as the film is set between 1957 and 1961 and everything you see is definitely from 1965 (it's a treat for vintage car aficionados, with Simcas, Gordinis, Karmann Ghias, Aero-Wyllis, VW beetles, etc). Ana Esmeralda is awfully miscast and makes her character sound expendable and fatuous; a real shame. Cláudio Petraglia's music is unduly bombastic, belying the film's drier, unsentimental texture. However, the assets are very solid: the non-chronological story-telling is definitely ahead of its time. The editing is agile and the dialog includes bold language in a time of rigid censorship. The cast includes Eva Wilma, who's perhaps too old to play a 21 year-old girl, but compensates with a strong, against-type performance that covers a large acting spectrum. Darlene Glória is already incredibly confident, beautiful, sexy and natural in her film début at 22 and Otelo Zeloni is just perfect as Arturo, the shady character who's so simpaticone he's impossible to dislike.
Person's direction is amazingly accomplished (considering it was his first) and he skilfully avoids traps: Carlos is a modern middle-class anti-hero who's NEVER "nice" or "appealing" or "charismatic"; he's always inflexibly uncompromising and aggressively candid. He doesn't fit in, he doesn't inspire "pity" or "compassion" or "solidarity". Lying and compromising become almost physically nauseating for him, and you can feel his pain as his behavior inevitably hurts people around him. If we care about him at all, it's because it's impossible to dismiss someone with such a relentless commitment to truth and, of course, because of Walmor Chagas' remarkable performance. Though inexperienced as a film actor, he holds it all solidly together: you won't catch him on a single false note. But the film's real star may well be Ricardo Aronovich's camera: fluid, unhampered, efficient whether capturing big crowds, assembly lines, small apartments, beach resorts, parties, faces, bodies, cars. No wonder he went on to work for maestri such as Costa-Gavras, Louis Malle, Peter Brook, Ettore Scola and Alain Resnais.
"S?o Paulo S/A" is mandatory for everyone interested in Cinema Novo and/or Latin American socially concerned films; but also for people who like intelligent, well-acted, unconventional story- telling mixing fiction and documentary-style. It's certainly rewarding, and there's a new DVD release by VideoFilmes with subtitles in English and Spanish.
Amerika ist in den 50er Jahren von einer Atombombe verwüstet worden und die Russen haben das Land übernommen. Einzig in Las Vegas, umbenannt in Lost Vegas, hält sich eine letzte Bastion Amerikaner unter der Führung von Elvis höchstpersönlich. Doch nun ist der King gestorben und ein neuer King wird gesucht. Samurai und Rock´n Roller Buddy mcht sich auf den Weg, um der neue King in Vegas zu werden, doch er ist nicht der Einzige… haiko
Die Stärken des Films sind neben der verrückten Grundidee und den immer wieder auftauchenden bizarren Charakteren die durchaus ansehnlichen Schwertkampfszenen, der coole Soundtrack (Rockabilly/Rock'n'Roll meets Russische Folklore) der Red Elvises und die für einen Debütfilm sehr ansehnliche und abwechslungsreiche Regie von Lance Mungia, der seltsamerweise seitdem nur den kürzlich erschienenen Direkt-auf-DVD neuesten Teil der Crow-Serie gemacht hat. Größter Schwachpunkt ist das sichtlich geringer als geringe Budget, was sich in käsigen Kulissen und vor allem Masken äußert. Das ist zwar gut für den Trash-Faktor, dennoch keimt in mir immer wieder der Verdacht auf, dass Mungia und Falcon (der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch als Produzent, Co-Autor, Stuntkoordinator und Co-Bühnenbildner wirkt...) nicht alles umsetzen konnten, was sie wollten.
Wer sich allerdings davon nicht abschrecken läßt und auch auf eine kohärent erzählte Geschichte jenseits von Buddys und des Jungen puren Trips verzichten kann, hat mit Six-String Samurai einen Independant-Tipp an der Hand, der das Geekherz höher schlagen läßt, auch wenn nicht die Klasse von anderen kultigen Minimalproduktionen wie "Clerks" oder "Bad Taste" erreicht wird (andererseits: an Roberto Rodriguez' "El Mariachi" etwa kommt "Six-String Samurai" meines Erachtens locker ran). Udo Gerhards
Peter Winter, ein schizophrener Mann, wird aus einer Heilanstalt entlassen. Er begibt sich auf die Suche nach seiner Tochter. Immer wieder wird er von Halluzinationen heimgesucht. Als die Leiche eines Kindes gefunden wird, ist Detektiv McNally davon überzeugt, dass Peter der Täter ist... mancity
Es gibt kaum einen Film, der wie "Clean, Shaven" das eigentliche Thema über die Schwelle des Inhaltes hinwegträgt und es in Narration, Stil und Form miteinbringt. "Clean, Shaven" als ein Film über Geisteskrankheit und Schizophrenie übersetzt die Merkmale einer solchen Verwirrtheit in Filmsprache. Der Film erzählt die Geschichte eigentlich nicht, sondern lädt uns auf einen Trip in den Kopf des gestörten Protagonisten Peter Winter ein, von da aus wir die Erzählung erforschen. Die Geschichte des Peter Winter wird hier nicht aus einer unbeteiligten, beobachtenden Position erzählt, sondern direkt aus einer singulären Erste-Person-Perspektive. [...]
Der Regisseur dieses herausragenden Independent-Dramas ist der unbescholtene Lodge H. Kerrigan, der bisher nur mit seinem Auftritt in Sam Henry Kass' "Auf der Suche nach Jimmy Hoyt" als stummer Kameramann für Aufmerksamkeit sorgte. Sein Regiedebüt "Clean, Shaven" ist wahrlich ein Ausnahmewerk. Seine Kamera bleibt in dem gesamten Film über sehr statisch. Den Raum um Peter Winter schlüsselt er durch viele kleine Einzelaufnahmen seiner Umwelt auf. So beispielsweise der schwarze Kaffee, der sich aufhellt, als sich die Milch in dem Getränk ausbreitet. Kamerafahrten, die die unterschiedlichen Punkte in der Welt Winters geographisch miteinander verbinden würden, sucht man vergeblich. Alle Bilder sind voneinander separiert - vielleicht ähnlich wie der Geist Winters. Dazu spielt der minimalistische Soundtrack von Hahn Rowe, der zu keiner Zeit nur einen Hauch angenehmer Melodien verbreitet, sondern für nur noch mehr Depressionen und Düsternis in dem Film sorgt.
Doch der Film wäre nur die Hälfte wert, wäre da nicht die großartige Performance von Peter Greene, den man zuvor in Tarantinos "Pulp Fiction" als Zed sah. Greene spielt den Schizophrenen fast schon zu glaubwürdig. Es ist zwar bekannt, dass Greene ein schwieriger Zeitgenosse ist, aber ein solch intensives, nuanciertes Spiel, eine so große Ausdruckskraft über Verletzlichkeit, Angst und Bereitschaft selber zu verletzen und Angst zu verbreiten, in jedem Augenblick, in jeder Bewegung, hätte wohl niemanden von dem Indie-Schauspieler erwartet.
Am Ende wissen wir, dass ein Schizophrener für unsere Gesellschaft tot ist. Egal ob hilfsbereit, liebend oder gar freundlich, oder brutal und mordend - ein geistig Verwirrter kann nicht überleben. "Clean, Shaven" ist ein wuchtiger, kleiner, kantiger Film, der aber dennoch voll Wahrheit, Respekt und Achtung steckt. Peter Winter wird nicht als gesellschaftliche Bedrohung gezeichnet, sondern auch als eine Person, der man eine weitere Chance hätte geben können. Peter Winter ist kein neuer Norman Bates, obwohl sein Look und seine Aktivitäten wohl erschreckender aussehen, als alles, was der "Psycho"-Muttermörder je getan hätte. Winter ist eher jemand, der nicht innerhalb der gesellschaftlichen Normen leben kann, und auch jemand, mit dem die Gesellschaft an sich auch nicht leben möchte. Eine schockierende, deprimierende, verfolgende Charakterstudie, so viel besser, als alle stereotypen Schizo-Thriller aus Hollywood!mitternachtskino
Auf halber Treppe ihres Lebens haben sich die befreundeten Paare Düring und Kukowski festgefahren. Chris und Katrin Düring haben sich in Alttag und Bett nicht mehr viel zu sagen, während Uwe Kukowski rund um die Uhr in seiner Imbissbude schuftet und darüber seine Frau Ellen und die Kinder vergisst. Kein Wunder, dass sich die vereinsamte Ellen und der nach Abwechslung drängende Chris näher kommen. Doch das Verhältnis fliegt auf - plötzlich werden alle Karten neu gemischt, Bewegung kommt in den Alltag, und jetzt zeigt sich, dass auch noch einmal kleine Wunder möglich sind...
Der Naturkünstler Andy Goldsworthy arbeitet an seinen Werken. Er formt Neues aus dem, was die Erde her gibt. In ?Rivers an Tides? schaut ihm der Dokumentarfilmer Thomas Riedelsheimer dabei in vier Ländern, durch vier Jahreszeiten hindurch über die Schulter. Präzis, zurückhaltend und in seiner Visualität schon fast meditativ.
Andy Goldsworthy arbeitet in und mit der Natur. Er stellt Materialien, die er vor Ort findet, in einen neuen Kontext. Er modelliert die Landschaft, um sie zu verstehen. Davon macht er Fotos: ?Ich möchte diesen Zustand verstehen, diese Energie, die ich in mir habe, die ich ebenso in den Pflanzen und in der Landschaft spüre. Diese Energie, das Leben, das durch die Landschaft strömt?, beschreibt Goldsworthy seine Motivation. Die Bildbände, die diesen leidenschaftlichen Umgang mit der Natur dokumentieren, sind weltweit bekannt. Sie gehören zu den erfolgreichsten Fotobänden der letzten Jahre. Andy Goldsworthy zählt, neben Richard Long, zu den bedeutendsten Vertretern der Land-Art.
Für ?Rivers and Tides? hat der Filmemacher Thomas Riedelsheimer Andy Goldsworhty bei Arbeiten begleitet, die sich dem Thema ?Zeit? widmen. Er zeigt zum Beispiel, wie Goldysworthy an der Küste flache Steine aufeinander häuft, bis sie die Form eines mannshohen Kegels erhalten. Was wir sehen, ist eine mühselige Beschäftigung. Mehrmals bricht der Steinkegel in halber Höhe auseinander. Und als er endlich steht, wird er ? wie beabsichtigt ? nach wenigen Stunden ein Opfer der Flut.
Was bleibt, sind die Bilder, die Goldsworthy von seinem Objekt geschossen hat. Und in diesem Fall der Film davon. Riedelsheimer hat Goldsworthy über vier Jahreszeiten hinweg beobachtet. Er zeigt den Künstler, wie dieser lange Bahnen Schafwolle über die Steinmauern seiner schottischen Heimat legt, wie er einen grossen Stein mit Moor bestreicht, wie er eine Schlange aus grünen Haselnmussblättern den Fluss hinabtreiben lässt, wie er grosse Haufen Pulverschnee starken Windböen preis gibt.