Krimikomödie, USA 1995,
Regie: John Herzfeld,
Buch: John Herzfeld,
Kamera: Oliver Wood,
Mit:
James Spader, Danny Aiello, Jeff Daniels, Eric Stoltz, Paul Mazursky, Teri Hatcher, Greg Cruttwell, Glenne Headly, Peter Horton, Marsha Mason, Charlize Theron, Kathleen Luong, Keith Carradine, Louise Fletcher, Austin Pendleton, Lawrence Tierney, Michael Jai White.
Inhalt
Als ein Killer in einem vornehmen Vorort von Los Angeles seinen Auftrag ausführt und hinterher auch noch seinen Komplizen aus dem Weg räumen will, ist das der Beginn zahlreicher Verwicklungen, durch die fast ein Dutzend Figuren auf makabre Weise und auf engstem Raum zusammengeführt werden.
Ein Film, der Thrill und Humor handwerklich effektvoll variiert. Menschliche Schwächen und zeitgemäße Neurosen werden in einer kriminalistischen Rahmenhandlung mit zunehmend komödiantischen Elementen unterhaltsam-ironisch vorgeführt. Die flotten Dialoge und die reizvolle Struktur geben der exzellenten Besetzung reichlich Raum zur Entfaltung.
Qualität und Länge
Es handelt sich bei diesem Film um einen TV-Mitschnitt mittlerer Qualität.
Die junge Berliner Fotografin Sophie lässt sich auf einen Wohnungstausch mit einer französischen Studentin ein. In Marseille ist sie zuerst von der wenig romantischen Februaratmosphäre entsetzt. Dann aber lässt sich die junge Frau durch die Mittelmeermetropole treiben, lernt einen Automechaniker kennen, besorgt sich ein Auto und erfährt Tage ohne Termindruck und Verabredungen. Bald wird klar, dass sie ihr Leben umkrempeln muss. Doch zurück in Berlin stellt sich das als kaum möglich heraus.
Bei diesem Film handelt es sich um einen absoluten Klassiker und Begründer eines ganzen Genres. Ob Regisseur Akira Kurosawa Anfang der 50er Jahre, mitten in den Dreharbeiten, wohl daran gedacht hat, dass dieses monumentale Kunstwerk solch einen Status erreichen würde? Den Anspruch dazu hegte die Geschichte sehr wohl. Doch da zu dieser Zeit Spezialeffekte eher unbekannt waren, konzentrierte er sich, zu Recht, auf die intensiven Handlungsstränge, wobei die klassischen Samurai-Tugenden hier nicht glorifiziert werden, dafür gleichzeitig das gesellschaftliche Wertesystem hinterfragt wird. Vielleicht war es der verheerende Zweite Weltkrieg, der Kurosawa dieses Thema wählen ließ, auf jeden Fall ist dabei ein Meilenstein der Filmgeschichte entstanden, der trotz vieler Nachahmungen unerreicht bleibt.
Die Handlung spielt im Japan des 16. Jahrhunderts. Rikichi (Yoshio Tsuchiya) lebt in einem kleinen Bauerndorf. Jedes Jahr spielt sich dort die gleiche Tragödie ab: Nach der Erntezeit kommen Banditen und rauben alles, was den Dorfbewohnern das Überleben sichern sollte. Doch Rikichi glaubt an die Befreiung: Er heuert den alten und weisen Samurai Kambei (Takashi Shimura) an, der das Dorf beschützen soll. Für drei Schalen Reis pro Tag übernimmt dieser die schwierige Aufgabe. Gemeinsam suchen sie nach weiteren Gefährten für diesen großen Kampf. Es gelingt ihnen, eine Truppe zusammenzustellen: die sieben Samurai. Die Mitstreiter sind eine bunte Truppe, darunter der ehemalige Bauer Kikuchiyo (Toshirô Mifune), Kyuzo (Seiji Miyaguchi) der Schwertkämpfer, Gorobei (Yoshio Inaba), Heihachi (Minoru Chiaki) und Shichiroji (Daisuke Katô). Der jüngste der Kämpfer ist Katsushiro (Isao Kimura), er will vor allem vom Wissen der erfahrenen Samurai profitieren. Es wird ein Plan erstellt, wie das Dorf zu beschützen ist. Die Bauern werden in diesen Kampf miteinbezogen und von den Samurai trainiert. Rund um die Siedlung werden Festungsanlagen erreichtet, um die Feinde abzuwehren. Als nun der Überfall stattfindet, stoßen die hinterhältigen Räuber auf erbitterten Widerstand.
Doch diese Geschehnisse werden nicht von allen Bewohnern des Dorfes gut geheißen. Viele der Bewohner haben Angst, dass sich die Samurai plötzlich gegen sie wenden, ihre Frauen vergewaltigen oder alle Güter plündern. Stellvertretend dafür steht der Bauer Manzo (Kamatari Fujiwara). Besonders die Sorge um seine Tochter Shino (Keiko Tsushima) treibt ihn zur Vorsicht. Als diese sich in den Kämpfer Katsushiro verliebt und er sich in sie, empfindet es der Bauer als eine Beleidigung für seinen gesellschaftlichen Stand. Überhaupt sagt dieser Film viel mehr über die Themen Moral und Ethik aus, als man bei oberflächlicher Betrachtung des Inhalts vermuten würde. Denn gerade die als besonders tugendhaft geltenden Samurai befinden sich mitten im Verfall aller althergebrachten Wertesysteme in einem Dilemma: Sollen sie weiter für die Herrscher kämpfen, die oft grausam und rücksichtslos ihren Machtanspruch verteidigen? Oder sollen sie selbst zu Verbrechern werden, indem sie als marodierende Banden durch die Lande ziehen und alles töten und plündern, was ihnen in den Sinn kommt? Zu dieser Zeit begannen in Japan nämlich große Wandlungen in der gesellschaftlichen Struktur zu wirken und viele jahrhundertealte Traditionen und Werte wurden auf den Kopf gestellt. Genau diesen Fragen und Entwicklungen gilt aber das Hauptinteresse von Regisseur Kurosawa. So begründen „Die sieben Samurai“ zwar das Action-Genre, allerdings lebt der Film von der Handlung, den Gefühlen und Fragen der Figuren und nicht von den Kampfinszenierungen, die trotzdem sehr imposant sind. Diese gelungene Balance machte Die sieben Samurai zu dem Klassiker, der noch heute weltweit so verehrt wird.
Schüchtern, gut aussehend und nicht ganz von dieser Welt. Das ist Stéphane (Gael Garcia Bernal). Er ist ein begnadeter Träumer, hat den Kopf voll neuer Ideen und ist gerade aus Mexiko in Paris gelandet. Er zieht in die Wohnung seiner Mutter (Miou-Miou), in der er seine Kindheit verbracht hat. Angeblich soll in Paris ein toller Job in einer kleinen Agentur auf ihn warten. Stéphane ist voller Hoffnung, dass er den von ihm entworfenen Comic-Kalender veröffentlichen kann.
Näheres
Doch seine Kreativität ist in der Agentur, die sich als Copy-Shop entpuppt, nicht im Geringsten gefragt. Die Welt wird für Stéphane immer grauer. Er überlässt sich mehr und mehr seinen Träumereien, die ihn verzaubern und in ganz andere Welten befördern. In seinem bunten Pappmaché-Universum ist er der Held. Er ist Rockstar. Er ist Fernsehmoderator. Er ist Architekt. Er ist alles. Aber ganz anders, als die Anderen. Und das ist gut so.
Eigentlich kann Stéphane schwerelos zwischen den Welten wechseln, immer massiver schmuggelt sich aber die Wirklichkeit in seine Träume, oder die Träume in die Wirklichkeit. Schuld daran ist Stéphanie (Charlotte Gainsbourg), die in seine Nachbarwohnung einzieht. Stéphane gerät in den Umzugstrubel. Erst rollt und purzelt ihm ein Klavier im Treppenhaus entgegen, dann verarztet ihn Stéphanies Freundin Zoë (Emma de Caunes), die Stéphane für einen Umzugshelfer hält. Schließlich verpasst er einfach nur die Gelegenheit, sich als Nachbar zu erkennen zu geben.
Das zwingt Stéphane zu skurril-poetischen Mogeleien, die sein eigenes Leben ebenso verkomplizieren wie das von Stéphanie. Aber wenn sie gemeinsam Wälder in kleine Boote bauen und Stéphanes Erfindungen ausprobieren, scheint die Zeit stehen zu bleiben und beide fühlen den Zauber, der sie umgibt. Alles scheint unbekümmert, leicht und aufregend. Plötzlich ist die reale Welt bunt und gar nicht mehr grau.
Leider ist das eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Träumt er es vielleicht nur und in Wahrheit ist Stéphanie gar nicht in ihn verliebt? Als dann auch noch sein Comic-Kalender erfolgreich veröffentlicht wird, verliert Stéphane völlig die Orientierung. Realität und Traum stehen Kopf. Er muss sich entscheiden, ob er den Alltag weiter verträumen, oder seinen Traum leben will. Vielleicht kann ihm die Liebe dabei helfen??
Regisseur Michel Gondry wurde zwar 1963 in Versaille/Frankreich geboren ? seinen Durchbruch als Regisseur schaffte er aber ab 2001 in den USA: gekrönt durch den "OSCAR" für das von ihm mitverfasste Drehbuch zu "Vergiss mein nicht!". "Science Of Sleep" ist seine erste große französische Produktion.
Während seines Internataufenthalts trifft Abiturient Gregor auf die geheimnisvolle Billie. Gregor verliebt sich in die Schöne, die dann verschwindet. Als Gregor Monate später Billie wiedertrifft, hat dies verhängnisvolle Folgen...
Basierend auf der gleichnamigen Erzählung von Henry James verlegte Dominik Graf 2002 die zartbittere Liebesgeschichte aus dem 19. Jahrhundert in die Jetztzeit und tauscht den Schauplatz der englischen High Society mit einem Internat. Dabei sind die Bilder der Digitalkamera äußerst gewöhnungsbedürftig. Überzeugt zeigte sich jedoch die Jury des Grimme-Instituts: Regisseur Graf, Matthias Schweighöfer und Jessica Schwarz wurden jeweils mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.
Auf seiner BMW lässt sich Tae-suk durch die Stadt treiben, um nach Häusern und Wohnungen Ausschau zu halten, deren Eigentümer vorübergehend verreist sind. Wenn die Pizzaflyer, die er an den Türklinken angebracht hat, in der Nacht noch unangetastet sind, ist er sich sicher, dass er in die Häuser einbrechen kann. Doch anstatt etwas zu stehlen, benutzt er die fremden Wohnungen, um in ihnen sein eigenes Leben zu führen. Er wohnt dort für eine Nacht und gießt zum Dank die Blumen, wäscht die Wäsche, erledigt kleine Reparaturen. In einer Wohnung trifft er allerdings auf die unglücklich verheiratete Sun-hwa, die von dem charismatischen Einbrecher sofort fasziniert ist. Sie verlieben sich und begehen von nun gemeinsam ihre Einbrüche. Jedoch macht die Polizei ihrer Freiheit bald ein Ende?
Stille Nacht X Filme Creative Pool Maria Schrader, Jürgen Vogel
Eine einzige Nacht. Ausgerechnet Heiligabend.
Ein Mann in Paris ? eine Frau in Berlin. Julia (Maria Schrader), eine Kunststudentin Ende zwanzig, lebt seit mehreren Jahren mit dem Kripobeamten Christian (Mark Schlichter) zusammen. Ihre Beziehung ist bedroht, seit sich Julia in den jungen Barkeeper Frank (Jürgen Vogel) verliebt hat, der es genießt, sie mit provokantem Sex zu verunsichern. Christian flieht über die Feiertage aus Berlin. Er will ohne Julia nicht leben und hält es mit ihr nicht aus. Er setzt sich selbst ein achtstündiges Ultimatum, sie zurück zu gewinnen. Julia, das erste Mal allein, entscheidet sich, die Affäre mit Frank zu beenden. Frank wiederum hält Heiligabend für einen guten Zeitpunkt, Julia endlich seine Liebe zu gestehen.
In dieser Situation eröffnet Christian mit einem makabren Schachzug eine Nacht zwischenmenschlicher Abgründe. Eine erotische Abenteuerreise beginnt.
Agents Secrets aka Agents Secrets - Im Fadenkreuz des Todes, OmeU
Info zum Film:
Regie: Frédéric Schoendoerffer
Darsteller: Vincent Cassel, Monica Bellucci, André Dussollier, Charles Berling, Bruno Todeschini
Originaltitel: Agents Secrets
Herstellungsland: Frankreich, Italien, Spanien 2004
Handlung:
Brisseau (Vincent Cassel) und Barbara (Monica Bellucci) sind Top-Agenten des französischen Geheimdienst. Sie werden mit einer Mission in Casablanca beauftragt. Als sie diese Mission ohne größere Probleme ausgeführt haben, entsteht jedoch eine Situation mit der niemand gerechnet hat. Barbara wird mit 150g Heroin bei einer Routineuntersuchung am Flughafenzoll erwischt. Von nun an ist sie der Ball in einem Spiel von abgekarteten Machenschaften bis hoch in die Führungsebenen...
Darsteller: Gunnar Björnstrand, Bengt Ekerot, Nils Poppe, Max von Sydow, Bibi Andersson
Originaltitel: Sjunde Inseglet, Det
Herstellungsland: Schweden 1957
Handlung:
14. Jahrhundert: Die Pest durchstreift ganz Europa. Der Ritter Antonius Blok (Max von Sydow) kehrt von einem Kreuzzug in seine Heimat Schweden zurück. Als der Tod (Bengt Ekerot) persönlich vor ihn steht, fordert Ritter Antonius Blok ihn zum Schachspiel heraus. Ein Schachspiel das die Entscheidung über sein Leben fällen soll...
1917 in einem deutschen Lager: eine Gruppe von französischen Gefangenen, darunter der Aristokrat Boieldieu, der Arbeiter Maréchal und der jüdische Bänker Rosenthal, bereitet ihre Flucht vor. Im letzten Moment werden sie in eine Festung verlegt, kommandiert von Herrn von Rauffenstein, mit dem sich Boieldieu anfreundet http://de.wikipedia.org/wiki/Di...e_Illusion
Anne Frank: Eine wahre Geschichte
2000 German DVBRip XviD 1,36GB
Info's zum Film:
Originaltitel: Anne Frank
Erscheinungsjahr: 2000
Herstellungsland: USA
Regie: Robert Dornhelm
Genre(s): Drama, Krieg
Alternativtitel: Anne Frank: The Whole Story
Darsteller: Ben Kingsley, Brenda Blethyn, Tatjana Blacher, Joachim Król, Jessica Manley, Nick Audsley, Jan Niklas, Lili Taylor, Peter Bolhuis, Victoria Anne Brown, Jeff Caster, Rob Das, uvm.
Handlung:
1940, als die Deutschen die Niederlande besetzten, zogen die Eheleute Frank und ihre zwei Töchter sowie eine befreundete Familie in ein Versteck im Hinterhaus von Otto Franks Bürogebäude. Damit entzogen sie sich der Deportation in ein "Arbeitslager". Dort lebten sie unbemerkt zwei Jahre. Im August 1944 flog das Versteck auf, die Grüne Polizei stürmte das Gebäude...
Screenshot's:
Technische Daten:
Der Film wurde bei VOX in zwei Folgen gesplitten
und ausgestrahlt, daher sind hier ebenfalls zwei Folgen.
Folge 1
Format : AVI (DVBRip)
Length : 700 MiB for 1h 23min 408ms
Video #0 : XviD at 1027 Kbps
Aspect : 512 x 384 () at 25.000 fps
The Children of Huang Shi, aka Bitter See OoU 2008
Info zum Film:
Regie: Roger Spottiswoode
Darsteller: Jonathan Rhys Meyers, Radha Mitchell, Yun-Fat Chow, Michelle Yeoh, Guang Li,
Originaltitel: The Children of Huang Shi
Herstellungsland: Deutschland, Australien, China
Handlung:
Inspired by true events, THE CHILDREN OF HUANG SHI is a portrayal both sweeping and intimate of people who, thrown into an unexpected and desperate situation, discover their capacity for love and responsibility. It tells how a young Englishman, George Hogg (Jonathan Rhys Meyers) came to lead sixty orphaned boys on an extraordinary journey of almost a thousand perilous miles across the snow-bound Liu Pan Shan mountains to safety on the edge of the Mongolian desert. And of how, in doing so, he came to understand the true meaning of courage. During his journey, Hogg learns to rely on the support of Chen (Chow Yun Fat), the leader of a Chinese partisan group who becomes his closest friend. He soon finds himself falling in love with Lee (Radha Mitchell), a recklessly brave Australian adventurer whom war has turned into an unsentimental nurse on horseback. Along the way Hogg befriends Madame Wang (Michelle Yeoh), an aristocratic survivor who has also been displaced by war, who helps the young Englishman, his friends and their sixty war orphans make their way across awesome (and rarely filmed) mountain and desert regions to a place of safety near the western end of the Great Wall of China.
Mit dem Filmzyklus "Dekalog" begründete der polnische Regisseur Kieslowski, später bekannt durch die erfolgreiche Trilogie Drei Farben - Blau, Weiß, Rot aus den Jahren 1992 bis 1994, sein internationales Renommé. 1987 hatte das polnische Fernsehen ihm die Produktion einer TV-Serie vorgeschlagen, die bezogen auf die polnischen Verhältnisse der Gegenwart die Zehn Gebote des Alten Testaments behandeln sollte. Allen Episoden ist der Ort der Handlung gemeinsam: ein Warschauer Neubaugebiet. Die Idee dazu stammt von Rechtsanwalt Krzysztof Piesiewicz, der gemeinsam mit Kieslowski die Drehbücher ausarbeitete. Zwei Folgen kamen in ihrer Langfassung auch ins Kino: Ein kurzer Film über das Töten, der Kieslowski schlagartig im Ausland bekannt machte, und Ein kurzer Film über die Liebe.
Im Vorwort der polnischen Buchausgabe von "Dekalog - Zehn Geschichten" äußert sich Kieslowski wie folgt zu der Machart der Filme: "Die Filme sollten sich etwa in dem Maße auf die Gebote beziehen, in dem sich die Gebote auf unser Leben beziehen [...]. Uns wurde bewusst, dass diese - seit ein paar tausend Jahren existierenden - Gebote [...] tagtäglich gebrochen werden." Die Deutung der katholischen Kirche, die den Dekalog-Zyklus als Inbegriff der von ihr vertretenen Moral interpretierte, wies Kieslowski jedoch entschieden zurück: "Wenn ich das Wort Moral höre, muss ich den Raum verlassen". Thema seiner Filme sei nicht die Moral, sondern die Ethik. (4rte)
Krzysztof Kieślowski
Kieslowski kam 1941 in Warschau zur Welt und wurde an der berühmten Filmhochschule von Lodz ausgebildet. Zu seinen Professoren gehörten unter anderem der Filmhistoriker Jerzy Toeplitz sowie die Dokumentarfilmer Jerzy Bossak und Kazimierz Karabasz, die durch die so genannte Schwarze Serie landesweit bekannt waren. Kieslowskis Interesse galt zunächst dem Dokumentarfilm. Schon während des Studiums drehte er 1966 das leicht kafkaeske Werk The Office, in dem er einen von einer bürokratischen Maschinerie verwalteten Menschen zeigt. Bereits in seinen frühsten Werken ist die Vereinzelung der Individuen innerhalb der sozialistischen Zwänge der polnischen Gesellschaft ein Thema. Sein subversiver Blick auf die Mängel des polnischen Sozialismus blieb bei seiner Anstellung im Warschauer Dokumentarfilmstudio unverändert ? eine Position, die ihm beruflich keinen Erfolg bescherte, aber beim Publikum auf enormes Interesse stiess. Als bekannt wurde, dass ein 18-minütiger Kieslowski-Film als Vorfilm aufgeführt werden sollte, kamen die Menschen scharenweise, um diesen zu sehen und das Kino vor Beginn des Hauptfilms wieder zu verlassen. 1974 erhielt Kieslowski seinen ersten wichtigen Preis: den Grand Prix in Krakau für First Love. Weil ihm seine Einmischung in private Existenzen aber zunehmend unerträglich wurde und er zudem davon überzeugt war, dass ihn die filmische Einflussnahme mittels Dokumentarfilm zu weit von der wahren Abbildung der Realität entfernt hatte, vollzog Kieslowski allmählich einen Wechsel in die Sparte des Spielfilms. Der dokumentarischen Beschreibung der äusseren Welt folgte bei Kieslowski nun ein tieferer Blick in den inneren Kosmos der menschlichen Seele. Obschon er in den 70er Jahren als Wortführer des ?Kinos der moralischen Unruhe? galt, entzog er sich immer wieder ästhetischen Zuordnungen und politischen Klassifizierungen.
1984 begann die lange und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Anwalt Krzysztof Piesiewicz, den er 1982 bei seinen Filmaufnahmen der Kriegsrechtsprozesse im Gerichtssaal kennen gelernt hatte. Sie schrieben gemeinsam die Drehbücher für den Dekalog, eine filmische Version der biblischen ?Zehn Gebote? (Dekalog 1?10), die Kieslowski berühmt gemacht haben. In zehn 60-minütigen Fernsehfilmen werden fiktive Szenen aus dem realen polnischen Alltag gedreht. Der enorme Erfolg von "Kurzer Film über das Töten" und "Kurzer Film über die Liebe" und die gleichzeitig stattfindende politische Aufbruchszeit nach der Wende von 1989 ermöglichten es Kieslowski, Polens realen Sozialismus hinter sich zu lassen und im europäischen Ausland Regie zu führen. La double vie de Véronique entstand in Frankreich und Norwegen. Kieslowski nimmt in dieser Spätphase zudem eine programmatisch apolitische Haltung ein. Das Schicksal, der Zufall und der eigene Anteil im menschlichen Werdegang werden zu Kieslowskis zentralen Themen. Kieslowskis metaphysisch angelegtes Postulat ? das Individuum muss sich der Verantwortung für sich und andere bewusst werden ? brachte dem Regisseur vor allem in Kreisen der politisch orientierten Kritik grosses Unverständnis ein. Eine letzte grosse Meisterleistung gelang Kieslowski mit der Trilogie Trois Couleurs: Bleu, Blanc, Rouge. Sie ist eine filmische Umsetzung der drei Fahnenfarben Frankreichs, welche die Leitmotive der französischen Revolution Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit symbolisieren. Nach Rouge, seinem letzten Couleurs-Film, zog sich Kieslowski vom kräftezehrenden Leben als Regisseur zurück. Allerdings arbeitete er mit Piesiewicz an einem Drehbuch für eine neue Trilogie mit dem Arbeitstitel Paradies-Fegefeuer-Hölle weiter. Dieses wurde nie gemeinsam fertiggestellt, da Kieslowski 1995 einen schweren Herzinfarkt erlitt und sich im Frühjahr 1996 einer Bypass-Operation unterziehen musste, die er nicht überlebte. Kieslowski, der Weltenbürger aus Polen, starb im Alter von 55 Jahren in seiner Geburts- und Heimatstadt Warschau.
?Kieslowskis Werk, von den frühen Dokumentarfilmen bis zu seinen letzten, rätselhaften Spielfilmen, bleibt eng mit seinen biographischen Erfahrungen verknüpft. In den verschlüsselten Bezügen zu seiner eigenen Lebenssituation und wichtigen Wendepunkten wie der Krankheit des Vaters, der künstlerischen Erweckung durch das Theater, den Anfängen als Dokumentarist, der Geburt der Tochter, dem Katz-und-Maus-Spiel mit der Macht und Zensur, dem tödlichen Autounfall der Mutter und nicht zuletzt der eigenen Herzkrankheit und Erschöpfung durch Arbeit ? in alldem ähnelt sein Werk dem intimen Tagebuch eines Regisseurs.? (Margarete Wach)
T-Specs: Anzahl: 10 Filme
Format: Avi, XviD MPEG-4
Grösse je Film: 730-735MB
Lauflänge: ca. 53-57 Min. je Film
Audio Deutsch: MP3 ca. 94 Kbps Mono
Audio Polnisch: MP3 ca. 128 Kbps Stereo
Der deutsche Ton stammt vom Arte und wurde drüber gedubbed
Dekalog, Eins: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir
Dekalog, jeden
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Wieslaw Zdort
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Henryk Paranowski, Wojciech Klata, Maja Komorowska, Artur Barcis
Laufzeit: 54 min.
Handlung:
Krzysztof ist Sprachwissenschaftler und von der alleinigen Erkenntniskraft der Wissenschaft überzeugt. Sein Sohn Pawel eifert dem Vater in seinem wissenschaftlichen Interesse nach. In Pawels Leben gibt es zwei Dinge, die er über alles liebt: Den Computer und das Schlittschuhlaufen. Beide Vorlieben werden ihm jedoch zum Verhängnis. Beim Ausprobieren seiner neuen Schlittschuhe auf einem zugefrorenen See verunglückt er tödlich. Das Eis bricht, entgegen der vom Vater durchgeführten Computerberechnung, laut derer es tragfähig sein sollte. Der Tod des Sohnes erschüttert Krzysztofs Glauben an die Allmacht von Wissenschaft und Technik. Er, der Ungläubige, hadert mit der Vorstellung, dass Gott seine Finger mit im Spiel gehabt haben könnte. Rasend vor Schmerz zerstört er den Altar einer im Bau befindlichen Kirche...
"Du sollst keine anderen Götter haben neben mir". "Dekalog, Eins" handelt von dem Verhältnis von Glauben und Wissenschaft. Er kreist um die Frage, inwieweit der moderne Götze "Computer" den Glauben an Gott ersetzen kann. Hauptmotiv ist aber nicht die Bestrafung des Ungläubigen, sondern die Frage, ob es uns Menschen möglich ist, göttliche Zeichen zu erkennen.
Dekalog, Zwei: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz aussprechen
Dekalog, dwa
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Edward Klosinski
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Krystyna Janda, Aleksander Bardini, Olgierd Lukaszewicz, Artur Barcis
Laufzeit: 57 min.
Handlung:
Dorota, Violinistin und schwanger, fragt den Chefarzt einer Klinik, welche Überlebenschancen ihr krebskranker Mann hat. Im Falle seines Todes will sie das Kind, das sie von ihrem Liebhaber erwartet, zur Welt bringen, andernfalls ist sie zur Abtreibung entschlossen. Um das Leben des ungeborenen Kindes zu retten, prophezeit der Arzt den baldigen Tod des Ehemanns.
"Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz aussprechen": Der zweite Teil des Filmzyklus "Dekalog" erzählt die Geschichte eines Konflikts zwischen Moral und persönlicher Freiheit. In Anlehnung an das oben zitierte zweite Gebot stellt Regisseur Kieslowski die Frage, inwiefern der Mensch das Recht hat, göttliche Entscheidungen über Leben und Tod zu fällen. Ist ein Arzt befugt, einer zur Abtreibung entschlossenen Frau die Unwahrheit zu sagen, um das Leben des ungeborenen Kindes zu retten?
Dekalog, trzy
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Piotr Sobocinski
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Daniel Olbrychski, Maria Pakulnis, Joanna Szczepowska, Artur Barcis
Laufzeit: 55 min.
Handlung:
Heiligabend in Warschau: Die Weihnachtsfeier eines Taxifahrers mit seiner Familie wird gestört, als seine einstige Geliebte Ewa erscheint. Sie drängt ihn dazu, ihr bei der Suche ihres verschwundenen Mannes zu helfen. Beide fahren durch die Nacht, suchen an allen möglichen Orten, von der Unfallstation bis zum Bahnhof. Ohne Ergebnis. Als der Morgen naht, gesteht Ewa, dass ihr Mann schon vor längerer Zeit verschwunden ist und die Suche lediglich ein Vorwand war, um mit Janusz in Kontakt zu treten. Sie habe gehofft, Janusz durch die gemeinsame Suche zurück zu gewinnen und ihre Liebe neu entfachen zu können.
"Du sollst den Tag des Herrn loben": "Dekalog, Drei" ist eine einfach gehaltene, leicht zu verstehende Studie über die Einsamkeit und die Sehnsucht nach Geborgenheit - Gegensätze, die gerade an Weihnachten hart aufeinander treffen. Darüber hinaus befasst sich der Film mit dem Thema Verantwortung. Janusz, der seine Frau wenig liebt, kehrt dennoch zu ihr zurück. Aus Verantwortung für seine Familie lässt er sich auf kein neues Verhältnis mit der ehemaligen Geliebten ein. Zu der Thematik des Films äußert sich Regisseur Kieslowski wie folgt: "Das Schicksal des Menschen ist, sich niemals vollständig erfüllen zu können."
Dekalog, cztery
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Krzysztof Pakulski
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Adrianna Biedrzynska, Janusz Gajos, Artur Barcis, Adam Hanuszkiewicz
Laufzeit: 55 min.
Handlung:
Anka ist 20 Jahre alt und Schauspielschülerin. Zwar hat sie einen Freund, doch am nächsten steht ihr Michael, ihr Vater. Am Ostersonntag fällt ihr ein geheimnisvoller Brief ihrer verstorbenen Mutter in die Hände, den sie erst nach dem Tod des Vaters lesen soll. Ohne den Brief zu öffnen, sucht Anka ihren Vater auf und konfrontiert ihn mit dem vermeintlichen Inhalt: Er sei nicht ihr leiblicher Vater.
Es kommt zu einem langen nächtlichen Gespräch zwischen Vater und Tochter, in dem beide ihre Gefühle füreinander erforschen. Obwohl sie sich zu Michael hingezogen fühlt, hält Anka seinen Annäherungsversuchen stand. Am folgenden Morgen gesteht sie dem Vater, den Inhalt des Briefes erfunden zu haben. Ohne ihn zu öffnen, werfen Anka und Michael den Brief ins Feuer.
"Ehre deinen Vater und deine Mutter": Der vierte Teil des Filmzyklus "Dekalog" präsentiert sich als psychologisches Drama um Vater und Tochter, deren Liebe plötzlich in anderen Dimensionen erscheint. Kieslowskis Film verdeutlicht, dass die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern selten eindeutig und rein sind. Häufig sind sie von Zwischentönen geprägt, die vieldeutig oder verfänglich sein können. "Mich berührte, dass das Gefühl der Kinder nicht mehr so pur ist, wie man glaubt. Heutzutage werden die Eltern häufig ins Heim geschickt oder vergessen. Mit dem Inzest konnte ich eine weitere Problemzone erforschen", sagt Regisseur Kieslowski.
Dekalog, piec
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Slawomir Idziak
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Miroslaw Baka, Krzysztof Globisz, Jan Tesarz, Zbigniew Zapasiewicz
Laufzeit: 57 min.
Handlung:
Der hochbegabte Jurastudent Piotr zweifelt am Sinn der Bestrafung von Verbrechern durch den Staat. Während er seine Prüfungen ablegt, begeht ein junger Mann namens Jacek einen Mord an einem Taxifahrer. Piotr wird sein Pflichtverteidiger.
Es ist sein erster Auftritt vor Gericht. Im Verlauf des Prozesses stellt Piotr die Rechtmäßigkeit der Todesstrafe immer stärker in Frage. Zwar kann er die Verurteilung zum Tode nicht verhindern, doch während des Prozesses erkennt Piotr in der Person des Mörders ein menschliches Schicksal.
"Du sollst nicht töten" lautet das Gebot, das gleichermaßen für das Individuum wie für den Staat gilt. "Ich glaube nicht an die soziale Rolle des Filmemachers", sagt Kieslowski. "Aber dieser Film ist aus der Notwendigkeit entstanden, von der Todesstrafe sprechen zu müssen. Diese Art des Todes wiegt schwer auf uns allen und macht uns alle schuldig." Die Fernsehfassung des Kinofilms "Kurzer Film über das Töten" stellt die Perspektive des jungen Anwaltes in den Vordergrund, ohne die grundsätzliche Fragestellung des Tötens dabei zu vernachlässigen. Wie in der Kinoversion ist auch in der kürzeren Fassung die Mordszene von verstörender Eindringlichkeit und zeugt von einem pessimistischen Weltbild.
Dekalog, szesc
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Witold Adamek
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Grazyna Szapolowska, Olaf Lubaszenko, Stefania Iwinska, Piotr Machalica
Laufzeit: 58 min.
Handlung:
Der 19-jährige Postangestellte Tomek beobachtet mit einem Fernrohr heimlich seine Nachbarin Magda, die er begehrt. Nach etlichen Bemühungen gelingt es ihm, sie zu treffen. Doch Magda, die sexuelle Abenteuer, aber keine Liebe sucht, weist Tomeks Vorstellungen von Liebe zynisch zurück und erschüttert sein idealistisches Weltbild zutiefst.
In seiner Verzweifelung versucht Tomek, sich das Leben zu nehmen. Sein Selbstmordversuch scheitert jedoch. Nun ist es Magda, die eine Beziehung zu ihm sucht, doch Tomek weist sie zurück.
Kieslowski nimmt das sechste Gebot "Du sollst nicht ehebrechen" zum Anlass, um über die Möglichkeiten einer uneigennützigen Liebe zu debattieren. In "Dekalog, Sechs" setzt er sich mit den heute vorherrschenden Vorstellungen von Liebe, Sexualität und Treue auseinander. Hinter der Liebesthematik verbirgt sich jedoch noch etwas anderes: "Das eigentliche Sujet dieses Filmes ist", so Kieslowski, "die Einsamkeit." Tomek glaubt in Magda eine starke Frau zu sehen, die er begehrt. Doch in Wahrheit sucht Magda selbst nach Anlehnung und Unterstützung. Im Unterschied zur längeren Kinoversion "Ein kurzer Film über die Liebe" (1988) kommt es in der Fernsehfassung des "Dekalog, Sechs" zu keinem versöhnlichen Ende. Tomek weist Magda zurück und überlässt sie ihrer Einsamkeit.
Dekalog, siedem
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Dariusz Kuc
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Anna Polony, Maja Barelkowska, Wladyslaw Kowalski, Boguslaw Linda, Katarzyna Piwowarczyk
Laufzeit: 55 min.
Handlung:
Mit 16 wird die junge Majka von einem Lehrer ihrer Schule schwanger. Da die Schule die Affäre um jeden Preis vertuschen will, muss Majka das Kind abgeben. Majkas Mutter Eva, die zum damaligen Zeitpunkt Direktorin an der Schule ihrer Tochter ist, nimmt das Kind zu sich und zieht es als ihr eigenes auf. Fünf Jahre später aber spürt Majka eine derartige Sehnsucht nach ihrer Tochter, dass sie das Kind entführt, um mit ihm nach Kanada auszuwandern. Eva begibt sich auf die Suche nach ihrer Tochter und deren Kind, bis sie die beiden schließlich findet. Majka lässt ihr Kind aber letztendlich bei Eva zurück und reist alleine nach Kanada.
"Du sollst nicht stehlen": Der siebte Teil des Filmzyklus' handelt von übersteigerten Gefühlen und falsch verstandener Mutterliebe. "Natürlich kann man eine Brieftasche stehlen, ein Auto oder ein Bild. Aber das ist banal; am schwersten wiegt der Diebstahl von Gefühlen", so Kieslowski. In "Dekalog, Sieben" geht es um Fragen der Verantwortung, des Besitzes, der Zugehörigkeit, um Einsamkeit und Tod.
Dekalog, Acht: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
Dekalog, osiem
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Andrzej Jaroszewicz
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Maria Koscialkowska, Teresa Marczewska, Artur Barcis, Tadeusz Lomnicki
Laufzeit: 54 min.
Handlung:
Zofia lehrt Ethik an der Universität Warschau. Bemüht, ihren Studenten Beispiele für ethisches Verhalten zu liefern, wird sie eines Tages mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Die junge Amerikanerin Elizabeta, eine nach Amerika ausgewanderte Jüdin, fragt sie, wie das Verhalten jener Familie zu beurteilen ist, die ihr als Kind die rettende Taufe verweigerte. Elizabetas Frage löst in Zofia starke Schuldgefühle aus: Unter dem Vorwand, das achte Gebot beachten zu müssen und nicht lügen zu können, hatte ihre eigene Familie ebenfalls einem jüdischen Mädchen zur NS-Zeit die rettende Hilfe verweigert.
"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten". Mit "Dekalog, Acht" behandelt Kieslowski ein komplexes ethisches Problem: Wo liegen die Grenzen von Wahrheit und Lüge? "Es ist ein Film über die Gerechtigkeit und die Ungerechtigkeit", sagt Kieslowski. Der achte Teil des Dekalogs ist ein formal streng konzipierter, jedoch überaus ausdrucksvoll gespielter Diskurs über menschliches Verhalten.
Dekalog, Neun: Du sollst nicht begehren, deines Nächsten Weib
Dekalog, dziewiec
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Piotr Sobocinski
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Ewa Blaszczyk, Piotr Machalica, Artur Barcis, Jan Jankowski, Jolanta Pietek-Górecka
Laufzeit: 58 min.
Handlung:
Für den glücklich verheirateten Chirurgen Roman bricht eine Welt zusammen, als er erfährt, dass er für immer impotent sein wird. Seine Frau Hanka versichert ihm, dies sei nicht wichtig. Dennoch misstraut Roman seiner Frau und spioniert ihr heimlich nach. Da Hanka tatsächlich eine Affäre mit einem Studenten hat, wird die Ehe auf eine harte Probe gestellt. Es kommt zu zahlreichen Missverständnissen, für die verschiedene Telefonanrufe verantwortlich sind. Obwohl Hanka fest entschlossen ist, ihre Affäre mit dem Studenten zu beenden, will Roman sich das Leben nehmen. Er hat einen Unfall, aber Hanka ist für ihn da.
"Du sollst nicht begehren, deines Nächsten Weib". Das neunte Gebot zählt wohl nicht nur zu den am häufigsten gebrochenen Geboten, es bildet auch den Stoff, aus dem im Kino die Geschichten sind. Kieslowski inszenierte seinen Film als Melodram. "Dekalog, Neun" erzählt von übersteigerten Emotionen und daraus entstehenden Missverständnissen. Kieslowski selbst sagt über den Film: "Man könnte diesen Film auch als 'Kurze Geschichte über das Telefon' bezeichnen: das ideale Mittel, damit die Menschen einander nicht treffen oder verstehen."
Dekalog, Zehn: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut
[left]Dekalog, dziesiec
Drama, Polen 1988,
REGIE: Krzysztof Kieslowski
DREHBUCH: Krzysztof Kieslowski, Krzysztof Piesiewicz
KAMERA: Jacek Blawut
SCHNITT: Ewa Smal
MUSIK: Zbigniew Preisner
MIT: Jerzy Stuhr, Zbigniew Zamachowski, Henryk Bista, Olaf Lubaszenko
Laufzeit: 57 min.
Handlung:
Die beiden Brüder Jerzy und Artur erben eine kostbare Briefmarkensammlung. Sogleich denken sie daran, diese zu verkaufen, dafür müsste sie jedoch vollständig sein. Um in den Besitz der fehlenden Marke zu kommen, spendet Jerzy sogar eine Niere für die kranke Tochter des Markenhändlers. Vergebens, denn die Sammlung wird trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gestohlen. Zwischen den Brüdern entfacht ein erbitterter Kampf um Schuldzuweisungen und Verdächtigungen.
"Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut". Die einfache Fabel von falschem Begehren und falscher Habsucht überrascht durch ihre komödiantische Leichtigkeit. Nicht ohne Stolz äußert sich Kieslowski zum letzten Teil des Filmzyklus' "Voil?: Ein Film über das ungeheuer egoistische Eintauchen in die eigene Leidenschaft".
Größe: 697MB
Format: Xvid
Sprache: deutsch
Originaltitel: La Flaqueza del bolchevique
Herstellungsland: Spanien
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Manuel Martín Cuenca
Darsteller: Luis Tosar, María Valverde, Nathalie Poza ,Jordi Dauder, Manolo Solo, Mar Regueras, Yolanda Serrano
Review:
Madrid, am Montagmorgen mitten im Berufsverkehr: Pablo López, Finanzmanager, Mitte 30, legt genervt eine Heavy Metal-Kassette ein - das Einzige, was ihn entspannt, weil es am Denken hindert. Prompt fährt er dem nächsten Auto hinten auf. Dessen attraktive Fahrerin, Sonsoles, zeigt ihn wegen Körperverletzung an. Aus seinem aufgestauten Frust heraus beginnt Pablo, sie mit obszönen anonymen Anrufen zu belästigen. Er stellt ihr nach und sieht sie ihre kleine Schwester aus dem Gymnasium abholen. Sofort nimmt ihn die Erscheinung der 14-jährigen María gefangen. Ab jetzt geht ihm María nicht mehr aus dem Kopf. Er nähert sich der soviel Jüngeren, indem er sich als Polizist ausgibt. Sie ist zu schlau, ihm das zu glauben. Aber sie ist auch zu neugierig und zu frühreif, um sich nicht ein bisschen auf ihn einzulassen. Ein gewagtes Spiel beginnt, in dem die beiden sich vorsichtig umkreisen. Sie entdecken ihre Seelenverwandtschaft und Pablo beginnt ganz neue charmante Seiten zu zeigen, während Sonsoles ihm weiter als dem perversen Anrufer auf der Spur ist. Die Beziehung zwischen Pablo und María wird zu einem Spiel mit dem Feuer. Die Katastrophe aber kommt aus einer Richtung, aus der sie niemand erwartet hat.
Der 15jährige Mike nimmt nach dem Schulabschluss eine Stelle in einer öffentlichen Badeanstalt an. Dort lernt Er die hübsche Susan kennen, die sieben Jahre älter ist als Er und Ihn bald in Ihren Bann zieht. Susan spielt mit Ihm (was Sie im übrigen mit allen Männern im Film macht), nimmt Ihn aber nicht ernst und stürzt Ihn durch Ihre provokative Art in ein pubertäres Gefühlschaos. Unterhaltsames wirklich nie langweiliges Pop - Art Filmchen, in dem alle Figuren schlüpfrig sind, egal was Sie gerade tun und mit einem krassen Ende das wirklich tief geht, wie der Titel schon sagt.
Atanarjuat - Die Legende vom schnellen Läufer - von Zacharias Kunuk (2001) DVDRip - inuitisch mit dt. fixed Subs - Xvid (Reupp)
Inhalt/Review & Links
? I N H A L T ?
Ein kleines Dorf in der kanadischen Arktis zu Beginn des 1. Jahrtausends. Ein Nomadenstamm der Inuit wird durch einen unbekannten Schamanen mit einem Fluch belegt, der das harmonische Gleichgewicht der Gemeinschaft zerstört: Eifersucht, Hass, Rache und Machtgier regieren fortan das Zusammenleben der Inuits. Die beiden Brüder Amaqjuaq, der Starke, und Atanarjuat, der schnelle Läufer, erfahren zwei Jahrzehnte später am eigenen Leib, welche Macht von dem Fluch ausgeht. Als sich Atanarjuat in die hübsche Atuat verliebt, die dem Sohn des Häuptlings Oki versprochen ist, schwört Oki Rache. Eines Nachts überfällt er die beiden Brüder und ermordet Amaqjuaq. Atanarjuat kann wie durch ein Wunder dem Gemetzel entfliehen und entkommt über das Eis. Doch wie kann er diesen ewigen Kreislauf von Rache und Hass durchbrechen? http://www.zelluloid.de/filme/index.php3?id=3726
? R E V I E W ?
Atanarjuat verkörpert eine faszinierende Verschmnelzung von Vergangenheit und Gegenwart. Der mehrfach preisgekrönte Film vereint nicht nur spannenden Thrill und kulturelles Dokument in einem, sondern ist obendrein der erste kanadische Spielfilm, der von Inuit geschrieben, produziert, inszeniert und verkörpert wurde. Regisseur Zacharias Kunuk, selbst dem in der arktischen Tundra angesiedeltem Volk zugehörig, erweckt mit seinem Debüt eine Legende seiner Urahnen zum Leben. Mit gewaltiger Bildkraft erzählt er die vor Jahrhunderten in der arktischen Wildnis angesiedelte, uralte Geschichte von Machtgier, Eifersucht , Hass und Rache. Bestechend nicht nur durch hinreißende Landschaftsaufnahmen, sondern auch überraschendem Witz.
(Rüdiger Suchsland, Filmfest Münvchen 2002)
Caméra d?Or
2001 Cannes, ?Un Certain Regard?
Guardian Award for First Directors
2001 Edinburgh International Film Festival
Toronto-City Award for Best
Canadian Feature Film
2001 Toronto International Film Festival
Grand Prix of the Flemish Community for Best Film
2001 Ghent 8th Flanders International Film Festival
Special Jury Prize and the Prix du Public
Festival International du nouveau Cinema et des nouveaux Medias de Montreal 2001
CTV Best of Fest Award
Next Fest 2001 - Digital Motion Picture Festival
Best Film
2001 ImagineNATIVE International Media Art Festival
ATANARJUAT - die Legende vom Schnellen Läufer wurde in der offiziellen Auswahl des Filmprogramms der documenta 11 (08.06.-15.09.2002) in Kassel präsentiert. http://verleih.polyfilm.at/atan...tanarjuat/
Regie: Tim Robbins
Darsteller: Susan Sarandon, Sean Penn, Robert Prosky, Raymond J. Barry
Originaltitel: Dead man walking
Herstellungsland: Deutschland, Australien, China
Handlung:
Schwester Helen Prejean (Susan Sarandon) soll Matthew Poncelet (Sean Penn), ein Vergewaltiger und Mörder, bis zur Vollstreckung seines Todesurteils Beistand leisten. Vor der Hinrichtung glaubt sie, all ihre Kraft und ihren Glauben zu verlieren, denn bei den Familien der Opfer stößt sie auf Unverständnis und Poncelet zeigt immer noch keine Reue. Doch in ihrem Glauben findet Helen Kraft, die ihr schließlich dabei hilft, die Einstellungen der Beteiligten zu ändern.
Darsteller: Vivian Wu, Yoshi Oida, Ewan McGregor, Ken Ogata
Originaltitel: The Pillow Book
Herstellungsland: Frankreich, Großbritannien, Niederlande 1996
Handlung:
"Als Gott das erste Lehmmodell eines Menschen schuf, malte Er die Augen darauf, die Lippen und das Geschlecht. Dann malte Er den Namen jedes Menschen darauf. Damit ihn sein Besitzer niemals vergessen sollte."
Seit ihrer frühesten Kindheit kommt Nagiko (Vivian Wu) mit der Kalligraphie in Verbindung, dem Bemalen des Körpers mit Schriftzeichen. An jedem Geburtstag beschreibt der Vater ihr Gesicht und die Mutter liest Nagiko aus dem fast tausend Jahre alten, intimen Tagebuch (Kopfkissenbuch / Pillow Book) der Autorin Sei Shonagan vor.
Mit 18 Jahren heiratet Nagiko, doch der Ehemann zeigt wenig Verständnis für ihre kalligraphischen Vorlieben. Sie fängt an, nach dem Vorbild Shonagans ein eigenes Tagebuch zu schreiben. Doch ihr Gatte verbrennt es in seinem Zorn.
Entsetzt verlässt sie Heim und Hof und begibt sich nach Hongkong, wo sie in einem Luxusbordell anfängt. Nagiko lässt sich von den Liebhabern bemalen und empfindet auf diese Weise Lust. Sie fängt wieder an zu schreiben und schickt es einem Verleger, der ihr Geschriebenes jedoch abweist. Als Nagiko den jungen Liebhaber des Verlegers (Ewan McGregor) kennenlernt, kommt ihr eine ungewöhnliche Idee. Sie schreibt ihr erstes Buch auf seinen Körper und schickt ihn damit zum Verleger. Mit sichtlichem Erfolg...
Regie: Wang Xiaoshuai
Darsteller: Lin Cui, Li Bin, Zhou Xun, Gao Yuanyuan, Shuang Li
Originaltitel: Shiqi sui de dan che
Herstellungsland: China/Taiwan
Handlung:
Guo Liangui, ein Ländling der seit kurzem in der Stadt lebt, bewirbt sich zusammen mit anderen Landsleuten bei einem Fahrradkurier um einen Job. Sie werden angenommen, dürfen sich erstmal duschen und bekommen ihre Dienstkleidung gestellt, um die Firma nach außen hin respektabel zu repräsentieren. Ihr Fahrrad bekommen sie vorerst gestellt, müssen es aber abbezahlen, bis es irgendwann ihnen gehört.
Guo beginnt also seinen Job, und alles verläuft gut. Er verdient viel Geld und es würde nicht lang dauern, bis das Fahrrad ihm gehört. Doch dann wird es geklaut...
Regie: diverse
Darsteller: diverse
Originaltitel: Ten minutes older ? The Cello/The Trumpet
Herstellungsland: Deutschland/Großbritanien
Handlung:
Dogs Have No Hell - Aki Kaurismäki, Lifeline - Victor Erice, Ten Thousand Years Older - Werner Herzog, Int. Trailer Night - Jim Jarmusch, Twelve Miles To Trona - Wim Wenders, Histiore Deaux - Bernardo Bertolucci, A Staircase - About Time 2 - Mike Figgis, One Moment - Jiri Menzel, Ten Minutes After - Istvan Szabo, Vers Nancy - Claire Denis, Enlightenment - Volker Schlöndorf, Addicted To The Stars - Michael Radford, Dans Le Noir Du Temps - Jean-Luc Godard
Omnibusfilm: Ein Physiker rechnet und experimentiert herum, bis er zu dem Ergebnis kommt, dass es Zeit nicht gibt. Inzwischen ist es wieder nach 21 Uhr geworden, und die mit dem Soufflee wartende Physikergattin wird zu Hause langsam sauer. Dieser Film zum Thema Zeit wurde nicht gedreht. Aber 15 andere. Sieben Kurzfilme vereinte der Omnibusfilm "Ten minutes older - the trumpet", jetzt kommen in "Ten minutes older - the cello" noch einmal acht dazu. Jeweils zehn Minuten Filmlänge durften sich die gestandenen Regisseure zur Verfügung nehmen, um über Zeit nachzudenken und bildlich zu verlebendigen, worüber sie nachdachten.
Das geriet bei den großen Narratikern Bernardo Bertolucci und Istvan Szabó etwas kabinettstückchenhaft. Sie experimentierten mit der Spannung zwischen der wirklichen Zeit, die man zum Erzählen braucht, und der fiktiven Zeit, die in der Erzählung vergeht. Diese formale Differenz - bei Bertolucci durch Riesensprünge auseinander gerissen und bei Szabó zur Deckung gebracht - war das eigentliche Thema der beiden Kurzfilme, und die in diese Experimentieranordnung eingefüllten Inhalte bildeten eher Nebenaspekte. Solches muss man erwarten, wenn man in einen Kompilationsfilm geht, der ja selber auf einer formal-experimentellen Grundidee beruht.
Dass diese Idee hier mit einer hochphilosophischen Frage aufgeladen wurde und dass diese Grundfrage auch noch wesentlich mit dem Medium zu tun hat, das sie tragen soll - das ändert zunächst nichts an der Wettkampfgeistreichelei. Aber dadurch, dass den Beteiligten schon etwas an dem Thema gelegen haben muss, bevor der Anruf des Produzenten Ulrich Felsberg kam, ist sehr wohl mehr als erfüllte Pflicht herausgekommen - und zwar mehr, als man in einem Rutsch verdauen kann.
Wim Wenders, dessen Beitrag im ersten Omnibusfilm mitfuhr, ärgerte sich ein bisschen, dass Jean-Luc Godards Filmessay den zweiten beenden sollte. Er übersieht dabei, dass Godards "Dans le noir du temps" für sich genommen mehr als nur abendfüllend gewesen wäre, auch wenn sich der Altmeister an die 10 Minuten gehalten hat. Der Titel heißt übersetzt: "In der Schwärze der Zeit" - darin lässt Godard anhand einiger bearbeiteter Filmschnipsel und vermittels Zwischentitel die Welt versinken: erst die Jugend, dann den Mut, das Denken, die Erinnerung, die Liebe, die Stille, die Geschichte, die Angst, die Ewigkeit und ganz zuletzt - das Kino. Es hilft nichts, dass dieser Film an das Ende gesetzt wurde - er überlagert rückwirkend alle anderen sieben Beiträge und verdrängt ihren Eindruck, wenn er sie nicht ganz in den Köpfen der Zuschauer vernichtet. In diesen zehn Minuten kommen Bilder von Waffen, von Blut, kommen KZ-Dokumente vor; Bilder, die alles, was einem etwas bedeuten könnte, relativieren, ins Lächerliche verkleinern, indem sie zeigen, wie die Zeit all das auszulöschen im Stande ist und wie sie dies früher oder später gewissenhaft und vollständig erledigt haben wird.
Es ist schade um die sieben anderen Kurzfilme. Hätte man von Godard nicht erfahren, dass es nichts Wertes, also auch nichts Sehenswertes auf dieser Welt gibt, hätte man sie glatt dafür gehalten: Es wird die Gegenwart einer ostdeutschen Dauercamperfamilie aus der Perspektive einer Stechmücke betrachtet, die offenbar Augustinus Bekenntnisse gelesen hat und schließlich im elektrischen Insektenbrutzler Erleuchtung erfährt (Volker Schlöndorff). Die Zukunft wird von einem Astronauten eingeholt, der bei Rückkunft auf die Erde im Jahr 2146 einen uralten Mann trifft, der ihn mit "Papa, ich liebe dich" anspricht (Michael Radford). Und in Filmen konservierten Reife- und Alterungsstadien des tschechischen Schauspielers Rudolf Hruslnsky fügen sich zu einer eigenartigen, berührenden Parallelbiografie, zu einem vermittelten, aber unverstellten Blick in die Vergangenheit (Jiri Menzel).
"Ten minutes older" beinhaltet Material und Ideen für mehr als zehn Menschenleben. Sie wurden in einen Kinoabend zusammengepfercht, wobei ein großer Teil zerdrückt und erstickt - aber anders sind Kurzfilme wohl nicht zu verleihen. Wer hat nach 20 Minuten Kinowerbung und vor dem Abendfüller schon Lust, noch einen Vorfilm zu konsumieren. Es gibt kein angemessenes Format für Kurzfilme. Dass es Kurzfilme trotzdem gibt, verdankt sich solcher Behelfsdarreichungsformen.
Technische Daten:
Sprache: diverse
Untertitel: englisch
DVD-Rip
mp4
ca. 190 min
je 700 mb
Download: (RS.com)
PW: malamute, Ordner-PW: 6983 (the cello), Ordner-PW: 3659 (the trumpet) Rapidshare-Ordner
Freakstars 3000 - Christopf Schlingensief - DVD Rip XviD (Reupp)
"Freakstars 3000" ist Christoph Schlingensiefs (Das deutsche Kettensägenmassaker, 120 Tage von Bottrup) Antwort & Angriff auf die Fernsehshow "Deutschland sucht den Superstar" und hält dieser grenzenlosen Volksverdummmung einen Spiegel vor.
Ich fand diese Show großartig und konnte mich dabei köstlich amüsieren.
Infos & Links
Hier kommt Schlingensiefs Version der RTL-Show Popstars: Singen, Tanzen, Luftgitarre - Dutzend Teilnehmer werden unter den Augen einer gnadenlosen Jury durch einen gnadenlosen Wettbewerb gejagt. Sehen Sie coole junge Menschen, die mit Talent ihren Traum von der großen Musikkarriere wahr machen und so ganz nebenbei auf das Problem der Nicht-Behinderten hinweisen.
Kapitel:
01 Die Kandidaten
02 Presseclub: Zeitung & Gewalt
03 Freakmann: Merkel & Struckmann
04 Vocal Coaching mit Irm Hermann
05 Tanz Coaching mit Susi
06 Freakmann: Horst Mahler
07 Studio-Test I
08 Presseclub: Liebe & Sex
09 Studio-Test II
10 Geiselnahme
11 Live in der Volksbühne
12 Freakmann: Peter Struck
We have a story but I think the story is only
a little part of the whole movie.
Dieser Film ist eine ästhetische Wahrnehmungsreise. Béla Tarr erzählt seine Geschichte in mehreren Anläufen und aus jeweils wechselnden Perspektiven. In der ungarischen Tiefebene, wo alles waagerecht ist, wo menschliche Siedlungen unendlich weit voneinader entfernt liegen, leben die Protagonisten auf einer verlassenen landwirtschafltichen Maschinenstation. Das alles vernichtende Gefühl des Alleingelassenseins wird einzig von der immer stärker werdenden Sehnsucht nach Flucht gebrochen.
Die einzelnen der zeitlich parallelen, nacheinander geschalteten Stränge überschneiden sich verschiedentlich, so dass ein und dasselbe Ereignis aus unterschiedlichen Wahrnehmungspositionen gezeigt wird. Der Erzählgestus und die bestechende, gleichermassen nüchtern-präzise wie suggestive Kameraführung folgen dem Pfad des realistischen Kinos, sind aber durchsetzt mit stilisierenden Momenten und traumspielartigen Szenen. Wer sich auf das 'opus magnum' 'Sátántangó' einlässt, sich den Bildern und der Zeit 'aussetzt', wird Zeit neu empfinden. xenix.ch
Satantango (orig. Sátántangó) is a film directed by Hungarian filmmaker Béla Tarr. Shot in black-and-white, completed in 1994, it runs an epic 7? hours in length. It is based on the novel Sátántangó by Hungarian novelist László Krasznahorkai, who has been providing Tarr with stories since his 1988 film Kárhozat (Damnation, 1988). Tarr had wanted to make the film since 1985 but was unable to proceed with the production due to the strict political environment in Hungary.
The plot deals with the collapse of a collective farm in Hungary near the end of Communism. Several people on the farm are eager to leave with the cash they will receive for closing down the community, but they hear that the smooth-talking and charismatic Irimias, who had disappeared over two years ago and whom they thought to be dead, is returning. Much of the film's plot concentrates on the impact and consequences of Irimias' return through multiple Point of Views as the communers must cope not only with Irimias' scheming, but that of each other.
The structure of the film is based on that of the novel, which borrows, as its title suggest, from tango. That is, the film is broken into twelve parts, and does not necessarily move chronologically, as it follows the tango scheme of going six moves forward, then six back (hence 6 + 6 parts in total). [...]
Included among its admirers is American filmmaker Gus Van Sant. His films Gerry (Tarr has a thank-you credit in the closing credits) and Elephant draw on Satantango in many different ways. Gerry uses lengthy tracking shots, and Elephant tells the story from different points of view like Satantango. Both films also make an experimental use of unfamiliar sounds in the background.
The film was praised by many critics who considered it a crack in the face to the 90s "friendly foreign" film. The critics argued that Satantango was made for the art of film, as opposed to many foreign films in the 1990s, which seemed more concerned with reaching a crossover audience than making a deeply artistic film.
The late novelist and filmmaker Susan Sontag described Sátántangó as "Devastating, enthralling for every minute of its seven hours. I'd be glad to see it every year for the rest of my life." wiki
Dear Wendy - von Thomas Vinterberg nach einen Buch von Lars von Trier (2005) DVD Rip XviD - Deutsch & Englisch(Reupp)
Inhalt/Review
Lars von Trier schrieb das Drehbuch zu diesem modernen Anti-western, der das hochgradig mystifizierte Genre versucht zu entmystifizieren und sich dabei völlig auf die Schußwaffen konzentriert. So gesehe könnte dies schon der zweite Teil von Triers Anti-Amerikatriologie sein, was er aber nicht ist. Was dafür sofort auffällt sind aber die zahlreichen Parallen zu "Dogville", die vor allem in der Topographie und dem kleinen Bergwerk völlig offensichtlich zutage treten. Aber anders als "Dogville" verwandelt sich dieser Ort nur auf einer Landkarte in einen abstrakten Ort und ist sonst von weit mehr Realismus durchdrungen, der allerdings auch ein wenig stilsiert ist. Ebenso erinnert der Tonfall der Erzählerstimme doch sehr an "Dogville" wenngleich es hier die Stimme des Hauptprotagonisten selbst ist und eben gerade kein aussenstehender Kommentator. Und auch dieser Film nimmt einmal mehr die Form eine sozialen Experiments an, wenngleich auch in einer sehr absurden Form.
In "Dear Wendy" geht es um die große Liebe zu Revolvern aller Art. Doch nicht wie im eigentlichen Western ist deren Gebrauch sondern weit mehr Funktion der Waffen von Interesse. Ein kleiner Gruppe "Loser" holt sich ein gestärktes Selbstbewußtsein durch ihre Beschäftigung mit Revolvern. Von ganz besonderem Interesse ist dabei neben den Schießübungen, die Funktion, Technologie und Wirkung der Waffen. Der Regiesseur Thomas Vinterberg (Das Fest -1997) zeigt am Ende häufiger nachgestellte klinische Bilder über Einschußlöcher oder den Berechnungswinkel der Kugeln, um den faszinierten Blick der Jugendlichen auf ihre Waffen wiederzugeben. Der ganze Mythos beginnt aber schon damit, dass jeder seiner Waffe eine Namen gibt, der sich immer auf das andere Geschlecht bezieht. Wendy ist ein kleiner Frauenrevolver, indem Dick (Jamie Bell) der Haupdarsteller, tatsächlich so etwas wie seine weibliche Freundin sieht. Die Waffe wird wie uns Kubrick schon in "Full Metal Jacket" gezeigt hat, tatsächlich zum Liebessibstitut.
"Dear Wendy" zieht so geschickt die Konsequenzen aus Michal Moores Film "Bowling For Columbine" und versucht aber auf seine ganz eigene Art und Weise dem amerikanischen Waffenfanatismus beizukommen. Das einzige etwas nervende und unpassende an diesem Film scheint mir neben ein paar Längen am Anfang, die etwas zu popige Musik der "Zombies" zu sein, die sich nicht so richtig gut mit den Bildern zu vereinen mag und daher öfter aufgesetzt wirkt. Ein wichtiger Film, der eine Ebene betrachtet, die zum Filmen dazugehört: das Shooting! Und Lars von Trier wäre nicht der intelligente europäische Regiessuer, der er ist, wüßte er nicht das diese oftmals tödtliche Symboliserung von Männlichkeit, ihn selbst auch fasziniert.
An epic portrait of late Sixties America, as seen through the portrayal of two of its children: anthropology student Daria (who's helping a property developer build a village in the Los Angeles desert) and dropout Mark (who's wanted by the authorities for allegedly killing a policeman during a student riot)...
When this film was made, the hippie thing had gone mainstream. The ideas of the counter culture was well established, that is why such a big film could be made. Yet it has something to say, and it is said really beautifully. Apart from those who're only waiting for the wanking material, this film is given credit for its beautiful scenes(which in itself is more than enough reason to see the film) by the most. The soundtrack to this film, which actually became more popular than the film itself, is another plus. Pink Floyd's "Careful with that axe Eugene" suits really well with the explosions, the absence of music in other scenes gives the film a nice quiet mood.
Michelangelo Antonioni's original ending was a shot of an airplane sky-writing the phrase "Fuck You, America," which was cut by MGM president Louis F. Polk along with numerous other scenes. Louis F. Polk was eventually replaced by James T. Aubrey, who had most of the cut footage restored, but without this final shot.
Harrison Ford fans know that his scenes were cut from this film. He can still be seen, however - if you look real quick, in the jail scene, you will see him standing up against the back wall right by the door..
A piano piece composed by Richard Wright of Pink Floyd for the 'violent scene' went unused, but was later reworked by the band as "Us and Them" on their album "Dark Side of the Moon".
Michelangelo Antonioni's leftist politics made the film a controversial project from the start. The production was harassed by groups opposed to the movie's alleged anti-Americanism, among other things. The FBI had agents tailing cast and crew members; the locations were besieged by right-wingers who had come to protest what they claimed was a scene of flag desecration that, in fact, never existed; militant anti-establishment students worried that they were somehow being "sold out"; the sheriff of Oakland, California, charged that Michelangelo Antonioni provoked the riots he had come to film; Death Valley park rangers initially refused to allow Michelangelo Antonioni to shoot at Zabriskie Point because they thought he planned to stage an orgy at the site (which Michelangelo Antonioni had conceptualized but never seriously considered); and the U.S. Attorney's office in Sacramento opened grand jury investigations into both the film's alleged "anti-Americanism" and possible violations of the Mann Act, a 1910 law prohibiting the transportation of women across state lines "for immoral conduct, prostitution or debauchery," during the Death Valley shooting. The investigation was dropped, albeit reluctantly, when it was learned that Zabriskie Point was at least 13 miles west of the California-Nevada border.
Regie: Alfred Hitchcock
Darsteller: Sylvia Sidney, Oskar Homolka, John Loder
Originaltitel: Sabotage
Herstellungsland: USA
Handlung:
Mr.Verloc (Oscar Homolka) ist ein gefährlicher Saboteur, der Kopf einer Bande, die London terrorisiert. Doch äußerlich ist er ein Biedermann, der ein Kino führt, verheiratet ist und den noch im Kindesalter befindlichen Bruder Stevie seiner Frau beherbergt. Doch die Polizei ist ihm auf den Fersen und setzt den Undercover-Beamten Ted auf ihn an. Eines Tages muß wieder eine Bombe plaziert werden und Verloc schickt Stevie mit dem Sprengsatz los...
Regie: Alfred Hitchcock
Darsteller: Tallulah Bankhead, William Bendix, Walter Slezak, Mary Anderson
Originaltitel: Lifeboat
Herstellungsland: USA
Handlung:
Mitten im 2.Weltkrieg wird ein Schiff von einem deutschen U-Boot torpediert und sinkt. Die Überlebenden sammeln sich in den Rettungsbooten. In einem ist eine bunte Mischung von Leuten versammelt, u.a. ein Journalist, ein Geschäftsmann, eine Krankenschwester, ein Steward, ein Matrose und ein kommunistisch angehauchter Ingenieur. Die Stimmung ist bedrückt bis gereizt, bis man auch noch einen weiteren Mann aus der endlosen See zieht, wie sich herausstellt ein Deutscher aus der U-Boot-Besatzung. Jetzt geraten die Überlebenden in ein moralisches Dilemma, denn einerseits haben sie die Pflicht, den Kriegsfeind festzusetzen, andererseits ist der Deutsche als einziger kompetent genug, das Boot so zu steuern, daß ein Überleben möglich ist...
Julio stammt aus der verarmten, mexikanischen Mittelschicht, Tenoch dagegen hat einen reichen Politiker als Vater. Dennoch verbindet die beiden 17-Jährigen eine dicke Freundschaft. Sie wird erst auf die Probe gestellt, als sie die zehn Jahre ältere, äußerst attraktive Luisa kennen lernen, die sich gerade von ihrem untreuen Mann getrennt hat. Das Trio begibt sich auf eine Reise zu einem Traumstrand, den die Spaßvögel Julio und Tenoch nur erfunden haben, um Luisa zu verführen. Unterwegs kommt es zu heftigen erotischen Rivalitäten. Soziale Herkunft, Sexualität und Freundschaft kollidieren, und das Erwachsenenalter wartet darauf, die Scherben aufzusammeln.
Dieses Kammerspiel ist in einem grossen prunkvollen Haus angesiedelt. Die Besitzerin, Hédi, ist sehr alt. Mit ihr zusammen wohnen ihr Sohn, sein Freund, eine Krankenschwester und ihr Freund. Sie alle warten auf den Tod Hédis, damit sie das Haus ganz in Besitz nehmen können. Die ungewöhnliche Konstellation der Personen wird genährt von den niedersten und zugleich verständlichsten Trieben: dem Kampf um Geld, Verrat, Betrug und Zerwürfnis. Mit ihren gleitenden, sphärischen Bewegungen bleibt nur die Kamera als scheinbar integres Organ, das all die menschlichen Verfehlungen auzeichnet und sich an ihnen doch nie beschmutzt. xenix.ch
Ein Blow Job, eine quasi-Vergewaltigung, ein Diebstahl, eine Hochzeit. In diesem Film sozusagen der "Viersatz" des Bösen, an dem sich menschliches Miteinander in größter Unsicherheit aufzieht. Ein fünf-Personen-Kammerspiel, das bis auf die letzten Szenen ausschließlich in einer verengten und verwinkelten Wohnung stattfindet. Die Einstellungen sind bisweilen eigentümlich verkantet, für einen Film von Tarr ist Almanac of Fall ungewöhnlich stark vom Dialog bestimmt, der Gebrauch von expressionistischen, wie nachcoloriert wirkenden Farben scheint fast wie aus einem Guy-Maddin-Film zu stammen. Dahinter zeigt Tarr das Zerbrechen einer Mikrogesellschaft, in der am Ende die Intriganten die Hochzeit des Vergewaltigers mit seinem Opfer feiern: Bloß neue Konstellationen. Janis' Filmtagebuch
Karrer, ein langjähriger Outsider, verbringt seine Zeit mit ziellosen Streifzügen durch ewig verregnete Straßen, um dann allabendlich in seiner Stammkneipe zu landen. Dort begegnet er einer Diseuse, die sein Leben völlig durcheinander bringt. Um ihr näher zu kommen, überredet er mit Hilfe des Kneipenwirts Willarsky ihren Mann zu einer mehrtägigen Schmuggelfahrt. Zwischen diesen vier Menschen entsteht eine komplizierte Verflechtung unterschiedlicher Interessen, Emotionen und Abhängigkeiten. Es kommt zu einem Kampf, in dem Karrer letztlich unterliegt – ihm bleibt nur der Sturz in die „Verdammnis “. goEast
Zweifelsohne eines der pessimistischsten, dunkelsten und "atheistischsten" Portraits, wie man sie im Film überhaupt zu sehen bekommt: Ein von der Welt (also dem Dorf, in dem er lebt) entschieden entfremdeter Mann begehrt eine Sängerin so sehr, dass sich an ihr für ihn gleichsam der Sinn des Universums manifestiert. "Du bedeutest mir die Welt", sagt er ihr. Sie ist verheiratet, ihr Mann hat Schulden. Er bemüht sich darum, das Paar auseinanderzubringen, fleht um soziale Integration in einer Gesellschaft, deren Bestandteile eine solche längst nicht mehr formen. Am Ende schlagen seine emotional korrupten Bemühungen auf ihn zurück und der Film schließt mit ihm, wie er, in animalischer Barbarei, durch ein identitätsloses "wasteland" irrt.
Ein Film, der an nichts mehr glaubt und die Menschheit wieder an dem Punkt sieht, wo sie - wie der "Held" des Films am Ende - einen "anderen" Hund anbellen muss. Die alles durchringende Einsamkeit und Leere der Figuren wird vor allem meisterlich visualisiert im letzten Drittel des Films, wenn die Bewohner des Dorfes zum Tanz in einer Bar zusammenkommen. Beine, Arme und Hüften in perfekter Harmonie. So merkt es eine Frau an. Das und eben nichts weiter: Gesichter wie verrostende Gasflaschen.Janis' Filmtagebuch