Auch Zwerge haben klein angefangen (Werner Herzog, 1970) XviD
Info & Review
Inhalt
In einem abgelegenen Erziehungsheim, rebellieren ein paar kleinwüchsige Insassen, weil sie nicht an einem Ausflug teilnehmen durften. Sie treiben den Erzieher in die Enge, stecken Bäume und Pflanzen in Brand, werfen Fenster ein, zerschlagen Geschirr und schmeissen Hühner durch die Gegend... http://www.ofdb.de/view.php?pag...&fid=24108
Review
Die Werke des Autorenfilmer-Starregisseurs Werner Herzog wissen von Haus aus sowieso nur eingefleischte Arthouse-Freunde zu würdigen. Einen Schritt weiter geht sein zweiter Langfilm aus dem Jahr 1970. Die kulturpessimistische Groteske „Auch Zwerge haben klein angefangen“ ist nur hartgesottenen Herzog-Anhängern nachhaltig zu empfehlen. Doch die werden den Film lieben, weil es so viele interessante Details zu erkunden gibt, dass es eine echte Freude ist. Das Faszinierende: Wer die wahre Qualität von „Auch Zwerge haben klein angefangen“ entdecken will, muss den unterschwelligen Subtext des Films sezieren. Ein universeller Sinn des Ganzen ergibt sich erst zwischen den Zeilen bzw. Bildern...
Die Bewohner eines Erziehungsheimes in einer abgelegenen kargen Provinz planen einen Ausflug. Aus disziplinarischen Gründen dürfen einige der kleinwüchsigen Insassen nicht teilnehmen. Die Zurückgelassenen nutzen die Abwesenheit des Direktors und der meisten seiner Zöglinge zum Ausbruch aus der gewohnten Ordnung. Ohne angreifbaren Gegner von außen reagieren die Zwerge mit blinder Wut und ziellosen Vernichtungsaktionen. Der Aufsicht führende Erzieher nimmt einen der Rädelsführer in Gewahrsam und verschanzt sich auf dem Gelände. Als die Aggression der Aufrührer auch untereinander zunimmt und sinnlose Aktionen im Kreis laufen, bricht die Revolte schließlich zusammen. Der Film schildert den eigenwilligen Ausbruchsversuch aus den Hierarchien und Konventionen der umgebenden Ordnung.
„Auch Zwerge haben klein angefangen“ markiert den zweiten Teil einer inoffiziellen Trilogie Herzogs, die mit der Dokumentation „Die fliegenden Ärzte von Ostafrika“ (1969) begann und mit der eigenwillig-faszinierenden Wüsten-Meditation „Fata Morgana“ (1971) endete. Diese düstere Phase des jungen Herzog (Jahrgang 1942) prägte vor allem seine bei Dreharbeiten zuvor erlittenen Leiden. Er erkrankte ernsthaft an Malaria und Bilharziose, was die Stimmung des Films nach Herzogs Aussage nachhaltig beeinflusste. Wer sich der Drama-Groteske inhaltlich nähern will, muss zunächst einmal Schwerstarbeit verrichten. Das, was der Münchner Regisseur seinem Publikum in Schwarz/Weiß anbietet, ist verstörend und teils surreal. Der Clou: Unterhalb dieser irritierenden Bilder liegt eine zweite inhaltliche, gesellschaftskritische Ebene, die es in Form einer Parabel zu enträtseln gilt.
In dem Film treten ausschließlich kleinwüchsige Darsteller auf. Hier geht es jedoch nicht vordergründig um die Probleme und das Leben von Zwergen und wie sie sich mit der Gesellschaft arrangieren. Die Liliputaner symbolisieren die normalen Menschen in einer übergroßen Welt, der sie nicht mehr gewachsen sind. Sie treten in eine blinde, gewalttätige Rebellion gegen eine Welt, die sie nicht geschaffen haben und deren Konventionen sie sich widersetzen. Herzog destilliert aus dem scheinbar kindischen Gebären der Zwerge das universelle Verhalten von Menschen heraus und stellt dies schonungslos zur Schau.
Wie üblich bei Herzogs Werken („Aguirre – Der Zorn Gottes“, „Fitzcarraldo“, „Mein liebster Feind“, „Rad der Zeit“, „The White Diamond“) hagelte es damals Kritik von verschiedenen Seiten. Besonders die Tierschützer wetterten heftig gegen den Film. In diesem Fall einmal durchaus zurecht. Um das Ausbrechen der Rebellion zu dokumentieren, vergehen sich die Zwerge in roher Gewalt an den Tieren, die in der Anstalt gehalten werden. Zwei blinde Insassen, die mit Holzstöcken gegeneinander kämpfen, reiten auf einem toten Schwein, an dem zuvor noch kleine Ferkel versucht hatten, Milch zu trinken. Herzog ließ das Tier vor Ort schlachten, ohne dass es aber im Film zu sehen ist. Auch die Hühnerszenen sind äußerst ambivalent. Die aufständischen Zwerge schnappen nach ihnen, zerren daran und werfen sie schließlich durch ein Fenster dem Anstaltspersonal entgegen. Den Vorwurf der Tierquälerei muss sich Herzog gefallen lassen, nimmt ihn aber in Kauf, da seine beklemmenden Bilder sonst nicht funktionieren würden.
Herzogs Theorie, dass jeder Film ein unverwechselbares Bild haben muss, das sich auf ewig in das Gedächtnis des Publikums einbrennt, wird in „Auch Zwerge haben klein angefangen“ ebenfalls zelebriert. Hier ist es der doppelte Tabubruch zu Ende des Films. Ein kleiner Affe, der an ein Kreuz gefesselt ist und von den Zwergen unter Rauchschwaden durch den Anstaltshof getragen wird, markiert dieses Vorgehen. Neben den Vorwürfen der Tierschützer kritisierten Kirchenleute die bittere Blasphemie dieser Sequenz. Das ging soweit, dass der Regisseur wegen dieser Szene, die das totale, urbane Chaos symbolisiert, Morddrohungen erhielt.
Die Schauspieler, die Herzog für den Film einsetzt, sind allesamt Laiendarsteller, denen es aber nicht an Ausdruckskraft mangelt. Besonders hervorzuheben ist Helmut Döhring („Jeder für sich und Gott gegen alle“) als Hombre. Sein infernalisches, selbstmörderisches Lachen, das den Film beschließt, wird niemand vergessen, der ihn je gesehen hat. Herzog: „Das Gelächter in dem Film, von dem kleinsten Zwerg am Schluss - das minutenlange Gelächter - das ist eben das Gelächter überhaupt, es gibt kein Gelächter drüber raus. So wie es Essig gibt und Essigessenz, so sind diese Zwerge Menschenessenz, eine Konzentrationsform. An der Schärfe dieser Essenz sehen wir auf einmal deutlicher die Umrisse von dem, was wir sind.“ [1] Aber auch Paul Glauers („Bildnis einer Trinkerin“) Monologe als verbliebener Erzieher werden sich im Hirn der Betrachter ebenso festfräsen wie der Gesichtausdruck von Gerd Nickel als gefesselter Rädelsführer Pepe. Um seine Darsteller zu motivieren und alles aus ihnen herauszuholen, griff Herzog wieder einmal zu einem Kniff. Wenn alle die Dreharbeiten schadlos überstehen, versprach er den Liliputanern, mit Anlauf in einen riesigen Kaktus zu springen und seinen Teil der Leidensfähigkeit beizusteuern. Natürlich hielt der Münchner Wort und ließ sich dabei von den Zwergen-Darstellern auf deren 8-Millimeter-Kameras filmen.
Mehr noch als alle anderen Werke Herzogs spaltet „Auch Zwerge haben klein angefangen“ das Publikum. Lediglich Anhänger des radikalen Filmemachers werden den für 200.000 Dollar in der Ödnis Lanzerotes gedrehten Film goutieren können. Herzog selbst sieht diesen Kulturpessimismus, den einige als Endpunkt der 68er Revolte definierten, als tiefschwarze Komödie, was sich in absurder Komik gepaart mit tiefgründiger Tragik herauskristallisiert. Wer Herzogs Filme, die eines Jean-Luc Godard oder Rainer Werner Fassbinder liebt, sollte einen Versuch unternehmen, „Auch Zwerge haben klein angefangen“ zu entdecken. Wem es gelingt, den Zugang zu erlangen, der wird mit einem außergewöhnlichen - im herkömmlichen wie übertragenen Sinne - Film belohnt. Herzog für Fortgeschrittene quasi...
[1] Herzog-Zitate aus einem Gespräch mit Kraft Wetzel in: „Herzog/Kluge/Straub“, 1976).
Jamaica is die Sonne, Mann. Have some fun, drink some rum...
Perry Henzell - The Harder They Come (Jamaica, 1972)
Info zum Film:
Der berühmte jamaikanische Sänger Jimmy Cliff spielt darin Ivan O'Martin, einen jungen Mann, der vom Land in die Großstadt Kingston kommt und von einer Karriere als Sänger träumt. Nach verschiedenen Anlaufschwierigkeiten findet er schließlich einen Produzenten (der stellvertretend für den Großteil der damaligen jamaikanischen Produzenten steht). Nachdem ihn dieser nur äußerst spärlich entlohnt, beginnt Ivan sein Geld mit etwas anderem zu verdienen. Obwohl Jamaika für den Handel mit dieser speziellen Substanz bekannt ist, ist es auch dort illegal. Dementsprechend gerät er in Konflikt mit dem System, was ihm das Leben schwer macht. http://de.wikipedia.org/wiki/Th..._They_Come
Dieser aus dem Jahr 1973 (72?) stammende jamaikanische Klassiker von Regisseur und Produzent Perry Henzel ist einer der beliebtesten und am längsten laufenden Kultfilme weltweit. Er trifft mit unbändiger Energie die lebensfrohe jamaikanische Seele, in der sich ein verarmtes, von amerikanischen Radiostationen beeinflusstes Land spiegelt. Der Film bringt außerdem jene archetypische Leidenschaft für Selbstjustiz zum Ausdruck, die sowohl für amerikanische Western typisch ist, als auch Hauptgegenstand der damaligen karibischen Theaterszene war. Gerade einmal zwölf Jahre nach der Unabhängigkeit Jamaikas uraufgeführt, reflektiert The Harder They Come auch die Entzauberung der Insel, durch die bereits kurz nach der Unabhängigkeit einsetzenden massiven Landflucht in die tropischen Ghettos Kingstons, in denen eine bedrückende städtische Armut wartete. Wundervoll fotografiert, geschrieben und inszeniert, erzählt der Film eine typisch jamaikanische Geschichte zu den verführerischen Rhythmen des weltbekannten Reggae-Soundtracks. Die schauspielerischen Leistungen, speziell die von Sänger Jimmy Cliff in der Hauptrolle und Carl Bradshaw als seinem Gegenspieler, sind brillant. http://www.amazon.de/Jimmy-Cliff-Har.../dp/B00005O041
Ich und Du und Alle, die wir kennen (Miranda July, 2005) DVDRip [AC3-2CH deutsch] [mp3 englisch] XviD & externe dt. Subs
Ein emotionaler Episodenfilm ? la 'Short Cuts' und 'Magnolia'.
Info & Review
Inhalt
Der junge Mann Richard Swersey (John Hawkes) ist Schuhverkäufer und Vater zweier Söhne. Die Scheidung von seiner Ex-Frau liegt gerade hinter ihm. Als er der bezaubernden und sehr impulsiven Christine Jesperson (Miranda July) begegnet, ergreift ihn die pure Panik, auch wenn er gerne die zarten Überraschungen des Lebens wieder für sich zulassen würde... http://www.ofdb.de/view.php?pag...m&fid=3823
Review
....,,,,;;;;..;;...,,, Punkte, Kommata und Semikolons tippt Peter in den Computer ein und verblüfft damit seinen kleinen Bruder Robby, der zwar auch schon weiß, dass man mit diesen Zeichen auf Computer-Bildschirmen tolle Bilder malen kann, den Sinn von Peters neuesten Übung allerdings nicht versteht. „Das sind Menschen von oben“, erklärt Peter. „Manche stehen, andere liegen und das hier sind Menschen, die neben liegenden Menschen stehen.“ Miranda Julys in Cannes preisgekröntes Erstlingswerk „Ich und Du und alle, die wir kennen“ kann man durchaus als Verfilmung dieses Bildes bezeichnen. Der Zuschauer nimmt die Vogelperspektive ein und sieht Menschen beim verzweifelten Versuch zu, mit anderen zu interagieren. Miranda July ist eine bereits angesehene Künstlerin und stellte schon im Museum of Modern Art in New York aus. Jetzt stellt sie ihr erstes großes Film-Projekt vor – und übernimmt dabei gleich Drehbuch, Regie und die Hauptrolle.
Das Ergebnis ist alles andere als ein 0815-Episodenfilm: Vielmehr unterscheidet er sich trotz der ähnlichen Machart doch sehr von Filmen wie Magnolia, sind die Protagonisten hier doch nicht einander vollkommen fremde Menschen – die Verbindungen sind von Anfang an klar. Christine Jesperson, die Video-Künstlerin, verliebt sich in Richard Swersey (John Hawkes, „Identität“), den Schuhverkäufer, der nach der Trennung von seiner Frau mit seinen beiden Söhnen Peter und Robby umziehen muss. Das ist der Hauptteil des Films, in Nebensträngen lernen wir die altkluge Nachbarin der Swerseys und zwei pubertierende Teenager aus Robbys Klasse kennen. Von diesem Hintergrund ausgehend entfaltet sich der Film als ein Feuerwerk an originellen Ideen und wunderschönen Bildern, von denen man am liebsten alle als Beispiel anführen will. So erinnert „Ich und Du und alle, die wir kennen“ dank Atmosphäre und Witz letztendlich eher an Garden State als an echte Episodenfilme, auch wenn er in letzter Konsequenz nicht an Zach Braffs kleines Meisterwerk heranreicht.
Alle Charaktere stecken in einer anderen Lebensphase und haben dementsprechend unterschiedliche Bedürfnisse. Christine ist die Träumerin, die sich für die Kleinigkeiten des Lebens begeistern kann, und erinnert mit ihrer Art etwas an den berühmten Amélie-Charakter. Als sie Richard kennen lernt, ist sie mit der Situation ähnlich überfordert wie er und wagt ihre Gefühle nur in verkünstelten Botschaften auszudrücken. Der direktere Richard bildet dabei den Gegenpol: Er ist zwar ebenso von Christine fasziniert, nimmt aber trotzdem vorerst eine Abwehrhaltung ein. Schon in den ersten Minuten wird er zum tragischen Held, als er nach der Trennung von seiner Frau den großen Abgang inszenieren will und seine Hand mit Flüssiggas übergießt und anzündet – dabei aber vergisst, dass lediglich Alkohol für den berühmten Brenn-aber-nicht-verbrenn-Effekt sorgt. Richards älterer Sohn Peter beginnt sich gerade langsam für Liebe und Sex zu interessieren und verbringt Stunden in Internet Chatrooms. Ein Hobby, das auch seinen kleinen Bruder Robby fasziniert, der im Cyberspace eine Frau kennenlernt, die sich merkwürdigerweise für seine kindlich-analen Fantasien zu interessieren scheint. Das etwas ältere Nachbarsmädchen Sylvie hat ihr Leben dagegen schon verplant. Sie sieht sich bereits als verheiratete Mutter und kauft schon jetzt allerlei Küchengerätschaften für ihre Aussteuertruhe. Die beiden Teenager Heather und Rebecca warten dagegen auf ihre ersten sexuellen Erfahrungen und lernen den augenscheinlich pädophilen Nachbarn Andrew kennen, der ihnen obszöne Nachrichten in Form von Zetteln an seinem Fenster schreibt. Als die beiden Freundinnen sich schließlich bei der Frage, wer „es“ wohl besser tun würde, in die Haare kriegen, muss der schüchterne Peter als Versuchsobjekt herhalten. Während die 10jährige Sylvie interessiert durchs Fenster sieht...
Gerade der Umgang mit dem Thema Sexualität macht einen Großteil der Faszination von „Ich und Du und alle, die wir kennen“ aus. Die Kinder, die diese Welt noch nicht verstehen und ihre ganz eigenen Assoziationen bilden, die Teenager, die zwar Angst haben, aber endlich ihre ersten Erfahrungen machen wollen und die Erwachsenen, deren Kommunikation keinesfalls besser funktioniert. Alle nähern sie sich dieser Welt auf ihre eigene Weise, was zu den absurdesten und komischsten Situationen führt. So philosophieren Heather und Rebecca schließlich darüber, ob es nicht besser ist, das erste Mal mit jemandem zu haben, den man überhaupt nicht mag – schließlich enttäuscht man so niemanden und blamiert sich nicht. Christine hat keine Probleme, einem fremden Goldfisch, der gerade auf einem fahrenden Autodach sein Leben aushaucht, ihre Liebe zu gestehen, bei Richard tut sie sich dafür umso schwerer. Das Großartige an diesem Film – abgesehen von der Originalität, der schönen Inszenierung und den tollen (alten und jungen) Darstellern – ist, dass er sich bei all diesen originellen Szenen nicht allzu ernst nimmt und seinem Publikum stets zuzuzwinkern scheint. Auch wenn der 7jährige Robby seine Ideen zum Austausch von Exkrementen sicherlich todernst meint...
Fazit:
„Ich und Du und alle, die wir kennen“ ist ein wunderbarer kleiner Film und hoffentlich nicht der letzte von Multitalent Miranda July. Ihr Erstlingswerk steckt voll von witzigen Einfällen, schrägen Figuren und existenziellen Dialogen. Keine billige Episodenfilm-Kopie, keine bloße Anreihung von Ideen – ein durchdachter, intelligenter Film, der das Leben mal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. http://www.celluloid-dreams.de/kriti...ir-kennen.html
Video Info
Allgemein #0
Vollständiger Name : Ich und Du und Alle, die wir kennen (Miranda July, 2005) DVDRip [AC3-dt] [mp3-englisch] XviD.avi
Dateigröße : 1001 MiB
Format : Audio Video Interleave
Gesamte Bitrate : 1604 Kbps
Spielzeit : 1h 27min
Verwendetes Programm : VirtualDubMod 1.5.10.2 (build 2540/release)
verwendete Encoder-B : VirtualDubMod build 2540/release
With his closest friend, Matahachi, Takezo (the town's wild, orphan kid) leaves his village to join an army on its way to battle. After their side loses, they seek shelter in the isolated home of a widow, Oko, and her daughter, Akemi. Oko seduces Matahachi, who forgets his betrothal to the virtuous Otsu. Oko, Matahachi, and Akemi go to Kyoto, but Takezo returns to the village. Matahachi's family rejects Takezo's report and has him arrested for treason. A monk rescues him from death and sentences him to the study of the samurai code. Otsu and Takezo fall in love, and she promises to wait for him when he sets off on the road as a knight errant.
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After years on the road establishing his reputation as Japan's greatest fencer, Takezo returns to Kyoto. Otsu waits for him, yet he has come not for her but to challenge the leader of the region's finest school of fencing. To prove his valor and skill, he walks deliberately into ambushes set up by the school's followers. While Otsu waits, Akemi also seeks him, expressing her desires directly. Meanwhile, Takezo is observed by Sasaki Kojiro, a brilliant young fighter, confident he can dethrone Takezo. After leaving Kyoto in triumph, Takezo declares his love for Otsu, but in a way that dishonors her and shames him. Once again, he leaves alone.
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A humble and simple Takezo abandons his life as a knight errant. He's sought as a teacher and vassal by Shogun, Japan's most powerful clan leader. He's also challenged to fight by the supremely confident and skillful Sasaki Kojiro. Takezo agrees to fight Kojiro in a year's time but rejects Shogun's patronage, choosing instead to live on the edge of a village, raising vegetables. He's followed there by Otsu and later by Akemi, both in love with him. The year ends as Takezo assists the villagers against a band of brigands. He seeks Otsu's forgiveness and accepts her love, then sets off across the water to Ganryu Island for his final contest.
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Nihil & Seele brennt und DVD Bonusmaterial - Einstürzende Neubauten (2005) DVDRip - XviD
Infos, Review & Links
Inhalt & Review Seele brennt
Der Film porträtiert die Band um den Sänger Blixa Bargeld, die in den frühen 80er Jahren mit Bohrmaschinen, Presslufthämmern und apokalyptischen Slogans wie kaum eine andere das Lebensgefühl der Westberliner Punkszene verkörperte und bald auch von der Hochkultur entdeckt wurde.
So arbeiteten die Punk-Musiker zusammen mit Autoren wie Heiner Müller, Peter Zadek und Werner Schwab. Mit bisher unveröffentlichtem Filmmaterial und exklusiven Interviews gibt der Film einen persönlichen Einblick in die Geschichte der inzwischen legendären Band.
Im exklusiven Bonusmaterial behind the scenes (Regie: Christian Beetz) wird die Band hautnah bei den Aufnahmesessions zum Album ?silence is sexy? beobachtet. Noch nie hat man so intensiv erleben können, wie die Einstürzenden Neubauten im Studio an ihren Songs arbeiten. Anhand der Titel ?redukt?, ?sonnenbarke?, ?helium? und ?total eclipse of the sun? wird auch nachvollziehbar, wie ihre Musik überhaupt entsteht und wie sie sich bis zu ihrer Endfassung fürs Album weiterentwickelt. Selten haben die Einstürzenden Neubauten solch intime Filmaufnahmen ermöglicht und eine Kamera so nah und intensiv an sich herangelassen.
Nihil oder Alle Zeit der Welt
Eine Gruppe junger Terroristen kämpft verzweifelt und aussichtslos gegen einen nebulösen ?Professor?, der als Personifizierung des Bösen mit der Genialität eines Dr. Mabuse die Ruinen der Zivilisation beherrscht.
Zum ersten Mal überhaupt erscheint dieser legendäre Film auf DVD und ist dadurch auch außerhalb von Kinos zu sehen. In der Rolle des ?Visionärs? tritt Blixa Bargeld auf, was einer der ersten seiner raren filmischen Auftritte darstellt (später z.B. ?Die totale Therapie?, 1998). Weitere Mitglieder der Einstürzenden Neubauten zu dieser Zeit unterstützten auf ihre prägnante Weise musikalisch den ersten Langfilm des damaligen DFFB-Studenten Uli M. Schüppel. Auch diese Musik war bislang nie erhältlich, sodass ?Nihil oder Alle Zeit der Welt? auf dieser DVD in doppelter Weise ein Unikum darstellt. http://www.film.de/moviecontent...p/id/8043/
Der Kontrakt des Zeichners (1982) von Peter Greenaway [Avi (DivX)]
Info & Review
Er fing als Maler an, wandte sich dann aber schnell dem Film zu, um seinem Publikum eine weitere Dimension der Wahrnehmung zu ermöglichen. Doch auch das war Peter Greenaway nicht genug, und so träumte er: "Das Publikum soll alle seine Sinne in einem dreidimensionalen Raum nutzen, selbst die Auswahl der Eindrücke treffen." Seit er 1982 mit "Der Kontrakt des Zeichners", der jetzt auf DVD erscheint, einen "kommerziellen Erfolg" landete, scheint sein ganz persönliches Experiment in der cineastischen Nische zu funktionieren.
Peter Greenaways Filme sind eigenwillige Konstruktionen. Wer sich auf "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" oder "Das Wunder von Macon" einlässt, findet sich inmitten eines Hieronymus-Bosch-Gemäldes wieder, auf einer Geisterbahnfahrt durch berauschende Farben und eine Vielfalt von Symbolen. "Jeden Tag ist der Mensch unglaublich vielen Sinneseindrücken ausgesetzt - nur im Kino soll das nicht möglich sein?" - dagegen hatte der Regisseur bereits mit seinem ersten Film etwas einzuwenden. Der 1982 entstandene "Der Kontrakt des Zeichners" gilt bis heute als seine beste Arbeit.
In einer ungewohnten Verknüpfung von Thriller und Historienfilm erzählt Greenaway die Geschichte des jungen Zeichners Neville, der im Sommer 1694 von der Adeligen Miss Herbert engagiert wird, ihren Landsitz während der Abwesenheit des Hausherrn zu zeichnen. Die Auftraggeberin verpflichtet sich ihrerseits, jedes leibliche Verlangen ihres Angestellten zu befriedigen, sodass sich Neville bald wie ein junger Gott gebärdet.
Doch dessen Wahrheitsliebe dringt unter die Oberfläche der aristokratischen Fassaden. Auf seinen Zeichnungen finden sich immer mehr Hinweise auf einen unnatürlichen Tod Sir Herberts. In Neville wächst der Verdacht, das Opfer einer Intrige zu sein.
Der Löwe im Winter (1968) von Anthony Harvey [Avi (DivX)]
Info & Review
England im Jahr l183. König Henry II. (Peter O'Toole) hält seine Frau Eleanore von Aquitanien (Katharine Hepburn) übers Jahr im Tower eingesperrt, nur zur Weihnachtszeit darf sie raus. Dann bestehen die Tätigkeiten des Königspaares hauptsächlich darin, sich in höflichen Worten ihrer gegenseitigen Abneigung zu versichern. Ihr erster von vier Söhnen ist bereits verstorben, nun erhofft sich jeder der übrigen den Platz auf dem Throne als Nachfolger des Königs. Während Henry gern seinen Lieblingssohn, den tölpelhaften John (Nigel Terry), darauf sehen würde, kämpft Eleanore für Richard (Anthony Hopkins), der als Zweitgeborener Anspruch auf den Titel hat. Richard behagt die falsche Zuneigung seiner Mutter nicht, die diese nur aufbringt, um sich so Henrys Willen entgegensetzen zu können. Phillip II., König von Frankreich (Timothy Dalton), fordert die Heirat seiner Schwester Alais (Jane Merrow) mit Richard ein, die Henry Phillips Vater seinerzeit gegen die Mitgift, der Grafschaft Aquitanien, versprach. Doch Henry weigert sich, dem nachzukommen und hält das Land, das mittlerweile Richard gehört, durch seine Truppen besetzt. Er will Alais, die seine eigene Geliebte ist, mit John verheiraten, das Land aber trotzdem nicht aufgeben. Angetrieben von Rachegefühlen gegen Henry versucht Eleanore, Richard in ihre Pläne einzuspannen und verspricht ihm, ihn zum König zu machen, wenn er ihr Aquitanien zurückgibt. Unter dem Vorwand, ihr für Aquitanien im Gegenzug die Freiheit schenken zu wollen, spielt Henry Eleanore gegen Richard aus, als diese auf den scheinbaren Tausch eingehen will. Verbissen kämpft auch der wenig beachtete mittlere Sohn Geoffrey (John Castle) in diesem Schauspiel der Intrigen um Anerkennung, indem er seine Dienste (eher schlecht als recht) der jeweils gewinnenden Seite anbietet. Als Geoffrey Henry in einem geeigneten Moment über Johns Absichten zum Verrat in Kenntnis setzt und ihn bloßstellt, muß Henry schmerzlich einsehen, daß es auch sein Lieblingssohn nur auf seine Krone abgesehen hat; er verleugnet und enterbt alle drei. Ein letztes verzweifeltes Vorhaben, die Ehe annullieren zu lassen, um mit Alais neue Söhne zeugen zu können, wird von Eleanore vereitelt, so daß letztenendes alles wieder beim Alten bleibt. Und Eleanore wandert wieder zurück ins Verlies - bis zum nächsten Winter, zum nächsten Kampf mit dem Löwen.
Dieser einige Konzentration abverlangende Film kann sich auf ein hervorragendes Drehbuch voller vortrefflicher, hintersinniger Dialoge stützen. Gekonnt wird hier ein relativ trockenes Thema, der rücksichtslose Machtkampf der Aristokratie, durch das plötzliche und unerwartete Umkippen der Handlungen und den sich daraus ergebenden neuen Situationen, unterhaltsam und manchmal unfreiwillig komisch dargestellt. Was im Überstürzen der Ereignisse eben noch als logische Schlußfolgerung erschien, entpuppt sich im nächsten Augenblick als gut überlegter Schachzug, der nur dem Zwecke dient, dem anderen eins auszuwischen und vor allem, ihn zu verletzen. Dem Königspaar ist nach 31 Ehejahren (31 wurde damals auch Anthony Hopkins) nur noch Verbitterung, Haß sowie der Wunsch nach Rache geblieben: für den Betrug mit anderen einerseits und den Betrug um die Freiheit andererseits. Attribute wie Liebe oder Vertrauen erscheinen nach außen hin vorwiegend in geheuchelter Form. An manchen Stellen zeigt sich jedoch, daß sich hinter den Feindseligkeiten im Grunde eine starke gegenseitige Haßliebe verbirgt. Der Zorn über die Schmähungen und der Wunsch nach Vergeltung ist stärker als die (wohl vorhandene) innere Zuneigung. So gibt Henry mehrmals zu, stets Richard, und nicht John, für den einzigen Thronfolger gehalten und nur ihn geliebt zu haben. Der aber stand scheinbar auf der Seite der Mutter, was es Henry unmöglich machte, zu Richard zu stehen. Daß Eleanore in Wirklichkeit an Richard genauso wenig liegt, wie an ihren übrigen Söhnen, zeigt sich in der Schlußszene, als sie Henry auffordert, seine Söhne zu töten.
Seine erste Filmrolle überhaupt absolvierte Anthony Hopkins in diesem Film mit Bravour. Überzeugend stellt er den kriegführenden, standhaften Richard ohne übertriebene Gesten durch souveränes Auftreten und sparsam dosierter Mimik dar, erzielt so den gewünschten Effekt und sogar wieder einmal auch etwas Sympathie für die Figur des machtsüchtigen Richard. Mag sein, daß der Gedanke, neben zwei großen Schauspielern wie Katharine Hepburn und Peter O'Toole zu agieren, ein zusätzlicher Ansporn war, auf alle Fälle bleibt Hopkins von allen übrigen Nebendarstellern als einziger in bleibender Erinnerung (sofern ich das überhaupt objektiv beurteilen kann). Der Löwe im Winter wurde in sieben Kategorien für den Oscar nominiert und gewann schließlich drei der goldenen Statuen: für die beste weibliche Hauptdarstellerin (Katharine Hepburn, die sich die Auszeichnung in diesem Jahr ausnahmsweise mit Barbara Streisand (für Funny Girl) teilen mußte), für das beste Drehbuch nach Vorlage und den besten Original-Soundtrack.
Die Jungfräulichkeit des Kinogängers in der Schwarzen Nacht
Als die Gebrüder Lumi?re 1895 ihren Cinématographe erstmals vorführten, zeigten sie selbsgedrehte Kurzfilme von Arbeitern, die eine Fabrik verlassen. Gute 110 Jahre Filmgeschichte sind seither vergangen und längst haben wir alle unsere cineastische Unschuld verloren. In Zeiten von Morphing und digitalen Darstellern gibt es fast nichts mehr, was uns zu erstaunen oder gar zu verzaubern vermag. Alles scheinen wir irgendwie schon mal irgendwo zuvor gesehen zu haben. So ist auch Nuit Noire (Die Schwarze Nacht) des belgischen Regisseurs Olivier Smolders ein Mosaik, welches aus der Fülle der mannigfaltigen Kinogeschichte schöpft.
Ein Entomologe präpariert in einem Museum Schmetterlinge, während es draußen niemals hell zu werden scheint und die Sonnenstrahlung von wenigen Sekunden den Höhepunkt seines Tages bilden. In der Kindheit hat er seine Schwester verloren und alles was ihm von ihr geblieben ist, ist eine Filmspule mit verkratzter Heimatvideoqualität.
Als er eines Tages nach Hause kommt, liegt eine nackte, hochschwangere Schwarze in seinem Bett und stört seine eingefahrene Routine. Sie ist krank und er kann nicht verhindern, dass sie stirbt. Was läge da für einen Präparator näher, als dieser menschlichen Larve bei der Verpuppung zu helfen und darauf zu warten, dass der Schmetterling schlüpft?
Interessant ist nicht die teilweise krude Story, die Smolders mühevoll und teilweise recht prätenziös wie ein künstliches Spinnennetz zu weben versucht, sondern die Bilder, in denen er sie erzählt. Das unwirkliche Museum, die Wohnung des Protagonisten, alles wirkt wie aus den letzten Tagen des 19. Jahrhunderts und breitet in der ständigen, diffusen Dunkelheit ein faszinierendes Schreckenskabinett vor uns aus. Jede Sekunde erwartet man, im Museum dem "Relikt" über den Weg zu laufen, die plötzlich zum Leben erwachenden Insekten teleportieren uns in die Behausung des Killers Gump aus dem "Schweigen der Lämmer" und David Lynch scheint sowieso hinter jeder Ecke zu lauern.
Alles ist die Kopie einer Kopie einer Kopie, dennoch ist Nuit Noire mitnichten ein Plagiat. Wenn Smolders stilisierte Symbole der Metamophorse und vor Bedeutungsschwere triefende Farben wie Schwarz, Weiß und Rot verschwenderisch auf die Leinwand tropfen lässt, fasziniert er und stimuliert verborgene Erinnerungen, ohne uns mit Wiederholung zu langweilen. Angenehm ist dabei, dass seine Story keinesfalls mit Botschaften überfrachtet ist, vielmehr bietet sie nur den Rahmen für die visuellen Experimente zwischen Ekel und Ästhetik.
Und wenn dem Kokon schließlich eine wunderschöne bleiche, rothaarige Frau entsteigt und plötzlich wieder hellichter Tag auf der Straße herrscht, verstehen wir nichts mehr und staunen nur, wie Smolders sein surrealistisches Gemälde vollendet.
Es mag daran liegen, dass die Autorin dieser Zeilen einen Faible für Filme mit freilaufenden Wildtieren hat, seit sich Tyler Durden wilde Bären und Hirsche in den Ruinen des World Trade Centers vorstellte. Aber vielleicht schafft Nuit Noire es auch nur, den Zuschauer mit seinen sanften Bilderfluten wieder unvoreingenommen gegenüber der Magie des dunklen Saals des Kinos zu machen und ihm ein Stück seiner verlorenen Unschuld zurückzugeben. So stellt man sich die Frage, ob uns manche Regisseure nicht auch heute noch mit einem Sujet über aus einer Fabrik spazierende Arbeiter verzaubern könnten, wenn sie sie nur visionär und kunstvoll genug präsentieren würden. http://www.film-sprache.de/specials/...arze-Nacht.htm
[i]Richard Linklaters Regie - Erstling, beschreibt einen Tag in Austin, Texas, und somit eine ganze Generation. Beginnen tut das Ganze mit einer Episode, in der Linklater selber mitspielt.
Er erzählt völlig konfus einem Taxifahrer, von dem Traum den er eben hatte, beginnt zu philosophieren über die verschiedenen Wege der Realitätsbetrachtung und der Irrationaltät des irdischen Daseins, während der Taxifahrer mit Pokermiene das Ganze, gelassen über sich ergehen lässt. Sofort fühlt sich der Angehörige der Generation X zu Hause.
Linklater steigt wieder aus dem Taxi aus, die Kamera macht einen Schwenk nach rechts zu einer kleinen Straße wo ein Mann gerade eine Frau überfährt und Fahrerflucht begeht. Die Kamera folgt dem Mann, der schleunigst nach Hause fährt. Demnächst wird klar, dass es seine eigene Mutter war, die er mit voller Absicht überfahren hat. Die Polizei kommt und führt ihn ab. Die Kamera schwenkt nach links wo sich zwei Jugendliche über Tolstoi unterhalten.
Und so geht nun der ganze Film weiter. Kurz und kürzest Episoden aus dem Leben verschiedenster Leute. Sie sitzen rum, sinnieren, geben an, weinen, lachen, setzen Zeichen oder vegetieren einfach vor sich hin. Nie kommt eine Person ein zweites Mal vor, immer geht die Kamera weiter zum nächsten.
Mit circa 100 Hauptdarstellern ist Slacker der erste Film seiner Art. Ein kleines, aber lautes Meisterwerk, dass seltsamer Weise kurz nach seinem erscheinen wieder sofort in Vergessenheit geriet. 1991 bekam der Film in den Filmfestspielen in Cannes mehrere Loorbeeren, u.a. den großen Filmpreis der Jury.
Leider blieb Slacker bisher Linklaters bester Film, wobei ich Waking Life noch nicht gesehen habe. Ich kann ihn auf jeden Fall nur jedem empfehlen. Er ist einer der interessantesten, intelktuellsten und zeitgleich witzigsten Beiträge des amerikanischen Independent zum Thema Generationsportrait. Ein Muss für jedermann. Leider schwer zu bekommen. http://www.ofdb.de/view.php?page=rev...5281&rid=32570
Video Info
Allgemein #0
Vollständiger Name : Slacker (Richard Linklater, 1991) AC3-2CH - Englisch - Dual Audio - XviD.avi
Dateigröße : 1.37 GiB
Format : Audio Video Interleave
Gesamte Bitrate : 1951 Kbps
Spielzeit : 1h 40min
Verwendetes Programm : VirtualDubMod 1.5.10.1 (build 2439/release)
verwendete Encoder-B : VirtualDubMod build 2439/release
1984: Glamrock, Disco und Punk sind Geschichte in Londons Musiklandschaft. Da bekommt der Reporter Arthur Stuart (Christian Bale) den Auftrag, über das Verschwinden des Glamrockstars Brian Slade (Jonathan Rhys-Meyers) zu recherchieren. Als Anfang der 70er Glamrock wie eine Bombe einschlug, stieg Slade zu einer der Größen der Szene auf, kreierte einen ganz neuen Stil und löste auf gewisse Weise auch eine sexuelle Revolution durch das glamourös-homosexuelle Gebaren und Kostümieren aus. Als er sich jedoch aus der von ihm selbst geschaffenen Rolle nicht mehr befreien konnte, inszenierte er einen Mord an sich selbst auf offener Bühne. Doch der Fake flog auf und der Stern von Slade ging unter. Seit nunmehr sieben Jahren vollkommen, gestaltet sich Stuarts Arbeit als höchst schwierig, denn sowohl Ex-Manager, Ex-Frau (Toni Collette) und auch Ex-Mitstreiter Curt Wild (Ewan McGregor) wissen wenig, außer das Abziehbilds Slades mit Leben zu erfüllen. Was Stuart noch behindert, ist er selbst, einst glühender Fan der von Slade und der ganzen Szene und noch mehr... http://www.ofdb.de/view.php?pag...m&fid=4148
Video Info
Allgemein #0
Vollständiger Name : Velvet.Goldmine (Todd Haynes, 1998) german-english.avi
Dateigröße : 1.37 GiB
Format : Audio Video Interleave
Gesamte Bitrate : 1652 Kbps
Spielzeit : 1h 58min
Verwendetes Programm : VirtualDubMod 1.5.4.1 (build 2178/release)
verwendete Encoder-B : VirtualDubMod build 2178/release
IAS1 : Deutsch
IAS2 : English
Es ist ein Film über japanische Jugendliche, bzw. thematisiert die strenge Hierarchie und den Erfolgsdruck unter der japanische Schüler zu leiden haben. Ab und zu wirds zwar etwas unglaubwürdig, und so einige Szenen hätten man besser machen können, aber im großen und ganzen ein sehenswerter Film.
The Doors (1991) von Oliver Stone [Avi (DivX)] Deutsch Dolby Surround / Englisch DD 5.1
Info & Review
Is everybody in?
Is everybody in?
Is everybody in?
The ceremony is about to begin.
WAKE UP!
The movie will begin in five moments
the mindless voice announced
all those unseated will await the next show.
We filed slowly, languidly into the hall
the auditorium was vast and silent
as we seated and were darkened, the
voice continued.
The program for this evening is not new
you've seen this entertainment through
and through you've seen your birth your life and
death you might recall all of the rest
did you have a good world when you died?
enough to base a movie on? [1]
20 Jahre lang geisterte das Projekt Doors-Film durch Hollywood, ehe Regie-Bulldozer Oliver Stone die brillante Hommage ?The Doors? im Jahr 1991 als schonungslosen, rasenden Rock-?n?-Roll-Express auf die Leinwand brachte. Den Mittelpunkt des Dramas bildet dabei eindeutig der legendäre Frontman Jim Morrison, mit dessen Tod der Film endet.
1965 gründen die Studenten Jim Morrison (Val Kilmer) und Ray Manzarek (Kyle MacLachlan) am Strand von Venice Beach die Rockgruppe The Doors. Der Name orientiert sich an Aldous Huxleys Essay ?The Doors Of Perception?. Während Huxley wiederum William Blakes ?The Marriage Of Heaven And Hell? zitiert: ?If the doors of perception were cleansed every thing would appear to man as it is, infinite.? Gitarrist Robby Krieger (Frank Whaley) und Drummer John Densmore (Kevin Dillon) stoßen dazu. Morrison singt und steuert einen Großteil der Texte bei, Manzarek spielt Orgel und komponiert mit. Nach Auftritten in kleinen Clubs wie dem London Fog in Los Angeles wechseln sie ins angesagte Whiskey-A-Go-Go und kommen kurze Zeit später bei Elektra Records unter Vertrag. Produzent Paul Rothchild (Michael Wincott) entdeckt The Doors. Der Zeit angemessen experimentieren die Bandmitglieder mit allerlei Drogen herum ? allen voran Morrison, der dadurch auch seine Schüchternheit ablegt, was später in explosive, skandalträchtige Bühnenauftritte mündet. Das erste Album ?The Doors? wird 1967 ein Riesenhit, die Single ?Light My Fire? zum Welterfolg. Morrison gleitet immer mehr ab in die Welt der Drogen, nimmt alles, was er kriegen kann. Die Beziehung zu seiner Freundin Pamela Courson (Meg Ryan) ist leidgeprüft. Die Journalistin Patricia Kennealy (Kathleen Quinlan) ist ebenfalls in den Rockstar verliebt und versucht, ihn für sich zu gewinnen. Dazu bringen die Konzertskandale Morrison gerichtliche Anklagen ein...
Jim Morrison - am 8. Dezember 1943 in Melbourne, Florida, geboren - gehört zu den größten Legenden, die der Rockzirkus zu bieten hat. Er war die schillernde, charismatische Figur, die The Doors letzten Endes so erfolgreich gemacht hat. Er war das Gesicht und die Gestalt der Doors. Sein Leben und sein Tod sind ein Mythos, größer noch als der von Jimi Hendrix oder Janis Joplin, die ebenfalls im Drogensumpf jung untergingen. Vergleichbar mit Kurt Cobain von Nirvana hatte Morrison zeitlebens schwer mit der Bürde des Ruhms und als gottähnliches Rockidol verehrt zu werden, zu kämpfen. Einerseits liebte er den Rummel um seine Person, andererseits wollte er am liebsten als Dichter wahrgenommen werden und in Ruhe leben. Wie James Douglas Morrison am 3. Juli 1971 im Alter von 27 Jahren im Appartement Nr. 17 in der Rue Beautreillis in Paris ums Leben kam, wird nie geklärt werden können. Offiziell starb er an Herzversagen. Denkbar ist auch eine versehentliche Überdosis Heroin, das er geschnupft und mit Kokain verwechselt haben könnte. Fakt ist, dass Jim Morrison tot ist ? jedenfalls mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent. Bis zum heutigen Tage halten sich hartnäckige Verschwörungstheorien über einen inszenierten Tod. Morrison träumte schon lange davon, auszusteigen und unerkannt neu anzufangen. Drei Tage vor seinem Tod kündigte er an, sich wie der Dichter Arthur Rimbaud nach Afrika abzusetzen und sich dann im Doors-Büro unter seinem neuen Namen Mr. Mojo Rising (ein Anagramm auf Jim Morrison, das auch schon in dem Song ?L.A. Woman? vom letzten gleichnamigen Album auftauchte) melden.
Die Aussagen über die Ereignisse der Todesnacht sind so merkwürdig und widersprüchlich, dass seine engsten Vertrauten in der ersten Zeit nach dem Tod nicht daran glaubten. Den toten Jim Morrison haben nur Pamela Courson (sie starb am 25. April 1974 an einer Überdosis Heroin) und der Arzt, der die Todesurkunde ausstellte, gesehen. Alle anderen Freunde und offizielle Beamte, die später eintrafen, fanden nur den geschlossenen Sarg vor. Die Unterschrift des Arztes war unleserlich und er später nicht mehr auffindbar. Eine Autopsie wurde nie durchgeführt. An der schnell angesetzten Beerdigung (7. Juli 1971) auf dem Pariser P?re Lachaise nahmen nur fünf enge Freunde teil (u. a. Doors-Manager Bill Siddons). Das Grab hatte Morrison selbst ausgesucht und noch drei Tage vor seinem Tod besucht. In der Todesnacht und auch später wollen zahlreiche Zeugen Morrison gesehen haben. Fakt ist aber auch, dass Morrison durch Alkohol und Drogen in seiner Pariser Zeit körperlich in sehr schlechtem Zustand und aufgedunsen war, was seinen Tod 1971 - trotz aller Theorien - sehr wahrscheinlich macht. Arman Sahisi schrieb in seinem Buch ?Jim Morrison. The Scream Of The Butterfly? treffend: ?Symbolisch aber starb Jim Morrison an einer lang geplanten und bewusst gesetzten Überdosis Jim Morrison. Er erstickte, wenn man so will, bewusst und vorsätzlich an dem immensen Überschuss seiner eigenen Kraft.?
Im Gegensatz zu seinem mitreißenden Polit-Thriller JFKThe Doors stellt Oliver Stone in ?The Doors? keine eigenen Thesen zum Ableben seiner Hauptperson auf. Der Regisseur hält sich an die offizielle Version (Herztod in der Badewanne). So brav ist er während des Films allerdings nicht. Was Ray Manzarek dazu brachte, das Werk nicht zu mögen. Er warf Stone vor, die Akzente nur auf die Ausschweifungen zu legen. Der biederen, Oliver Stone von Haus aus hassenden amerikanischen Kritik war ?The Doors? auch zu unmoralisch und drogengetränkt ? dementsprechend wenig konnten sie damit anfangen. Doch der kompromisslose Regie-Vulkan bleibt sich selbst treu. Er bringt seinen fulminanten, alles niederwalzenden Inszenierungsstil auch bei der Jim-Morrison-Hommage ein. Die optische, durch Farbfilter getragene Brillanz des drogengeschwängerten Bilderrausches begeistert auf formaler Ebene. Die Konzertszenen sind von sensationeller Qualität und waren im Kino wahrscheinlich noch nie besser zu sehen. Im Film wurde übrigens eine Mischung aus Morrisons und Kilmers Stimme verwendet. Bei Nahaufnahmen nahm Stone Kilmers Organ, bei Totalen kam das Original zum Einsatz.
Eine Biographie steht und fällt natürlich mit der Darstellung des Schauspielers der porträtierten Figur. Val Kilmer liefert in ?The Doors? die beste Leistung seiner Karriere und macht die Symbiose zu Jim Morrison perfekt. Er sieht so aus, er singt so, er bewegt sich so. In ?The Doors? ist er Jim Morrison. Daran besteht kein Zweifel. Es ist ein Segen, dass die im Laufe der Jahre vorgesehenen John Travolta, Tom Cruise oder Jason Patric nicht zum Zuge gekommen sind. Daneben glänzen Meg Ryan in einer ungewohnt ernsthaften Rolle als Morrisons Freundin Pamela Courson und Kathleen Quinlan als Journalistin Patricia Kennealy. Oliver Stone garniert sein Rock-?n?-Roll-Drama mit einer ganzen Reihe von Cameoaufritten (inklusive seiner eigenen Person als Morrisons Filmprofessor). Robby Krieger (Statist vor ?London Fog?), John Densmore (Aufnahmeleiter im Studio), Patricia Kennealy (Hexenmeisterin, die Morrison und Kennealy verheiratet) und Paul Rothchild (als Sidekick seines Film-Alter-Egos) sind unter anderem kurz zu sehen. Billy Idols Rolle als Cat wurde nachträglich reduziert, weil sich der Rockstar während der Dreharbeiten bei einem Motorradunfall schwer verletzte und ausfiel.
Stone stellt die düsteren Seiten Morrisons zwar in den Vordergrund und reizt die dramatische Komponente voll aus, grast aber auch die wichtigsten Stationen der Doors gründlich ab. Es gelingt ihm trotzdem, ein exaktes Porträt des Menschen Jim Morrison zu zeichnen. Ob dabei jedes Detail der Wahrheit entspricht, wie es Manzarek bestreitet, ist nicht weiter wichtig, es geht darum, einen Eindruck von dem Charakter zu vermitteln. Dramaturgisch präsentiert sich Stones Film makellos, trotz der 140 Minuten Spielzeit ist das Tempo auf hohem Niveau. Das Geschehen orientiert sich an der Bandgeschichte, allerdings immer mit dem Fokus auf Morrison.
?The Doors? ist ein berauschender, mitreißender Trip, eine aufrichtige, aber liebevolle Hommage an einen Mythos. Die Legende Jim Morrison wird angemessen gewürdigt, ohne sie zu glorifizieren oder zu verurteilen. Jeder muss sich über das Verhalten des genialen, aber selbstzerstörerischen Rockstars und Dichters selbst sein Urteil bilden. Oliver Stone gibt keine Wertung vor, aber seine Sympathie und Verehrung für Morrison ist dennoch unübersehbar. Der Abschied aus dem Film ist traurig.
Wow, I?m sick of doubt
live in the light of certain south,
cruel bindings the servants have the power
dogmen and their mean women
pulling poor blankets over our assailers.
I'm sick of dour faces staring at me from the tv tower
i want roses in my garden bower, dig?
royal babies, rubies, must now replace
aborted strangers in the mud
these mutants blood meal for the plant
that's ploughed.
They are waiting to take us into the severed garden
you know how pale and wanton, thrillful
comes death in the strange hour
unannounced, unplanned for
like a scary over-friendly guest you've
brought to bed.
Death makes angels of us all
and gives us wings
where we had shoulders smooth as ravens' claws.
No more money, no more fancy dress
this other kingdom seems by far the best
until its other jaw reveals incest
and loose obedience to a vegetable law
I will not go prefer a feast of friends to the giant family. [2]
Aus dem wahren Leben schied Jim Morrison mit dem nicht minder traurigen ?Riders On The Storm? - dem letzten Song des letzten Albums (?L.A. Woman?, 1971). Eine schlicht geniale melancholische Hymne, die einen würdigen musikalischen Abschied markiert und als das wohl grandioseste Stück Cocktailmusik aller Zeiten in die Geschichte eingehen wird. Oliver Stone setzte Jim Morrison auf der Höhe seines Schaffens ein würdiges Denkmal. Wild, zügellos und im Grunde des Herzens doch poetisch...
?I am the lizard king. I can do anything.?
[1] Fragmente aus ?Awake Ghost Song? und ?The Movie? vom Album ?An American Prayer? (1978).
[2] ?The Severed Garden? vom Album ?An American Prayer? (1978).
Oliver Stone setzt mit diesem eindringlichen Portrait von Fidel Castro seine Leidenschaft für die großen amerikanischen Themen fort. In großartigen Filmen wie "Platoon", "Geboren am 4. Juli" und "JFK" hat er bisher seinen Finger stets in die Wunden der amerikanischen Politik gelegt und das gesellschaftliche Selbstverständnis der Amerikaner hinterfragt.
In "Comandante" trifft Oliver Stone auf Fidel Castro und hat drei Tage Zeit, dem Mythos dieses Mannes und seiner Politik auf die Spur zu kommen. Im Verlauf von zahlreichen aufschlussreichen Gesprächen erzählt Castro freimütig über seine Jugend, seinen Aufstieg zur Macht und darüber, wie er den gegenwärtigen Zustand seines Landes sieht. Durch die private Gesprächsatmosphäre zeichnet sich allerdings auch ein Bild des Privatmannes Castro ab, der Sophia Loren verehrt, "Titanic" leider nur auf Video gesehen hat und gesteht, niemals beim Psychiater gewesen zu sein, da dafür einfach nie Zeit war.
Dabei verliert Stone aber nie die zu Grunde liegende Fragestellung aus den Augen: Wie konnte Castro als unbequemer Widersacher der Supermacht USA über vier Jahrzehnte lang die Stirn bieten?
Filmqualität:
Erstellt mit RatDvD
Größe: 1,78GB
Sprache: Deutsch
Länge: 1:35 Stunden
Links & Passwort:
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Format: XviD
Size: 620MB
Laufzeit: 1:18h
Titel Bananas
Land USA
Jahr 1971
Regie Woody Allen, Mickey Rose
Darsteller Woody Allen, Louise Lasser, Carlos Montalbán, Howard cosell, Roger Grimsby, Don Dunphy
Autor Woody Allen
Kamera Andrew M. Costikyan
Musik Marvin Hamlisch
Produzent Jack Grossberg
Filminfo:
Das Leben ist nicht leicht für Fielding Mellish (Woody Allen). In seinem Job als Tester neuentwickelter Produkte scheint sich sogar die Welt der unbelebten Dinge gegen ihn verschworen zu haben. Klein, blass, bebrillt und schüchtern hat er sich abgefunden mit den täglichen Demütigungen, die ihm das Leben bereitet.
Als eines Abends seine Glocke läutet und eine attraktive junge Frau vor der Tür steht, ist Fielding sofort verzaubert, auch wenn Nancy (Louise Lasser), nur auf der Suche nach Unterschriften zur Unterstützung der Opposition in einem südamerikanischen Kleinstaat ist. Nancy ist politische Aktivistin, und auch Fielding beginnt, an Diskussionsforen und Demonstrationen teilzunehmen, wenn es auch nur ist, um Nancy nahe zu sein. Was er schon fast nicht mehr zu hoffen wagte passiert: Nancy verliebt sich in ihn, und Fielding erlebt die schönsten Wochen seines bisherigen Lebens.
Das Glück ist nicht von langer Dauer. Nancy will mehr vom Leben als einen neurotischen, zappeligen, egozentrischen Mann. Sie verlässt Fielding. Um zu vergessen geht Fielding ins Ausland - Nach San Marco, dem südamerikanischen Staat, in dem es Tradition ist, dass jedes Jahr der alte Diktator ermordet und, jedesmal vom amerikanischen Geheimdienst unterstützt, ein neuer an die Macht kommt.
Fielding weiß nicht, wie ihm geschieht, plötzlich gerät er in die Mühlen des politischen Machtkampfes. Der Präsident Carlos Montalbán lädt ihn zum Essen ein, um mit ihm über Politik und Philosophie zu diskutieren (nicht ohne dass Fielding abschließend das Essen bezahlen muss). Carlos hat Heimtückisches vor: Fielding soll erschossen und die Tat den Rebellen in die Schuhe geschoben werden. Der Plan gelingt nicht wirklich: Die Rebellen nehemn Fielding als Geisel gefangen, derweil sein Tod in den Medien breitgetreten wird.
Uzak - Weit - von Nuri Bilge Ceylan (2002) DVDRip - türkische Originalfassung-AC3 6CH - XviD & deutsche externe Subs
Info & Review
Der türkische Regisseur Nuri Bilge Ceylan überzeugt in Uzak durch eine ruhige, melancholische Bildsprache. Für die tragischkomische Erzählung einer Begegnung zweier entfremdeter Cousins in der winterlich verschneiten Metropole Istanbul erhielt der Film in Cannes 2003 den „Großen Preis der Jury“.
Der Film beginnt mit einer langen Einstellung eines Mannes, der im frühen Morgenlicht durch eine Winterlandschaft läuft. Die Kamera schwenkt langsam nach links, zeigt eine einsame Landstraße, an der derselbe Mann steht und ein Auto anhält. Schnitt zu einer unscharfen Szene einer sexuellen, aber distanzierten Begegnung eines anderen Mannes mit einer Frau in einem urbanen Appartement. In dieser Wohnung wird einige Zeit später der erste gesprochene Text des Films zu hören sein, gefiltert durch einen Anrufbeantworter. Etabliert ist eine Tristesse, die weiterhin den Film prägt, durchdacht inszeniert ist und nicht ohne pointierten, visuellen Humor die Geschichte der Begegnung zweier entfernter und entfremdeter Verwandte erzählt.
Mahmut, der schon seit vielen Jahren in Istanbul als Fotograf arbeitet, lebt alleine in einer für ihn viel zu großen Wohnung. Seitdem seine Frau sich von ihm geschieden hat, zieht er sich zurück in seinen vermeintlich intellektuellen Komforthaushalt und hat nur noch wenige soziale Kontakte. Eines Morgens klingelt sein jüngerer Cousin Yusuf an der Tür. Er ist arbeitslos und hat das gemeinsame Heimatdorf verlassen, mit der Hoffnung in Istanbul Arbeit zu finden. Mahmut willigt ein, dass sein Cousin bei ihm wohnt bis dieser eine Arbeit gefunden hat. Am liebsten möchte Yusuf auf einem Schiff anheuern. Doch das erste Schiff, das ihm in Istanbul begegnet, verheißt Aussichtslosigkeit für die Jobsuche, denn es liegt gekentert im Hafenbecken. Der Besuch des Cousins verlängert sich auf unbestimmte Zeit und stört Mahmut in seinem festgefahrenen und introspektiven Alltag.
Diese unfreiwillige Konfrontation zweier Verwandter vollzieht sich in stoischen Bildern, in langen, verweilenden Einstellungen, die viel Raum lassen für kleine Gesten und Momente. Mahmut ist es nicht gewohnt, seine Wohnung zu teilen. Der neue Mitbewohner wird alleine durch seine Anwesenheit zur Last. Zwanghafte Ordnungsrituale und ritueller Dauerfernsehkonsum zeugen davon, dass Mahmuts Ideale abhanden gekommen sind und er sich in einer existenziellen Krise befindet. Er bewahrt sich zwar einen intellektuellen Schein, hört Bach und sieht sich im Fernsehen Filme von Tarkowskij an. Aber nur solange Yusuf sich im selben Raum befindet. Sobald sich dieser schlafen legt, schaltet Mahmut ein Pornovideo ein. Selbst die Unbeholfenheit des jüngeren Verwandten vom Dorf, der in seiner Naivität glaubt, die Großstadt werde ihn retten, kann Mahmut nicht dazu bringen, seine innere Kälte abzulegen und dem glücklosen Verwandten ein wenig Mitgefühl entgegen zu bringen. Die gezwungene Zweisamkeit der beiden Protagonisten führt zu keiner wirklichen Annäherung. Zu sehr sind die beiden in sich gefangen, hängen ihren Obsessionen und Erinnerungen nach, sodass sie keine Gemeinsamkeit finden.
Uzak (Weit) ist ein ruhiger, leiser Arthouse-Film aus der Türkei, der nach diversen internationalen Festivalerfolgen nun auch in einigen wenigen Kinos in Deutschland zu sehen ist. Der Film erstaunt, weil er sich nicht anfühlt, wie ein türkischer Film. Man befindet sich eher in einem cineastischen Skandinavien, wie es z.B. in den melancholischen Filmen Kaurismäkis inszeniert wird. Ceylan zeigt uns ein verschneites Istanbuls, dessen Kälte sich auf die Seelen der Bewohner übertragen zu haben scheint. Die Begegnung zweier entfremdeter Verwandte, die gemeinsam etwas Zeit verbringen, erinnert auch an Jim Jarmuschs Stranger than Paradise (1983), jedoch ohne dessen vordergründige Ironie. Der Humor des Regisseurs Nuri Bilge Ceylan klingt ganz sanft zwischen den Zeilen an und besticht durch eine Mischung aus Selbstmitleid und gekonnt ausgekleideten, tragikomischen Momenten. Mit Uzak kann das deutsche Publikum einen türkischen Filmautor kennen lernen, der sich einreiht in die Tradition eines Autorenkinos der leisen, meisterhaften Filme von Vorbildern wie Ozu, Tarkowskij oder Angelopoulos. http://www.critic.de/index.pl?aktion=kritik&id=123
Anmerkung
Die tragische Dimension des Films bestimmte dann das Leben. Yusuf-Darsteller Mehmet Emin Toprak verunglückte kurz nach dem Dreh bei einem Autounfall.
Video Info
Der Film ist in 2 Parts gesplittet und hat deutsche externe Subs.
Bei dem zu den Subs passenden Rip scheint das Seitenverhältnis nicht ganz zu passen, was man aber einfach durch das Umstellen des Aspect Ratio auf 16:9 im VLC korrigieren kann.
Part 1
Allgemein #0
Vollständiger Name : Uzak - Weit Weg (Nuri Bilge Ceylan, 2002) DVDRip - AC3 6CH - XviD - CD1.avi
Dateigröße : 697 MiB
Format : Audio Video Interleave
Gesamte Bitrate : 1818 Kbps
Spielzeit : 53min
Verwendetes Programm : Nandub v1.0rc2
verwendete Encoder-B : Nandub build 1852/release
Video #0
Codec : XviD
Family : MPEG-4
Info : XviD project
Bitrate : 1360 Kbps
Breite : 640
Höhe : 352
Bildseitenverhältnis : 16/9
Bildwiederholungsrat : 25 FPS
Bits/(Pixel*Frame) : 0.241
Interlacement : [BFF] Bottom field first
Chroma : 4:2:0
Audio #0
Codec : AC3
Info : Dolby AC3
Bitrate : 448 Kbps
Bitraten-Modus : CBR
Kanäle : 6 Kanäle
Samplingrate : 48 KHz
ChannelPositions : Front: L C R, Rear: L R, Subwoofer
Part 1
Allgemein #0
Vollständiger Name : Uzak - Weit Weg (Nuri Bilge Ceylan, 2002) DVDRip - AC3 6CH - XviD - CD2.avi
Dateigröße : 697 MiB
Format : Audio Video Interleave
Gesamte Bitrate : 1896 Kbps
Spielzeit : 51min
Verwendetes Programm : Nandub v1.0rc2
verwendete Encoder-B : Nandub build 1852/release
Video #0
Codec : XviD
Family : MPEG-4
Info : XviD project
Bitrate : 1438 Kbps
Breite : 640
Höhe : 352
Bildseitenverhältnis : 16/9
Bildwiederholungsrat : 25 FPS
Bits/(Pixel*Frame) : 0.255
Interlacement : [BFF] Bottom field first
Chroma : 4:2:0
Audio #0
Codec : AC3
Info : Dolby AC3
Bitrate : 448 Kbps
Bitraten-Modus : CBR
Kanäle : 6 Kanäle
Samplingrate : 48 KHz
ChannelPositions : Front: L C R, Rear: L R, Subwoofer
Gewalt und Leidenschaft (1974) von Luchino Visconti [Avi (DivX)]
Info & Review
GEWALT UND LEIDENSCHAFT
Luchino Viscontis zweitletzter Film, GEWALT UND LEIDENSCHAFT, ein Kammerstück.
Rom 1974, ein alleinstehender Kunstwissenschaftler, von seiner Haushälterin rundum versorgt, wird von einer Gruppe grausam moderner Menschen heimgesucht. Sie schwatzen ihm die Wohnung über der seinen ab und renovieren alles kaputt. Der Professor geht indessen am Ende seiner Tage unbiologische Familienbande ein und nährt sich vom rigiden Charme seiner neuen Bekanntschaft. Helmut Berger gibt, unglaublich wahrhaftig, einen Berliner Ex-68er, der sich in der römischen Schickeria als Schlafburschi durchzubringen versucht, und von Burt Lancasters phantastischem Spiel sollten sich reale Professoren eine Scheibe abschneiden. Die internationalen Titel des Films versuchen das Stück auf verschiedene Weise auszudeuten: der englische ?Conversation Piece? moralisch analytisch cool, der französisch-deutsche ?Violence et passion / Gewalt und Leidenschaft? romantisch existentialistisch daneben, und der akribisch genaue italienische ?Gruppo di famiglia in un interno? strahlt alle Traditionen des Verhältnisses von Maler und Modell ab. Der Film ist auf einem Niveau ?Gegenwartskino?, wie es später kaum noch gewagt wurde, geschweige denn handwerklich umgesetzt werden konnte. (Heinz Emigholz)
Luchino Visconti ´s ( 1906 ? 1976 ) Erbe war lebenslange finanzielle Unabhängigkeit, ein aristokratischer Lebensstil und vor allem eine umfassende Bildung und Kennerschaft der europäischen Kunst. Gewalt und Leidenschaft ist Viscontis dialoglastigster Film, als gälte es, letzte Botschaften zu senden. Es war der vorletzte Film, den er, schwerkrank im Rollstuhl sitzend, vollendet hat. Die Gestalt des Professors, herausragend gespielt von Burt Lancaster, trägt offenbar autobiographische Züge.
In den stillen römischen Palazzo eines alternden Professors und Gemälde-Sammlers drängt sich eine "Marchesa" mitsamt Anhang, die ihn als ungebetene Mieterin in ihre privaten Affären verwickelt. Im Zusammenprall zweier grell kontrastierter Milieus werden die Konsequenzen des Rückzuges aus der zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Verflechtung reflektiert. Bewegendes, Skepsis und Lebenshoffnung verbindendes Alterswerk des wie immer ästhetisch ausgefeilt gestaltenden Luchino Visconti. (dctp) OFDb imdb Das Manifest
Bad Guy
Originaltitel: Nabbeun namja
Herstellungsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2001
Regie: Kim Ki-duk
Laufzeit: 103 min.
Sprachen: deutsch AC3 5.1 + koreanisch AC3 5.1
Untertitel: englisch (srt)
Darsteller: Jo Jae-hyeon
Seo Won
Choi Deok-Moon
Kim Yun-tae
Choi Yoon-young
Shin Yoo-jin
Kim Jung-young
Nam Gung-min
Inhalt:
Die attraktive kunststudentin Sun-hwa wartet vor einem Gebäude
auf ihren Freund, als plötzlich ein fremder Mann auftaucht und sie
sexuell belästigt.einige soldaten brinfgen den fremden zu Boden und
zwingen ihn sich zu entschuldigen.Doch der Unbekannte dennkt nicht
mal daran, worauf Sun-hwa ihm ins gesicht spuckt.
Nun schmiedet der Mann einen finsteren Racheplan.Die junge Frau wird
von ihm durch einen hinterhältigen Trick in die Prostitution gezwungen.
Noch kann sie nicht ahnen das der fremde ihr zuhälter ist.
Für sun-hwa beginnt ein leidensvoller Weg.
Wenn menschen in meinen filmen nicht sprechen,
dann weil sie eine ganz tiefe Verwundung in sich tragen.
Die gewalt der sie sich bedienen würde ich eine Körpersprache nennen.
Ich möchte sie lieber als einenen Körperausdruck verstanden wissen,
nicht einfach als negative Gewalt.
- Kim ki Duk - Protected Links: http://2uejus6qdg.rapidsafe.de http://2uejus6qdg.rapidsafe.de/...status.gif Passwort:shanghaiknight Premium Links:
Mit drücken auf den "Danke-Button" bekommt ihr innerhalb von 24h,
die komplette Link-Liste von Gris Gris per pm.
Darsteller: Yang Dong-kun
Ban Min-jung
Kim Young-min
Bang Eun-jin
Myeong Kye-Nam
Lee In-ok
Jo Jae-hyeon
Inhalt:
?Nothing grows in frozen soil?:
70er Jahre in Pyongtaek, einer Kleinstadt im Schatten einer amerikanischen Militärbasis: drei Jugendliche versuchen vergeblich, der Atmosphäre von Gewalt und Hoffnungslosigkeit zu entrinnen. Chang-guk, Zuarbeiter des örtlichen Hundeschlächters, lebt mit seiner Mutter in einem verlassenen Bus. Deren regelmäßige Briefe an den Vater des Jungen, einen schwarzen US Soldaten,kommen stets mit dem Stempel ?Address Unknown? an sie zurück. Chang-guk leidet nicht nur unter seiner Herkunft, sondern auch unter seiner Arbeit, seinem brutalen Arbeitgeber. Die Beziehung zu seinen beiden Freunden ist schwierig. Eun-ok leidet unter einer Verstümmelung, die ihr Bruder ihr in der
Kindheit zufügte. Jim-hum fühlt sich vor allem seiner militaristischen Umgebung nicht gewachsen. Alle drei erstarren in ihrer ausweglosen Situation.
London 1950. Vera Drake lebt mit ihrem Ehemann Stan und ihren erwachsenen Kindern Sid und Ethel in einer kleinen Wohnung. Sie haben nicht viel Geld, aber sie stehen sich nahe und sind eine glückliche Familie. Vera arbeitet als Putzfrau, Stan ist ein Mechaniker in der Autowerkstatt seines Bruders, Sid ist Schneider und Ethel steht am Fließband einer Fabrik, wo sie Glühbirnen testet. Vera kümmert sich zusätzlich um den kranken Nachbarn und die alte Mutter, und findet auch für ihre schüchterne Tochter einen Ehegatten. So verläuft das Leben einfach, aber harmonisch. Gelegentlich allerdings geht Vera noch einer Nebenbeschäftigung nach, die sie vor ihrer Familie geheim hält: Sie hilft jungen Frauen bei ungewollten Schwangerschaften. Unentgeltlich sorgt sie mit einem kleinen Eingriff dafür, dass die verzweifelten Frauen ihr Baby verlieren. Als jedoch eine solche Abtreibung misslingt und das betroffene Mädchen ins Krankenhaus muss, kommt Veras Tätigkeit ans Licht. Eine polizeiliche Untersuchung führt zu ihrer Festnahme, sie wird vor Gericht gestellt und ihre vertraute Welt bricht zusammen.
Pro:
Kritik
Der sezierende Blick in Tristesse und Zwangsoptimismus der englischen working class hat es ihm angetan. Hier variiert Mike Leigh seine Motive, leichter Stoff ist auch zwei Jahre nach dem in Cannes umjubelten ?All or Nothing? nicht zu erwarten. Triumphiert hat ?Vera Drake?, das kleine Drama mit großer Wirkung, dann dennoch, in Venedig mit dem Goldenen Löwen und vielleicht auch bald bei den Oscars als bester fremdsprachiger Film. Aber wichtiger noch: Imelda Staunton geht in der Kategorie beste Hauptdarstellerin zwar als klare Außenseiterin ins Rennen, dürfte aber reelle Chancen haben. Verpassen sollte man Mike Leighs neues Werk über das wohl ewig brisante Thema der Abtreibung ? hier ganz klar als soziale Notwendigkeit und nicht als ethischer Tabubruch verstanden ? in keinem Fall.
Leigh gelingt nämlich ein großes Kunststück, gleichzeitig ein Drahtseilakt: ?Vera Drake? appelliert mit selten zu sehender Kraft an die ja angeblich größte menschliche Qualität, an das Mitleid, an das Mitgefühl des Zuschauers. Das erreicht Leigh mit bewegender Wucht, ohne aber ? und das ist die subtile Leistung jenseits von Hollywoodscher Gefühlssoße ? mit dem moralinsauren Vorschlaghammer in Richtung von Gesetz und gesellschaftlicher Ethik im England der 50er Jahre anzuschwenken. Theatralische Mittel und pathetische Klangteppiche fallen ebenso flach. Das Gegenteil ist der Fall. Mit dem bekannten Blick für mikroskopische Alltagsdetails schafft Leigh eine Tragödie ohne aufgeblasene Gesten, er beobachtet, er erzählt, aber er kommentiert nicht.
Natürlich, auch ?Vera Drake? muss am Ende Position beziehen. Wenn er es für die Heldin seiner Tragödie tut, dann weniger für die individuelle oder gar stilisierte Person. Denn wie an Vera erwartungsgemäß durch eine Justiz, für die Mitleid als mildernder Umstand nicht zählt, ein Exempel statuiert wird, so lehnt sich ihre Figur mit exemplarischer Humanität und Selbstlosigkeit gegen die unmenschlichen Züge der Gesellschaft, das aber ohne Kampf, denn dass sie Unrechtes, aber nichts Falsches getan hat, räumt die ständig weiter in sich Zusammensackende ein. Und gerade das, die abrupte Wandlung in der Figurenentwicklung, bedingt durch das erwartete Auffliegen von Veras illegal-selbstlosem Bemühen, ist der große Wurf von Mike Leighs neuem Film. Wohl kann man der Eröffnung und damit gleich auch der ganzen ersten Hälfte von ?Vera Drake? ankreiden, dass die Skizzierung der Familie Drake arg an bemühte Zwangsidylle erinnert.
So gibt Imelda Staunton zuerst den übereifrigen, ständig vor sich hinsummenden Optimismus einer Frau und Familienmutter, die sich in schon fast in aggressiver Genügsamkeit mit der Mangelrealität der unmittelbaren Nachkriegszeit arrangiert hat. Hier ist alles derart auf das beneidenswert bescheidene Glück einer gesunden Arbeiterfamilie getrimmt, dass das hereinbrechende Unglück eh nur eine Frage von Filmminuten scheint. Was aber als ein typisches Leigh-Element erneut beeindruckt, ist der wirklichkeitsnahe Blick in die Lebensverhältnisse, ins Milieu. Jedes Wohnungs- und Bewegungsdetail wirkt minutiös und überzeugend. Leigh nimmt sich hier für ritualisiert wiederholten Szenen viel Zeit, die Vera als um alles und jeden besorgte Philanthropin installieren. Bitterkeit und Elend der sie umgebenden Verhältnisse ringt sie allerorts mit einem warmherzig-bündigen ?Oh, Dear? nieder.
Hier mag man sich noch über die Distanz wundern, die Leigh zu seinen Figuren und seiner Heldin hält. Als Alltags- und Sozialstudie wirkt das Geschehen fast beiläufig; Vera erledigt ihre zahllos geübten Handgriffe zur Vornahme einer Abtreibung nicht anders als den Umgang mit dem Putzlappen. Mit den Gemütsverfassungen ihrer ?Kundinnen? - im Spektrum zwischen Traumata und gelangweilter Routine ist alles vertreten ? bildet Leigh den Tabubruch der Abtreibung in einer zutiefst konservativen Gesellschaft mit dem exakt richtigen Ton ab. Durch eine Episode der Upper-Class gewinnt Veras Handeln wenn nicht an moralischer Richtigkeit so doch an Legitimität: Wo in der High-Society durch einen Psychiaterbesuch eine Abtreibung halblegal durchgeführt werden kann, bleibt den schlechter Gestellten nur Vera.
Sobald die ?Kriminalität? der guten Seele dann durch eine Komplikation auffliegt, eignet sich ?Vera Drake? eine im Kino nur selten zu sehende Intensität an. Selbst den Vera befragenden Polizeibeamten ist die Dilemmasituation bewusst, dass Vera juristisch, aber kaum moralisch schuldig ist. Aufgeregt militante Töne fallen unter den Tisch, als ?Mörderin? wird sie nirgends beschimpft. Die emotionale Tiefe dieses zweiten Filmabschnittes kommt nach der Eröffnung trotz der erwarteten Gradlinigkeit fast überwältigend daher. Minutenlang lässt Leigh in Großaufnahme die Kamera auf den Zügen seiner unseligen Heldin ruhen, in Stauntons Gesicht verschließen sich die Paradoxien von Schuldbewusstsein und erfahrenem Unrecht an der eigenen Person, der verkörperten Uneigennützigkeit.
Wie Leigh trotz des hervorgerufenen Mitleids ein nüchterner Blick in die gesellschaftliche Wirklichkeit des Englands der 50er Jahre gelingt, dass er also auf eine dramaturgische Ausschlachtung des Szenarios in Form eines rasend lauten Plädoyers für die Humanität, für den Vorrang des geborenen gegenüber dem ungeborenen Leben verzichtet, macht aus ?Vera Drake? einen großartigen Film. Es ist kein Drama mit schlichter und plakativer Parteinahme für oder gegen die Abtreibung, sondern das traurige Kapitel eines herzensguten Menschen, der so handelte, wie er handeln musste. Und ebenso das Gesetz.
Flemming Schock (filmspiegel.de)
Kontra:
Das Opferlamm von London
Mike Leigh bearbeitet in VERA DRAKE den Zuschauer mit dem Holzhammer
"Summ summ summ" - nur böse Menschen kennen bekanntlich keine Lieder, und Vera Drake kennt so viele, wie sie herzensgut ist. Den lieben langen Tag singt sie gern vor sich hin, ein Mensch mit reinem Gewissen, und um das zu untermauern, trägt sie auch immer ein Lächeln auf den Lippen. Und wenn sie mal den Text vergessen hat, dann summt sie eben?
Vera arbeitet gern, ihr Geld verdient sie als Putzfrau, ihren Mann Stan hat sie lieb, und Sohn und Tochter sind auch wohlgeraten und fleißig. Aber die ein wenig ergraute Frau mit den gütigen Gesichtszügen und den ausgeleierten Strümpfen kümmert sich nicht nur um sie, sie schaut selbstredend auch bei ihrer Mutter vorbei, pflegt mal eben noch die kranken Nachbarn, ermahnt sie - freundlich aber bestimmt - dass sie ihren Teller auch schön leer essen - und lächelt noch mal kurz im Türrahmen? Hart und karg war das Leben schon im London der 50er, wo es kein Wirtschaftswunder gab, und noch immer die Folgen des Krieges den Alltag mit seinen rationierten Lebensmitteln bestimmten. Den Händen von Vera Drake sieht man auch an, dass sie gelegentlich kräftig zupacken musste - aber eigentlich war alles irgendwie doch idyllisch. Der Ofen dampft, schnell wird noch ein Tee für den Besuch aufgesetzt - nimmermüde und immerfroh ist Vera die Hingabe und Großherzigkeit selbst, DIE gute Frau von London von solch' einem riesigen und völlig ungebrochenen Ausmaß an positiven Charaktereigenschaften, dass man sie sich als wunderbare Gestalt in einer Komödie, von den Monthy Pythons zum Beispiel, vorstellen könnte.
Nur - eine Komödie ist VERA DRAKE, der neue Film von Mike Leigh, mit dem der Brite 2004 einen überaus schwachen Wettbewerb bei den Filmfestspielen von Venedig gewann, ganz und gar nicht. Vielmehr handelt es sich um einen bebilderten Leitartikel und ein saftiges Stück jenes sozialpädagogischen Depressionskinos, das man von Leigh seit 30 Jahren gewohnt ist.
Denn natürlich wird die ganze Idylle nur so fein säuberlich und putzig ausgemalt, um sie hernach mit geradezu perverser Genüßlichkeit zu zerstören. Vera ist nämlich eine "Engelmacherin", heimlich hilft sie jungen Frauen, die durch eine Schwangerschaft in Nöte verschiedenster Art geraten. Auch dies macht sie so perfekt, wie alles andere, ohne bluttriefende Pannen, dafür mit einfühlsamer Zärtlichkeit. Geld nimmt sie für ihre Dienste selbstverständlich auch nicht. Eines Tages fliegt nun das Ganze auf, und und während der zweiten Filmhälfte mutiert die gute Frau zu einem schweigenden Opferlamm, und der Film zu einem Gerichtdrama mit vorhersehbarem Ausgang.
Eine wahre Begebenheit. Aber Wahrheit ist kein künstlerisches Argument. Das eigentliche Drama ist allemal ein persönliches - die innerfamiliären Folgen der Entdeckung von Veras heimlichem Tun. Wäre Leigh an Politik interessiert, wäre dies nicht notwendig ein besserer Film geworden. Aber zumindest hätte er, um dem Ganzen nicht schon vorab alle Sprengkraft zu nehmen, die Handlung in der Gegenwart ansiedeln müssen. So wirkt alles wie die Sehnsucht eines alten Mannes nach den großen Jahren der Arbeiterbewegung, als alles noch so schön einfach war. Am Übelsten sind nämlich die Klischees, ohne die Leigh offenbar kein Kino machen kann: Gute Menschen singen hier nicht nur und haben angenehme Stimmen, sie sind bei ihm auch aus Prinzip hässlich, und in triste Farben gekleidet. Der Mittelstand ist bunter, aber eben materialistisch, konsumgeil und ergo unmoralisch - und wer aus der Unterklasse in den Mittelstand aufsteigen will - und warum sollte man das eigentlich nicht wollen? - ist einfach nur unmoralisch. Die Reichen und Mächtigen sind eh böse. Ein Kino, das nur Schwarz-Weiß kennt, keinen einzigen Grauton, dass künstlerisch nichts zu bestellen hat, sondern seine Handlung naturalistisch Szene für Szene illustriert, wie ein Fotoroman.
Welch ein Unterschied zu den Filmen von Ken Loach, die auch positiven Figuren Schwächen zugestehen, in denen Menschen in ihrer Vielfalt zu sehen sind, keine eindimensionalen Abziehbilder! Und die einfach besser, genauer und einfallsreicher erzählt sind. Es geht hier gar nicht darum, die moralischen und politischen Positionen Mike Leighs zu verwerfen - allerdings können sie auch umgekehrt kein Argument sein, um einen schlechten Film nicht ganz so schlecht zu finden - sondern die Tatsache, dass sie bei Leigh in schlechten Geschmack, genau gesagt Polit- und Moralkitsch münden.
Man muss kein Gegner der Abtreibung sein, um sich von einem solchen hölzernen Unglücksmarathon enerviert zu fühlen, der dem Zuschauer keine Chance läßt, sondern ihm von der ersten Minute an undiskursiv vorgibt, was er zu denken und zu fühlen hat. Ähnlich wie Michael Moores FAHRENHEIT, aber weitaus weniger unterhaltsam, ist VERA DRAKE biederes Holzhammerkino ohne jede cineastische Vision, das keinen nicht bereits Bekehrten überzeugt - und seinem durchaus sympathischen Anliegen, für die Erniedrigten und Beleidigten Partei zu ergreifen, mehr schadet, als nutzt.
Rüdiger Suchsland (artechock.de)
Interview
Das Gute und das Böse
Interview mit Mike Leigh zu ?Vera Drake?
Auch im Mittelpunkt von Mike Leighs neuem Drama ?Vera Drake? (Kritik in dieser Ausgabe) stehen ganz normale Menschen; erstmals aber spielt das Geschehen in der Vergangenheit. Der britische Konstruktivist erzählt von der einfachen Haufrau und Mutter Vera Drake, die 1950 als Engelmacherin in London illegale Abtreibungen vornimmt und in die Mühlen der (Klassen-)Justiz gerät. Der Film erhielt den ?Goldenen Löwen? des Festivals in Venedig, Hauptdarstellerin Imelda Staunton wurde mit der ?Coppa Volpi? als beste Darstellerin ausgezeichnet.
Wie schaffen Sie es, immer wieder zu Tränen zu rühren, ohne auf kitschige Hollywood-Sentimentalität zu setzen?
Leigh: Es gibt kein Rezept. Ich halte mich für einen ziemlich emotionalen Typen, meine Filme entstehen aus dem Gefühl heraus und aus Zuneigung zu meinen Protagonisten, ganz normalen Menschen, die lieben, hassen und leiden. Denn eines habe ich gelernt: Ein Regisseur darf nie abgehoben von der Realität erzählen. ?Storytelling? heißt für mich, intuitiv nicht nur den Intellekt, sondern auch Herz und Bauch des Zuschauers zu treffen. Mir graut vor diesen modernen Skript-Doktoren, die angestrengt planen, an welcher Stelle Tränen tropfen sollen. Damit kann man jeden Film ruinieren.
In ?Vera Drake? geht es um illegale Abtreibungen vor über 50 Jahren in Nord-London. Wo liegt der Bezug zur Gegenwart?
Leigh: ?Vera Drake? ist ein sehr moderner Film, oder glauben Sie wirklich, wir leben in einer gerechten Gesellschaft? Ich hätte die Handlung auch 1966 spielen lassen können, ein Jahr vor der Gesetzesänderung zur Abtreibung in England. Aber die Nachkriegszeit fand ich wegen der starken Solidarität zwischen den Menschen interessanter, dem größeren Willen, zusammenzukommen und zusammenzuhalten. Es herrschte eine strenge Moralität, daher auch der Schock für die Familie, als Vera Drakes Tun aufgedeckt wird. In den Industrieländern ist Abtreibung heute zwar erleichtert, aber trotzdem ein Tabu-Thema. Frauen tragen die ganze Verantwortung, und Abtreibung ist für jede schrecklich. In dieser übervölkerten und chaotischen Welt muss ein Kind nicht unbedingt positiv sein. Die betroffenen Frauen sollten die Wahl haben, ich respektiere die individuelle Entscheidung. Bei der Arbeit am Film wurde mir allerdings sehr deutlich, dass die Beendigung einer Schwangerschaft auch Lebenszerstörung bedeutet. Der Film hat sein Ziel erreicht, wenn die Zuschauer die Debatte über Moral und Verantwortung weiterführen.
Die Hauptfigur wirkt schon fast zu gutherzig.
Leigh: ?Vera Drake? handelt von großzügigen und liebevollen Leuten. Das muss so sein, weil gerade dieses Paradox das Herz der Geschichte bildet. Diese Frau ist gutmütig und naiv, ohne Schuldbewusstsein. Sie tut das, was Frauen über Generationen hinweg in allen Gesellschaften getan haben. Sie will den in Schwierigkeiten geratenen Frauen selbstlos und ohne finanzielles Interesse helfen. Im Kontext der Gesellschaft gilt sie dagegen als kriminell, und das zerstört die Familie. Meine Filme handeln nicht von Guten und Bösen, sondern von der Frage, was gut ist und was böse, von der Verletzbarkeit des Einzelnen. Die Person Vera Drake verkörpert ein moralisches Dilemma, für dessen Lösung es eben keine einfachen Antworten gibt.
Was halten Sie vom Etikett ?politischer Film??
Leigh: Viele meiner Filme drehen sich um die Familie, die kleinste Einheit staatlicher Gemeinschaft. Wenn es um Gesellschaft und Individuum, Moral, Sexualität und Elternschaft, Geburt und Abtreibung geht, dreht es sich implizit immer auch um Politik und Fragen nach gesellschaftlichen Strukturen, die uns formen.
Ärgert es Sie, dass Sie international mehr Anerkennung bekommen als in Ihrer Heimat England?
Leigh: Ich kann es nicht ändern, wenn meine Filme nicht in die derzeitige britische Filmkultur passen. Aber ich habe das Glück, meine Vorstellungen verwirklichen zu können, auch wenn die Finanzierung nie einfach war, weil ich kein Skript vorlege und nicht mit mir diskutieren lasse. Wir müssen jedes Mal harte Überzeugungsarbeit leisten. Dass ?Vera Drake? zustande kam, habe ich denjenigen zu verdanken, die bis zur Selbstaufgabe schufteten und es schafften, den fertigen Film viel teurer aussehen zu lassen als er wirklich war. Manchmal bin ich stinksauer und könnte verzweifeln; nicht nur wegen der US-Dominanz am Markt, sondern weil für den Kinogänger nur der Hollywood-Film noch als ?wirklicher? Film zählt. Ein kulturelles Problem. Die Presse spielt das Spiel der Majors, ein Blockbuster wird wie verrückt beworben und schon in der Aufmachung einem heimischen Produkt vorgezogen. Das ist keine Frage von Geschmack oder Qualität, sondern von Priorität: Europäer graben sich ihr eigenes Grab.
Könnten Sie sich einen Hollywood-Star in Ihren Filmen vorstellen?
Leigh: Ich schätze Darsteller wie Jennifer Jason Leigh, Steve Buscemi oder Willem Dafoe. Aber der typische Hollywood-Schauspieler will genau wissen, um was es geht, ob die Rolle seine Karriere fördert. Zusätzlich müsste ich mich mit kontrollsüchtigen Agenten herumschlagen. Eine Nicole Kidman würde wohl kaum ohne endgültiges Skript sechs Monate proben und improvisieren. Es gab schon Hollywood-Stars, die plötzlich in meinem Büro standen, meine Arbeit lobten und Vorschläge machten, dann aber doch vor dem Ungewissen zurückschreckten. Solange wir in England so großartige Schauspieler mit Theatererfahrung wie Imelda Staunton haben, die sich in ein Ensemble einfügen, Geduld und Fähigkeit zeigen und auch eine ungewohnte Arbeitsweise akzeptieren, so lange brauche ich mir keine Sorgen um künftige Besetzungen machen. Ich habe nie Kompromisse gemacht, das wird auch so bleiben.
Margret Köhler (filmdienst.de)
Ben-Hur: A Tale of the Christ - Fred Niblo, USA 1925
Nachcolorierter Stummfilm mit engl. Texttafeln.
Jeder von Euch kennt den 3 1/2-stündigen Nachfolger mit Charlton Heston von 1959. Kein schlechtes Buch.
84 Kameras wurden damals (1925) benutzt um eine einzige Szene (die Seesclacht) zu drehen. Ein bis heute ungebrochener Record.
Und, und, und... (mehr Trivia siehe unter Info)
Seom - Die Insel DVD Rip
Originaltitel: Seom
Herstellungsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2000
Regie: Kim Ki-duk
Darsteller: Jung Suh
Kim Yu-Seok
Park Sung-hee
Cho Jae Hyun
Jang Hang-Seon
Kim Yeo-jin
Seo Won
Format: xvid
Quelle: DVD
Sprachen: Deutsch AC3 5.1 (koreanisch AC3 5.1 als extra files dabei)
Untertitel: Deutsch / englisch (als eXtra files)
Inhalt:
Versteckt in den Wäldern Südkoreas liegt ein See von atemberaubender Schönheit. Nur wenige Farbtupfer durchdringen den märchenhaften Dunstschleier über dem Wasser. Es sind die bunt bemalten Flöße der hier angelnden Urlauber. Das Paradies ist offensichtlich auf die Erde
zurückgekehrt. Doch der Schein trügt. Die Bilderbuchlandschaft ist vor allem ein Anziehungspunkt für das Licht scheuende Gestalten:
Liebespaare, Abenteurer, Prostituierte, Mörder. Die schweigsame Hee-Jin versorgt sie mit Werkzeug und bleibt für Geld auch mal über
Nacht. Der junge Hyun-Shik ist nicht gekommen, um zu angeln. Er mietet ein Floß und versucht sich umzubringen. Zweimal rettet Hee-Jin
ihm in letzter Sekunde das Leben. Zwischen den beiden entspinnt sich in Verhältnis voller gewaltsamer Leidenschaft und
besitzergreifender Besessenheit. Hee-Jin beseitigt ohne Hemmungen alles, was ihre Beziehung zu Hyun-Shik gefährden könnte. Als Hyun-Shik
vor der Intensität der selbst zerstörerischen Verbindung fliehen möchte, ist es schon zu spät. Wie Fische zappeln sie am Haken des
jeweils anderen...
Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling
Originaltitel: Bom yeoreum gaeul gyeoul geurigo bom
Herstellungsland: Deutschland
Südkorea
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Kim Ki-duk
Sprache: deutsch
Untertitel: -/-
Darsteller: Oh Yeong-Su
Kim Ki-Duk
Kim Young-Min
Seo Jae-Kyeong
Ha Yeo-Jin
Kim Jong-Ho
Kim Jung-Young
Ji Dae-Han
Choi Min
Park Ji-A
Song Min-Young
Inhalt:
Weit abgeschieden in den Bergen leben ein Mönch und sein Schüler in einem Tempel-Haus mitten auf dem See. Mit strengen Methoden befreit er den Knaben von seiner kindlichen Grausamkeit und lehrt ihn Achtung vor dem Leben und Respekt vor der Natur. Der Junge wächst zu einem Mann heran, als sich eines Tages eine junge Frau zu Meister und Schüler gesellt, um ihren Geist heilen zu lassen. Als sie in die Stadt zurückkehrt, folgt ihr der junge Mann, von Liebe und Verlangen geblendet. Die Warnungen seines Meisters missachtend, läuft er in sein Verderben...
Rheinische Fröhlichkeit. Es wird getrunken. Es ist kalt. Aber niemand vertreibt die Kälte. Der Alkohol nicht, die karnevalistischen Frohnaturen nicht. Im Gegenteil, es wird kälter und kälter. Wie ein Strick schnürt sich die Kälte um den Hals. Es gefriert in Deutschland. Ein Gespenst geht um in Deutschland, nein, nicht das, was Karl Marx damit meinte. Die naive und bisweilen groteske Lächerlichkeit einer radikalen Linken hat nichts mit einem Gespenst gemein, kein Horror, nicht einmal ein kleiner Schrecken dieser Möchtegernrevolutionäre durchstreift die Republik. Etwas anderes durchstreift Deutschland. Das Wort vom ?Sympathisanten? geht um. Endlich kann die zur medialen Unternehmermacht gekommene Presse beweisen, was Pressefreiheit wirklich bedeutet. Nicht nur die Millionen Exemplare aus dem Hause Springer haben zur Jagd geblasen: auf alle, die in den Verdacht gerückt werden, mit Baader, Meinhof und den anderen zu ?sympathisieren?. ?Sympathisant? und ?Intellektuelle? werden zu bedeutungsgleichen Begriffen erkoren. Heinrich Böll, einer, den insbesondere die Springer-Presse in den Dunstkreis des ?Sympathisantensumpfs? stellte, reagierte ? kurz nach Eröffnung des Baader-Meinhof-Prozesses ? mit einem Roman, der zunächst im ?Spiegel? veröffentlicht wurde. Ein Jahr später nahmen sich Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta des Stoffes an und adaptierten ? in enger Zusammenarbeit mit Böll ? den Stoff für?s Kino.
"Die verlorene Ehre der Katharina Blum"
"Die verlorene Ehre der Katharina Blum"
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Böll selbst, dessen Haus von Polizei im Rahmen der ?Terroristenfahndung? am Tag der Festnahme Baaders umstellt worden war, hatte in Hetzartikeln von ?BILD? bereits 1971 und 1972 zu spüren bekommen, in welches Fahrwasser Menschen gestellt werden, die Kritik am Vorgehen staatlicher Sicherheitsorgane im Zusammenhang mit der Fahndung nach RAF-Mitgliedern bugsiert werden: ?BILD? verglich ihn mit Goebbels und dem SED-Fernsehagitator Karl Eduard von Schnitzler und die ?Quick? schrieb: ?Die Bölls sind gefährlicher als Baader-Meinhof.?
?Katharina Blum ist keine politische Person, sie ist keine Anarchistin, sie ist ein sehr braves, tüchtiges Mädchen, das voll, ganz voll im Wirtschaftswunderdenken verankert ist. Sie ist also eine tüchtige Konformistin ? ob sympathisch oder nicht, das ist mir gleichgültig.? (aus dem Roman Heinrich Bölls)
Karneval in Köln. Ausgelassenheit. Katharina Blum (Angela Winkler) lernt auf einer feucht-fröhlichen Faschingsparty bei ihrer Patentante Else Woltersheim (Regine Lutz) den gut aussehenden Ludwig Götten (Jürgen Prochnow) kennen, verliebt sich und verbringt die Nacht mit ihm ? seit langem der erste Mann, der ihr zusagt. Männer vorher gab es, einen biederen Ehemann, von dem sie sich trennte, reiche Honoratioren, die sie über die Blornas kennen gelernt hatte, ein zudringlicher früherer Arbeitgeber, dem sie daraufhin den Dienst quittierte. Jetzt arbeitet Katharina als Hausangestellte bei dem wohlhabenden Rechtsanwalt Dr. Blorna (Heinz Bennent) und seiner Frau Trude (Hannelore Hoger), einer Architektin, die wohl vor langer Zeit mal eine ?rote Gesinnung? gehabt haben soll. Abends geht Katharina putzen.
Eine Tür wird eingetreten. Die Wohnungstür bei Katharina. Maskierte Spezialeinheiten der Polizei, der bärbeißige Kommissar Beizmenne (Mario Adorf) und Staatsanwalt Hach (Rolf Becker) breiten sich in Katharinas Wohnung aus. Sie suchen Götten, angeblich weil er ein Deserteur ist, ein Anarchist, wie die Presse später schreiben wird, der zudem eine Bank beraubt haben soll. Doch Götten ist spurlos verschwunden, obwohl die Polizei, die einen Spitzel auf der Faschingsparty eingesetzt und die Götten schon vorher beobachtet hatte, das Haus seit dem Vorabend umstellt hatte.
Man durchsucht die Wohnung, nimmt Katharina fest. Sie wird verhört, als ob ihre Schuld, ihre Mitwisserschaft, ihre tatkräftige Unterstützung Göttens schon feststünde. Beizmenne kennt kein Pardon: Mit Zuckerbrot und Peitsche führt er die Verhöre, macht aus jedem noch so unwichtigen Detail ein Indiz und reimt sich den verbrecherischen Hintergrund zusammen, in deren Zentrum nicht nur Götten, sondern auch Katharina stehe. Ein teurer Ring Katharinas, hohe Benzinkosten ? all das passe nicht zu dem eher mageren Einkommen der jungen Frau.
Katharina lässt sich in eine Zelle sperren. Lieber ist sie allein eingesperrt, als sich den Erniedrigungen Hachs und Beizmennes weiter auszusetzen.
?Beizmenne: Die Zudringlichkeiten von Götten haben Sie nicht gestört? Katharina: Ludwig war nicht zudringlich ? er war zärtlich. Beizmenne: Das kommt aufs selbe raus. Katharina: Nein, eben nicht! Zudringlichkeit ist eine einseitige Handlung ? und Zärtlichkeit, das ist etwas ganz anderes ? das geht von beiden aus. Beizmenne: Das interessiert doch keinen Menschen.?
Es kommt schlimmer. Die überregionale Gazette ?ZEITUNG? stilisiert aufgrund von ?Recherchen? des Journalisten Tötges (Dieter Laser) und seines Fotografen Schönner (Leo Weisse) Katharina zum Anarchisten-Liebchen und zur Verbrecherin. Tötges schnüffelt im Privatleben Katharinas herum; was ihm an zurecht gebogenen Informationen fehlt, lügt er hinzu. Und er begibt sich ohne Erlaubnis der Ärzte auf die Intensivstation, wo Katharinas Mutter nach einer schweren Operation liegt, und löchert die todkranke Frau, die wenige Stunden später stirbt.
Dr. Blorna und seine Frau sind entsetzt über die Hetzkampagne gegen Katharina, brechen ihren Urlaub aber zunächst nicht ab. Währenddessen schweigt Katharina über die Identität des Mannes, der ihr den teuren Ring geschenkt hat: Alois Sträubleder (Karl-Heinz Vosgerau), Unternehmer und Hochschulprofessor, Klient Blornas, ein angesehener Mann der rheinischen besseren Gesellschaft, der nun Angst bekommt, in die Affäre mit hineingezogen zu werden. Seine frühere Liaison mit Katharina könnte ihn ruinieren. Denn Katharina hatte er den Schlüssel zu seinem Landhaus gegeben, und Sträubleder befürchtet, Katharina könnte den Schlüssel Götten zugesteckt haben, damit der sich dort versteckt ...
?Siehste, Blümelein, du bist berühmt geworden ... Warte nur ab, du kannst mit deinem Namen noch viel Geld machen, in der Story ist noch viel drin. Nur müssen wir jetzt gleich etwas nachschießen, ... immer nachschießen, Mädchen, sonst vergessen die Leute dich ... Ich respektiere dich, sehr ... Ich schlage vor, dass wir jetzt erst mal ein bisschen bumsen.? (Tötges zu Katharina)
Am Schluss: Tötges betritt Katharinas Wohnung. Die junge Frau sitzt dort regungslos auf einem Stuhl. Tötges schmeißt mit Geld um sich. Reich könne sie werden, meint er, man müsse die Geschichte nun noch mehr ausschlachten. Was die ?ZEITUNG? aus einen ?Recherchen? gemacht habe, dafür könne er nichts. Jetzt aber käme es darauf an, ?nachzuschießen?. Katharina zieht eine Pistole. Vier Schüsse fallen. Tötges bricht tot zusammen. Noch einmal begegnen sich Katharina und der inzwischen festgenommene Götten, als sie unabhängig voneinander abgeführt werden. Auf der Beerdigung von Tötges spricht der Konzernherr der ?ZEITUNG? über die Bedeutung der Pressefreiheit und die Bedrohung der Freiheit.
?ANARCHISTENLIEBCHEN VERWEIGERT AUSSAGEN ÜBER HERRENBESUCH? ?10.000 MARK FÜR EINE NACHT DER ZÄRTLICHKEIT?(Schlagzeilen der ?ZEITUNG?)
Im Gegensatz zu Bölls Roman, der die Geschichte der Katharina Blum in verschachtelten Rückblenden erzählte, setzten Schlöndorff und von Trotta auf eine chronologische Erzählung, die auf Rückblenden weitgehend verzichtet. Insgesamt drei Drehbücher entstanden in Kooperation mit Böll, der allerdings in die inhaltliche Konzeption des Films nicht eingegriffen haben soll.
Roman wie Film zeichnen in extremer Weise Schwarz-Weiß: hier die Guten, die Opfer, dort die Miesen, die Täter. Gerade die Rede des Zeitungsunternehmers Lüding am Schluss während der Beerdigung von Tötges ? gespielt von dem Kabarettisten Achim Strietzel ? ist derart plakativ überzeichnet, dass man meinen könnte, Film wie Roman bedienten sich genau jener konturlosen Methoden der Journaille, die sie doch gerade angreifen wollten. Das ist auch in gewisser Weise richtig und war schon von Böll bewusst eingesetzt worden. Allerdings geht der Film im Gegensatz zum Roman hier noch weiter. Das Grelle, Kontroverse wird hier noch dadurch mehr zum Pamphlet als Bölls Roman, als uns mit Angela Winkler in der Hauptrolle eine Frau präsentiert wird, die in dieser Form ausschließlich Sympathieträger sein kann. Zudem wird jeder politische Kontext aus der Darstellung verbannt. Über den zudem dem Publikum im Lauf der Handlung unbekannt bleibenden Götten weiß man nur, dass er desertiert sein und eine Bank ausgeraubt haben soll. Katharinas Motive in Bezug auf Götten beschränken sich auf etwas ganz Subjektives, ja Intimes: auf ihre Liebe zu diesem Mann. Dadurch wird die Nähe zur Figur der Katharina auf Seiten des Publikums noch verstärkt.
Der bewusste Einsatz der Schwarz-Weiß-Malerei ist aber in diesem Fall vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund eben der große Vorteil des Films (wie des Romans). Böll schlug in gewisser Weise die Journaille sowie die Machtmechanismen, resultierend aus der Verflechtung von Staatsmacht, Medien und wirtschaftlich Mächtigen, mit ihren eigenen Waffen, im Film dargestellt durch die gegenseitige ?Informationspolitik? zwischen Tötges und Beizmenne. So aktuell die ?Sympathisantenhatz? der Springerpresse und anderer ? und dass mit der ?ZEITUNG? eben die Bildzeitung gemeint war, dürfte damals wohl niemandem entgangen sein ? im politisch-gesellschaftlichen Klima war, umso prononcierter und im positiven Sinne plakativer musste ein Roman ? und dann eben auch ein Film ? sein, der dieses Klima der Denunziation, Erniedrigung vieler usw. in dieser Weise vorführte.
Böll erzählte die Geschichte einer ?einfachen?, ?normalen? Frau, die ? in die Enge getrieben von Polizei, Staatsanwälten, Presse und auch Öffentlichkeit (sie erhält Drohbriefe und -anrufe) ? nicht mehr anders reagieren kann als durch einen Akt der Gewalt, nachdem ihre Ehre, ihr Ruf zerstört worden ist. Durch die Entpolitisierung der Geschichte (Götten ist keine RAF-Figur, bleibt fast anonym) wird zudem verdeutlicht ? was im übrigen den Tatsachen entspricht ?, dass jeder in eine solche Situation der öffentlichen Verunglimpfung durch eine Presse geraten kann, die Pressefreiheit mit Denunziation, Lüge und uneingeschränkter Macht gleichsetzt.
Diesem Konzept entspringen auch die restlichen Personen: Hach, der Staatsanwalt, einer, der jedem Regime dienen würde, nur am Wochenende nicht, da will er privat bleiben; Beizmenne, von Adorf als rauer, gefühlloser Machtmensch gespielt, der nur dann menschlich zu werden scheint, wenn er sein Mittagessen auspackt und Katharina zum Mitessen einlädt, die daraufhin es jedoch vorzieht, in eine Zelle abgeführt zu werden, weil sie diesen Anblick nicht erträgt; die taktischen Liberalen Blorna und Frau, taktisch empört über das, was Katharina widerfährt, sich aber um der eigenen sozialen Stellung willen zurückhaltend verhaltend; Tötges, ein wirklich realistisch beschriebener widerlicher Kerl, der über Leichen geht und seine eigene Mutter verkaufen würde, um einen Knüller zu landen; der schmierige Sträubleder, ein zu Ansehen und Geld gekommener Feigling ? und nicht zuletzt eine Öffentlichkeit, die auf die ekelhaften Methoden der ?ZEITUNG? ?anspringt?.
Auf Wunsch: Aguirre - Der Zorn Gottes (1972) von Werner Herzog [Avi (DivX)]
Info & Review
Aguirre, der Zorn Gottes
Zeichen der Macht, Macht der Zeichen
Klaus Kinski und Werner Herzog. Zwei Namen, zwei Größenwahnsinnige, eine Legende der deutschen Filmgeschichte. Zahlreiche Mythen ranken sich um das gemeinsame Schaffen der beiden - seien es die berüchtigten, oft stundenlangen Wutausbrüche Kinskis während den Dreharbeiten, sei es die Legende von Herzog, der während der Aufnahmen den agierenden Kinski vom Regiestuhl aus stets mit dem Gewehr anvisiert haben soll. 16 Jahre dauerte die kreative Allianz zwischen den beiden, 5 Filme wurden in dieser Zeit geschaffen. Mit "Aguirre, der Zorn Gottes" wurde im Jahr 1972 der Grundstein für den noch immer lebendigen Mythos gelegt.
.:[ STORY ]:.
Peru zum Jahreswechsel 1590/1591. Von den spanischen Konquistadoren an den Rand der eigenen Existenz getrieben, erfinden die letzten Inkas in ihrer Not die Legende von El Dorado, dem güldenen Land des unermesslichen Reichtums, in der Hoffnung, die Besatzer ins unwegsame Landesinnere zu treiben. Unter der Führung von Gonzalo Pizarro ziehen einige Hundert Spanier, darunter auch Vertreter des Adels, des Klerus und Dutzende indigener Sklaven, ins Dickicht des Dschungels. Dieses entpuppt sich schon bald als undurchdringlich für die Konquistadoren mit ihren Rüstungen, Kanonen, Pferden und Vorräten - an einem Fluss wird schließlich der Plan gefasst, Flosse zu bauen, um einen Spähtrupp von 40 Mann loszuschicken, die das Land erkunden und El Dorado ausfindig machen sollen. Das Kommando wird Don Pedro de Ursua übertragen, doch auch dieser Vorstoß ins Innere des Landes mit dem Floß entpuppt sich als kaum zu meisternde Hürde. Angriffe von Indios und die reißenden Stromschnellen dezimieren die Truppe zusehends. Als Ursua angesichts der desolaten Situation den Rückzug zur Truppe befiehlt, kommt es zur Meuterei: der missgestaltete Unterführer Don Lope de Aguirre, schon zuvor auffällig trotzig und arrogant, bringt die Soldaten und den Klerus mit Versprechungen von unvorstellbarer Macht und Reichtum hinter sich, legt Ursua und seine wenigen verbliebenen Anhänger in Ketten, rebelliert wider die spanische Krone und setzt den tapsigen, verfressenen Edelmann Don Fernando de Guzman als Marionetten-Kaiser auf den Thron von El Dorado. Die Suche nach dem goldenen Land auf dem Floß geht weiter. Tiefer in den Dschungel, tiefer in den alles verzehrenden Wahnsinn.
.:[ ANALYSE ]:.
Werner Herzog bleibt sich treu und erzählt hier, wie auch in seinen anderen Filmen, einmal mehr eine Geschichte vom "ganz großen Scheitern". Macht, Ruhm und Größenwahn sind die 3 bestimmenden Koordinaten, vor allem aber die Sinnlosigkeit dieser menschlichen Kategorien und Rituale. Deutlich wird dies vor dem Hintergrund der erbarmungslosen Kräfte des wilden Dschungels, wenn Kanonenrohre als Insignien der politischen Macht durch den Schlamm gezerrt werden, junge Adelsdamen auf Sänften von Sklaven mühselig durch den Wald geschleppt werden oder wenn mitten im Dschungel feierlich die offizielle Erklärung der Meuterei und der Inbesitznahme von El Dorado an den spanischen König, der nicht nur bloß absent ist, sondern sich gar auf einem anderen Kontinent aufhält, verlesen wird. Schon das erste Bild ? ein zermartertes, nebelverhangenes Gebirge auf dem sich, zunächst kaum erkennbar, eine spanische Armee gezwungenermaßen mühsig im Gänsemarsch fortbewegt ? erklärt den Menschen zum Spielball einer ihm entfremdeten Natur und reduziert seine Machtgelüste zum bloßen Zeichen innerhalb realer Machtgefälle. Umso irrealer wirken somit die zahlreichen Rituale der Macht und Hierarchieordnungen, die der Film uns der Reihe nach präsentiert und in deren Dienste sich die Menschen in ?Aguirre? stellen. Die Symbole der Macht verkümmern im Dschungel mehr und mehr zum reinen Selbstzweck ohne Begründung dahinter, ohne Aussage. Genau wie der Glanz von El Dorado verpuffen sie im Nirgendwo der kollektiven Halluzinationen gegen Ende des Filmes. ?Kein Fluss kann so hoch steigen? kommentiert der die Mission begleitende Mönch gegen Ende im Fieberwahn ein Schiff in den Wipfeln eines Baumes am Ufer. Nun, die Macht des Menschen offenbar ebenfalls nicht, auch wenn Aguirre in seinem Monolog von sich als dem ?Zorn Gottes? spricht und die Vögel auf sein Geheiß hin tot von den Bäumen fallen würden.
Dass sich dieser allegoriereiche Film nicht im, dieser Grundthematik verführerisch nahe liegenden, überwältigenden Bilderrausch ergeht ist ein großer Verdienst Werner Herzogs. Anstatt dem möglichen Pathos seiner Geschichte zu erliegen, kleidet Herzog die Geschichte des großen Verrats Aguirres in schon beinahe ?langweilige? Momentaufnahmen der Agonie und des Molochs. Anstatt mit bombastischen Landschaftsaufnahmen in verkitschter Postkartenromantik zu schwelgen, wird die Natur hier fragmentarisch und vor allem real-existent, also unzeichenhaft, inszeniert. Ganz im Gegenteil zu den Menschen, die sich vor dieser relativ unspektakulären Kulisse bewegen: degeneriert und perspektivenlos ziehen diese Machthungrigen durch den endlosen, feindseligen Dschungel, ergehen sich in sinnentleerte Machtrituale und wähnen sich selbst noch in den verzweifelsten Momenten als baldige Herrscher eines monumentalen Weltreiches. ?Unser Reich ist jetzt schon 6 mal größer als Spanien und mit jedem Tag wird es größer?, verkündet Guzman von seinem schäbigen Thron auf dem Floß aus. Und hat dabei von seinem Reich noch nicht mal mehr gesehen als ein paar Bäume und einen endlosen Fluss. Vor dem, was ist, haben sich die Menschen in ihrem Drang zur Zeichenhaftigkeit verloren, stürzen in ihr Verderben und sterben ? Ironie des Schicksals ? im Fieber weiter halluzinierend. Die wohltuend langsame und bedachte Inszenierung tut ihr übriges, um den Zuschauer beim Verlassen des Saales in Zweifel zu lassen, ob er gerade Zeuge einer hypnotischen Halluzination gewesen sei. Ein Effekt, den die sphärische Musik von ?Popol Vuh?, die zahlreiche Herzog Filme musikalisch untermalt haben, noch verstärkt.
Erwähnenswert ist selbstverständlich und besonders auch Klaus Kinski, der hier eine seiner größten Glanzleistungen im schauspielerischen Bereich seines Schaffens darbietet. So zeichnet er Don Lope de Aguirre gerade durch eine ganz bewusste Reduktion auf erschreckende Art und Weise als machthungrige Bestie. Ein Mensch, der in seiner Erhabenheit über allen zu stehen scheint und dem man nur zu gerne glauben möchte, dass die Erde unter seinen Füßen zu beben beginnt und die Vögel auf sein Wort hin tot von den Bäumen fallen. Nur sehr selten und pointiert kommt es zu den kinski-typischen, expressiven Ausbrüchen, ansonsten unterstreichen Mimik, Gestik und Wortausdruck die Diabolik seines Charakters, der tausende von Meilen entfernt gegen die spanische Krone rebelliert und eine neue Dynastie gründen will. Es ist ein cineastischer Genuß par excellence Kinskis Monologe, gerade und besonders den packenden Schlussmonolog, in dem Aguirre noch im Moment des ?großen Scheiterns? den eigenen Ruhm als gesichert betrachtet, auf der Leinwand zu verfolgen, seinem ausdrucksstarken Gesicht und den minimalen Muskelregungen darauf zuzusehen und sich von der Aura dieses ?wahren Aguirres? hypnotisieren zu lassen.
.:[ FAZIT ]:.
Auch wenn ?Aguirre, der Zorn Gottes? nicht der Ästhetik und den Schauwerten klassischen ?Abenteuer-Kinos? entspricht, ist dem Gespann Herzog-Kinski - denn ohne Kinski wäre der Film nur halb so faszinierend ? ein beeindruckendes Stück (leiser) Kinogeschichte und eine meditative Reflexion über die Zeichen der Macht oder die Macht der Zeichen geglückt. Und auch wenn uns von den armen Teufeln aus ?Aguirre, der Zorn Gottes? immerhin die Epoche der (fortgeschrittenen) Aufklärung trennt, so ist der Film mit seiner Denunziation des ?Fetisch Macht? doch noch immer aktuell. Für Cineasten und Kinobegeisterte anspruchsvollen Kinos abseits der Normen eine ganz klare Empfehlung.
Thomas Groh (07.09.2002) [filmzentrale.com] OFDb imdb OutNow