Regie: Jonathan Demme
Darsteller: Oprah Winfrey, Danny Glover, Thandie Newton, Kimberly Elise, Beah Richards, Lisa Gay Hamilton, Albert Hall, Irma P. Hall, Carol Jean Lewis
Erscheinungsjahr: USA 1998
Genres: Drama, Fantasy
Sprache: Englisch / Deutsch Videoinfo:
Es ist eine ungeheure und ungeheuerliche Geschichte, die Toni Morrison aus der Zeit der Sklaverei erzählt. Sethe war Sklavin auf der Plantage ?Sweet Home", bis ihr mit ihren Kindern die Flucht gelang. Am Fluß, der den Sklavenstaat von der Freiheit trennt, bringt sie mit Hilfe einer weißen Herumtreiberin ihre Tochter zur Welt, die sie Denver nennt. Nun lebt sie in Freiheit und bescheidenem Glück mit ihren Kindern. Aber dann kommt ihr altböser Feind, der Schullehrer mit seinem bewaffneten Mob, und Sethe muß etwas Furchtbares tun, um sich und den Kindern den Weg zurück in die Sklaverei zu ersparen.
Jahre sind vergangen. Sethe lebt allein mit Denver, die beiden Jungen hielten es in dem Haus, das von allen anderen gemieden wird und in dem ein Geist spukt, nicht mehr aus. Eines Tages kommt Paul D., auch einer, der Sweet Home überlebt hat. Er findet Arbeit, und es scheint, als könnten die drei eine Familie werden. Eine Familie, die sich bald um ein Mädchen erweitert, das nicht richtig sprechen kann, unkontrollierte Bewegungen vollführt und nicht weiß, wo es herkommt und wer es ist. Nur einen Namen kann sie für sich nennen: ?Menschenkind".
Paul D. ist ein wenig skeptisch. Er, der doch am Anfang den Fluch von Sethes Haus hat nehmen können, argwöhnt, daß sie etwas Böses verkörpert. Er verliert seine Ruhe, und schließlich verführt sie ihn in einer Nacht und wird schwanger. Ein Freund erzählt ihm kurz darauf die wahre Geschichte von Sethe: Als sie damals von den weißen Männern gejagt wurde, hat sie sich in eine Scheune eingeschlossen, bereit, ihre Kinder eher zu töten als sie dem Herrn von Sweet Home zu überlassen. Das jüngste Kind starb, die andern überlebten. Seitdem wollte niemand mehr etwas mit der Kindsmörderin zu tun haben, und auch Paul D. kommt damit nicht zurecht.
Nachdem er sie verlassen hat, erkennt Sethe in ?Menschenkind" ihre Tochter, die aus dem Reich der Toten zu ihr zurückgekehrt ist. Sie verliert ihre Stellung; bald verfällt das Haus, während ?Menschenkind", deren Bauch sichtbar wächst, immer tyrannischer wird. Nach ihrer anfänglichen Freude über die wiedergewonnene Tochter wird Sethe unter deren aggressiven Schüben immer apathischer. Denver muß ihre Angst überwinden und das Haus verlassen, um Nahrung zu beschaffen. Sie erhält Unterstützung und schließlich auch eine Stellung in der Stadt. Die Frauen versammeln sich, um gegen das Böse im Haus ihre Gesänge anzustimmen. Gleich darauf verschwindet ?Menschenkind"; Denver beginnt den langen schweren Weg in die Selbstbestimmung, Paul D. kehrt zu Sethe zurück, um sie zu trösten.
Dieser Stoff ist, vielleicht gerade weil er so wuchtig und visuell angelegt ist, beileibe nicht einfach zu verfilmen. Es geht ja zugleich um ein Kapitel aus der Befreiung von der Sklaverei, um die Emanzipationsgeschichte eines jungen schwarzen Mädchens, eine traumatische Familiengeschichte und nicht zuletzt um eine Geistergeschichte. Für alle diese Geschichten hat das Hollywood-Kino seine Erzählformen gefunden, die allerdings untereinander nicht unbedingt kompatibel sind. So ist der Realismus, mit dem die ökonomische, kulturelle und sexuelle Ausbeutung der Afroamerikaner beschrieben wird, in gewisser Weise bedroht von den fantastischen Geschehnissen. Und daß ?Befreiung" kein linearer historischer Prozeß ist, sondern eine Situation der Verletzungen und ihrer Wiederkehr bedeutet, ist mit den Mitteln der Literatur so genau wiederzugeben, wie es das Kino vor eine Reihe formaler Probleme stellt. Wie gelingt es, Eindeutigkeit zu vermeiden und die Subjektivität des Empfindens zu produzieren?
Demme behilft sich zunächst, indem er die Chronologie des Geschehens aufbricht. Die wirklichen Geschehnisse werden erst langsam kenntlich, eher durch Indizien und kürzere flashes zurück als durch epische Rückblenden. Auch wenn Sethe die Geschichte von Denvers
Geburt erzählt - die längste Rückblende- ändert der Film seine Einstellungen: die Grenzen zwischen der Wirklichkeit, der Erinnerung und dem Traum sind aufgelöst. Befreiung: das heißt vor allem mit den seelischen Deformationen fertigzuwerden, die man erlitt, und mehr noch, seine Wahrnehmungsfähigkeit (zum Beispiel für die Liebe) wiederzugewinnen. Und es heißt, einen Prozeß in Gang zu setzen, der kein erlösendes Ende kennt: die Befreiung für Sethe etwa schließt die Erfahrung der Zerstörung und Selbstzerstörung mit ein.
Demme hat seinem Film nicht nur dramaturgisch eine eigene Struktur gegeben, die sich von der Vorlage respektvoll entfernt. Es ist, als würden sich auch die Bilder des Films mit den verschiedenen Stadien von Traum, Erinnerung und Befreiung öffnen. Im ersten Teil sind wir, wie die Protagonisten (vor allem Denver), an das Haus in der Bluestone Road gebannt. Nur die Erinnerung verläßt diesen Ort, an dem die Arbeiter tagein, tagaus vorbeiziehen, ohne mit den Bewohnern in Kontakt zu treten. Am Ende ist Denver in die Stadt gegangen, und wir sehen das Haus durch ihre Augen von außen, wie etwas Vergangenes. Auch das Gefängnis der Wahrnehmung ist verschwunden.
Dem Film stehen für seine vernetzte Dramaturgie des Wechsels zwischen subjektivem und objektivem Empfinden bemerkenswerte Schauspieler zur Verfügung. Die als TV-Moderatorin berühmte Oprah Winfrey ist sehr genau in der Rolle der Sethe, eine Frau, die sich selbst behaupten will, und die doch von den Gespenstern der Vergangenheit gepeinigt wird, die junge Kimberly Elise als Denver verfügt über großen Nuancenreichtum, Trotz, Sehnsucht, Angst und Mut: Von allen Figuren muß sie die größten Widersprüche der Gefühle durchleben. Und Danny Glover sieht sowieso aus, als wäre die Rolle des Paul D. extra für ihn geschrieben. Die größte darstellerische Herausforderung hat aber Thandie Newton in der Rolle von ?Menschenkind" zu bewältigen. Sie macht das mit größtmöglicher Empathie und schauspielerischer Selbstentäußerung. Genau hier aber beginnt das Problem.
Toni Morrison läßt ?Beloved", wie die Figur im Original heißt, gleichsam in den Lücken der Beschreibungen, in den blinden Stellen der Erinnerung erstehen, sie ist aus den Träumen verschiedener Menschen zusammengesetzt und verschwindet auch immer wieder in einem Text, der selbst in den Träumen zu forschen scheint. ?Menschenkind" ist die Bruchstelle zwischen den Welten, die Gestalt gewordene Sehnsucht und Anklage. So etwas aber kann man nicht spielen. Thandie Newton bleibt nichts anderes übrig, als ihre Figur zwischen ?Behinderung" und ?Unwirklichkeit" changieren zu lassen, sie mit möglichst vielen Tempo- und Stimmungswechseln bis zum Schluß in Bewegung zu halten.
Demme hat uns auf das Auftreten des Phantastischen geschickt vorbereitet, als er Paul D. ins Haus von Sethe treten und bemerken läßt, daß es einen Geist beherbergt. Nicht böse, sagt Sethe, nur traurig. Er schiebt diesen Geist fast buchstäblich aus dem Haus, als er es zu toll treibt. Und dann kommt ?Menschenkind" in das Leben der gerade sich bildenden kleinen Gemeinschaft und muß die Illusion zerstören, man könne ein Heim gegen die Erinnerung errichten. Die Grenzen zwischen der Geschichte und dem Privatleben sind nicht zu schließen, und so ist es auch folgerichtig, daß Demme sich weder für das Epos noch für das Kammerspiel entscheidet, sondern für etwas drittes. Eine Ästhetik des Eindringens und Ausschließens, der Gefangenschaft und Befreiung. Eine Geschichtslektion, einerseits, und andererseits ein Film, der die Seelen-Ikonographie von DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER in ganz anderem Zusammenhang fortsetzt. Und radikal ist der Film auch insofern, als er keinen ?guten" Weißen, keinen Mythos der Versöhnung anbietet. Die Befreiung hat erst begonnen, und die Vergangenheit ist nie vorbei.
Video Jakob
Als Miguel Pinero 1972 wegen Diebstahls einsitzt macht er mit improvisierten Raps über das Straßenleben auf sich aufmerksam. Nach seiner Entlassung entsteht das Stück "Short Eyes" - Startschuss für eine erstaunliche Karriere, aber auch für seine Drogensucht, die ihn schließlich mittel- und obdachlos macht und seinen Tod im Jahr 1988 herbeiführt.
VideoMarkt
Im Gefängnis schreibt der aus Puerto Rico stammende Miguel Pi?ero das Theaterstück "Short Eyes", das später auch verfilmt wird. Mit seinen bissigen Texten steigt Pi?ero als Autor und Spoken Word Performer zum Liebling der Kulturszene auf und lässt sich trotz lukrativer TV-Auftritte, etwa in der Kultserie "Miami Vice", nicht in seiner Konsequenz korrumpieren. Frauen wie Männer erliegen der erotischen Ausstrahlung des bisexuellen Künstlers, dessen exzessiver Drogen- und Alkoholkonsum ihn schließlich 1988 das Leben kostet.
TAZ
Miguel Pi?ero ist ein kerniger Mann. Obwohl man ihn nur auf der Leinwand sieht, riecht man förmlich die Fahne und die Essensreste im Bart. Benjamin Bratt, dem man zuletzt in "Traffic" begegnete, spielt den Macho glaubhaft: Wie er sich in irgendwelchen Bruchbuden New Yorks einen Schuss nach dem anderen setzt und sich hin und wieder von seinen Groupies einen blasen lässt.
Das war also ein Wilder, der Miguel Pi?ero, denkt man leicht gelangweilt. Und gerade will man es sich gemütlich machen mit diesem vergammelten Rollenklischee, da passieren verwirrende Dinge. Miguel Pi?ero verliebt sich in einen Mann, wird von ihm verraten und verkauft und läuft deshalb Amok. Sein Chauvinismus zerbröselt zu Unsicherheit und Angst. Als er schließlich erfährt, wie krank er ist - Miguel Pi?ero starb 1988, mit 42 Jahren, an Leberzirrhose -, kommt es zu einer Konfrontation mit einer Dragqueen, bei der er vollends die Fassung verliert.
Diese Dragqueen will fast gar nichts von ihm, nur das Skript zu ihrer Show soll er schreiben. Doch allein ihre physische Präsenz scheint auszureichen, auch noch die letzten Reste seines zerknitterten Selbsts in Frage zu stellen - bis er halb im Spaß auf sie losgeht und ihr androht, ihr die Leber, die er dringend braucht, herauszuschneiden.
Miguel Pi?ero, einer der ersten puerto-ricanischen Schriftsteller in Amerika, die berühmt wurden, spielte widersprüchliche Rollen - das bestätigen seine Stücke und seine Gedichte, und das fängt auch Leon Ichasos Biopic "Pi?ero" ein. Er mimte den Brutalen und den Verletzlichen, bot dem weißen Nordamerika Paroli und war gleichzeitig fasziniert von der Figur der lustvollen Unterwerfung.
Geboren 1946 in Puerto Rico, emigrierte Pi?ero früh mit seinen Eltern nach New York und wuchs in den Straßen der Lower East Side auf. In einigen Rückblenden reißt der Film an, wie er zum Anführer einer der gefürchtetsten Gangs heranwuchs, wie er mit 13 zum ersten Mal wegen Diebstahls saß. Die Filmhandlung setzt ein, als Pi?ero 24 ist und im berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Sing Sing zu schreiben beginnt.
In Sing Sing arbeitet Miguel Pi?ero an seinem Stück "Short Eyes", das später am Broadway Furore machen wird. 1974 - auch das zeigt der Film - gründet er mit Miguel Algarin das "Nuyorican Cafe", das noch heute als die wichtigste der über neunzig New Yorker Bühnen gilt, auf denen Spoken Word Poetry, so genannte Poetry Slams, stattfinden. Seine Performances machten ihn zu einem Pionier der Nuyorican Literature (Nuyorican ist eine Kontamination von New York und Puerto Rican). Seinen emigrierten Landsleuten gilt er noch heute als Ikone.
Pi?ero entwickelte eine Ästhetik der Straße aus der Sicht des Outlaws und bisexuellen Abenteurers, des Junkies, Dealers und Diebs. Er zelebrierte seinen Drogenkonsum, kultivierte seinen Zorn gegen das Establishment, den Rassismus und Kolonialismus Nordamerikas. Neben Vorläufern wie den Dadaisten oder den Beatniks haben seine Performances einer literarischen Bewegung den Weg geebnet, die die Sprechweisen von Rap geprägt und die Literatur ins Nachtleben geholt hat.
Der Film verweist mit Nachdruck darauf, dass die Wiederentdeckung des gesprochenen Worts eine Leistung minoritärer Communities war. Die zielten auf gemeinschaftliche Sinnstiftung, wie sie sich beim Lesen eines Buchs nicht herstellt. Schon im Nuyorican Cafe galt, dass sich der Lesende einem intervenierenden Publikum stellen musste. Pi?ero und seinen Mitstreitern ging es um das, worum es der Slam Poetry noch heute geht: um Spontaneität und Plastizität, Alltag und Gegenwart und um das Material der Stimme, um Lautmalerei, Kakofonie, Reim und Wiederholung.
Das sind die intensivsten Momente im Film: Wie Benjamin Bratt Pi?ero als großartigen Performer darstellt, wie er seine Zuschauer geradezu einlullt mit dem melodiösen Singsang seiner selten abbrechenden Rede. "NYC Blues; Big time time hard on on me blues; New York City hard sunday morning blues; Junkie waking up; bones ache trying to shake", liest er eines seiner schönsten Gedichte, und es wird fassbar: Pi?ero orientierte sich an den oralen Erzähltechniken der afroamerikanischen Literatur, er übernahm die Strukturen von Folk Tales und die Erzähltechnik der Griots, die Rhetorik des schwarzen Predigers, des Rhythmus von Gospel und Blues, von Dialekt und Slang. Die afroamerikanische Technik des Signifyings, dieser Mischung aus Kraftmeierei, spielerischem Umgang mit Text, Ironisierung von Machtstrukturen und der eigenen Person, bot Pi?ero einen Resonanzboden für die Ambivalenz, die ihn ausmachte.
Nicht nur im Film, auch in seiner Literatur waren Miguel Pi?eros Helden Prostituierte, Zuhälter, Kriminelle und immer wieder Homosexuelle, die in der gesamten nuyoricanischen Literatur auffallend oft auftauchen und immer ironisch und zärtlich zugleich beschrieben werden. "Short Eyes" zum Beispiel erzählt nicht nur die brutale Geschichte einer multikulturellen Gruppe Gefangener, die einen Mitgefangenen, den Vergewaltiger eines Kindes, hinrichten.
Dieses Stück ist schillernd wie Pi?ero selbst, es berichtet auch von Cupcakes, einem hübschen puerto-ricanischen Jungen, der durch die Performanz von Machismo Autorität zu gewinnen versucht und scheitert. Die Struktur der Unterwerfung verwandelt er in Begehren. Er wird vergewaltigt und entwickelt homoerotische Bindungen. Der Schwule ist in "Short Eyes" ebenso wenig der monströse Andere wie im Film "Pi?ero", er ist der nahe Andere, der den maroden Zustand der puerto-ricanischen Männlichkeit spiegelt und verstärkt. Dies gilt für viele Stücke und Gedichte von puerto-ricanischen Autoren der zweiten Generation in den USA.
Diese in den USA aufgewachsenen Schriftsteller haben die Suche nach einem authentischen Selbst, einer nationalen Identität längst aufgegeben. Stattdessen thematisierten sie eine Komplizenschaft zwischen den Kolonisierten und den Kolonialherren. Der eine bewahrt seine Identität in der des anderen - eine Konstellation, die Frantz Fanon auch als "dualen Narzissmus" beschrieben hat. Dieser "innere Kolonialismus" habe zur Folge, so Fanon, dass der karibische Mann sich dem weißen unaufhörlich anbiedern müsse, weil er von den Weißen nicht als ernst zu nehmende Gefahr wahrgenommen werde. Zufall oder nicht: Es gibt im Film Anspielungen, Pi?ero sei als Kind von seinem Vater missbraucht worden, dem Vater, dem Repräsentanten der symbolischen Ordnung, der in puerto-ricanischen Familien für die Anpassung an das amerikanische System steht.
Einmal sagt Miguel Pi?ero: "Wir stehlen ihnen nicht mehr ihre Uhren, wir stehlen ihnen ihre Aufmerksamkeit." Aber das ist nicht alles. Der Film zeigt auch einen Pi?ero, der zwei Ladys die Pelze stiehlt, nur um mal kurz wie ein alberner Zuhälter herumzulaufen. Die Filmfigur Pi?ero spielt souverän mit diesen Klischees und Zuschreibungen, mit einem Bild, dem man manchmal in amerikanischen Vorabendserien begegnet, mit der Figur des öligen, flinken Kleinganoven aus Puerto Rico, der es vielleicht nie weit bringen wird, der sich aber, wenn er cool ist, nie schnappen und festnageln lässt: auch dies eine Form des Widerstands, die Fanon möglicherweise entgangen ist.
Puerto-Ricaner sind in New York die ärmste Bevölkerungsgruppe, sind Staatsbürger der USA, erhalten Wohlfahrt, sind wehrpflichtig, zahlen aber keine Steuern und dürfen nicht wählen, obwohl heute ein Drittel aller Puerto-Ricaner in den USA lebt. Sie selbst bezeichnen sich als "weizenfarben", gelten den weißen Nordamerikanern aber immer noch als schwarz. Kulturell sind sie Latinos, sprechen Spanisch, sind katholisch, gehören also auch nicht zu den Afroamerikanern, obwohl viele von ihnen Abkömmlinge von Sklaven aus Afrika sind. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Amerika bilden sie aber auch keine Allianzen mit anderen Latinos.
Anders als die Kubaner können die Puerto-Ricaner jederzeit zurück in ihre Heimat. Kehren sie dann wirklich heim, finden sie sich wegen der rapiden Industrialisierung oft nicht mehr zurecht. Der Kubaner Leon Ichaso weiß also, was er tut, wenn er in einer der besten Szenen seines Films Miguel Pi?ero auf eine Lesetournee durch Puerto Rico schickt. Pi?ero findet das Land seiner Kindheit nicht wieder, und seine Zuhörer, eine Handvoll Bildungsbürger, die sich nie unter sein New Yorker Publikum mischen würden, werfen ihm vor, Nostalgiker zu sein. Pi?ero, völlig vor den Kopf gestoßen, erwidert: "Jede Hälfte von mir ist echter als dein Schnöselhemd."
"Pi?ero" ist ein beeindruckender Film, der an vielen Stellen mehr sagt, als er wissen mag. Doch hat er auch Schwächen: Seine wacklige MTV-Ästhetik wirkt wie frisch von der Filmschule. Dynamik hin oder her, "Pi?ero" hätte auch mit weniger narrativen Sprüngen funktioniert, und die wahllos zusammengestellten Ausschnitte aus Nachrichtensendungen haben dieses Zeitdokument nicht unbedingt authentischer gemacht - die ausführlich gefeierte rebellische Ikonografie der Siebzigerjahre, die abgerissene Ästhetik der New Yorker Boh?me zu dieser Zeit hätten völlig gereicht.
Einige wichtige Aspekte aus dem Leben des wirklichen Autors unterschlägt "Pi?ero". Miguel Pi?ero schrieb Drehbücher für Fernsehserien wie "Kojak" und "Miami Vice" und rückte damit dem Establishment näher, als es dem Film lieb ist. Mag sein, dass Pi?ero es ablehnte, bürgerlich zu werden, dass er wirklich gesagt hat, er brauche den Ärger, um schreiben zu können. Trotzdem wäre der Film weniger romantisierend geworden, hätte er Pi?eros Kontakte zu Hollywood gezeigt.
Dass die Nebenfiguren blass bleiben, mag man dem Film vorwerfen. Es gibt Benjamin Bratt aber auch Gelegenheit, das Klischee des wilden Manns zu entwickeln und es dann wieder zu zerschlagen. Es erlaubt dem Zuschauer, in aller Ruhe die Tragik dieses Autors zu begreifen, der lebte, was er schrieb, damit Erfolg hatte und später auch wegen der Erwartungen seines weißen Publikums keinen Ausstieg aus seinem Lebensstil mehr fand. Es lässt zu, Pi?ero am Ende trotzdem nicht als Verlierer betrachten zu müssen, zu glauben, dass er nicht besonders glücklich geworden wäre mit einem etwas ruhigeren Leben, das man ihm so gewünscht hätte.
Lohn der Angst (1953) von Henri-Georges Clouzot [Avi (DivX)]
Info & Review
Einer der bedeutendsten Actionfilme stammt aus Frankreich. Es ist Henri-Georges Clouzots ?Le Salaire De La Peur?, in Deutschland bekannt unter dem Titel ?Lohn der Angst?. Der Film setzte im actionbetonten Abenteuerkino Maßstäbe für die Ewigkeit.
Las Pietras, Venezuela. In dieser trostlosen Stadt am Ende der Welt lungern arbeitslose Halunken herum, darauf wartend, dass sich ihr Status Quo wohl ändern möge. Viele brauchen nur etwas Geld, um wegzukommen. Eines Tages eröffnet sich ihnen eine große Chance: eine Ölquelle, 500 Kilometer entfernt, steht in Flammen. Nur, wenn eine Ladung Nitroglyzerin gezündet wird, kann das Feuer gelöscht werden. Dazu muss die hochexplosive Ladung auf behelfsmäßig hergerichteten Lastwagen zum Ziel gefahren werden. Viele melden sich freiwillig, vier werden ausgewählt. Es sind Mario (Yves Montand), Jo (Charles Vanel), Bimba (Peter van Eyck) und Luigi (Folco Lulli). 2.000 Dollar werden ihnen ausbezahlt, sollten sie ihr Ziel erreichen. Doch der Weg führt sie durch unwegsames und völlig ungesichertes Gelände. Jede Unebenheit kann die gefährliche Ladung zur Explosion bringen. Zwei Laster starten, doch es ist ungewiss, ob überhaupt einer ankommt. Unterwegs erfahren die vier Wagemutigen am eigenen Leibe, auf was für ein Himmelfahrtkommando sie sich eingelassen haben.
?Lohn der Angst? wird als einer der spannendsten Filme aller Zeiten, Muster an Präzision in permanenter Steigerung von Suspense-Situationen (VideoWoche) gelobt. Wer sich vor Ansicht des Films kritisch fragt, ob es überhaupt möglich ist, aus einem Film, der von einem Transport handelt, eines der spannendsten Werke aller Zeiten zu machen, wird eines besseren belehrt. Der Auftakt gestaltet sich ein wenig ausholend, es dauert tatsächlich, bis ?Lohn der Angst? in die Gänge kommt. Henri-Georges Clouzot lässt sich Zeit, Umgebung und (Anti-)Helden genau zu porträtieren und zu charakterisieren. Doch wenn es zum Himmelfahrtskommando kommt, wird die Spannungsschraube schnell und erbarmungslos angezogen. Nach mehr als 100 nervenaufreibende Minuten besteht dann kein Zweifel mehr an der Tatsache, dass ?Lohn der Angst? tatsächlich zum Spannendsten gehört, was die Leinwände je heimgesucht hat. Alfred Hitchcock, der Master of Suspense, hätte es wahrlich nicht besser machen können.
?Nein, ich bin wirklich nicht in der Lage, ?Lohn der Angst? als Zuschauer oder gar als Kritiker anzusehen. Das Publikum befindet sich auf der einen Seite der Leinwand, wir auf der anderen und es ist uns nicht möglich, die Plätze zu tauschen. Die sechzehn Filmrollen, die gleich projiziert werden, liegen dort in einer Ecke des Vorführraumes. Sie haben zwei Jahre Arbeit gekostet und manchmal ? warum soll ich es verschweigen? ? ungeheure Kraft. Mehr als hundert Kollegen haben dafür ihr Bestes gegeben. Soviel ich weiß, gibt und gab es in der Geschichte des französischen Kinos kein Team, das verschworener, begeisterter und verbissener gearbeitet hat als das, welches mich während dieser langen Monate unterstützt und manchmal auch angetrieben hat. Trotz Regen, Kälte, Überschwemmungen, Krankheiten und der permanenten Unfallgefahr haben diese Menschen Stück für Stück, Meter um Meter den Film festgehalten, den Sie gleich sehen werden.?
Henri-Georges Clouzot, anlässlich der Vorpremiere seines Films.
Nicht nur im Film war das Himmelfahrtskommando ein Leidensweg. Die Crew musste viel auf sich nehmen. Öl und Abgase beeinträchtigten die Gesundheit von Yves Montand und Charles Vanel, die in einer ganz bestimmten Szene gezwungen waren, ein Ölbad zu nehmen. Die Qualen, welche die Crew während der Dreharbeiten auf sich genommen hat, sind deutlich im Film wieder zu erkennen. Kaum ein Abenteuerfilm wirkt so authentisch, ist so intensiv wie ?Lohn der Angst?. Der Betrachter wird mit hineingerissen in das Spektrum des Geschehens. Inszenierung, Ausstattung, Darsteller und Musik bündeln ein perfektes Filmpaket, atmosphärisch extrem dicht und mustergültig in allen Belangen.
?Lohn der Angst? ist ein Abenteuerfilm mit Thrillerelementen. Doch Henri-Georges Clouzot weiß, dass Hochspannung erst richtig funktioniert, wenn der Zuschauer die Helden in sein Herz geschlossen hat. So lässt er sich viel Zeit für eine präzise Charakterisierung. Großmäuler werden als Feiglinge entlarvt oder schweigsame Griesgrame als vorbildliche Teamworker. Die Geschichte baut sich behutsam auf, lässt sich Zeit mit der Entwicklung und setzt auf Glaubwürdigkeit. Wenn es dann schließlich spannend und actionbetont wird, bleibt der Ablauf nachvollziehbar und die Helden lebensnah, da zuvor der entsprechende Grundstein gelegt wurde.
Die Schauspieler tragen zum guten Gelingen des Films bei. Sie sind mit Leib und Seele bei der Sache, was sie zu mehr als nur Darstellern macht, sie sind die Protagonisten. Grandios ist die Performance von Charles Vanel als Jo, der großspurige Gangsterrentner. Zu Recht bekam er beim Cannes Film Festival 1953 eine besondere Erwähnung für seine darstellerische Leistung. Als Jo in Las Pietras ankommt, macht er sofort den etwas naiven und leicht zu beeindruckenden, an sich aber integeren Mario (Yves Montand) zu seinem Schoßhündchen. Als es dann aber zur Sache geht, entpuppt sich der Großkotz als Feigling. Für Jo hatte Mario seinen früheren Freund, den gutmütigen Luigi (Folco Lulli), im Stich gelassen. Doch gerade er erweist sich während des Himmelfahrtkommandos als wahrer Held. Der Vierte im Bunde ist Bimba (Peter Van Eyck), ein schweigsamer, meist finster drein blickender Deutscher. Als die Extremsituation eintritt, zeigt er sein wahres Gesicht und überzeugt als aufopferungsvoller, selbstsicherer Kollege.
?Lohn der Angst? ist manchmal witzig, sehr spannend, aber auch düster. Existenzialismus paart sich mit der Aussichtslosigkeit des Unterfangens. ?Lohn der Angst? ist ein französischer Film frei von hollywood?schen Konventionen. Es kann jeden treffen, es gibt keine Helden, die wirklich und sicher überleben werden und ein Happy End ist schon gar nicht gewährleistet. So wird der Betrachter im Laufe des Films denn auch einige schockierende Überraschungen erleben. Beim Release wurde der Film für das amerikanische Publikum stark gekürzt. Zu lang sei er, doch an mancher Stelle dürfte er wohl auch etwas zu unerbittlich gewesen sein. Auch kamen einige US-kritische Ansätze nicht besonders gut an. Inzwischen lässt sich das Meisterwerk in der ungekürzten Originalfassung genießen und ist auf DVD erhältlich. Es empfiehlt sich, diesen Film (mit Untertitel) im O-Ton anzuschauen. Nur so kommt die Vielfältigkeit und Perfektion voll zur Geltung. In Las Pietras, Venezuela, sind viele Nationen versammelt. Es wird Französisch, Spanisch, Englisch und Deutsch gesprochen.
?Lohn der Angst? ist ein exzellenter Abenteuerfilm, perfekt arrangiert, hat Maßstäbe für das Action-, Abenteuer- und Spannungskino gesetzt und unterhält auch heute noch so fesselnd wie bei Erstaufführung. Ein Must-See, nicht nur für Fans abenteuerlicher Actionfilme. René Malgo (Filmstarts.de)
Abbott and Costello started with Frankenstein in 1948, and then proceeded to meet all the great monsters. In this film, the cowardly, hilarious duo team up with the King of Horror, Boris Karloff, as the misguided, evil Dr. Jekyll and his counterpart as the malicious, psychotic Mr. Hyde. This is the next best horror-comedy film for the duo after Frankenstein. It has wonderful sets, funny moments, and fantastic makeup as various individuals turn into Hyde-like beasts and Lou turns into a giant mouse. Karloff somehow remains his ever so serious self, amidst the slapstick humour. You can all most look in his eyes and see him thinking he is above this, but he turns in a very nice performance nonetheless.
Factotum von Bent Hamer (2005), DVDScr MD MVCD Deutsch
Review
Drinking and thinking
Es ist ein gemeinhin bekannter Widerspruch, dass die sogenannte stade Vorweihnachtszeit üblicherweise das genau Gegenteil von ruhig und still ist. Wer vor adventlichem Lärm, Hektik und Stress für kurze Zeit fliehen möchte, dem sei ein Besuch des Films FACTOTUM empfohlen. Der neue Film von Bent Hamer stellt sich nicht nur gegen die Hektik unseres Vorweihnachtsalltags, sondern auch gegen den Lärm und Trubel, der vielfach in unseren Kinos herrscht (auf der Leinwand ist in diesem Fall gemeint, und nicht im Zuschauerraum).
Zudem ist er ein wirksames Antidot gegen die Flut von Gutmenschelei und Heile-Welt-Kitsch, die jedes Jahr zu dieser Zeit über uns hereinbricht.
FACTOTUM beruht auf Leben und Werk von Charles Bukowski, dessen literarisches Alter Ego Hank Chinaski hier eindrucksvoll von Matt Dillon dargestellt wird.
Hanks Leben besteht im Grunde aus saufen, schreiben, Sex und Geldverdienen, wobei er hinsichtlich des letzten Punktes die mühelosen Möglichkeiten (Rennbahn, Arbeitsamt) den mühevollen (Arbeit) eindeutig vorzieht.
Mit charmantem Minimalismus beschränkt sich FACTOTUM darauf, Hank bei diesen vier Tätigkeiten zu begleiten und erspart uns dabei moralische Wertungen, gesellschaftliche Kritik und jede Form von Erklärungsversuchen.
Dem Film fehlt zwar sowohl ein eindeutiger Spannungshöhepunkt als auch eine "Botschaft" aber gerade das macht ihn so sympathisch.
Jenseits der sinnlosen Diskussion darüber, ob FACTOTUM die Brillanz seiner literarischen Vorlage erreicht, kann man sachlich feststellen, dass er in jedem Fall stilistisch den Geschichten Bukowskis nahe kommt.
Das zeigt sich in den episodenhaften, sich wiederholenden Erlebnissen ebenso, wie am melancholisch trockenen Humor. Oder an den stimmungsvollen Zustandsbeschreibungen (im Film oft durch ausdrucksstarke Bilder). Oder an den knappen aber sehr präzisen Charakterisierungen der Figuren. Oder an der Vermeidung von Stereotypen über exzessive Künstler, "coole" Säufer und die Welt der Verlierer und Ausgestoßenen.
Immer wieder erreicht der Film eine beinahe lyrisch literarische Qualität, wozu auch die sonoren Off-Kommentare von Matt Dillon einen nicht unerheblichen Beitrag leisten (einmal mehr deshalb auch hier die ausdrückliche Empfehlung der englischen Originalversion).
Trotzdem (und zum Glück) ist FACTOTUM weit davon entfernt, ein "Filmgedicht" zu sein; er ist voll und ganz dem Medium Film verpflichtet und die Literatur ist nur als Einfluss erkennbar.
Eine gute literarische Vorlage hilft gar nichts, wenn es nicht gelingt, sie angemessen umzusetzen. Der Regisseur Bent Hammer hatte damit offensichtlich keine Probleme und musste sich dafür noch nicht einmal umstellen. Bereits in seinen früheren Filmen wie EGGS oder KITCHEN STORIES pflegte er diese pittoreske, verschrobene, melancholische Weltsicht, die sich nun nahtlos mit den Texten Charles Bukowskis verbindet.
Sehr gelungen ist dabei die visuelle Umsetzung (Kamera John Christian Rosenlund), die sich geschickt zwischen sprödem Realismus, verklärenden Sepia-Touch, konstruierten Tableaus und Edward Hopper-Stil bewegt. Fast überflüssig zu erwähnen, dass hektische Schnitte und rasante Kamerafahrten ganz fehlen.
Bleibt nur noch der Hinweis, auf die hervorragenden schauspielerischen Leistungen, allen voran natürlich Matt Dillon als Hank Chinaski. Dillon trifft sehr genau das stille Revoluzzertum, die sonderbare Anziehungs- und Überzeugungskraft und die stoische Konsequenz der Vorlage Chinaski/Bukowski bzw. dessen, was man sich darunter vorstellt.
Absolut adäquat behaupten sich daneben Lily Taylor und Marisa Tomei als Hanks Freundinnen. Ihre Rollen sind nicht ganz so schillernd wie die Dillons, doch wie in der Vorlage liegt die Herausforderung gerade darin, neben dem Monolithen Chinaski bestehen zu können.
Das selbe gilt dann auch für all die anderen kleinen bzw. winzigen Rollen, die es selbst in wenigen Szenen schaffen, einen Eindruck zu hinterlassen.
Auf alle Fälle wird mancher nach dem Besuch von FACTOTUM die vorweihnachtliche Zeit mit anderen Augen betrachten (im positiven Fall gelassener, im negativen Fall mit Abscheu) und wer noch dringend ein Geschenk benötigt, der wird in der nächsten Buchhandlung unter B wie Bukowski fündig.
Ariel - Abgebrannt in Helsinki (Aki Kaurismäki, 1988) DVB-Rip - DivX3
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Inhalt, Review & Links
Inhalt • I N H A L T •
ARIEL ist dem Andenken an die finnische Wirklichkeit gewidmet.
Ein Bergwerk wird gesprengt. Taisto Kasurinen verlässt Lappland, als die Mine in der sein Vater und er arbeiten, geschlossen wird. Sein Vater erschießt sich. Taisto steigt in einen amerikanischen Straßenkreuzer und fährt tausende Meilen mit offenem Verdeck nach Helsinki. Dort verliert er sein Geld, findet eine Frau, kommt ins Gefängnis und bricht wieder aus.
ARIEL bewegt sich irgendwo zwischen poetischem Realismus und schwarzer Komödie. Ein Film, so dunkel und schön wie ein Septemberabend. http://www.aki-kaurismaeki.de/f..._ariel.php
• R E W I E V •
Der pure Kaurismäki.
In äußerst trockenem Humor serviert uns der Finne einen Film über das Leben eines Bergarbeiters, der was aus seinem Leben machen will, und mit seinem ganzen ersparten Geld nach Helsinki fährt. Doch unterwegs wird er überfallen (typisch Kaurismäki: die Szene ist total langsam und unspektakulär dargestellt, dass man nur darüber lachen kann). Sein ganzes Geld ist weg, ihm bleibt nur sein Kabrio (In Finnland im Winter!!!). Als er nach Helsinki kommt, hält er sich zunächst mit Hilfsarbeit über Wasser, und trifft eine Politesse, in die er sich verliebt.
Schließlich kommt er kurz bevor sie heiraten wollen ins Gefängnis. Doch nach kurzer Zeit plant er seinen Ausbruch, um sich per Schiff mit seiner Frau nach Mexiko zu schmuggeln...
Der Film "Ariel" dauert gerade mal 70 Minuten, doch das reicht, um eigentlich alles zu erzählen und zu beschreiben, was nötig ist. Denn die Geschichte wird ziemlich schroff, trocken und "ökonomisch" abgehandelt, was aber gerade den Reiz des Filmes ausmacht. Es kommt nämlich eine Stimmung auf, bei der man gar nicht mehr weiß, ob man lachen oder weinen soll. Lachen, weil so viel Situationskomik in der Inszenierung liegt und die Dialoge nur so vor verbitterten sarkastischen Sprüchen überquellen; Weinen, weil diese Verlierer-Geschichte in Wirklichkeit einfach nur traurig ist - so viel Pech kann man gar nicht haben! So wie die Geschichte vor dem Zuschauer gnadenlos abläuft, so würde der Protagonist wohl auf sie zurückblicken, mit einer Flasche Vodka neben sich, während sein Kofferradio finnische Schlager ertönen lässt, deren Texte seltsamerweise immer zu seinem Gemütszustand passen. Wie die zahlreichen "Fäuste", die er schon "aufs Auge" bekommen hat.9/10. http://www.ofdb.de/view.php?page=rev...2615&rid=43493
Darsteller: Tom Cruise (Dr. Bill Harford), Nicole Kidman (Alice Harford), Madison Eginton (Helena Harford), Marie Richardson (Marion Nathanson), Jackie Sawris (Roz), Rade Serbedzija (Milich), Sydney Pollack (Victor Ziegler), Leslie Lowe (Illona), Peter Benson (Bandleader), Vinessa Shaw (Domino), Alan Cumming (Hotel Desk Clerk), Todd Field (Nick Nightingale), Michael Doven (Ziegler's Sekretär), Sky Dumont (Sandor Szavost), Louise J. Taylor (Gayle)
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stanley Kubrick
Inhalt
Der Arzt Dr.Bill Harford und seine Frau Alice führen eine ganz normale Ehe, bis diese ihm gesteht, dass sie ihn einmal beinahe betrogen hätte. Dies stürzt Bill in eine Krise und führt ihn auf eine Odyssee sexueller und moralischer Erfahrungen.
Ein kleiner bebrillter Buchhalter wird in die mysteriöse Fahndung nach einem Mörder hineingezogen. Ohne recht zu wissen, worin seine Aufgabe besteht, begegnet er in einem in Nebel gehüllten städtischen Labyrinth unterschiedlichen Personen. Er gerät schließlich selbst in den Verdacht, der Täter zu sein...
In stimmungsvollen Schwarzweiß-Bildern vermischt Woody Allen hier Elemente des expressionistischen Stummfilms, des "film noir", des Kinos eines Fellini oder Bergman mit der ihm eigenen Philosophie zu einer faszinierenden Komplexität. http://de.wikipedia.org/wiki/Sc..._und_Nebel
Unten am Fluss, im Jahre 1972 veröffentlicht, bescherte Richard Adams einen echten Bestseller. Der Weg vom Buch zum Zeichentrickfilm war damit vorgezeichnet, und so basiert diese Produktion von 1979 auf ihren berüchtigten, individuellen Kaninchencharakteren.
Als der Sonnengott Frith die Welt erschuf, waren alle Tiere gleich. Doch bald bevölkerten die Wildkaninchen die ganze Welt und aßen so viel, dass es keine Nahrung mehr für die anderen Tiere gab. Die Arroganz des Kaninchenfürsten führte dazu, dass der Sonnengott entschied, die Tiere mit speziellen, unterschiedlichen Fähigkeiten und Gaben auszustatten. Von nun an jedoch gab es Feinde und Kämpfe, und die Kaninchen müssen permanent auf der Hut sein.
Fiver, der jüngere Bruder des Anführers Hazel, hat eine böse Vorahnung: Er sieht ihre gesamte Heimat blutüberströmt. Da er sich noch niemals zuvor getäuscht hat, bricht die Sippe auf, um eine neue Bleibe zu finden. Ein neues, gefundenes Plätzchen mutet auch gleich paradiesisch an, erweist sich jedoch schnell als Reinfall, denn überall stehen Kaninchenfallen. Auf ihrer Reise lernen sie auch Kehaar, die Möwe, kennen. Sie meckert zwar viel, doch wegen ihres gebrochenen Flügels stehen die Kaninchen ihr trotzdem zur Seite. Diese uneigennützige Geste soll sich bald für sie auszahlen, denn Kehaar hält Ausschau nach Kaninchendamen und warnt sie vor Feinden, wie beispielsweise dem allseits gefürchteten General Woundworth.
Was zunächst als ein typischer unterhaltsamer Zeichentrickfilm erscheint, erweist sich schnell als tiefgründige Erzählung mit schier unzähligen Parallelen zur menschlichen Geschichte. Demokratie, Feindschaft und Kriege sind dabei nur die vorrangig ins Auge stechenden Begriffe, die allerdings durch viele Details noch unterfüttert werden. So enthalten auch die atmosphärischen Bilder wahrhaft bedrohlich skizzierte Darstellungen. Um die Tiefen dieses Films wirklich ausloten zu können, sollten Kinder mindestens zehn Jahre alt sein. Mit anschließenden Diskussionen ist zu rechnen, denn auch Erwachsene können durchaus ein Interesse an dieser Erzählung entwickeln. Ein tierischer Film um das menschliche Sein. --Simone Gefeller
Swimming Pool (2003) von François Ozon [Avi (DivX)]
Info & Review
Inhalt
Die erfolgreiche britische Krimiautorin Sarah Morton (Charlotte Rampling) steckt in einer schweren Schaffenskrise. Um sich von ihrer Depression abzulenken und zu neuer Inspiration zu finden, verbringt Sarah den Sommer in dem französischen Landhaus ihres Verlegers. Doch da taucht eines Nachts plötzlich die 20jährige Tochter (Ludivine Sagnier) des Hausherrn auf. Sarah fühlt sich von der rücksichtslosen Frau und ihrem offen zur Schau gestellten Liebesleben zunächst nur gestört, bis sie anfängt, Julie zu beobachten und in ihr schließlich eine Quelle der Inspiration für ihren neuen Roman findet. Als sich die beiden ungleichen Frauen einander nähern, beginnen sich die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu verwischen.
Kritik
Argumentieren wir mit Schubladen, fördert eine Bestandsaufnahme des französischen Kinos dreierlei zutage: unsägliche Komödien (?Taxi?), jede Menge Geschmacksbelastungen (?Irréversible?) ? und doch immer wieder, drittens, erstaunliche Originalität. Mit leichter Selbstverständlichkeit versprüht sie die sonst seltene Magie der Bilder, des Kinos, vielleicht die Seele eines Filmes. Dafür steht zum einen ?Amélie? als das große Gefühl für die große Masse. Großer Rummel herrscht auch um Francois Ozon. Nicht erst seit seinem wuchtig phantastischen Krimimusical ?8 Frauen?, das sich im letzten Jahr den silbernen Bären auf der Berlinale sichern konnte, gilt Ozon als experimentierfreudiger Vorzeigeregisseur, der mühelos Genres vermengt, sprengt und all das erfolgreich mit präzisem Gefühl für die Stimmungen seiner filmischen Hauptfiguren umzusetzen vermag.
Ozon punktet mit Hintergründigkeit, selbst wenn es bei den ?8 Frauen? noch laut herging. Nicht nur in dieser Hinsicht ist ?Swimming Pool? wieder einmal absolut anders, aufregend neu und deswegen ein ?typischer? Ozon. Eine Fortsetzung von vergangener Arbeit findet sich allenfalls im wichtigen Punkt der Besetzung der Hauptrolle. Die mimisch einfühlsame Ausnahmeleistung der Engländerin Charlotte Rampling in ?Unter dem Sand? (2000) wird Ozon den Anstoß für die zweite Zusammenarbeit gegeben haben. Rampling wird ein weiteres Mal zum sicheren Mittelpunkt eines Films, der symbolschwanger die Ebenen (filmischer) Realität und (filmischer) Fiktionalität in sinnlichen Bildern entwickelt. Das ?tatsächlich? Erzählte - der Versuch, einen Roman zu schreiben und die damit verbundenen Kreativitätsprobleme ? klingt im Ansatz simpel und wird von Ozon eingangs vielleicht ein wenig zu schematisch abgehandelt.
So spiegelt sich im unterkühlt verlorenen Gesichtsausdruck von Rampling die Sinnkrise der Schriftstellerin Sarah Morton, die sich mit fließbandartigen Krimireihen beim Publikum anbiedert, ausgebrannt ist und jenseits jeden Marktdiktats nach der zündenden Idee sucht, die gleichzeitig auch Teil ihrer Identität als Autorin sein würde. Da spielt der Verleger im Sinne des klassischen Feindbildes natürlich nicht mit. Ozon, der auch wieder einmal selbst das Drehbuch schrieb, lässt Protagonisten und Antagonisten in diesen etwas hölzernen Szenen schlagwortartige Phrasen wechseln, was aber kalkuliert ist. Die Präsenz von Rampling und Charles Dance in der Rolle des gewieft und geheuchelten Verlegers strahlt auch ohne viele Worte aus, äußert sich vielmehr in scharfen Blicken und Gesten. Bereits hier zeigt sich wieder die Kraft des Duos Ozon/Rampling: sicher inszenierte Wirkung dank ruhigen Close-Ups.
Auf meisterliche Weise schaltet Ozon die Leinwand als Medium des Seelenbilds der Hauptakteurin ein. Der Regisseur lässt nicht Worte Auskunft geben, sondern stellt das Geheimnis der traurigen Augen im fast versteinerten Gesicht ins Zentrum. Was liegt hinter ihnen? Ozon lässt sich begrüßenswert viel Zeit, studiert mit uns seine Hauptprotagonistin in ruhigen Bildern, die auch gerade den Szenenwechsel ins französische Landhaus fast träumerisch illustrieren. Die Kamera kann die zur Alltäglichkeit gewordene Einsamkeit der Schriftstellerin in besinnlich-idyllischen Aufnahmen bannen und erzeugt eine Atmosphäre von Ankündigung und Spannung. Zur inneren Handlungsentwicklung lässt es Ozon dann erst gar nicht kommen. Das Auftauchen von Julie, der vermeintlichen Tochter des Verlegers, schafft die notwendige Zweisamkeit in der Figurenkonstellation, um fiktionale und ?reale? äußere Handlung voranzutreiben.
Den ausschweifend sexuell apostrophierten Part der Julie spielt eine freizügige Ludivine Sagnier, eine der ?8 Frauen?. Die junge Französin gibt eine verführerische und formgemäß geheimnisumwitterte Mischung aus musischer Laszivität und jugendlicher Dummheit. Von einem Abgrund ahnt man erst nichts, vielmehr eignet sie sich die Figur der Julie in der klischeehaften Konflikteröffnung zwischen neurotisch verklemmter Engländerin und rebellisch junger Französin zuerst als Identifikationsfigur, schwanken doch die Sympathien zwischen der anscheinend einsamkeitssüchtigen Sarah und Julie, dem notwendigen Gegenpol. Doch schnell wird klar, dass die Antipathie Sarahs nur verschleierte Faszination für Julie ist. Vordergründig scheint Sarah sich von der natürlichen-kindlichen Erotik der jungen Frau abgestoßen. Innerlich hingegen kommt sie immer mehr vom ursprünglichen Plan, dem Schreiben des Buches, ab und stellt Julie unwillkürlich nach.
Doch selbst dieses Verlangen, möglicherweise auch homoerotisch angetrieben, bleibt bemerkenswert vage. Ozon lässt die Gefühle, die hinter Reiberein an der Oberfläche liegen, unausgesprochen und operiert lieber mit allegorischen Aufnahmen, bebildert Sarahs Voyeurismus gegenüber dem Objekt Julie. Als szenische Drehscheibe von Beobachtung und Verhalten nutzt Ozon das Swimming Pool des Landhauses. Hier gewinnt der Film in etlichen Szenen seine sinnlich-erotische Qualität, die für das Verhältnis der beiden Frauen voller Bedeutung sein kann, aber nicht muss. Ozon lässt dem Zuschauer viele Freiheiten und es ist gerade dieser wackelige Boden, der ?Swimming Pool? zum Genuss macht. Mit brillanter Unaufdringlichkeit entwickelt Ozon den Prozess der Verwischung von filmischer Realität und Vorstellungskraft einer Romanautorin.
So ist es kaum auszumachen, wann der völlige Wirklichkeitsverlust Sarahs einsetzt, wann Julie, die sie alsbald als mögliche Romangestalt zu entdecken beginnt, tatsächlich nur noch Teil der Imagination Sarahs ist und wann und warum Julie sich den Erwartungen einer Romanfigur entsprechend zu verhalten beginnt. Die Überblendung der Ebenen funktioniert, fragt man nicht penibel nach inhaltlicher Unverbrüchlichkeit (die weder durchgehalten werden können noch wollen), großartig. Vor allem besticht wieder Ozons Talent, Gedankenabgründen und Visionen dank hervorragender Darsteller Ausdruck zu geben. Faszinierend, wie ?Swimming Pool? die phantastische Spirale zuspitzt und Sarah beginnt, sich als Person in die eigenen literarischen Vorstellungen hineinzuschreiben. Angereichert mit einer teils grotesken detektivischen Dimension ist ?Swimming Pool? genussfreudige Lust am psychologischen Abgrund, ein lockeres (Meta-)Nachdenken über den Film als Roman und mehr Frage als Antwort.
Mysteriös-sinnliches Psychodrama mit Ausnahmedarstellerinnen.
Flemming Schock (filmspiegel.de OFDb imdb filmstarts
Ken Park - von Larry Clark & Edward Lachman (2002)
Infos & Review
Produktionsland,-jahr:
USA, 2002
Regie:
Larry Clark
Drehbuch:
Larry Clark, Harmony Korine
Darsteller:
Adam Chubbuck, James Bullard, Seth Gray
Story:
Ken Park (Adam Chubbuck), Shawn (James Bullard), Peaches (Tiffany Limos) und deren Freunde sind scheinbar normale Jugendliche, die ihr Leben in einer kleinen Stadt in Kalifornien führen. Hinter der Fassade tun sich jedoch Abgründe auf: Ken erschiesst sich, Peaches wächst ohne ihre Mutter auf, dafür aber mit ihrem geisteskranken Vater, und Shawn hat nicht nur ein sexuelles Verhältnis mit seiner Freundin, sondern auch zusätzlich noch mit deren Mutter ...
Meinung und Hintergründe zum Film:
Eines muss man Regisseur Larry Clark lassen: er schafft es, zu provozieren. Sein Erstling "Kids" hat eine ähnliche Thematik wie der vorliegende "Ken Park": als Momentaufnahme erhält der Zuschauer einen Einblick hinter die Fassade scheinbar normaler Jugendlicher, dabei wird darauf geachtet, dass die Art der Inszenierung möglichst skandalös ist. In "Ken Park" wird daher in Großaufnahme onaniert und ejakuliert, Gruppensex betrieben und gepinkelt.
Eine erotische Seite ist den expliziten Sexszenen jedoch nicht abzugewinnen, geradezu mechanisch sind diese geraten. Wenn der Zuschauer dann noch Zeuge wird, wie Tate (James Ransone) sich zwecks sexueller Luststeigerung halb stranguliert, und sich beim Gestöhne von im TV Tennis spielenden Frauen selbstbefriedigt, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Unverständlich auch, inwiefern solche Szenen den ohnehin mit wenig Handlung ausgestatteten Film voranbringen sollen. Es liegt der Verdacht nahe, dass solche Bilder einfach nur den Sinn haben, den Zuschauer ohne Sinn und Verstand zu schockieren. Etwas interessanter ist da schon die Episode um Claude (Stephen Jasso) und seinen trinkenden und arbeitslosen Vater (Wade Williams) geraten, der, abgesehen von Bier und Body Building, keine Interessen hat, außer seinen Sohn zu triezen. Eines Nachts eskaliert die Beziehung zwischen den beiden, als der Vater volltrunken und lüstern in das Bett seines Sohnes steigt. Auch die Geschichte um Peaches (Tiffany Limos) und ihren Vater (Julio Oscar Mechoso) kann überzeugen. Peaches Mutter starb früh, seitdem wohnt sie allein mit ihrem Vater zusammen. Dieser wirkt zunächst zwar etwas neben der Spur, da er sich vollkommen in die Religiösität flüchtet, macht aber ansonsten einen ruhigen und sympathischen Eindruck. Wie man sich als Zuschauer täuschen kann, wird im Laufe des Films schockierend gezeigt ..
Die Darsteller sind zum überwiegenden Teil Laienschauspieler. Regisseur Larry Clark beabsichtigt mit diesem Kniff wohl, seinem Film etwas mehr Authentizität zu verleihen - vielleicht war aber einfach nur kein echter Schauspieler bereit, sich derart vor der Kamera zu entblößen. Letztendlich hilft diese Idee dem Film aber nicht, weil die Geschichten überwiegend unglaubwürdig und maßlos übertrieben sind. Würde die Jugend wirklich nur aus Geistesgestörten und Psychopathen bestehen, wie sie in "Ken Park" gezeigt werden, wäre es um die Zukunft der Menschheit schlecht bestellt. Zum Glück sieht die Wirklichkeit anders aus, und so kann sich, wer mag, 90 Minuten lang von Larry Clark in "seine" Welt entführen lassen und sich mehr oder weniger interessante Geschichten ansehen, die keinen Anfang und kein Ende haben, dafür aber zwischendurch Genitalien in Großaufnahme zeigen. Man kann es aber auch bleiben lassen.
Teils höchst vergnüglicher, teils nachdenklich stimmender Großstadtreigen, in dem der talentierte Autor und Regisseur Andreas Dresen verschiedendste Episoden virtuos zu einem Ganzen zusammenführt. Dabei entsteht ein authentisches, ungeschminktes, ehrliches Bild über Berlin und seine Bewohner - aus der Untersicht betrachtet. Vorzügliche Schauspieler - Michael Gwisdek gewann auf der Berlinale '99 den Darstellerpreis - runden die ungewöhnliche Mixtur aus Drama und Komödie ab. Das aufgeschlossenere Publikum wird bei "Nachtgestalten", einem der besten deutschen Filmen der letzten Jahre, begeistert zugreifen.
Screens:
Download:
http://secured.in/download-244432-546edd8a.html
oder
RSDF-File:
http://rapidshare.com/files/50320836/Nachtgestalten.zip
Regie: Alf Brustellin, Bernhard Sinkel, Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Maximiliane Mainka, Edgar Reitz, Beate Mainka-Jellinghaus, Peter Schubert, Hans Peter Cloos, Katja Rupé, Volker Schlöndorff
Drehbuch: Heinrich Böll, Peter F. Steinbach u.a.
Kamera: Michael Ballhaus, Jürgen Jürges, Bodo Kessler, Dietrich Lohmann, Jörg Schmidt-Reitwein, Colin Mounier
Produktion: Theo Hinz, Volker Schlöndorff, Alexander Kluge
Darsteller: Heinz Bennent, Wolf Biermann, Mario Adorf, Wolfgang Bächler, Hannelore Hoge, Angela Winkler
Deutschland 1978
DVD-Erscheinungstermin: 19. Oktober 2004 Videoinfo:
VideoMarkt:
1977 wird der Präsident des Bundesverbands der Arbeitgeber, Hanns-Martin Schleyer, von Mitgliedern der Rote Armee Fraktion entführt und ermordet; in Mogadischu stürmt die GSG-9-Truppe die Lufthansa-Maschine "Landshut", in Stammheim nehmen sich Andreas Baader, Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin das Leben: In einzelnen Episoden, fiktiver Spielhandlung und dokumentarischen Aufnahmen, nehmen neun Regisseure Stellung zu den Ereignissen.
VideoWoche:
Unter dem Eindruck der Ereignisse im Herbst 1977 schlossen sich neun Regisseure des Neuen Deutschen Films - darunter Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Edgar Reitz und Volker Schlöndorff - zusammen, um in einzelnen Episoden ihre Gedanken zu den Vorgängen jener Tage festzuhalten, zum Teil als Dokumentation, aber auch als fiktive Spielfilmhandlung. Vor allem das sozialpolitische Klima in der BRD nach dem Mord an Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer und die mysteriösen Vorfälle in Stammheim stehen dabei im Vordergrund. Der Titel "Deutschland im Herbst" ist eine Anspielung an Heinrich Heines Gedicht "Deutschland, ein Wintermärchen".
Shanghai Dreams (Qing hong)
Shanghai Dreams (Qing hong)
Land: China 2005
GENRE: Drama
IMDB RATING: 7.0
IMDB Link: http://www.imdb.com/title/tt045...tt0456658/
Sprache: Mandarin / Shanghainese
Untertitel:english /srt
Regie: Xiaoshuai Wang
Drehbuch: Xiaoshuai Wang
Synopsis:
Die chinesische Provinzstadt Guiyang im Jahr 1983 ? Deng Xiaopings wirtschaftlicher Reformkurs lässt den aus Schanghai stammenden Wu Zemin (Yan Anlian) und seine Frau Meifen hoffen, endlich in ihre Heimatstadt Schanghai zurückkehren zu können, wo sich die durch Maos Kulturrevolution in den 60er Jahren Vertriebenen ein besseres Leben für sich und vor allem ihre Tochter Qinghong (Gao Yuanyuan) erhoffen. Anders als für ihre frustrierten Eltern bedeutet die Provinz für die junge Qinghong ?Heimat? ? hier ist
sie zur Schule gegangen, hier lebt ihre beste Freundin und hier hat sie sich in den jungen Fabrikarbeiter Fan Honggen verliebt. Doch ihr jähzorniger Vater versucht diese Liebe mit allen Mitteln zu verhindern.
The Coast Guard Xvid (DVD RIP deutsche Subtitel)
Originaltitel: Hae anseon
Herstellungsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2002
Regie: Kim Ki-duk
Sprache: koreanisch
untertitel: deutsch (srt Format)
Darsteller: Jang Dong-Kun
Kim Jeong-hak
Park Ji-a
Yu Hye-Jin
Jeong Jin
Won Bin
Kim Gu-taek
Kim Kang-woo
Park Yun-jae
Kim Tae-woo
Kim Yeong-jae
Story:
Um die offenen Küstenabschnitte Südkoreas gegen heimlich einfallende Nordkoreaner zu sichern, wurde eine bewachte Grenze entlang der Ufer gezogen. Bewacht wird dieser Wall
vom 23. Coast Guard Platoon, einer Armeeeinheit, deren einziger Zweck es ist, die Augen nach Eindringlingen offen zu halten und gegebenenfalls mit militärischer Gewalt zu handeln. Der Befehl ist eindeutig: Jegliche Personen im Sperrgebiet sind zu erschiessen. Als der Soldat Kang in einer stillen Sommernacht das Feuer auf ein ahnungsloses Liebespaar eröffnet und den Mann tötet, erweist sich dieser Vorfall als der Anfang einiger tragischer Ereignisse: Obwohl Kang für seine Tat ausgezeichnet wird, verliert er
immer mehr den Verstand und wird schlussendlich aus der Einheit ausgeschlossen. Dennoch zieht es ihn weiter zum Ort der Tat, was auch für Mee-young gilt, die junge Frau, die den Vorfall am Strand überlebte. Doch nicht Rache oder Sühne bestimmen ihr gemeinsames Schicksal, sondern etwas weitaus tragischeres....
Mifune - Dogma 3 erzählt die Geschichte einer Heimkehr. Der junge Karrierist Kresten erfährt am Morgen nach der Hochzeitsnacht vom Tod seines Vaters, den er der Braut verheimlicht hat. Er reist von Kopenhagen nach Lolland, um die Nachlassverwaltung mit einer Haushälterin, die er kurzfristig engagiert, in ein paar Tagen zu klären. Auf dem verwahrlosten Erbhof begegnet er seinem geistig zurückgebliebenen Bruder Rud -- und der gemeinsamen Vergangenheit, die ihn nicht mehr loslässt.
Wacker versucht Kresten die Maske des arrivierten Yuppies zu wahren, die Marotten seines Bruders zu bändigen und bei der Hühnerjagd eine gute Figur vor der Ex-Prostituierten Liva abzugeben. Nichts davon klappt -- Kresten muss machtlos mit ansehen, wie die Inszenierung seines Lebens scheitert. "Back to the roots" lautet das Motto -- schon bald spielt Kresten mit Rud wieder Mifune, ein Spiel ihrer Kindheit. Mifune, eine Fantasiegestalt zwischen Samurai und Außerirdischem, wird dabei zur Chiffre für Glück und Geborgenheit jenseits der Lüge. Begriffe wie Verantwortung und Liebe füllen sich für den unfreiwilligen Aussteiger wieder mit Inhalten. Seine Entwicklung scheint wie ein surreales Märchen und beinhaltet doch eine gute Portion Zivilisationskritik.
Mifune ist nach Idioten und Das Fest der dritte Film, der sich an die Forderungen des "Dogma 95"-Manifests hält: Einsatz von Handkamera und Direktton, Verweigerung von Kunstlicht und Kulissen. Doch was S?ren Kragh-Jacobsen mit augenzwinkernder Leichtigkeit inszeniert, nimmt sich im Vergleich zu den Dramen seiner Vorgänger wie ein Satyrspiel aus. An die Stelle von Verstörung treten Humor und Ironie, anstatt konventionelle Sehgewohnheiten zu schockieren, setzt die realistische, hochexpressive Erzählung ein Plädoyer für Glück und Optimismus. Ein Film wie frischer dänischer Küstenwind!
Kritiken
* "Der Spiegel" (21/1999) meint, der Film von S?ren Kragh-Jacobsen sei braver ausgefallen als die vorhergehenden Dogma 95-Filme "Das Fest" und "Idioten". "So wird aus innovativen Billigfilmen schnell konventionelles Autorenkino."
* Im Lexikon des Internationalen Films findet der Filmkritiker Ralf Schenk an Mifune "ungetrübtes cineastisches Vergnügen". An Stelle abgrundtiefer Verstörung bei den anderen Dogma-Filmen sieht er hier die Lust am Komischen, an Stelle der spröden Verunsicherung das unterhaltsame Plädoyer für Glück durch Harmonie. Unverkennbar sei aber bei allen Dogma-Filmen, so auch bei "Mifune", die Nähe zu Ingmar Bergman.
* Filmspiegel.de: "Einfühlsame, humorvolle Charakterstudie mit bemerkenswerten Darstellern. Technisch stilisiert."
Dennis Hopper - Out of the Blue (Staatenlos , 1980)
"Out of the Blue" stellt die dritte Regiearbeit von Dennis Hopper nach seinem Kultfilm "Easy Rider" und seinem wohl umstrittendsten Film "The Last Movie" dar. Erst zehn Jahre nach seinem persönlichen Fiasko mit "The Last Movie" bekam er mehr durch Zufall eine neue Chance als Regisseur. Die Produktion von "Out of the Blue", ursprünglich "The Case of Cindy Barnes", für die Hopper bereits als Schauspieler unter Vertrag war, stand kurz vor dem Scheitern. Hopper sprang daraufhin als Regisseur ein, veränderte das Drehbuch und nahm einige Umbesetzungen vor. Der fertige Film sollte dann eigentlich 1980 auf dem Festival in Cannes als kanadischer Beitrag laufen. Kanada distanzierte sich jedoch von dem Film und somit lief er als staatenloser Beitrag. Erst im Jahr 1982 erreichte der Film die USA und konnte zumindest bei den Kritikern punkten. Das reichte aber nicht, um ihn in Hollywood als Regisseur wieder salonfähig zu machen, wodurch es bis 1988 dauern sollte, ehe er bei "Colors - Farben der Gewalt" erneut den Regiestuhl übernehmen sollte.
"Out of the Blue" ist ein Drama, das vor allem von seiner düsteren und emotionalen Stimmung lebt, die durch die Musikuntermalung, z.B. Neil Youngs Titelsong "Out of the blue into the black", hervorragend unterstrichen wird. Die Charaktere im Film sind ganz unten, vor allem aber weil sie an sich selbst gescheitert sind. Es gibt für sie keine Hoffnung mehr. Quelle
Story
Cindy "CeBe" Barnes (Linda Manz) hat wenig Grund zur Hoffnung. Ihr Vater Don (Dennis Hopper), ein Trucker, sitzt seit Jahren im Knast, weil er mit seinem Laster im Suff einen Schulbus gerammt hat und dabei etliche Kinder zu Tode kamen. Ihre heroinsüchtige Mutter Kathy (Sharon Farrell) arbeitet als Bedienung in einem Diner, mit dessen Besitzer sie eine Affäre hat. Als sich CeBes Leben scheinbar zum Guten wendet, explodieren ihre Träume endgültig und sie holt aus zu einem letzten schockierenden Akt der Verzweiflung. http://www.ofdb.de/view.php?pag...&fid=37897
Original englische Audiospur leider extra (aac, 55MB) http://rapidshare.com/files/11273082...audio.rar.html
Es gab Schwierigkeiten beim rippen, hoffe sie läßt sich einfügen. Sie ist die beste Quali, die ich rausholen konnte.
# Darsteller: Toni Collette, Bill Hunter, Rachel Griffiths, Jeanie Drynan, Gennie Nevinson
# Regisseur: P. J. Hogan
# Sprache: Deutsch
# Bildseitenformat: 4:3
# FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
# Studio: Evolution Entertainment
# Spieldauer: 101 Minuten
Videoinfo:
Nur unter Schwierigkeiten wird eine äußerlich unvorteilhafte junge Frau, die unter mannigfaltigen Vorurteilen zu leiden hat, zu einem "schönen" Menschen, der bereit ist, sein Schicksal zu meistern. Eine für ihr Herkunftsland typische Komödie, die zunächst schrill, später immer nachdenklicher von der Verwandlung eines häßlichen Entleins erzählt. Die gute Hauptdarstellerin vermittelt glaubwürdig, daß wahre Schönheit von innen kommen muß.
P.J. Hogan gelang ein unglaublich origineller, warmherziger Film voller schräger Figuren, die gleichzeitig Witz und Tragik versprühen. Für Toni Collette, die für ihre Rolle etliche Kilos zulegen musste, bedeutete der Film den Durchbruch.
versionsinfo xvid:
versionsinfo dvd5:
"nur-film" version auf dvd5
(wollte erst die ganze dvd9 nehmen, aber da waren die extras lediglich massig trailer von anderen filmen, auch gabs keine englische tonspur , ausserdem ist die dvd fassung so nur unwesentlich geshrinkt...)
Bring Mir Den Kopf Von Alfredo Garcia (1974) von Sam Peckinpah
Info & Review
Bring Mir Den Kopf Von Alfredo Garcia
(Bring me the Head of Alfredo Garcia)
Inhalt:
Irgendwo in Mexiko vergibt der mexikanische Clanchef El Jefe (Emilio Fernandez) einen Mordauftrag an die US-Mafia. Der dahergelaufene Alfredo Garcia, ein berüchtigter Gigolo, hat seine Tochter geschwängert; diese Familienschande kann El Jefe nicht auf sich sitzen lassen und fordert für ein "Kopfgeld" von 1.000.000 Dollares sprichwörtlich Garcias Schädel. Bei ihren Recherchen treffen die Mafiosi (Gig Young, Rober Webber) in einer Spelunke auf den abgehalfterten amerikanischen Glücksritter Bennie (Warren Oates), der sich als Barpianist mehr schlecht als recht verdingt. Bennie kennt Garcia, verrät den Mobstern allerdings nicht, dass der Gesuchte schon längst bei einem Autounfall das Zeitliche gesegnet hat. Er lässt sich für läppische 10.000 $ anheuern, den Schädel zu liefern; die Kohle soll für ihn und seine Freundin Elita (Isela Vega) den lang ersehnten, aber weit entrückten Neuanfang in den USA bedeuten. Gemeinsam mit Elita macht er sich auf die Reise in Garcias Heimatdorf, in dem der Verstorbene schon längst verscharrt die Radieschen von unten betrachtet. Dort angekommen, nehmen die Dinge allerdings eine dramatische Wendung. El Jefe, der inzwischen das Vertrauen in die Professionalität seiner amerikanischen "Geschäftsfreunde" verloren hat, hat inzwischen eigene Leute mit der Suche nach dem Schädel beauftragt und diese scheren sich einen feuchten Kehricht um die Zukunft des Loser-Pärchens...
USA 1974
Die Kritik des Sargnagels:
Masterpiece!!! Völlig unterbewertetes, seinerzeit verrissenes Schmuckstück von "Bloody" Sam Peckinpah, dem Großmeister der Zerstörung des amerikanischen Traums. Angelehnt an "Der Schatz der Sierra Madre" vom Regie-Granden John Huston, schuf Peckinpah einen völlig desillusionierenden Action-Thriller mit Tiefgang.
Trotz der "Jetzt-Zeit-Handlung" drängen sich Parallelen zum Italowestern auf: die mexikanische Location; die Handlungsmotive Geld und Rache; Shoot-Outs vom Allerfeinsten; explizite Gewaltdarstellungen; zynische One-Liner. Aber Peckinpah drehte die Spiralen bis zum Anschlag, kaum jemals zuvor und danach gab es den Anti-Helden in dieser extremen Form, wie von Warren Oates (wie Peckinpah völligst unterschätzt, der Mann) dargestellt. Ihm geht jegliche Souveränität und Mystik der italienischen Protagonisten ab: ein egozentrischer Unsympath wie er im Buche steht, der sich in seiner lausigen Existenz noch selbst vollkommen überschätzt. Im Gegensatz zu Doc McCoy aus Peckinpahs "Getaway" lässt sich Bennie auch nicht von seiner Gefährtin moralisch beeinflussen.
Und doch beginnt mit dem Handlungstwist eine Identifikation mit dem Loser Bennie, als dieser - jeglicher Zukunftsperspektiven beraubt - manisch seinen Deal zu Ende bringen will. Bennie erklärt sich in den fiktiven Dialogen mit dem abgeschlagenen Kopf selbst. Er sucht Vergebung in seiner Rache; wissend, dass auch für ihn nur das bittere Ende stehen wird, und trotzdem zieht er fatalistisch seinen Stiefel durch.
Auch der Rest der Darsteller-Riege gibt überzeugende Performances ab (u.a. Kris Kristofferson als übler Biker in einer Nebenrolle), gegenüber dem alles dominierenden Oates allerdings bleibt ihnen nur ein ausgedehntes Statisten-Dasein. Handwerklich gibt's wie üblich bei Peckinpah garnüscht zu meckern, anstatt über seine stilprägende SlowMo-Schnitttechnik (wie immer gewohnt knackig und eindrucksvoll) zu philosophieren, könnte man auch Eulen nach Athen tragen. Übrigens gilt "Bringt mir..." als einziger Film Peckinpahs, der mit dem vom Regisseur angedachten Schnitt herauskam und nicht von Produzenten nachträglich verstümmelt wurde.
Fazit: Alltime-Classic. Uneingeschränkt die Höchstwertung, der Streifen hinterlässt noch tagelang nach Betrachten Eindrücke. OFDb imdb
eine Video Compilation des Labels NinjaTunes... Sehr nette, trippige Videos u.a. von Scalpel, Amon Tobin, Coldcut, Bonobo usw usf... für weitere Infos->
Infos
# Sprache: Englisch
# Bildseitenformat: 4:3
# Studio: Rough Trade Distribution GmbH
# DVD-Erscheinungstermin: 9. Februar 2004
# Spieldauer: 120 Minuten
# 35 Clips + 60 min Audio-Mix von Hextatic & Cover
amazon Rezension:
Das englische Label Ninja Tunes steht seit den 90ern für unabhängige Dance- und DJ-Kultur und hat in diesem Zusammenhang nicht nur fortschrittliche Musik zu Stande gebracht, sondern seinen Künstlern auch immer skurrile, spektakuläre und oft auch total verrückte Videos verpasst. Hinter Ninja Tunes stehen nicht nur die zeitweise chartsverwöhnten DJ-Götter von Coldcut, sondern jede Menge Innvovation: So zeigt die Zen TV Video Retrospective 16 visuell außerordentlich reichhaltige Tracks, ein Bonusvideo, ein Video-Medley (Mash-Up) von Hexstatic und einen rund 50-minütigen Audiomix der Tracks (ebenfalls von Hexstatic).
Dass Ninja Tunes auch in Sachen Cover-Art Maßstäbe gesetzt hat, davon kann sich jeder in der "Sleeve Gallery" überzeugen. Die Navigation für die Videotracks ist beispielhaft und sollte für sämtliche Video-Compilations Gesetz werden: Neben der vom Label vorgegebenen Folge lassen sich die Tracks geordnet nach Künstlern, chronologisch auf- oder absteigend oder rein zufällig abspielen. Fazit: Wer eine DVD sucht, die Musikvideos abseits von MTV-kompatiblen Formaten bietet, sollte zuschlagen. Ninja-Tunes-Fans sowieso. --Steffen Kastner
Kurzbeschreibung
"Tracklisting: 01 Funki Porcini - What Are You Looking At? 02 Jaga Jazzist - Animal Chin 03 Mr Scruff - Sweetsmoke 04 Coldcut & Hexstatic - Timber 05 Hexstatic - Auto 06 Amon Tobin - Verbal 07 Bonobo - Pick Up 08 The Herbaliser - Missing Suitcase 09 Skalpel - Sculpture 10 Funki Porcini - Atomic Kitchen 11 Dj Vadim - It's On 12 Blockhead - Insomniacs Olympics 13 Hexstatic - Ninja Tune 14 Wagon Christ - Receiver 15 Jaga Jazzist - Day 16 Coldcut - Dj Set"
Links
PHP-
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Meine Gefühle gegenüber NAKED sind genauso ambivalent wie meine Gefühle gegenüber unserer chaotischen Welt im ausgehenden 20. Jahrhundert und vermutlich so ambivalent wie der Film selbst. Ich hoffe, der Film ist ebenso komisch wie traurig, ebenso schön wie hässlich, so mitfühlend wie verabscheuungswürdig, so verantwortungsvoll wie arnachisch.
Synopsis
Mike Leigh’s brilliant and controversial Naked stars David Thewlis as Johnny, a charming, eloquent, and relentlessly vicious drifter on the lam in London. Rejecting all those who would care for him, the volcanic Johnny hurls himself into a nocturnal odyssey through the city, colliding with a succession of the desperate and the dispossessed, and scorching everyone in his path. With a virtuoso script and raw performances from Thewlis and costars Katrin Cartlidge and Lesley Sharpe, Leigh’s panorama of England’s crumbling underbelly is a showcase of black comedy and doomsday prophecy, and was the winner of the best director and actor prizes at the 1993 Cannes Film Festival. Qelle
Der arbeitslose Johnny flüchtet sich aus Manchester zu einer Ex-Freundin in London. Nach einer kurzen "Beziehung" zu ihrer dauerbekifften Mitbewohnerin Sophie, macht er sich auf zu einem Streifzug durch die Nacht. Dort begegnet er anderen gescheiterten Existenzen, deren Lebenslügen er mit beissendem Sarkasmus entlarvt, um ihnen den letzten Funken Stolz zu rauben und sie seine intellektuelle Überlegenheit spüren zu lassen. Doch er überspannt den Bogen und kehrt geprügelt zurück in die WG. Parallel verfolgt man einen Yuppie - nicht minder asozial als Johnny. Er begnügt sicht nicht damit, andere nur mit Worten zu quälen. Sein Erfolg beruht wohl darauf, dass er sich nimmt, was er will. Auch er nistet sich in der WG ein. http://www.ofdb.de/view.php?pag...m&fid=3819
Info Link Pass
DVD-Rip Divx 1,26GB 126min in Englisch mit eng Sub
Milcho Manchevski - Pred dozhdot (Mazedonien FR GB, 1994)
´Vor dem Regen´ ist das beeindruckende Regiedebüt des Mazedoniers Milcho Manchevski, das auf der Biennale 1994 mit dem Goldenen Löwen und mit einer Oscarnominierung prämiert wurde. Mit phantastischen Landschaftsaufnahmen und einer einfühlsamen musikalischen Untermalung gelingt dem Film eine bewegende Reflexion über den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung von Gewalt und die Unmöglichkeit, dem einmal in Bewegung gesetzten Kreis zu entkommen.
Der Film entstand sieben Jahre vor dem offenen Ausbruch des albanisch-mazedonischen Konflikts in Mazedonien. Während der bewaffnete Konflikt mittlerweile offiziell beigelegt ist, sind die Spannungen zwischen Albanern und Mazedoniern auch heute noch präsent und führen immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen. Quelle
Inhalt (Spoilerwarnung!)
Der 18-jährige Kiril lebt in einem mazedonischen Kloster nahe der albanischen Grenze. Als die Mönche herausfinden, dass er aus Liebe die junge Zamira versteckt hält, eine von mazedonischen Soldaten wegen Mordes gesuchte Albanerin, wird er mit ihr zusammen aus dem Kloster gewiesen.
Beim Versuch, aus dem Krisengebiet zu fliehen, wird Zamira erschossen. Das Foto ihrer Ermordung landet auf dem Tisch der Londoner Bildredakteurin Anne. Das tragische Bild gibt ihr den Rest, denn sie ist ohnehin unglücklich über ihre Beziehung zu dem Yuppie Nick. Als sie ihre Beziehung zu ihm beenden will, richtet ein vom Balkan stammender Amokschütze im Restaurant ein Blutbad an, in dem Nick stirbt.
Anne ist verzweifelt, denn auch der mazedonische Kriegsfotograf Aleksandar, auf dessen Liebe sie gehofft hat, verlässt sie und kehrt in seine Heimat zurück. Als sich dort der Konflikt zwischen Mazedoniern und Albanern verschärft, gerät Aleksandar zwischen die Fronten.
Aleksandars muslimische Jugendliebe Hana bittet ihn, ihre Tochter Zamira vor der Lynchjustiz der Mazedonier zu retten. Aleksandar befreit Zamira und wird dabei von den eigenen Verwandten erschossen. Zamira versteckt sich im Kloster bei Kiril, und die Geschichte endet dort, wo sie begann. Quelle
Info Link Pass
Divx 2CD~1,35GB 59+49min Mazedonisch Albanisch Englisch + Eng Sub
video 1534 Kbps, 25.0 fps, 704*448 (16:9)
audio 128 Kbps, 44100 Hz, 2 channels, 0x55 = MPEG Layer-3
Jean Cocteau - Le Sang d'un po?te (Frankreich, 1930)
Die phantastische Irrfahrt eines Dichters durch verschiedene Bewußtseinswelten und Wirklichkeitsebenen. Erste Filmarbeit des französischen Literaten Jean Cocteau, der ebenso virtuos wie spielerisch die poetischen und tricktechnischen Möglichkeiten des Mediums nutzt. Zusammen mit Bu?uels "Das Goldene Zeitalter" und "Ein Andalusischer Hund" das herausragende Werk der surrealistischen Avantgarde im Frankreich der späten 20er und frühen 30er Jahre. Filmlexikon
Ausführliches Review auf mitternachtskino.de mit Kritik an obiger Surrealismus-Zuordnung. Cocteau selbst beschreibt sein Werk als einen "realistischen Dokumentarfilm über unwirkliche Ereignisse". Quelle
Jean Cocteau - Orphée (Frankreich, 1949)
Fast 20 Jahre ist es her, dass sich der multimediale Künstler Jean Cocteau mit seinem 1930er Meisterwerk "Das Blut eines Dichters" der Orpheus-Sage annahm und sie innerhalb eines höchst surrealen, filmischen Gedichts verarbeitete. Mit "Orphée", den er selber als realistischen Film ansieht, vermutlich allein um sich von dem Surrealismus abzuheben, drehte Cocteau eine weitere Variation des Themas, wieder mit vielen Verweisen auf das Verhältnis zwischen Künstler und Kunstwerk. Cocteau besetzte seinen Liebhaber Jean Marais als Orpheus und unterwarf seinen Film weniger den surrealen Bildern, als einer – leider nur leidlich originellen – Erzählstrategie. [...] mitternachtskino.de
OT?????????????????...Le Bagman: Profession, meurtrier
Alternativer Titel??????????????????????Le Bagman
Land???????????????.?.????????????Kanada
Jahr????????????????????? .????????...2004
Regie??????.??.Anouk Whissell, Francois Simard, Jonathan Prévost
DVD-Label????????????????.DRAGON Film Entertainment
Laufzeit??????????????????????????ca. 20 min.
FSK????????????????????????????.ungeprüft
DARSTELLER: Alain Bakayoko, Maxime Lapiere, Jimmy Beaudoin, Jean-Marc Leduc, Dave Bellerive, Yan Lhermite, Guillaume Blais-Dubuc, Sebastién Mancini, Stéphane Coutu, Olivier Migneron, Daniel Désormeaux, Jonathan Prévost, Katrine Girard, Francois Simard, Dave Guinchard (- ich denke auf nähere Infos kann ich hier verzichten, sind eh alles Amateure, die vermutlich keiner kennt.)
Inhalt:
Eine junge Frau erwacht in einem Krankenhaus und erzählt der Polizei eine unglaubliche Geschichte: sie wurde grundlos von einem maskierten Killer angegriffen, der eiskalt ihren Freund ins Jenseits meuchelte. Auf der Flucht vor dem Berserker prallt sie mit einer Gruppe Möchtegern-Gangstern zusammen. Doch der vermummte Schlächter nimmt diese Bande als willkommene Zugabe entgegen und metzelt sich herzhaft durch deren Reihen. Ein heftiger Kampf entbrennt, in dem mehr als nur Blut durch die Gegend spritzt, denn der Killer mit der Tüte über dem Kopf ist niemand geringeres als Bagman. Und seine Berufung ist das Metzeln!
Gerade als man dachte, dass "Staplerfahrer Klaus" das Maximum an Blut, abgetrennten Körperteilen und genialem Humor in einem Kurzfilm darstellen würde, kommt mit "Bagman" der absolute Spitzenreiter in Sachen Funsplatter dahergerauscht. Nie zurvor gab es mehr urkomischen Aderlass in so komprimierter Form zu bewundern! Eine Tatsache, die "Bagman" zum absoluten Publikumsliebling diverser internationaler Festials avancieren ließ. Coole Sprüche, tolle Effekte, schwarzhumorige Gags und viel, viel, viiiiel Blut machen "Bagman" zum absoluten Partyfilm.
Picknick am Valentinstag Directors Cut (1975) von Peter Weir [Avi (DivX)]
Info & Review
Kritik: ?Picknick am Valentinstag? ist die vierte Regiearbeit des australischen Ausnahme-Regisseurs Peter Weir ( Master And Commander, Die Truman Show, Der Club der toten Dichter). Mit diesem bemerkenswerten Film erlangte er 1975 international Anerkennung und Bekanntheit über den australischen Kontinent hinaus. Ihm gelang ein kleines, aber feines Meisterwerk.
Australien, Valentinstag 1900. Die Schülerinnen eines Mädcheninternats unternehmen zusammen mit ihren Lehrerinnen einen Ausflug zum Hanging Rock. Vier Mädchen klettern entgegen den Ratschlägen ihrer Lehrerin auf den Felsen und erkunden ihn näher. Auf ihrem Weg werden sie von den beiden jungen Männern Michael (Dominic Guard) und Albert (John Jarratt) beobachtet. Michael fühlt sich sofort von einem der Mädchen, der hübschen Miranda (Anne-Louise Lambert), verzaubert. Als eine Schülerin aufgelöst schreiend zurückkehrt, macht sich Lehrerin Miss McCraw (Vivean Gray) auf die Suche nach den drei übrigen Mädchen. Am Ende des Tages ist auch sie verschollen. Eine am nächsten Morgen gestartete, groß angelegte Suchaktion bleibt ohne Erfolg. Doch Michael ist fest davon überzeugt, dass die Mädchen noch leben. Er macht sich zusammen mit Albert alleine auf die Suche. Doch dann verliert auch Michael sich im Felsmassiv?
?What we see and what we seem are but a dream, a dream within a dream.?
Miranda
Je weniger der Betrachter vorab weiß, desto größer ist die Wirkung dieses traumwandlerischen Films. ?Picknick am Valentinstag? wirkt tatsächlich mehr wie ein mystischer Traum, denn eine den üblichen Konventionen folgende Geschichte. Inszenatorisch und erzählerisch ignoriert Peter Weir die Regeln des guten Filmemachens und kreiert einen hypnotisierenden Film, wie es sonst nur ein David Lynch (Blue Velvet, Mulholland Drive, Lost Highway) schafft. ?Picknick am Valentinstag? ist für all diejenigen zu empfehlen, die eigenwilliger Unterhaltung nicht abgeneigt sind und es mit den beengenden Regeln filmischer Dramaturgie ohnehin nicht so genau nehmen. Anderen kann dieses Werk, meilenweit vom Mainstream entfernt, möglicherweise etwas zu langatmig vorkommen. Peter Weir lässt sich Zeit und pfeift auf einen stimmigen Spannungsbogen - aber das verhindert nicht, dass es sich im vorliegenden Falle um eine äußerst faszinierende Filmperle handelt.
?A surprising number of human beings are without purpose, though it is probable that they are performing some function unknown to themselves.?
Marion
Unberührte, natürliche Urgewalt trifft auf viktorianische Zugeknöpftheit. Mit dem Wörtchen bizarr lässt sich das eigentlich ganz gut beschreiben, als junge Mädchen in weißen, sehr züchtigen Kleidern im Schatten des Hanging Rock durch die ungezähmte Natur spazieren. Es ist heiß, doch die wenigsten wagen es, die schwarzen Strümpfe auszuziehen oder das Kleid zu lüften. Während der Zeit am Hanging Rock scheinen die Mädchen mehr als nur Schülerinnen zu sein; stilisiert zu Ikonen, wirken sie wie Fremdkörper, ja gleich Engeln in der australischen Wildnis. Russell Boyds (Master And Commander) Kameraführung sorgt für die richtigen Bilder, Bruce Smeatons Soundtrack mit den Panflötenklängen von Georghiu Zamfir für eine exquisite musikalische Umrahmung. Hinzu gesellen sich Stücke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart (aus ?Eine kleine Nachtmusik?) und Ludwig van Beethoven (aus ?5th piano concerto?). Im Zusammenspiel mit der imposanten Kulisse wird so über die gesamte Laufzeit eine unwirkliche, poetische Atmosphäre erzeugt.
?Sara reminds me of a little deer Papa brought home once. I looked after it, but it died. Mama always said it was doomed.?
Irma
?Picknick am Valentinstag? lässt viel Raum für Interpretationen. Es handelt von der Außenseiterin Sara (Margaret Nelson), deren Gefühle für Miranda über Freundschaftlich hinausgehen könnten. Es handelt vom eintönigen Leben im Mädcheninternat, von aufwachender und unterdrückter Sexualität. Die Geschichte bleibt nicht nur beim Verschwinden der Mädchen stehen. Geschildert werden auch die Folgen für das Internat und einzelne Personen. Eltern nehmen ihre Kinder von der Schule, was sich auf Einzelschicksale von Lehrerinnen und Schülerinnen auswirkt. In allem bleibt es aber stets bei Andeutungen. Wie genau nun welche Situation zu interpretieren und beurteilen ist, das bleibt dem Zuschauer überlassen. Denn Lösungen, die werden nicht serviert. Wer ob der vielen jungen Mädchen auf vordergründige Erotik spekuliert, kann lange warten. Regisseur Peter Weir hält sich zurück und unterstreicht so eine viktorianische, zuweilen mystische Stimmung. Die Spannung erschließt sich durch das, was nicht gesagt oder gezeigt wird.
?Everything begins and ends at the exactly right time and place.?
Miranda
?Picknick am Valentinstag? ist ein Ensemblestück. Jede Darstellerin und jeder Darsteller fügt sich untadelig in ihrer/seiner Rolle ein und ragt nur insoweit aus dem Gesamtcast heraus, wie es die Drehbuchvorlage von Cliff Green für Story dienlich und angebracht befindet. Am Ende bleiben viele Fragen offen. Das ist auch gut so. Wäre die Rätselhaftigkeit aufgelöst worden, das Mystery-Drama hätte viel von seiner Wirkung eingebüßt. Anfangs klingt es nach Thriller, Krimi oder gar Horror. In der Tat entwickelt der Film seine ganz eigene Art von Horror und Suspense. Doch einem Genre lässt sich ?Picknick am Valentinstag? so leicht nicht zuordnen. Die 1967 erschienene Romanvorlage von Joan Lindsey deutete an, auf Fakten zu beruhen. Mittlerweile steht fest, dass die ganze Sache eine Fiktion ist. In der Geschichte fällt der Valentinstag auf einen Samstag, tatsächlich war dem 1900 nicht so. ?Picknick am Valentinstag? ist eine eindrückliche Fiktion, die zum Nachdenken anregt und einem noch lange nach Genuss des Films nicht loslässt. So sollte anspruchsvolles Arthouse-Kino sein.
?There's some questions got answers and some haven't.?
Mr. Whitehead