Die Nibelungen Teil 1 - Siegfrieds Tod (1924) von Fritz Lang [Avi] Fantasy-Drama - DVD-Rip - 1.35 GB - 143 Minuten - 2 CDs - [Emule-Download]
Info & Review
Nach der Fertigstellung des zweiteiligen ?Dr. Mabuse? wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.
Der zweite Teil ?Kriemhilds Rache? steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.
Erster Teil: Siegfried
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. ?Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.?, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. ?Willst du den Freund im Stich lassen??, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? ?Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried?, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: ?Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?? Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: ?Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund?, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: ?Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild?. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.
2. Teil: Kriemhilds Rache:
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. ?Heilig ist der Gast?, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung ?Dem deutschen Volke? voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie ?Nibelungentreue? oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.
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Gedreht an Originalschauplätzen!
Die Nibelungen Teil 2 - Kriemhilds Rache (1924) von Fritz Lang [Avi] Fantasy-Drama - DVD-Rip - 1.35 GB - 149 Minuten - 2 CDs - [Emule-Download]
Info & Review
Nach der Fertigstellung des zweiteiligen ?Dr. Mabuse? wandte Fritz Lang sich dem mythologischen Stoff der Nibelungensage zu. Zwei Jahre verwendete er dafür, den Stoff zu verfilmen und es wurde sein bis dahin größter Erfolg. Aus der Stoffmasse mit ihren unterschiedlichen Versionen und den verschiedenen Bearbeitungen, die sie schon erfahren hatte, folgte Lang weitgehend dem eigentlichen Nibelungenlied, wobei er einige Vereinfachungen und Zuspitzungen vornahm. Der Stoff selbst war jedoch vorgegeben und wurde auch kaum entgegen der Überlieferung interpretiert. Langs Leistung besteht in der Illustrierung.
Das Gesamtwerk ist aufgespaltet in zwei Teile, wie die ursprüngliche Sage dies vorgibt. Im ersten Teil erfahren wir die bekannte Geschichte von Siegfried (Paul Richter), der den Drachen tötet, durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar wird und den Nibelungenschatz gewinnt. Er kommt nach Worms an den Hof der Burgunder und hilft König Gunther (Theodor Loos) die amazonenhafte Brunhild (Hanna Ralph), Königin von Island, im Wettkampf zu besiegen und zur Frau zu bekommen. Im Gegenzug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild (Margarete Schön) zur Gattin. Im berühmten Streit der Königinnen erfährt Brunhild von Kriemhild, dass es in Wahrheit Siegfried war, der sie besiegte. Um diesen Schandfleck zu beseitigen, lässt Gunther sich von dem düsteren Hagen (Hans Adalbert Schlettow) dazu drängen, Siegfrieds Ermordung zuzustimmen. Den Mord selbst führt Hagen aus, der sich unter einem Vorwand von Kriemhild die verwundbare Stelle markieren lässt.
Der zweite Teil ?Kriemhilds Rache? steht ganz im Zeichen von Kriemhilds Racheschwur. Kriemhild wird die Frau des Hunnenkönigs Etzel (Rudolf Klein-Rogge) und lädt einige Jahre später Gunther, Hagen und die übrigen Burgunder an den Hof des Hunnenkönigs ein. Sie will Rache an Hagen nehmen und als die Burgunder in Treue zu ihm stehen, dehnt sie ihre Rache auf alle, einschließlich ihrer Brüder aus.
Erster Teil: Siegfried
Es kann hier nicht darum gehen, den Stoff selbst zu kritisieren, sondern es geht nur darum, was Lang daraus machte. Er entschied sich bei seiner Gestaltung zu vollkommener Stilisierung und Künstlichkeit. Die mythischen Anfangsszenen sind bewusst unwirklich gehalten und halten in ihrer atmosphärischen Wirkung einem Vergleich mit neueren Fantasy-Filmen durchaus stand. Die Welt der Anfangsszenen ist märchenhaft und unterweltlich. Lang arbeitet mit faszinierenden Licht- und Schattenspielen. Er verzichtete bewusst auf Außenaufnahmen und ließ im Studio einen Wald aus gewaltigen säulenartigen Stämmen aufbauen. Die Drachenszene war zu ihrer Zeit etwas nie Gesehenes und Lang war bemüht, die besten Techniker der Zeit um sich zu versammeln. Besonders surreal wirkt eine Szene, in der wir eine Gruppe angeketteter Zwerge sehen, die einen Kessel voll Gold tragen und die beim Tod ihres Königs Alberich (Georg John) versteinern, wobei ihre Gesichtszüge erhalten bleiben. Der Film verblüffte seine Zuschauer mit beeindruckenden Überblendungen, etwa beim Eindringen in die Nibelungenhöhle, oder bei den Szenen mit der magischen Tarnkappe, wie z.B. beim Wettstreit mit Brunhild, wo der unsichtbare Siegfried Gunther die Hand beim Speerwurf führt.
Die Welt der Burgunder wird geprägt durch ihre monumentale Architektur. Hier dominieren kahle Räume und riesige hohe Hallen. Diese Welt ist streng geometrisch aufgebaut. Wir finden überall symmetrische Muster, sei es im Boden oder bei den Gewändern. Die Menschen wirken klein vor dieser Architektur, etwa in den Domszenen, wo die Personen absolut symmetrisch bis hin zur Farbe der Gewänder vor dem imposanten Dom gruppiert werden. Die Menschen werden dieser Architektur völlig untergeordnet oder besser eingeordnet. Sie werden zum Teil der Architektur, zum bloßen Ornament. Berühmt ist hier die Szene, wo Brunhild bei ihrem Einzug in Worms über eine lebende Brücke vom Schiff an Land geht. Die Personen bewegen sich langsam und statuarisch und immer in strenger Symmetrie, sei es in Reihen oder spiegelbildlich. Eine psychologische Vertiefung erfolgt nicht und wird vom Stoff auch nicht gefordert. Die Personen sind reine Archetypen, sie vollziehen vom Schicksal vorgegebene Handlungsmuster. Die Atmosphäre bei den Burgundern hat insgesamt etwas Totes, was bildlich in den langen Gewändern, den leeren Räumen und der allgegenwärtigen Ritualisierung zum Ausdruck kommt.
In deutlichem Kontrast zum statuarischen Worms steht das Island Brunhilds. Der Burgfelsen ragt aus einem unzugänglichen Flammenmeer hervor, womit visualisiert wird, worum es beim Wettkampf mit der Königin geht: um die Bezwingung ihrer Jungfräulichkeit. Wie die Märchenwelt, aus der Siegfried nach Worms kam, wird auch Brunhilds Welt als heidnisch gezeichnet. Eine Schamanin gibt der Königin vor urzeitlicher Höhlenmalerei ihre Weissagungen. Am deutlichsten unterscheidet sich die Welt Brunhilds durch ihre Bewegungschoreographie von der Welt der Burgunder. Die Amazonen verkörpern in ihren raschen, ungestümen Bewegungen das wilde und natürliche Leben. Der Film deutet so auch die Interpretationsmöglichkeit an, dass Brunhild das Leben ist, das die tote Welt der Burgunder braucht.
Als Hauptthema des Films gilt gemeinhin die Treue und in der Tat gibt es kaum einen Begriff, der häufiger auf den Schrifttafeln auftaucht, als Treue. Dies ist mit Sicherheit auf den Einfluss von Fritz Langs verhängnisvoller Ehefrau Thea von Harbou zurückzuführen, die hier, wie in vielen anderen Filmen Langs, für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Sieht man sich den Film jedoch wirklich an, so stellt man sehr bald fest, dass sein eigentliches Thema keineswegs die Treue, sondern im Gegenteil der Verrat ist. Siegfried kommt nach Worms, um Kriemhild zur Frau zu gewinnen und er wird von Anfang an von den Burgundern für ihre Pläne zum Betrug an Brunhild benutzt.
Gunther, der ewig zögernde und schwache König der Burgunder braucht Siegfried, der als einziger in der Lage ist, die übermenschliche Brunhild im Wettkampf zu besiegen. Dafür erhält er Kriemhild als Belohnung. Dies ist der Plan Hagens, der grauen Eminenz seines Königs. Und Siegfried zögert nicht einen Moment, in den Betrug einzuwilligen. Die archaische ungebändigte Kraft Brunhilds wird durch List bezwungen. Und dies wird mit dem hohlen Pathos von Treueschwüren verbrämt. ?Halte mir Wort Gunther, wie ich dir Wort hielt.?, sagt Siegfried auf einer Texttafel und es schließt sich der Treueschwur der Blutsbrüder Siegfried und Gunther an. Lang macht mit seinen Bildern und seiner Schnittfolge ganz klar, wie er den Mythos versteht. So sehen wir die Blutsbrüderszene gegengeschnitten mit der betrogenen und zweifelnden Brunhild, die ahnt, das etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, aber auch mit der naiven und gutgläubigen Kriemhild, die sich auf ihre Hochzeit vorbereitet. Bei den Burgundern ist alles auf Lüge aufgebaut, die ganze vorgebliche Freundschaft und beide Ehen sind auf Lüge gebaut. Und wo bleibt die Treue? Es ist die gegenseitige Treue beim Betrug. Es ist die Treue unter Ganoven.
Und der Betrug setzt sich fort. Noch einmal muss Brunhild betrogen werden, diesmal in der Hochzeitsnacht. Diesmal zögert Siegfried, doch lässt er sich sehr schnell durch Phrasen wieder einbinden. ?Willst du den Freund im Stich lassen??, fragt ihn Hagen. Und Gunther schweigt dazu und lässt wie immer Hagen für sich reden und Siegfried für sich handeln. Gunther und Hagen werden als die düsteren Intriganten dargestellt, die meist im Schatten sitzen und nur beobachten. Siegfried ist der nützliche Idiot, der sich verwenden lässt.
Die Betrogenen sind die beiden Frauen, vor allem Brunhild. Sie ahnen mehr, als dass sie wüssten, und so kommt es in der berühmten Treppenszene zum Streit der Königinnen. Brunhild verlangt als vermeintliche Herrin Siegfrieds den Vortritt und Kriemhild zeigt ihr aus gekränkter Eitelkeit den Armreif, den Siegfried der Amazone in der Hochzeitsnacht in Gunthers Gestalt abgenommen hat. Der Streit der Frauen hat seinen Ursprung im Lügengebäude der Männer. Bereut nun einer den Betrug? ?Dein Schwatzen war schlimmer als ein Mord, Siegfried?, ruft Hagen. Dann geht es nur noch darum, die Folgen zu beseitigen. Brunhild verlangt aus verletzter Ehre den Tod Siegfrieds und Gunther ist zerrissen wie je: ?Soll ich ihn töten, weil er mir treu war?? Doch Brunhild überzeugt ihn mit dem Argument, Siegfried hätte sie entjungfert.
Siegfried war das Werkzeug beim Betrug der Burgunder. Solange alles geheim war, pflegte man den Schein von Treue und Blutsbrüderschaft. Das zählt jetzt alles nicht mehr. Es geht nur noch darum, den lästig gewordenen Helfer und Mitwisser zu beseitigen. Dem ersten Verrat an Brunhild folgt der zweite an Siegfried. Man veranstaltet eine Jagd und Hagen belügt Kriemhild, um die verwundbare Stelle Siegfrieds zu erfahren. Dann ermordet er Siegfried hinterrücks, als dieser an einer Quelle trinkt. Brunhild, die Barbarin ist es, die zu Gunther sagt: ?Um eines Weibes willen erschlugst du deinen treuen Freund?, und sie ist es, die an der Totenbahre Siegfrieds Selbstmord begeht. Kriemhild fordert Gerechtigkeit von ihrem Bruder. Sie verlangt, den Mörder zu bestrafen. Aber Gunther und seine Brüder stellen sich vor Hagen: ?Treue um Treue. Seine Tat ist die unsere. Unsere Brust ist sein Schild?. In diesem Moment wird Kriemhilds Verwandlung sichtbar und sie schwört die Rache, die sich im zweiten Teil erfüllen wird. Die Treue- und Ehrbegriffe der Burgunder reichen nicht weiter als die einer Mafia-Bande. Lang macht dies besonders deutlich, wenn er durch seine bildliche Darstellung die schwülstigen Zwischentitel konterkariert.
2. Teil: Kriemhilds Rache:
Ging es im ersten Teil um Betrug und Verrat, und zwar um mehrfachen Verrat, so steht der zweite Teil ganz unter dem Thema Rache. Kriemhild nutzt zunächst ihr Erbe, den Nibelungenschatz, um damit Verbündete gegen Hagen und ihren Bruder Gunther zu werben. Als Hagen ihr den Schatz raubt und ihn im Rhein versenkt, geht sie auf den Antrag des Hunnenkönigs Etzel ein und verlässt Worms. Sie lehnt ausdrücklich jede Versöhnung mit Gunther ab.
Noch stärker als im ersten Teil nimmt jetzt Hagen die zentrale Stellung auf der Seite der Burgunder ein. Er erscheint durchgehend in einem schwarzen Gewand mit Umhang und mit einem gewaltigen Flügelhelm. Um den finsteren Eindruck zu verstärken hat er im Film nur ein Auge. Er ist das Urbild des rationalen Bösewichts, der ohne Skrupel zu jedem Verbrechen im Dienst seines Herrn oder des Staates bereit ist. Er ist die fleischgewordene Staatsräson und kann als Folie für viele faszinierende Filmbösewichter von Dr. Seltsam bis Darth Vader gelten.
Ihm gegenüber steht jetzt Kriemhild, die sich vom naiven Jungmädchen zur Rachegöttin gewandelt hat. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo sie wie Siegfried immer weiß gekleidet war, trägt sie jetzt schwarz. Sie bewegt sich kaum und wenn, dann nur sehr langsam. Damit bildet unter den ständig wimmelnden Hunnen eine Art Statue, was ihren Charakter als Rachegöttin noch verstärkt. Jeden Mann, der ihr begegnet versucht sie auf ihre Rache einzuschwören, sei es der biedere Rüdiger (Rudolf Rittner), sei es ihr neuer Gemahl Etzel oder dessen Bruder Blaodel (Georg John).
Die Welt der Hunnen steht in scharfem Kontrast zur Welt der Burgunder. Die Hunnen sind in ständiger Bewegung, sie werden als Barbaren gezeichnet, die in Erdhöhlen leben, sie sind orgiastisch und lebensfreudig. Statt der Gemessenheit des ersten Teils mit seinen langen Kamera-Einstellungen dominiert jetzt dynamische Beweglichkeit. Langs Nibelungenfilm stellt das Aufeinanderprallen dieser Welten ohne die platte Schwarzweiß-Malerei vieler neuerer Fantasyfilme dar. Hier steht nicht Gut gegen Böse, sondern es entsteht wirkliche Tragik, da Schuld und Unschuld auf beiden Seiten sich die Waage halten.
Kriemhild veranlasst Etzel, die Burgunder an seinen Hof einzuladen. Ihr Verlangen nach Rache jedoch weist er zurück. ?Heilig ist der Gast?, sagt Etzel und wird damit zum Vertreter eines archaischen Moralbegriffs, der hoch über der Falschheit der Burgunder steht. Überhaupt wird Etzel, trotz seines wilden Äußeren, als sehr menschlich gezeichnet. Im Gegensatz zur starren Mimik der Burgunder drückt er seine Gefühle immer direkt aus. Wir sehen seine Liebe und Freude, wenn er mit seinem kleinen Sohn zusammen ist und wir sehen später seine abgrundtiefe Trauer, wenn Hagen diesen Knaben töten wird.
Trotz Hagens Abraten reisen die Burgunder zu Etzel und werden von ihm freundlich empfangen, während Kriemhild Etzels Bruder zum hinterhältigen Angriff auf die Knechte der Burgunder überredet. Es folgt ein Gemetzel, bei dem die in der Halle eingeschlossenen Burgunder sich gegen die Angriffe der Leute Etzels und seiner Verbündeten erwehren. Da die Kämpfe ohne Sieger bleiben, lässt Kriemhild das Dach der Halle anzünden. Der nächste Morgen sieht einzig Hagen und Gunther als Überlebende. Solange noch einer seiner Könige lebt, wird er den Ort des Nibelungenschatzes nicht verraten, sagt Hagen. Und als Kriemhild ihren Bruder Gunther töten und seinen abgeschlagenen Kopf vorzeigen lässt, da lacht Hagen: Jetzt wissen nur noch ich und Gott, wo der Schatz liegt. Kriemhild erschlägt ihn eigenhändig, um damit ihre maßlose Rache zu vollenden und sie wird daraufhin von Meister Hildebrand (Georg August Koch), einem letzten Gefolgsmann Etzels, getötet.
Mit der Notwendigkeit und Unbedingtheit, die so charakteristisch sind für die Stoffe der antiken und der germanischen Mythologie, steuert das Geschehen von Anfang an auf sein tragisches Finale zu. Vielleicht sind solche Stoffe nur mit den Mitteln des Stummfilms wirklich angemessen zu verfilmen. Dem archaischen Stoff korrespondiert hier die archaische Form. Ein Problem vieler neuerer Mythenfilme besteht ja darin, dass die pathetischen Dialoge unglaubwürdig wirken oder dass eine psychologische Figurenzeichnung dem Stoff nicht angemessen ist. Mythische Figuren handeln nicht als moderne Personen, sondern sie sind Archetypen, in denen Ideen und Weltanschauungen personifiziert werden. Fritz Lang hat sein Ziel einer adäquaten filmischen Umsetzung des Nibelungenmythos in beeindruckenden Bildern gemeistert.
Die Geschichte der Nibelungen ist wahrscheinlich der deutscheste aller Stoffe. Fritz Lang akzeptierte dies ganz bewusst, wenn er seinem Film die Widmung ?Dem deutschen Volke? voranstellte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Langs Werk 1924 in die Kinos kam, neun Jahre vor der Machtergreifung der Nazis. Dennoch gab es Kritiker, die in Langs Darstellung Parallelen zur Ästhetik des Faschismus finden wollten. Es lässt sich nicht bestreiten, dass mit Begriffen wie ?Nibelungentreue? oder mit der Glorifizierung der Siegfried-Figur der Nibelungenstoff für ideologische Zwecke missbraucht wurde. Es sollte aber deutlich geworden sein, dass dies im Film keinerlei Grundlage findet, sowenig wie im Stoff des Nibelungenmythos selbst. Im Gegenteil gilt es, das Werk vor faschistoiden Vereinnahmungen in Schutz zu nehmen.
Ein Mann erwägt, sich von seiner Frau zu trennen, wobei die Frage entsteht, was mit dem gemeinsamen zwölfjährigen Sohn werden soll. Hinter dieser wird eine weitere Geschichte sichtbar: die Erinnerung des Mannes an seine eigene Kindheit, die eine merkwürdige Spiegelung seiner jetzigen Situation zu sein scheint. Seine Mutter sieht aus wie seine Ehefrau...
Als der 22-jährige Yunes , Student der Verfahrenstechnik aus dem Jemen, in Chris' Studentenbude in Berlin einzieht, werden die beiden schnell zu engen Freunden. Alltags-Freuden und -Sorgen, Gespräche über Frauen, ein Einlassen auf fremde Kulturen - alles erleben sie intensiv gemeinsam, auch wenn es in Yunes Augen manchmal gefährlich blitzt und seine Anfälle von politischem und religiösem Fanatismus Chris und dessen Freundin Julia (Mina Tander) bisweilen vor den Kopf stoßen. Yunes auf verletzten Gefühlen basierenden heftigen Reaktionen bekommt v.a. seine große Liebe, Kurzzeitfreundin Nora (Mavie Hörbiger) zu spüren. Sein Frauen- und Weltbild unterscheidet sich also doch von dem seiner Freunde. Aber hat das etwas zu bedeuten?
Vor dieser Frage steht Chris, als Yunes plötzlich - es ist unmittelbar vor dem 11. September 2001 - verschwindet, ohne ein Lebenszeichen zu hinterlassen. Die Sorge um den Freund gibt mehr und mehr einem schrecklichen Verdacht Raum. Doch der Film gibt keine Antworten. Alle Möglichkeiten spielen sich nur in den Köpfen ab, kreisen um die Frage, ob in einer Zeit, in der aus Vorurteilen (zu) schnell Gesetze werden können, solche Zweifel überhaupt erlaubt sind.
Die Anschläge auf das World Trade Center werden für immer mit dem Namen Hamburg-Harburg verbunden sein, wo sich in einer Studenten-WG eine der Keimzellen der Terrors gebildet hatte. Das Buch spielt an auf diese Hintergründe, vermischt Fakten mit Fiktion. Dabei sind genaue Beobachter am Werk: Elmar Fischer, TV-Produzent, -Autor und -Regisseur, ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule und schrieb das Drehbuch mit Filmjournalist Tobias Kniebe. Intensive Recherchen begleiteten die Arbeit an dem extrem kostengünstig auf DV produzierten, auf 35 mm kopierten Werk, das, von der Idee bis zum fertigen Film, innerhalb eines Jahres realisiert wurde.
'Fremder Freund' überzeugt durch die großartige schauspielerische Leistung der vier Hauptdarsteller, sorgfältig gezeichnete Charaktere und so gelungene Dialoge, wie man sie im deutschen Kino selten zu hören bekommt. Diese ungewöhnliche Authentizität wurde durch Improvisation erreicht: Über weite Teile gab es keine ausformulierten Texte, so dass die jungen Schauspieler ganz in ihrer eigenen Welt agieren konnten, in ihrer eigenen Sprache.
Ankreiden könnte man diesem kleinen Meisterwerk allenfalls eine gewisse Langatmigkeit. Doch die Ernsthaftigkeit, mit der hier eine Geschichte in Rückblenden erzählt wird, macht das allemal wett. Sympathisch ist auch, dass nie die persönliche Dimension, der subjektive Blickwinkel aufgegeben wird: was ist, wenn von einer engen, ja intimen Freundschaft nichts bleibt als ein schrecklicher Verdacht? Wie löst man das moralische Problem, das sich mit den Zweifeln am Freund einstellt und mit dem man allein bleibt, denn natürlich will man nicht zur Polizei gehen, ohne Gewissheit zu haben.
Zur Einstimmung oder auch Abschreckung für INLAND EMPIRE ab heute im Kino
Info Link Pass
The Short Films of David Lynch (USA, 2002)
DVD-Rip Divx Englisch 690MB 97min
Alle frühen Kurzfilme werden mit Vorwort vom Meister nacheinander gezeigt.
Industrial Symphony No. 1 (USA, 1990)
Video-Rip Xvid Englisch 462MB ~50min 1309kb/s
Dieses "Musikvideo" lässt sich nur mit dem vlc-player öffnen,
mein DVD-Player kann es aber abspielen.
Polizist Nishi ist am Ende. Seine Frau ist schwer krebskrank und die gemeinsame Tochter kürzlich verstorben. Kollege Horibe wird von der Yakuza zum Krüppel geschossen; ein anderer getötet. Kredithaie fordern Geld zurück, das Nishi für teure Medikamente für seine Frau brauchte. Seine Verbitterung kennt keine Grenzen. Er befreit sich von allen moralischen Zwängen und tritt an, um kompromisslos die Welt ein Stück weit wieder in Ordnung zu bringen...
Die Gewalt flackert in der lakonischen Stimmung von Hana-Bi in drastischen, extrem stilisierten Bildern immer wieder auf. Multitalent Takeshi Kitano spielt den wortkargen Nishi mit der resignierten Gelassenheit eines Verdammten. Er schweigt, er zeigt keine Emotionen - nicht, weil er keine hat, sondern weil man das, was er fühlt, nicht aussprechen kann.
Titus ist eine Literaturverfilmung aus dem Jahr 1999. Die Regisseurin Julie Taymor verfilmte mit "Titus" die Tragödie "Titus Andronicus" von William Shakespeare.
Der Film ist in Englisch, leider keine Subs vorhanden.
Handlung & Kritik:
Kein Geringerer als der britische Dichter T.S. Eliot nannte ?Titus Andronicus? schlichtweg ?eines der dümmsten und uninspiriertesten Stücke, die je geschrieben wurden?. Allerdings war er der festen Überzeugung, dass es keineswegs von Shakespeare stammen könnte - und tatsächlich ist die Autorenschaft nie ganz unumstritten gewesen. Die Regisseurin Julie Taymor, die zuvor mit ihrer bemerkenswerten Broadway-Inszenierung des Musicals ?The Lion King? auffiel, hatte das Stück zunächst für ein Off-Broadway-Theater entdeckt und zu einem Achtungserfolg gemacht. Erstaunlich ist, dass es ihr als Newcomerin im Filmgeschäft gelang, Anthony Hopkins als Hauptdarsteller der Filmversion zu gewinnen. Als Titus erinnert das Spiel des Briten in mancher Szene stark an Hannibal Lecter, auch wenn Titus? Brutalität diesmal nicht abgrundtiefer Bosheit, sondern eher dummer Verbohrtheit und später reiner Verzweiflung entspringt.
Nach einem siegreichen Feldzug gegen die Goten kehrt dieser Titus - eine reine Fantasiegestalt - nach Rom zurück. Als Gefangene begleiten ihn die Goten-Führerin Tamora und ihre beiden jüngsten Söhne; den Ältesten ließ er willkürlich hinrichten. Trotz seiner Ansprüche als Triumphator und Liebling des Volkes verzichtet Titus nach dem Tod des Kaisers auf den Thron und rät sogar gegen jede Vernunft zur Wahl des geckenhaften und verschlagenen Kaisersohns Saturnius. Selbst als dieser seinem Bruder Bassianus die Braut, Titus? Tochter Lavinia, wegnimmt, ist Titus bereit, der Staatsraison zu gehorchen. Doch als Bassianus auf Lavinia besteht und Saturnius ausgerechnet die nach Vergeltung dürstende Tamora zur Mitregentin macht, gerät Titus endgültig ins Zentrum einer blutrünstigen Geschichte mit ebenso vielen schuldigen wie unschuldigen Opfern und perverser Quälereien, die manchem Splatter-Film zur ?Ehre? reichen würden.
Julie Taymor inszeniert ?Titus? als großes Gesamtkunstwerk, das die dramaturgischen Schwächen der Vorlage übernimmt, aber auch dessen furchterregende Kraft. Wer erwartet, dass Anthony Hopkins den Film dominieren könnte, wird überrascht: Der einzelne Darsteller, selbst Stars wie Hopkins oder Jessica Lange, wird Teil eines mitreißenden Ganzen. Mal choreografiert Taymor regelrecht die Massenauftritte, lässt Soldaten ballettartig marschieren, um dann wieder relativ zurückhaltend dem gekürzten Text in angepasster Versform Raum zu geben. Elliot Goldenthal komponierte dazu einen facettenreichen Soundtrack, der in seinen bombastischen Momenten an Carl Orff erinnert, aber auch fast übergangslos mit bizarrem Bigband-Sound, Industrial Rock oder anderen schrillen Einfällen aufwartet.
Plausibel wird diese musikalische Formenvielfalt durch das grundsätzliche Konzept der Regisseurin, Themen des klassischen Stoffs in die Gegenwart zu projizieren oder zeitlos zu halten. Schließlich ist diese Erkenntnis ebenso trivial wie unwiderlegbar: Grausamkeit und Gewalt ziehen sich durch alle Menschheitsepochen. Anspielungen auf diktatorische Verhältnisse und die faschistische Vergangenheit im Besonderen werden konsequent einbezogen: Panzerwagen, Motorräder, Mikrophone und Lautsprecher, moderne Kleidung, ein Billardtisch werden durch die Inszenierung und im Set-Design so konsequent eingesetzt und mit dem Gesamteindruck verwoben, dass sie als Anachronismen fast schon nicht mehr auffallen. Vorbilder mögen Buz Luhrmanns ?Romeo und Julia?, Michael Almereydas ?Hamlet? und vor allem Richard Loncraines ?Richard III? gewesen sein, aber bei allen möglichen Assoziationen zeichnet den Film eine bemerkenswerte Eigenwilligkeit aus. Beileibe nicht jedem wird die unorthodoxe Mischung aus unterschiedlichsten Stilelementen, die gesuchte Künstlichkeit und Theatralik ? la Greenaway und so manche Unappetitlichkeit gefallen. Gleichwohl ist der Film eine wunderbare Entdeckung, die in technisch sehr sauberer Bild- und Tonqualität immerhin ansatzweise für die verhinderte Leinwanderfahrung entschädigt.
Videoinfo:
Allgemein #0
Format : AVI
Format/Info : Audio Video Interleave
Format/Family : RIFF
Dateigröße : 710 MiB
Spielzeit : 2h 35min
Bitrate : 632 Kbps
Verwendetes Programm : transcode-1.0.2
Montag ist ein großer Magier, der bei seinen Bühnenshows sehr blutige Spezialeffekte benutzt. Meist sucht er sich freiwillige junge Damen aus dem Publikum aus, um sie in der Mitte durchzusägen, ihnen Metallstifte durch das Hirn zu jagen, mit Metallstanzgeräten die Mägen zu durchlöchern oder sie Schwerter schlucken zu lassen. Die Morde sind ziemlich blutig, doch am Ende der Vorstellung sind alle Damen immer wieder wohlauf. Die Fernsehjournalistin Sherry Carson und ihr Verlobter Jack Ward schauen sich die Show fasziniert an und Sherry möchte den Mann unbedingt in ihre TV-Show einladen. Nur wenige Stunden nach Ende der Magiershow allerdings findet man die Frauen ermordet, in der gleichen Art, wie sie bei Montag malträtiert wurden. Montag kann nicht der Täter sein, da er ein Alibi hat. Ist es ein Verrückter, der im Publikum sitzt? Die Polizei folgt nach neuerlichen Auftritten den Damen, doch auch sie können nicht verhindern, dass sie umgebracht werden...Herschell Gordon Lewis war schon immer ein Kapitel für sich. Man muss seine Filme mögen, oder man hasst sie abgrundtief. Sie haben meist diesen typischen 60er- und 70er-Jahre-Charme (kein Wunder, immerhin sind sie ja auch in der Zeit gedreht worden) mit den typisch jazzigen Musiken dazu und dann wird plötzlich gnadenlos gesplattert, was das Zeug hält. Die Effekte sehen relativ unrealistisch aus, doch wirken sie trotzdem schockierend, immerhin hält die Kamera gnadenlos auf sie rauf und zeigt das Gekrösel in allen Einzelheiten, ein bisschen „over the top“. „THE WIZARD OF GORE“ allerdings ist fraglos einzureihen in die Reihe der Kultklassiker des Horrorfilmes. Man muss sich nur vorstellen, was Lewis da darbietet. Die Streifen müssen für damalige Verhältnisse wirklich schockierend und verwirrend, ja gar skandalös gewesen sein. Ein Lucio Fulci und andere Horrorfilmer sollten ja erst viele Jahre nach ihm kommen. Filmisch gesehen ist „THE WIZARD OF GORE“ gelungen, wobei in erster Linie Ray Sager als „Montag The Magnificent“ dank seines Overactings am meisten herausragt. Das Ende dazu ist sehr gelungen und überraschend, so wollen wir es haben. haikos filmlexikon Trailer ofdb mitternachtskino
Gerade wird an einem Remake gearbeitet mit Kip Pardue und Crispin Glover (Wild at Heart, Irgendwo in Iowa, Dead Man), besser bekannt als George McFly aus ´Zurück in die Zukunft´, in den Hauptrollen. Sieht mir allerdings eher danach aus, als ob der Film direkt in der Videothek landen wird. Ich lass mich aber gerne eines besseren belehren.
Dieses Werk inspirierte Hitchcock zu Psycho (1960). Clouzot schuf auch den berühmten Filmklassiker ´Lohn der Angst´(FR, 1953). Ich hab den Film in anderem Format neu gerippt (mp4, siehe unten).
Inhalt und Review
Michel Delasalle (Paul Meurisse) ist Direktor eines strengen Internats in Saint-Cloud in der Nähe von Nirot. Er ist ein widerlicher und sadistischer Kerl, der seine Frau Christina (Vera Cluozot) tyrannisiert - und dies obwohl sie ein Herzleiden hat. Vor ihren Augen hält er sich eine der Lehrerinnen, Nicole (Simone Signoret), als Mätresse.
Als Christina die grausame Behandlung ihres Mannes nicht mehr länger ertragen kann, schließt sie mit Nicole einen teuflischen Pakt: die beiden beschließen, einen perfekten Mord an Michel zu verüben.
Die beiden Frauen kommen sich in ihrem gemeinsamen Leid näher und werden Freundinnen. Sie beschließen, Michel zu töten. Christina lockt ihren Mann nach Niort in Nicoles Wohnung, bringt ihn dazu, von einem Schlafmittel zu trinken und hilft Nicole dabei, ihn in der Badewanne zu ersäufen. Dann bringen die beiden Frauen die Leiche zurück nach Saint Cloud und versenken sie im dortigen Schwimmbecken. Aber die Leiche verschwindet spurlos, der Anzug des Toten wird Christina gereinigt zugeschickt, jemand mietet in seinem Namen ein Hotelzimmer, ein Schüler behauptet, ihn höchst lebendig gesehen zu haben.
Von nun an geschehen einige recht merkwürdige Dinge im Internat, die fast alle den Anschein erwecken, als sei Michel noch am Leben. Als schließlich das Schwimmbecken gelehrt wird, ist der Tote verschwunden...
Mit "Die Teuflischen", entstanden nach Motiven des Romans "Tote sollten schweigen" des Autorenteams Boileau/Narcejac, schuf der französische Regisseur Henri-Georges Clouzot 1954 ein Meisterwerk des Psychothrillers. Obwohl Clouzot und sein Autor Jérome Géronimi die Vorlage stark veränderten, waren die beiden Schriftsteller "keineswegs erbost, sondern bedankten sich bei Clouzot, da er es verstanden habe, die Elemente ihres Romans weiterzuentwickeln, zu vertiefen und kraftvoll zu illustrieren" (Alain Charlot in "Die hundert besten Kriminalfilme"). Nicht nur Boileau/Narcejac waren begeistert, auch die Kritiker und Zuschauer. "Bis zum schockierenden Schluss bleibt dieser genial inszenierte und hervorragend gespielte Schwarzweißfilm hintergründig, packend und absolut präzis, ohne je zu den oberflächlichen Spannungsmitteln heutiger Krimis greifen zu müssen. Gerade aus seiner Gemächlichkeit und Detailfreudigkeit resultiert eine delirierende Beklemmung" (Lexikon des Internationalen Films). "Reclams Filmführer" meint: "Die Story ist von raffinierter Konsequenz. Es gibt keine Abschweifungen; mit der Exaktheit eines Uhrwerks greifen die Szenen ineinander. … Perfekt wie das Drehbuch ist auch die optische Gestaltung. Sie überzeugt durch eine Ökonomie, die keine Längen, keine Leere, keinen überdrehten Gag erlaubt, die aber für jeden Schock eine Atempause gönnt …"
Véra Clouzot ist übrigens die Ehefrau des Regisseurs, sie spielte lediglich in drei Filmen ihres Mannes (außerdem in: "Lohn der Angst" - 1952 und "Spione am Werk" - 1957) und schrieb am Drehbuch zu "Die Wahrheit" (1960) mit. Sie starb 1960 wahrscheinlich an einem Herzinfarkt. Das 1996 entstandene amerikanische Remake von "Die Teuflischen" von Jeremiah Chechik lief bei uns unter dem Titel "Diabolisch". Trotz guter Besetzung (mit Sharon Stone, Isabelle Adjani, Chazz Palmintieri und Kathy Bates) kann es nur stellenweise mit dem Original mithalten. http://www.mynetcologne.de/~nc-walte...r/lesdiabo.htm
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DVD-Rip mp4 nero digital Deutsch Französisch + deu UT 942MB 111min 1178kb/s
Desweiteren habe ich ein Reup der interessanten Doku Midnight Movies gemacht, der erste Part hatte gefehlt.
Last but not least hat Kaempf deutsche Untertitel zu Jodrowskies Holy Mountain erstellt.
Vorbildlich gekämpft soweit ich weiss ist er auch schon an ´Fando und Lis´ dran.
Seht-ihr-Deu-tschen-sooo-wird-das-gemacht
1984 The Cabinet of Jan Svankmajer
1985 Street of Crocodiles
1985 The Epic of Gilgamesh
1988 Stille Nacht I: "Dramolet"
1988 Rehearsals for Extinct Anatomies
1990 The Comb: From the Museums of Sleep
1991 De artificiali perspectiva, or Anamorphosis
1992 Stille Nacht II: "Are We Still Married?"
1992 Stille Nacht III: "Tales from Vienna Woods"
1993 Stille Nacht IV: "Can't Go Wrong without You"
1995 Trailer: Institute Benjamenta, or This Dream People Call Human Life
2000 Brothers Quay Interview
Here, collected in one volume for the first time, are ten exquisite stop-motion animation masterpieces by the Brothers Quay made from 1984 through 1993.
Boundlessly inventive, the Quays have created some of the most visually stunning animation ever seen. Identical twins born in Pennsylvania, the Quays reside in London in publicity-shy seclusion, making their innovative films under the aegis of Koninck Studios. With their passion for detail, their breathtaking command of color and texture, and their astonishing use of focus and camera movement, they turn their miniature sets into unforgettable world, suggestive of Kafkaesque nightmares of menace and decay, or the landscapes of long-repressed childhood dreams.
In The Brothers Quay Collection are ten short films, including cult favorites such as The Cabinet of Jan Svankmajer, the Quays' tribute to the great surrealist Czech animator; Rehearsals for Extinct Anatomies, a ravishing black and white fugue of musical bars and bouncing balls; Anamorphosis, in which the Quays mischievously reveal hidden symbols in old paintings the gorgeous, haunting dreamscapes of The Comb, and their masterpiece; Street of Crocodiles, in which a nightmarish netherworld comes alive inside a deserted museum. The collection also includes two unique pop promos made by the Quays for the group His Name is Alive, plus the rarely seen one-minute Dramolet. http://www.amazon.com/Brothers-Quay-.../dp/6305957681
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DVD-Rip Divx Englisch 732MB 78min
Die Filme sind getrennt gerippt.
François Ozon ist immer für eine Überraschung gut. Nach der bitterbösen Familiensatire 'Sitcom', dem brutal-rauen Psycho-Thriller 'Les amants criminels' und der verstörenden Fassbinder-Adaption 'Tropfen auf heiße Steine' präsentiert er mit 'Unter dem Sand' sein wohl reifstes Werk. Die enigmatische Geschichte einer Frau, deren Mann plötzlich im Sommerurlaub verschwindet, wird zur einfühlsamen Studie über Trauer, Verlust und Unvergänglichkeit der Liebe.
Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass dieser außergewöhnliche Film überhaupt entstand. François Ozon erregt zwar mit seinen Arbeiten Aufsehen, aber wenn es um die Finanzierung geht, wird auch im sonst so cinephilen Frankreich das Geld mal knapp. So musste die Produktion unterbrochen werden, verzögerten sich die Aufnahmen zum zweiten Teil. Zeitweise erwog man gar, auf Videomaterial zu drehen und einigte sich letztendlich auf Super-16, was visuell schon wegen der notwendigen Unterschiedlichkeit der Lichtquellen kaum auffällt, da die Erzählung in zwei Jahreszeiten spielt: im Sommer am Strand als Prolog und primär indoor im Winter als Umgang mit Verlust und Identitätskrise. Als Kind erlebte Ozon während der Ferien mit den Eltern in den Landes wie ein Mann vom Baden nicht mehr zurückkehrte. Das Bild der Frau, die allein mit dem Gepäck des Gatten nach Hause fuhr, grub sich in sein Gedächtnis ein - Ausgangpunkt für ein dunkles Drama über die Verdrängung von Tod. Wie in jedem Jahr verbringen Marie und Jean, ein Paar in den Fünfzigern, ihren Urlaub an der Atlantikküste. Während Marie kurz am Strand einschläft, geht ihr Mann schwimmen und verschwindet spurlos. Der Strand wird abgesucht, das Wasser - ohne Resultat. Es gibt keine Leiche und somit einen Hauch von Zuversicht. Nach dem ersten Schock verweigert sich die Frau jeglicher Trauer, klammert sich an die Vorstellung, dass er noch lebt, schützt sich durch Verdrängung gegen die grausame Wirklichkeit. So ist Jean wie ein Geist in der Wohnung präsent, sie erzählt ihm ihren Tagesablauf, von Freunden oder vom Job, kauft ihm sogar eine Krawatte. Sie versprüht Energie, zeigt keine Anzeichen von Niedergeschlagenheit und schwebt durch eine Scheinwelt. Ihre Freunde wollen ihr nicht wehtun, spielen das Spiel mit, im bürgerlichen Ambiente gilt die Frage, ob sie den empfohlenen Psychologen aufgesucht hat, schon fast als faux pas. Erst einem anderen Mann gelingt es, ihren seelischen Panzer aufzubrechen. Am Ende gibt sich Marie ihrem Schmerz hin, Hoffnung auf einen Neubeginn. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, macht sie aber erträglicher. Ozon verzichtet auf das klassische Zutaten-Repertoire wie Entdeckung eines Doppellebens, einer Geliebten oder kriminelle Aktivitäten. Er konzentriert sich auf die Entwicklung einer Frau und ihre Flucht in die Illusion, erzählt eine einfache, fast intime Geschichte von Liebe und Trauer(arbeit), benutzt dabei ein Minimum an Musik und Kamerabewegungen. Im Mittelpunkt steht die psychologische Wandlung der weiblichen Figur von der Verweigerung bis zur Akzeptanz des Unausweichlichen, bis zur befreienden Katharsis. Charlotte Rampling trägt den Film mit ihrer Ausstrahlung, da 'sitzt' jeder Blick, jede Geste. Sie ist schön und verletzbar, eine schauspielerische Offenbarung - nicht trotz, sondern gerade wegen Alters und ihrer Falten. Die Poesie dieser melancholischen Reise in die 'terra incognita' der Psyche klingt noch lange nach. Ozon gelang ein filigranes Meisterwerk, das mehr als nur erwachsene Zuschauer begeistern sollte.
Tony Takitani ist ein Einzelgänger. Seine Mutter starb wenige
Tage nach seiner Geburt und sein Vater verbrachte mehr Zeit
mit seiner Jazzband als mit seinem Sohn.
Einsamkeit schien für Tony ein natürlicher Zustand zu sein.
Sein Leben verändert sich jedoch grundlegend, als er sich
in die attraktive Eiko verliebt, die er wenig später heiratet.
Zum ersten Mal erlebt Tony das Glück von Nähe und
Geborgenheit. Dies wird allerdings getrübt durch Eikos
exzessive Leidenschaft Leidenschaft für Designerkleidung.
Als sich ein ganzer Raum mit den teuren Kleidungsstücken füllt,
bittet Tony seine junge Frau, ihre Einkäufe einzuschränken.
Eiko stimmt ihm zu, doch keiner ahnt, welche dramatischen
Folgen diese Entscheidung haben wird.
Sarajevo heute: Wie so viele wächst auch Sara ohne ihren Vater auf, er ist ein ?shaheed?, ein Kriegsheld, der nie aus dem Krieg zurück gekommen ist, sie kann sich nicht an ihn erinnern. Doch Sarajevo ist auch die Stadt, in der Sara ihr Erwachsenwerden erlebt: Fußballspiele, die ersten Gefühle zarter Verliebtheit, Vorfreude auf die bevorstehende Klassenfahrt, die enge Beziehung zu ihrer Mutter Esma.
Für Esma ist das ?neue? Sarajevo Fluch und Befreiung zugleich: Das Leben schreitet voran und überlässt es den Er-und Überlebenden des Krieges ihre Wunden zu bewältigen. So webt Esma ihr Leben um das Wohlergehen Saras, sie nimmt eine Stelle als Kellnerin in einem Nachtclub an. Dort lernt sie den Bodyguard Pelda kennen, der ihr durch seine mitfühlende Art näher kommt. Um ohne Bezahlung an der Klassenfahrt teilnehmen zu können, benötigt Sara eine behördliche Bescheinigung über das Schicksal ihres Vaters. In einer Mischung aus Trotz und Fürsorge entscheidet sich Esma jedoch, das Geld für die Klassenfahrt alleine aufzutreiben - und stößt damit auf das genervte Unverständnis ihrer Tochter.
Originaltitel: Yuke yuke nidome no shojo (1969), von Koji Wakamatsu
Ein verstörender Blick in die Abgründe der menschlichen Seele: Sexualität, Begierde, Hass, Gewalt, Freundschaft, Tod bilden einen Mahlstrom, dem man sich nicht entziehen kann, wozu die großartige Schwarzweiss-Fotografie ihren Teil beiträgt.
Handlung
Das Flachdach eines Hochhauses ist das Setting dieses Films, ein Junge (Michio Akiyama) und ein Mädchen (Mimi Kozakura) sind die Akteure. Eine ganz normale Großstadt-Teeniegeschichte könnte man meinen, doch normal ist an diesem Film nichts. Das Mädchen Popo wird zu Beginn von einer Gang Rowdys vergewaltigt, es ist bereits das zweite Mal, dass ihr gewaltsam Sex aufgezwungen wird. Der Junge Tsukio, der selbst ein gestörtes Verhältnis zu seiner Sexualität hat, wird Zeuge des Verbrechens. Er spricht Popo an, sie bittet ihn, ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Er verspricht ihr, sie zu töten, wenn sie ihm einen Grund dafür nennen kann.
Für kurze Momente finden die beiden so etwas wie eine unschuldige Freundschaft, doch jeder Ansatz einer Normalisierung der Situation wird sofort brutal zerstört: Tsukio offenbart Popo (und dem schockierten Zuschauer), dass er unmittelbar vorher selbst Opfer sexueller Nötigung wurde, und alle Beteiligten in einem Blutbad ermordet hat. Als die Rowdys wieder auftauchen, ereilt sie nach und nach dasselbe Schicksal. Am Ende springen Tsukio und Popo gemeinsam, und lassen all ihre Leiden endgültig hinter sich.
Kritik
“Yuke yuke” ist fast durchgängig in schwarzweiß gedreht. Lediglich die erinnerte erste Vergewaltigung Popos an einem Strand, eine Szenerie die der berühmten Strandkussszene von Burt Lancaster und Deborah Kerr nachempfunden ist, und das von Tsukio an seinen Peinigern angerichtete Massaker werden in Farbe gezeigt. Die Schwarzweißbilder bestechen dabei durch eine außergewöhnliche, schlichte Schönheit.
Immer wieder arbeitet Wakamatsu Symbole der Reinheit oder Reinigung in den Film ein, so etwa weiße, zum Trocknen aufgehängte Laken oder die sich im Regen waschende Popo. Beim Sehen des Films beschleicht den Zuschauer schnell das Gefühl, dass hier alles Symbol ist: Die Dialoge nehmen nie die Form echter Gespräche an, vielmehr sind sie Verlautbarungen, Akklamationen gepeinigter Seelen. Die häufigen Sexszenen sind bar jeder Erotik, sie sind reine Verkörperungen eines gestörten Verhältnisses von Sexualität und Gewalt, von Ausbeutung des Schwachen durch den Starken.
So wird “Yuke yuke”, Ende der 60er Jahre entstanden, zu einer bedrückenden Anklage der Illusion von freier Sexualität. Wakamatsu schuf einen Film, der seine Aktualität nicht verloren hat und der trotz der low-budget-Produktion, trotz der kurzen Laufzeit von 68 Minuten als gleichermaßen schön und doch erschreckend im Gedächtnis bleibt. japankino.de
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DVD-Rip Divx Japanisch mit englischen UT (hardcoded) 567MB 65min
Originaltitel: Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution (FR, 1965)
Agent Caution gerät in die totalitäre Metropole Alphaville, in der er es mit einem Supercomputer aufnehmen muss. Mischung aus Science Fiction und Film Noir von Jean-Luc Godard.
Handlung
Geheimagent Lemmy Caution kommt als Reporter getarnt nach Alphaville, in die Hauptstadt der Milchstraße. Er hat den Auftrag, seinen Vorgänger Henry Dickson und Professor von Braun zu suchen. Der Wissenschaftler hat ein gigantisches Elektronengehirn konstruiert, das inzwischen in Alphaville alle Vorgänge und Beziehungen regelt. Die Menschen sind zu willenlosen Sklaven des Computers Alpha 60 geworden, dessen technokratische Herrschaft weder eine emotionale Reaktion noch einen Widerspruch zulässt. Es existiert keine Vergangenheit und keine Zukunft mehr.
Vom sterbenden Henry Dickson erfährt Lemmy Caution, dass das selbstherrliche Monstrum nur mit seinen eigenen Mitteln besiegt werden kann. Mit Natascha von Braun, der Tochter des skrupellosen Professors, als "Begleiterin" wohnt er einer bizarren öffentlichen Hinrichtung von Delinquenten bei, die sich durch den Luxus idealistischer Gefühle gegen die Vorschriften in Alphaville aufgelehnt haben. Von Alpha 60 als Individualist und Oppositioneller entlarvt, geht Lemmy Caution zum Gegenangriff über und verwirrt die systemimmanente Logik des Computers durch philosophisch-poetische Begriffe. Im allgemeinen Durcheinander kann er den uneinsichtigen Professor töten. Zusammen mit Natacha, der er menschliche Werte vermitteln kann, flieht er aus der sterbenden Stadt.
Kritik
Ein utopischer Film, ein unkonventioneller Kriminalthriller: Godards Furcht vor einer Welt ohne Poesie, Liebe und Humanität mündet in eine Beschwörung literarischer und existentialistischer Traditionen. "Lemmy Caution gegen Alpha 60" ist ein romantischer Versuch, die in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts aufblühende Euphorie der Raumfahrttechnik, die Anfänge der Computertechnologie mit Kinotraditionen des Science-Fiction-Films und des Film noir zu decouvrieren. Alphaville scheint wie das Wirklichkeit gewordene Metropolis. So nutzt der Regisseur mit dem Helden zahlreicher B-Filme, Eddie Constantine, die Chance, sein Thema mit Filmzitaten, Collagen und Comic-Strip-Elementen anzugehen. Lemmy Caution wirkt wie ein moderner Lancelot, das unsichtbare Elektronikgehirn wie ein Mabuse der Kybernetik. br-online.de ofdb
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DVD-Rip Xvid Französisch + englische spanische griechische UT 692MB 98min
„Wenn der Staat sich nicht nach dem Bild des Individuums formt, wie kann dann das Individuum sich nach dem Bild des Staates formen? Ein Blutbad und Melancholie.” (Antonio, Vater Marcellos)
Inhalt und Kommentar
Originaltitel: Il conformista (ITA, 1969)
Marcello Clerici glaubt, im Alter von 13 Jahren einen Mann getötet zu haben. Seither passt er sich überall wie unter Zwang an, auch als die Faschisten die Macht in Italien übernehmen. Marcello lockt seinen früheren Philosophieprofessor, der sich aus Abscheu vor den Faschisten nach Paris abgesetzt hat und dessen Ehefrau in eine tödliche Falle. Nach dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes begreift er, dass sein Leben ein großer Irrtum war und er erst dadurch schwere Schuld auf sich geladen hat. [...]
Kommentar
"Der große Irrtum", Bernardo Bertoluccis Verfilmung des Romans "Der Konformist" von Alberto Moravia, ist nicht nur inhaltlich anspruchsvoll, sondern auch ein stilistisch ausgefeiltes Meisterwerk. Obwohl die Atmosphäre vorwiegend kühl und nüchtern ist, wühlt der Film die Zuschauer auf. [...] Dieter Wunderlich ofdb
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TV-Rip? Divx Italienisch mit englischen UT (hardcoded) 681MB 106min
Peter Webber - Das Mädchen mit dem Perlenohrring Xvid
Regisseur: Peter Webber
Darsteller: Scarlett Johansson, Cillian Murphy, Essie Davis, Colin Firth, Tom Wilkinson
Genre: Historienfilm, Drama
2004 Videoinfo:
Dateigröße : 700 Mb.
[Film]
Gültig : Ja [AVI]
Dauer : 01:40:12
Film vollständig : Ja
Peter Webbers Verfilmung der fiktiven Entstehungsgeschichte des berühmten Gemäldes von Vermeer überzeugt vor allem durch die exzellente Photographie sowie die Ausstattung und Kostüme, die zu Recht mit Oscar-Nominierungen bedacht wurden. Einzelne Aufnahmen sind so detailliert in Szene gesetzt und kunstvoll ausgeleuchtet, dass sie selbst ein Gemälde von Vermeer sein könnten. Die atmosphärische Dichte der Bilder ist allein schon ein filmisches Meisterwerk. Die stärksten Augenblicke des Films sind eindeutig die stillen Momente zwischen Magd und Maler: Die Spannung ergibt sich allein aus Blicken, aus Gesten und kleinen Andeutungen ? fast wirkt der Film in diesen Einstellungen wie ein Stummfilm. Colin Firth (Bridget Jones gibt Vermeer als wortkargen Künstler, für den allein sein Werk zählt und der letztlich auf niemanden Rücksicht nimmt. Scarlett Johanssons geheimnisvolles und zugleich melancholisches Gesicht spiegelt all das perfekt wieder, was das Gemälde so faszinierend macht. Der Film krankt ein bisschen daran, dass die ursprüngliche Version von über drei Stunden auf 95 Minuten zusammen geschnitten wurde. Kennt man den Roman von Tracy Chevalier, auf dem der Film basiert, kann man die fehlenden Handlungselemente und Beweggründe der Charaktere vor dem inneren Auge ergänzen.
Ferdinando ?Nicola? Sacco (* 1891 in Torremaggiore (FG), Italien) und Bartolomeo Vanzetti (* 1888 in Villafalletto (CN), Italien) waren zwei aus Italien eingewanderte Arbeiter in den USA, die sich der anarchistischen Arbeiterbewegung angeschlossen hatten. Sie wurden der Beteiligung an einem doppelten Raubmord angeklagt, in einem umstrittenen Prozess zum Tode verurteilt und in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1927 im Staatsgefängnis von Charlestown, Massachusetts/USA auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Die Frage ihrer tatsächlichen Schuld oder Unschuld konnte bis in die Gegenwart nicht vollständig geklärt werden.
Auf das Todesurteil vom 9. April 1927 folgten weltweite Massendemonstrationen als Gegenreaktion. Kritiker warfen der US-amerikanischen Justiz vor, es handele sich um einen politisch motivierten Justizmord auf der Grundlage fragwürdiger Indizien. Entlastende Hinweise seien unzureichend gewürdigt oder sogar unterdrückt worden. Hunderttausende von Menschen beteiligten sich an Petitionen und versuchten damit, einen Aufschub oder die Aussetzung der Urteilsvollstreckung zu erreichen.
Im Jahr 1977 wurden die beiden posthum durch den Gouverneur von Massachusetts, Michael Dukakis, rehabilitiert. http://de.wikipedia.org/wiki/Sa...d_Vanzetti http://foia.fbi.gov/foiaindex/v...nzetti.htm
""...dein zur Liebe unfähiger Sohn!" - Tagsüber ist Kafka ein winziger Angestellter in den Mühlen einer gewaltigen Versicherungsgesellschaft, nachts beschwört er in Briefen und Erzählungen seine eigene Leblosigkeit. Als sein Kollege und Freund zum Schloß bestellt und dann tot aufgefunden wird, bricht plötzlich das Grauen in Kafkas Leben ein. Das Schloß ist das mysteriöse Zentrum der Gewalt, das Spinnennetz, in das er auf der Suche nach Eduards Mörder gerät. Nach dem Verschwinden der hübschen Kollegin Gabriela schleicht sich Kafka ins Schloß und entdeckt den schrecklichen Folterarzt Dr. Murnau, der seinen Patienten die Gehirnschale aufschneidet, um ihre gesellschaftlichen Defekt auszumerzen. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod..."
Eine getanzte Reise durch Spanien, inspiriert von der Musik des Komponisten und "Klavierwunders" Isaac Albéniz (1860 - 1909). Vom nördlichen Aragón ins südliche Cadiz geht es, von Granada nach Sevilla. Klassik trifft auf Moderne, wohl choreographiertes Ballett auf reine Freude an Bewegung. Die besten Künstler Spaniens geben sich ein Stelldichein, darunter der Tänzer Patrick De Bana, die Tastenvirtuosin Rosa Torres-Pardo, der Flamenco-Jazzer Chano Dominguez sowie der Sänger Enrique Morente.
Pall verbringt ein völlig normales Leben. Er wohnt bei seinen Eltern, erzählt seinen kleineren Geschwistern Geschichten, hört gerne Rock und spielt Drums. Er trifft auf die Liebe seines Lebens die ihn aber aus sozialen Gründen eiskalt abserviert. Die heile Welt von Pall gerät dadurch völlig aus den Fugen. Er hat sich selbst kaum noch unter Kontrolle, leidet an zunehmenden Kopfschmerzen und wird mit der Diagnose Schizophrenie in eine psychatrische Klinik eingewiesen. Dort lernt er neue Freunde kennen....
Wie man an diesen Zeilen bereits erahnen kann ist diese isländische Produktion keine 08/15 Kost von der Stange. Auch wenn er während dem Schauen nicht zwangsläufig den Griff zum Träneneimer vorantreibt, bleibt nach dem Abspann mehr als ein flaues Gefühl im Magen. Alle Charaktere sind sehr einfühlsam gezeichnet. Man kann mit ihnen gleichzeitig lachen und weinen. (Der Freigang ohne Aufsicht, in eins der besten Restaurants der Stadt ist eins von vielen Highlights die lange im Gedächtnis bleiben.)
Die Musik stammt vom isländischen Genie Sigur Ros der einen traumhaft schönen Score entwickelt hat, der zu jeder Zeit paßt. Besonders der Song am Ende unterstützt die letzten Bilder geradezu erschütternd. Wer seine Alben kennt wird das mit Sicherheit nachvollziehen können ohne den Film gesehen zu haben.
Engel des Universums ist ein grandioses Drama über einen Menschen der sich in seinem Leben einfach nicht zurecht findet und daran zerbricht. Ingvar Eggert Sigur?sson spielt die Rolle des Pall einfach glänzend. Seine Wutausbrüche so wie auch seine Zerbrechlichkeit sind immer zum greifen nahe. Besonders wenn er in der Klinik lächelt kann man tief in seinem innern den Schmerz förmlich spüren mit dem er kämpft. Wer einem ruhig inszeniertem Drama zugetan ist sollte hier einen Blick riskieren. Menschen mit Depressionen sollten aber eher die Finger weg, lassen da er die Situation des Betreffenden nicht verbessern wird.
Regisseur: Philip Gröning, Nicolas Humbert
Darsteller: Mönche
D 2005
Sprache: Französisch (wie der Filmtitel schon sagt, wird eh wenig gesprochen)
Untertitel: Italienisch Videoinfo:
162 Min.
*** DIRECTSHOW FILTER LIST ***
1. Default DirectSound Device
2. Video Renderer
3. Gretech Audio
4. Overlay Mixer
5. CoreAAC Audio Decoder
6. Gretech Video
7. Gretech MP4 Source
*** VIDEO INFO ***
Input Type : mp4v(GVC)
Input Size : 720 x 384
Output Type : YUY2
Output Size : 720 x 384
FrameRate(Frame/sec) : 0.00 (25.00)
Inhalt:
Ein Film über die ?Grande Chartreuse?, das Mutterkloster des legendären Schweigeordens: die Karthäuser. 19 Jahre nach der ersten Begegnung des Regisseurs Philip Gröning mit dem Prior des Klosters ist es der erste Film, der jemals über das Leben hinter den Klostermauern gedreht werden durfte. Eine strenge, fast stumme Meditation über das Klosterleben in seiner reinsten Form. Keine Musik, keine Interviews, keine Kommentare, kein zusätzliches Material. Nur der Lauf der Zeit, der Wechsel der Jahreszeiten und das sich immer wiederholende Element des Tages: das Gebet.
Kurzkommentar
Als minimalistische Kloster-Doku schwimmt "Die Große Stille" derzeit auf einer Begeisterungwelle von Kritik und Publikum. Grundsätzlich ist Philip Grönings Film sicher auch ein Ereignis, vielleicht aber auch von oberflächlich spirituellem Zuschnitt. Die strenge Innerlichkeit der mönchischen Existenz dient vor allem der ästhetischen Sprache des unter dem Strich aber - natürlich auch in seiner Entstehungsgeschichte - faszinierenden Projektes.
Kritik:
Knappe drei Stunden Ansichten einer entrückten Parallelwelt, kaum Sprache; stattdessen pures Beobachten monastischer, weltabgewandter Lebensformen. Vor allem Stille und Innerlichkeit bis zur Schmerzgrenze. Erst dann, meint der Regisseur mit nicht unreligiösem Pathos, beginnt man zu sehen, zu hören. Jedes Geräusch wird mit Geist und Ewigkeit aufgeladen, wird wesentlich. So das einer auf einem Steinboden ausschaukelnden Metallschüssel. Und Sehen ganz sicher nicht nur des Sichtbaren, das wohl nur eine Ahnung des Geheimnisses abbilden soll, das die Karthäuser-Meditation umgibt. In einem der "strengsten christlichen Klöster" - und wir stressgebeutelten "Weltleute" machen per Kinokarte den Ort der Innerlichkeit zur Öffentlichkeit. Regisseur Philip Gröning meinte es hingegen ernst, nahm die karthäusische Lebensweise an und die Kamera in die Hand. Nachdem er fast zwei Jahrzehnte auf eine Drehgenehmigung warten musste.
Die selbst erfahrene Rundherum-Entbehrung, Kern von Grönings nicht sensationsfreier Klosterdokumentation, ist auch die Askese des Kinobesuchers. Des Programmkinogängers wohlgemerkt, weitab vom modernen Lärm und der ratternden Schnittfolge der Multiplex-Filme. Hier wächst sich "Die große Stille" mittlerweile zum großen Publikumserfolg aus. Ein Stück weit dreht Philip Grönings Experiment auch die technische und inhaltliche Geschichte des Kinos zurück: Die ätherische Ruhe, sich 160 Minuten Zeit nicht zuletzt deswegen nehmend, weil der Rhythmus des Klosters weder Anfang noch Ende kennt, fordert Sehgewohnheiten und Geduld einiges ab. Sämtliche gängig Erzählmuster werden vor Eintritt nicht nur sprachlich abgelegt, Dramaturgie entsteht nur insofern, als Gröning aus zahllosen Stunden Filmmaterial sicher die "besten" ausgesucht hat. Ein "Highlight" ist zweifellos das Aufnahmeritual zweier Novizen. Eine der wenigen Momente, das auch das Durchbrechen des berühmten Schweigegelübdes zeigt. Ansonsten wirkt die als Ausnahmeprojekt beschaulich kontemplative "Große Stille" auch wie eine konzeptschwache Kollage immerwährenden Betens.
Begrüßenswert wäre es nämlich gewesen, wenn an die Stelle von erbaulicher Beobachtung ein Stück Erklärung und geordnete Szenenabfolge getreten wäre. Es hätte beileibe nicht kritische Erklärung "monastischer Sinnstiftung" sein müssen, auch keine "klassische Dokumentation". Nur wäre es begrüßenswert gewesen, schlichtweg einmal zu z.B. erfahren, welcher philologischen Arbeit genau die Mönche in ihren kargen Zellen nachgehen, wie der lithurgisch geregelte Tagesablauf eines Klosterbruders aussieht. Was motiviert den Einzelnen zum Eintritt, welche Biographien sehen wir, was führt zur totalen Selbstaufgabe an Gott? Dass Gröning keine Antworten liefert, hat sicher seine ästhetische und inhaltliche Berechtigung. Vielleicht wäre es auch zu profan gewesen. Weniger ist aber nicht ausschließlich mehr. Dennoch eine Zumutung im positiven Sinne, auch in visueller Hinsicht: Gröning versteht das Handwerk suggestiver Bilder.
Schaut man sich "Die große Stille" in einer Münchener Matinée-Vorstellung an, und das ausgerechnet am Sonntag, lassen sich zudem einige Beobachtungen treffen - bemerkenswert ist bei diesem filmischen Versuch nicht nur das Geschehen auf, sondern auch vor der Leinwand: Selbst der geneigte, womöglich nicht nur modisch spirituell gestimmte Kunstkinogänger ringt einerseits mit dem Schlaf, wird dann andererseits aber immer wieder von der Faszination der fremden Welt gebannt. Aber das Entscheidendste: "Die große Stille" erreicht ohne Frage ein Alterssegment des Kinopublikums, das man in einer Ära, in der der durchschnittliche Film für ein immer jünger werdendes Publikum gedreht wird, kaum mehr für denkbar gehalten hätte: das derjenigen jenseits der 50, vielleicht 60. Die Gründe dafür mögen offenkundig sein.
Bildpoetisches Kloster-Dokument mit leichtem Spiritualitätsüberschuss.
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