Die Hoovers sitzen gerade am Tisch und der obszöne Großvater schimpft
darüber, dass es mal wieder nur Hühnchen gibt, da schreckt ein lauter
Schrei die in keiner Weise vorbildhafte Familie vom Esstisch auf. Es ist die
Glücksbekundung der liebenswerten und etwas pummeligen Olive, die ge-
rade am Telefon vernommen hat, dass sie am ?Little Miss Sunshine?-Wett-
bewerb teilnehmen darf. Da das Mädchen sich so überschwänglich auf den
Schönheitswettbewerb, für welchen sie schon lange trainiert hat, freut, ist
es selbstverständlich, dass die Reise von New Mexiko zum Wettbewerbs-
austragungsort in Kalifornien auch angetreten wird. Doch einen Flug kann
sich die Familie nicht leisten, so dass der überoptimistische Vater Richard
Olive und die bemühte, aber überforderte Mutter Sheryl mit dem alten, gel-
ben VW-Bus nach Kalifornien bringen muss. Da Sheryls suizidgefährdeter
Bruder Frank, der drogenkonsumierende Großvater und der Nietzsche-
lesende und kein Wort von sich gebende Sohn im Teenageralter Dwayne
natürlich nicht alleine gelassen werden können, werden sie gleich mitge-
nommen. Die sechs Personen begeben sich also nach Kalifornien, auf eine
Reise, bei der sie einiges durchmachen und sich von so manchen Träumen
verabschieden müssen.
In den USA ist "Little Miss Sunshine" ein Kritikerliebling des Jahres und
konnte sich zu dem Indie-Publikumsmagneten mausern. Die inspirierte
Komödie des Regiegespanns Jonathan Dayton und Valerie Faris gehört
zu den kleinen, künstlerisch überzeugenden und kommerziell erfolg-
reichen Filmen, die beweisen, dass manchmal doch noch Seele über
Effekthascherei siegt. Knackige Dialoge, eine Portion Mut zur politischen
Unkorrektheit und gelungene Gageinlagen, die trotz der teils ernsten
Themen wie Tod, Selbstmord oder zerplatzte Träumen nicht deplaziert
wirken, machen das Werk zur wahren Freude.
IMDb-Bewertung: 8.1