Der große FSX und FS 2004 Problemthread
Argh, habe ich wieder so undeutlich formuliert?
Mmh, eigentlich ...
Zitat:
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irgendwie macht es mir aber auch Angst, dass die so etwas auch real nutzen (müssen)
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Wer den Sorge kennt, der weiß, dass das große Ganze oder auch oft die Systemfrage im Spiel ist, so auch hier:
Es ist ja nicht so, dass die zwei vollausgebildeten und gut bezahlten Piloten an verschneiten Schildern vorbei rollen, ihnen niemand hilft, die Schriftgröße auf der Bahn selbst, der Einfahrt, dem Taxiweg oder woanders nur Punkt 9 Wingdings ist und die Blinkzeichen, Markierungen und die Charts im Cockpit unverständlich und unlesbar wären.
Auch der Magnetkompass, ein Heading auf dem PFD, die Linien auf dem ND und am Ende das Bewusstsein, dass 200m bis zur nächsten Taxiway nicht schon nach 50m vorbei sind können helfen.
Wenn unsere zwei Piloten also vollkommen ahnungslos beschließen "wir fahren mal weiter" oder, im anderen Fall: "Egal, ich fliege schon so lange, da muss ich kein Heading prüfen - Takeoff!", dann könnte die Stimme aus dem Off vielleicht der letzte Anker sein - wenn man all die anderen, die dem Nichtpiloten Sorge eben einfielen, übersehen hat.
Ja, das
könnte sein ...
Nun könnte man aber auch, statt an den Symptomen zu schustern und eben noch einen Anker zu installieren (wobei moderne Maschinen ja noch ein EFB haben und die Groundcharts mitunter im ND platzieren, solange "Taxi" als Modus aktiv ist), auch die Frage stellen:
"Ja warum übersehen die denn all die Hinweise und warum prüfen die sich nicht gegenseitig bzw. geben sich der Hektik hin, anstatt - dem Training folgend - eben genau in diesen Situation extra bedacht zu handeln?"
Das Dumme bei dieser Art von Frage ist regelmäßig, dass sie die teureren und evtl. unbequemeren Antworten herausfordert
Kurzum:
Das RAAS ist sicher eine tolle Sache und wir Flusipiloten können uns den Fehler leisten, uns an Systeme und Automatisierung zu gewöhnen und im Zweifel dem System zu sagen: "Mach mal!", aber ...
Die Herren mit den Hunderten von Menschen im Rücken, mit dem Gehalt auf dem Konto und der Ausbildung in Fleisch und Blut darf das aber nie passieren - genau das fordert man aber heraus, wenn man eben noch ein Helferlein installiert.
Man schaue sich den immer noch unklaren Fall mit dem Air France Airbus an:
Da zog ein Pilot im Stall den Stick ständig nach hinten - das war sogar der PF (Pilot Flying). Sein Nebenmann interessierte sich nicht dafür, sein Kapitän auch nicht und nun zweifeln Experten über die Hintergründe.
Die werden auf der psychologischen Schiene unterwegs sein, zumindest in der Hauptsache.
Sollen wir nun vorschlagen, im Falle einer Stallwarnung Dornen aus dem Stick auszufahren, damit der eben nicht nach hinten gedrückt werden kann (bzw. nur unter Schmerzen) oder sollten wir nicht eher fragen, was da bei drei Fachleuten des Fliegens fundamental schief lief und damit mühelos alles an Sicherungen und Systemen überlagerte?
Bei dem Vorschlag mit den Dornen denke ich, dass man dann eben die vielen Toten und einen Piloten mit Handverletzungen gefunden hätte - wem würde damit geholfen?
Zitat:
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auch hier hätte das System wohl den Unfall verhindert..
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Woher die Gewissheit?
Mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit hätten die Jungs auch die Stimme überhören, ihr nicht glauben oder einfach "wie immer" handeln können, denn wer die anderen Zeichen und Warnungen nicht wahrnimmt oder wahrnehmen will, der läuft Gefahr, die Liste der Versäumnisse einfach noch zu verlängern.
Mir sind Piloten, die im Zweifel stoppen und in der Hektik selbstkritisch handeln, dreimal lieber als jedes System, welches einem dadurch Sicherheit vorgaukelt, dass es eben spricht.
"Idiotensicher" konstruieren ist ein hehres Ziel, verkennt aber die Genialität der Zielgruppe
PS:
Gegen das System habe ich nichts, ich glaube nur nicht an Wunder, wenn die Ursache(n) zu den Dingen unangetastet bleiben.